Siemens Stellenabbau 2005




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27.05.06:   Layout
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Stellenabbau
Das Jahr 2005 wurde wieder von Stellenabbau dominiert. Die gewonnenen Kündigungsschutzprozesse hatte Wirkung gezeigt. Siemens verzichtete auf betriebsbedingte Kündigungen und versuchte den Stellenabbau nur über weichere Maßnahmen wie Aufhebungsverträge und Beschäftigungsgesellschaft durchzusetzen.

Der Führungswechsel im Betriebsrat zeigte, dass der Betriebsrat ohne seinen früheren Vorsitzenden die Linie verloren hatte. Die Betriebsratsvorsitzende neigte sich sehr dem Arbeitgeber zu und versuchte gemeinsam mit ihm den Stellenabbau 2005 zum Erfolg zu bringen. Drohende Auswahlrichtlinien standen plötzlich im Raum. Der Betriebsrat war nicht dazu zu bewegen eine klare Aussage gegen die Vereinbarung von Auswahlrichtlinie mit dem Arbeitgeber abzugeben, eine Aussage, die 2003/2004 eine Selbstverständlichkeit war. Auch der NCI-Antrag, den der NCI-BR in den Betriebsrat einbrachte wurde nicht behandelt. Er wurde von der Betriebsratsvorsitzenden noch nicht einmal auf die Tagesordnung gesetzt. Es fand sich im Betriebsrat keine Mehrheit, dies gegen den Willen der Betriebsratsvorsitzenden zu erzwingen.

NCI befürchtete aufgrund dieses Verhaltens des Betriebsrats, dass dieser in einer bereits festgelegten Einigungsstelle mit dem Arbeitgeber Auswahlrichtlinien vereinbaren würde. NCI klärte auf der Homepage und über Flugblätter die Belegschaft auf, dass auch in der Einigungsstelle keine Auswahlrichtlinien vereinbart werden können, wenn der Betriebsrat nicht zustimmt. Die Auswahlrichtlinien blieben der Belegschaft erspart.

Diese Auseinandersetzung brachte den endgültigen Bruch mit der IG Metall. Engagierte Mitglieder traten in einer Protestwelle aus. NCI zog vom IG Metall Server auf einen eigenen Server.

NCI ist jedoch bereit wieder mit der IG Metall zusammenzuarbeiten, wenn diese bereit ist, eine gleichberechtigte Partnerschaft zum Wohle der Belegschaft zu akzeptieren. Wir verstehen darunter, Information der Belegschaft, Aufklärung über ihre Rechte, keine Geheimratspolitik. Wir reden mit dem Arbeitgeber, wenn er mit uns reden möchte. Wir sind auch bereit gangbare Kompromisse zu finden, nur müssen diese Kompromisse für den Interessen beider Seiten gerecht werden. Dort wo Recht existiert, das wir als Arbeitnehmer wahrnehmen können, werden wir das weiterhin tun, genauso wie dies der Arbeitgeber für sich in Anspruch nimmt.

Der Stellenabbau, der nicht frei von Mobbing war, endete ohne betriebsbedingte Kündigungen. Siemens zog die Erfahrungen vor dem Arbeitsgericht München 2003/2004 und die starke Solidarität im NCI ins Kalkül. Die Beschäftigungsgesellschaft füllte sich nicht ausreichend. Siemens deckelte.

Ausgliederungen
2005 setzte Siemens auf Ausgliederungen. Mobile Phones wurde nach BenQ ausgeglieder und Cordless Phones wurde eine eigene GmbH. Dem Betriebsübergang widersprachen ca. 100 Mitarbeiter. Sie wurden nicht gekündigt, aber nur teilweise reintegriert. Etliche verließen die Firma danach mit einem Aufhebungsvertrag.

NCI begann sich auf Betriebsübergänge einzustellen.


Autoren: Inken Wanzek, Christine Rosenboom
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