Siemens Networks GmbH & Co. KG

(Vorstufe zu Nokia Siemens Networks)


Aktualsierung
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30.03.07   Konkurrenz von Nokia Siemens Networks holt lukrative Aufträge
26.03.07   Spiel ohne Torwart
26.03.07   Harte Zeiten für die Belegschaft von Nokia Siemens Networks
26.03.07   Nassauer will Gespräche mit finnischen Arbeitnehmervertretern führen
19.03.07   Ericsson greift an
17.03.07   Einleitung der Wahl im Carrier Mch H - Beschluss des Arbeitsgerichts
13.03.07   Nokia Siemens Networks: Finanzkräftiger Partner?
13.03.07   Wahrheit oder Beruhigung?
12.03.07   Nokia Siemens Networks: Starttermin?
12.03.07   Betriebsrat muss nicht untätig bleiben - Es gibt viel zu tun, packen wir es an
11.03.07   Zeichen der Zeit - Ist das Closing sicher?
07.03.07   Im Auge des Hurrikan
07.03.07   Fusionen - Zerplatzte Träume
07.03.07   Fusionen - Verlierer sind die Mitarbeiter
07.03.07   Fusion: "Hochzeit im Himmel" - für Vorstände, Banken und Anwälte
28.02.07   Stellenabbau nach dem Closing erwartet
14.02.07   CD vor der Auflösung?
13.02.07   Start des Joint Ventures ohne von Korruptionsaffäre betroffene Projekte?
13.02.07   Betriebs-Übernehmer kann nicht zu Beitritt in Arbeitgeberverband verpflichtet werden
13.02.07   Die Zukunft von Nokia Siemens Networks
10.02.07   Einleitung der Wahl in Carrier Mch H: Bericht aus dem Gerichtssaal
30.01.07   Nicht wirklich was Neues
27.01.07   Neue Geschäftsfelder für Telekommunikationsausrüster
27.01.07   Netzwerksparte von Nokia halbiert Gewinn im 4. Quartal
26.01.07   Wo sind die Geschäftszahlen des 1. Quartals für Siemens Networks und Enterprise?
25.01.07   Stellungnahme von Kleinfeld auf der Hauptversammlung
25.01.07   Start von Nokia Siemens Networks wohl noch im 1. Quartal 2007
08.01.07   US-Regierung schränkt Geschäftsfreiheit von Nokia Siemens Networks ein
21.12.06   Verzögertes Joint Venture bringt Ericsson Vorteile
15.12.06   Nokia will Jobabbau vorwiegend in Deutschland vornehmen
14.12.06   Start des Joint Ventures verschoben, Nokia sichert sich ab
13.12.06   Einleitung der Betriebsratswahl im Carrier Mch H - Gerichtstermin verschoben
12.12.06   Nokia sieht Joint Venture als gefährdet an
12.12.06   Aufteilung der geplanten Einsparungen
10.12.06   Ist das Joint Venture in Gefahr?
08.12.06   Transparency schließt Siemens aus
08.12.06   Nachverhandlungen im GBR
08.12.06   40 Prozent Personalabbau in Teilbereichen
08.12.06   Zwei Drittel ERA-Überschreiter unter den Schwerbehinderten in Mch M
07.12.06   Abgesagte Betriebsversammlung - trotzdem Information, dann halt von uns
06.12.06   Einleitung der Betriebsratswahl im Carrier Mch H - Gerichtstermin
01.12.06   Betriebsversammlung in Mch-H wegen mangelnder Informationen abgesagt
30.11.06   Arbeitsplatzabbau bei MN - Fortsetzung
29.11.06   Arbeitsplatzabbau bei MN
28.11.06   40 Prozent der Arbeitsplätze bei MN entfallen
28.11.06   Nokia hat sich ein Rücktrittsrecht vorbehalten
24.11.06   Go to Finland: Wie man miteinander umgeht
21.11.06   Fragen aus der Belegschaft zur NoSiNet-Organisation und ihrer Folgen für die Mitarbeiter
18.11.06   NoSiNet kein zweites BenQ
23.10.06   Fällt der Personalabbaus bei NoSiNet höher aus als angekündigt?
26.08.06   Was ist eine GmbH & Co. KG und Übersicht über bereits gegründete Gesellschaften
26.08.06   Com- Betriebsübergänge: Widerspruchsfrist läuft seit heute
26.08.06   Management bekanntgegeben
21.08.06   Siemens Networks Management GmbH gegründet
20.08.06   Beschlussverfahren wegen unklarer Rechtslage im Betrieb Carrier Mch H eingeleitet
15.08.06   Pensionärsregelung aus bilanztechnischen Gründen abgelehnt
10.08.06   Betriebsvereinbarungen
07.08.06   Kein Übergangsmandat für den GBR
06.08.06   Vereinbarte Maßnahmen werden weitergeführt
05.08.06   IA-BA: Freigestellte Betriebsräte
04.08.06   "Und sie dreht sich doch" - oder warum es einen zweiten Betriebsübergang geben muss
04.08.06   Weitergeltung Tarifverträge - ein Verhandlungserfolg?
04.08.06   Wahl der Gesellschaftsform - ein Verhandlungserfolg?
03.08.06   Interessenausgleich RD
03.08.06   Regelungen für Firmenwohnungen
03.08.06   Vereinbarung wird nicht mehr gelebt - so die Betriebsleitung
01.08.06   Widerspruch gegen die Versetzung zu Carrier (Central Functions u.ä.)
01.08.06   Betriebsstruktur nach der Betriebsabspaltung von Com Carrier und Com Enterprise
31.07.06   ÜV-Carrier: Überleitungsvereinbarung Com Carrier
31.07.06   IA Betriebsabspaltung (Carrier+EN) Punkt 3: Ausgleich eventueller Nachteile
31.07.06   Übergehende Mitarbeiter ab 55 können Siemens Pensionäre werden
26.07.06   Joint Venture mit Nokia wird nicht an blauen Briefen scheitern
24.07.06   Widerspruch gegen Betriebsübergang - ja oder nein?
22.07.06   GBR-Verhandlungen: Mitarbeiter der CT und STA einbeziehen
22.07.06   Struktur des Nokia Siemens Networks Konzerns
19.07.06   Kommentar zur Presseerklärung von IG Metall und GBR vom 19.7.2006
16.07.06   Entflechtung und Com-Ausgliederung im Überblick
13.07.06   Anerkannter Widerspruchsgrund bei Betriebsübergang
12.07.06   AIN-Flugblatt vom 12.7.2006
12.07.06   Was ist ein von den Gerichten anerkannter Widerspruchsgrund?
11.07.06   Betriebsübergang - was nimmt man mit?
11.07.06   Wann liegt ein Betriebsübergang und wann ein Shared Deal vor?
09.07.06   Verteilung des bei NoSiNet geplanten Personalabbaus auf die Bereiche
29.06.06   Privates Redeverbot - Nein danke!
26.06.06   Das Ende von Com
26.06.06   Gehen auch Mitarbeiter von Com IT, Com CD und CT mit über?
25.06.06   Zeitablauf für die Auflösung von Siemens Com
25.06.06   Kartellamt wird Joint Venture Nokia Siemens Network zustimmen
25.06.06   Aufsichtsrat verhinderte Verkauf von Com an US-Investmentbank Merrill Lynch
25.06.06   Führungsspitze von Nokia Siemens Networks steht
25.06.06   Neue FAQ Nokia Siemens Networks
23.06.06   Neue FAQ zum Widerspruch
22.06.06   Überblick über den zeitlichen Ablauf
22.06.06   Das sind schlechte Zeiten, wo der Mensch seiner Angst nicht nachgeben darf. (B. Brecht)
22.06.06   Geschäftsstelle in München
22.06.06   NoSiNet - der Superlativ für alle?
20.06.06   Wird es eine Versetzungssperre vor dem Betriebsübergang geben?
20.06.06   Joint Venture ist ein Betriebsübergang
20.06.06   Stellenabbau bei Com geht weiter
20.06.06   Zuarbeitende Bereiche gehen mit zu Nokia Siemens Networks
19.06.06   Zusammenfassung der Pressekonferenz zum Joint Venture Nokia - Siemens
19.06.06   Com zerschlagen - Siemens verabschiedet sich von der Telekommunikation
20.06.06:   Neuerstellung
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InWaChRo-News: Freitag, 30.03.07

Konkurrenz von Nokia Siemens Networks holt lukrative Aufträge
Der französische Telekomausrüster Alcatel-Lucent hat vom US-Mobilfunkkonzern Verizon Wireless einen Großauftrag im Volumen von sechs Milliarden Dollar erhalten, ein Auftrag, der auch für Nokia Siemens Networks hätte sein können, wenn es diese Firma gegeben hätte. Zudem soll Alcatel-Lucent das Service-Angebot von Verizon Wireless um weitere Produkte wie etwa Internet-Telefonie erweitern.

Alcatel-Lucent hat jedoch noch weiteren Boden gutmacht und Nokia Siemens Networks deutlich hinter sich gelassen. Im Februar 2007 erhielt Alcatel-Lucent einen sehr lukrativen Service-Auftrag von E Plus, indem dieser Netzbetreiber die gesamte Wartung seines Netzes an Alcatel... überträgt. Der Vertrag läuft über drei Jahre. Alcatel-Lucent steigt damit in die Dienstleistungen rund um die Mobilfunknetze ein "E-Plus ist der erste Netzbetreiber in Deutschland und einer der ersten in Europa, der diesen Schritt geht", betont Thorsten Dirks, der neue Vorstandsvorsitzende von E-Plus. Rund 750 Stellen von E-Plus werden per Betriebsübergang zu Alcatel-Lucent wandern. "Für die Mitarbeiter heißt das, dass sie weitermachen können, da wir unser Netz von Alcatel-Lucent ja deutlich ausbauen lassen wollen", sagt Dirks und fügt hinzu: "Wir wollen im Jahr 2007 und in den folgenden Jahren jeweils einen dreistelligen Millionenbetrag in Euro in den Ausbau des Netzes investieren." Auch wenn E-Plus darüber keinen Vertrag mit Alcatel-Lucent abgeschlossen hat, dürfte Alcatel-Lucent in der engeren Wahl von E-Plus liegen.

Ericsson/Marconi ist mittlerweile mit einer Marge um 16 Prozent unerreichbar für Nokia Siemens Networks.

Frage an das Management: Ist Nokia Siemens Networks für das Dienstleistungsgeschäft gerüstet? Es wird verstärkt kommen, wie wir bereits am 27.1.07 berichteten? Wer hier den Anschluss verliert, verliert ihn mit großer Wahrscheinlichkeit auch als Netzausrüster.
(iw)


InWaChRo-News: Montag, 26.03.07

Spiel ohne Torwart
Der Verein FC Com hatte 22 Fußballspieler. Dann stellte das Management fest, die Mannschaft verlor und die Einnahmen des Vereins gingen zurück. Um den Verlust auszugleichen, beschlossen die Manager elf Spieler abzubauen, statt nach den Ursachen zu suchen und diese zu beheben.

Der Vorstand erklärte der Presse gegenüber: "Der Vereinsvorstand sieht keine Umkehr dieser Entwicklung und hält es deshalb für notwendig, die Prozesse und die bestehenden Ressourcen an den Markt anzupassen und auf diese Weise die Wettbewerbsfähigkeit des FC Com nachhaltig zu stärken." Die Begründung in der Mail an die Spieler: "Wir stellen uns den Herausforderungen. So können wir die Zukunft trotz schwieriger Bedingungen sichern. Dazu sind wir richtig und optimal aufgestellt."

Die Spieler spielten nun - voll motiviert - bei jedem Spiel. Nach einem anfänglichen leichten Aufschwung (Unentschieden), ließen die Kräfte nach und sie verloren wieder. Das Management stellte fest, dass der FC Com "nach wie vor unter unverändert schwierigen Rahmenbedingungen" litt. Die Einnahmen des Vereins gingen noch weiter zurück. Die Restrukturierungsmaßnahmen waren offensichtlich nicht ausreichend.

"Um den Verlust auszugleichen und die Arbeitsplätze für die verbleibenden Spieler zu sichern", beschlossen sie weitere fünf Spieler abzubauen. Die verbliebenen Spieler sollten die Laufleistung der anderen übernehmen. Auch der Torwart, der in den Augen des Managements "sowieso nur im Tor herumsteht", stand zur Disposition. Nur ein Streik der Mannschaft verhinderte dessen Entlassung. Das Team spielte nun mit sechs Spielern und verlor wieder.

Das Management konnte sich das nicht erklären, hatte man doch alle vorhandenen Synergieeffekte genutzt. Das unternehmerische Ziel, den Europapokal zu gewinnen, wurde zur Überraschung des Managements verfehlt. Am 30.02.?? meldete der Verein Insolvenz an.

Das Management von Siemens Com hat durch kontinuierlichen Stellenabbau und falsche Managemententscheidungen Com heruntergewirtschaftet. Die schlechte Marge von 4,3 Prozent ist Ergebnis einer katastrophalen Geschäftspolitik. Wie stellt sich das Management von Nokia Siemens Networks dazu? Wird man diese Geschäftspolitik ändern? Manchmal hilft ein Blick in die Vergangenheit, um die Zukunft meistern zu können. Aus Fehlern lernen, heißt es auch bei Nokia Siemens Networks. Doch lernt das Management? Andere unternehmerische Entscheidungen sind gefragt. Unternehmerische Entscheidungen, die sich als erfolglos herausgestellt haben, müssen verworfen werden. Jetzt sind unternehmerische Entscheidungen gefragt, die neue Wege aufzeigen und innovative Ideen fördern.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Montag, 26.03.07

Harte Zeiten für die Belegschaft von Nokia Siemens Networks
Dem Joint Venture Nokia Siemens Networks (NSN) stehen harte Zeiten bevor. Insbesondere das von Siemens eingebrachte Festnetzgeschäft muss grundlegend saniert werden. Dies berichtet das 'Manager Magazin' (aktuelle Ausgabe).

Der Festnetzbereich schrieb nach einer Analyse von Sal. Oppenheim im abgelaufenen Geschäftsjahr (zum 30.09.06) einen Verlust vor Steuern (EBIT) in Höhe von 65 Millionen Euro. Der Umsatz betrug 3,3 Milliarden Euro. Die gesamte Netzsparte einschließlich der Mobilfunkaktivitäten erzielte 2006 eine EBIT-Marge von nur 4,3 Prozent. Jetzt wird deutlich, warum die Geschäftsleitung, die Geschäftszahlen so sorgfältig hütet.

Der von Nokia in das Gemeinschaftsunternehmen eingebrachte Bereich Nokia Networks steht ein wenig besser da. Seine EBIT-Marge liegt bei 8,2 Prozent (ohne Einmaleffekte). Insbesondere hohe Markteintrittskosten in Schwellenländern lassen seit mehreren Quartalen die Profite von Nokia Networks schrumpfen. Ericsson wies dagegen 2006 eine Gewinnmarge vor Steuern in der Höhe von 16,9 Prozent aus. Bringt man sich die Ankündigung von Ericsson, Nokia Siemens Networks Marktanteile auf dem deutschen Markt abjagen zu wollen, in Erinnerung, dann liegt es auf der Hand: Auf die Belegschaft kommen harte Zeiten zu, auch wenn bis jetzt noch unklar ist (bzw. es noch nicht preisgegeben wird), an welchen Standorten Arbeitsplätze abgebaut werden.

Von Stackelberg, Kommunikationsexperte bei Sal. Oppenheim geht von Restrukturierungskosten von insgesamt 1,5 Milliarden Euro bei NSN aus. Wenn, wie geplant, im laufenden Geschäftsjahr Aufwendungen von fast 600 Millionen Euro anfallen, dann würde die EBIT-Marge von Nokia Siemens Networks auf 0,8 Prozent fallen.

Da Aufträge, errungen in Schwellenländern, nicht zum Gewinn beitragen, sondern nur dem Markteintritt dienen, ist Nokia Siemens Networks auf Kunden im europäischen und amerikanischen Raum angewiesen, um seine Marge steigern zu können. Dazu muss das Unternehmen das Vertrauen der Kunden behalten bzw. gewinnen. Erforderlich dafür sind eine gute Serviceleistung und die Entwicklung guter Produkte, die technologisch auf der Höhe sind. Dies geht nur mit einer motivierten Belegschaft, die diese Kundenzufriedenheit herstellt.
(iw)


InWaChRo-News: Montag, 26.03.07

Nassauer will Gespräche mit finnischen Arbeitnehmervertretern führen
Schön, dass es Zeitungen gibt, sonst hätte die Belegschaft nicht erfahren, dass Georg Nassauer, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei Siemens SN, derzeit ein Treffen mit finnischen Arbeitnehmervertretern vorbereitet. Eine kleine Delegation von Betriebsräten und Gewerkschaftern treffen sich in dieser Woche in München. "Es ist ein Vorgespräch, um sich mal zu beschnuppern, sich näher kennen zu lernen, sich mit der Situation der anderen vertraut zu machen", sagt Nassauer.

Nun, es wird Zeit zu solchen Gesprächen. Immerhin wissen wir schon seit 19.06.06, also fast ein Jahr lang, dass es das Joint Venture mit Nokia geben wird und dass dieses mit einem massiven Stellenabbau verbunden sein wird. Wir erwarten, dass dieser Stellenabbau bereits im April beginnt. Siemens und Nokia haben sich schon lange mit der Situation des jeweils anderen vertraut gemacht. Es ist davon auszugehen, dass bereits Verhandlungen mit dem GBR stattfinden.

Auf den Stellenabbau bei Nokia Siemens Networks angesprochen, sagte Georg Nassauer zu Welt-Online: "Bei der Zusammenführung wird es noch zu Komplikationen kommen ... Es wird keinen Big Bang geben, und dann ist plötzlich Nokia Siemens Networks da".

Zweifel bleibt aufgrund dieser nichts sagenden Aussagen, ob die Arbeitnehmervertreter eine Strategie haben, um den Stellenabbau zu verhindern.
(iw)


InWaChRo-News: Montag, 19.03.07

NoSiNet: Ericsson greift an
Ericsson / Marconi hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber Nokia Siemens Networks. Das Unternehmen existiert bereits seit 2005 und „die Integration von Marconi ist im Wesentlichen abgeschlossen“, sagte Stefan Kindt, der Deutschlandchef von Ericsson, auf der CeBIT. Nach dem Abbau von rund 600 der 2900 Arbeitsplätze in Deutschland (dies entspricht ca. 20%) sei nun wieder Ruhe im Konzern eingekehrt. Ericsson ist sich dieses Vorteils auch bewusst. Dies ist bedauerlich für Nokia Siemens Networks. Ericsson wird diesen Vorteil ausnutzen, um sein Geschäft in Deutschland zu Lasten der Konkurrenz deutlich ausbauen. Derzeit erzielt Ericsson einen Umsatz im dreistelligen Millionenbereich. Profitieren will der Weltmarktführer von der Aufrüstung der Telekomnetze für schnelle Datendienste und der Auslagerung von Netzen nach dem Vorbild von E-Plus.

Ericsson weiß ganz genau, dass die Konkurrenten Alcatel / Lucent und Nokia Siemens Networks im laufenden Jahr durch Integrationsarbeiten ausgebremst sind. Freuen kann sich Ericsson auch über den Stellenabbau bei Nokia Siemens Networks, denn dieser trägt sicher nicht zur Motivation der Mitarbeiter bei, insbesondere, da diese bereits durch die Verschiebung des Joint Ventures und den permanenten Stellenabbau der vergangenen Jahre stark verunsichert sind.

Die Einsparungen durch Restrukturierung sind minimal im Vergleich zu dem Schaden, der durch weitere Demotivation und Unruhe in der Belegschaft entsteht. Die Unruhe, die die Integrationsmaßnahmen erzeugen werden, ist schon groß genug. Jetzt sind Ideen und technisches Know How gefragt, um die Produkte von Nokia und Siemens zusammenzuführen. Kreativität gedeiht nur dort, wo Mitarbeiter sich voll auf Ihre Arbeit konzentrieren können, und nicht immer befürchten müssen, bei jeder Kritik auf einer schwarzen Liste für den Stellenabbau zu landen. Auch zusehen zu müssen, wie Kollegen unter Druck gesetzt werden, um einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben, fördert Angst vor Mobbing, lässt teuere Fehler entstehen, verstärkt das ohnehin schon bestehende Informationsvakuum nach oben und bewirkt, dass Verantwortung abgeschoben wird.

Wenn wir mit Ericsson Schritt halten wollen, dann müssen wir den Weg verkürzen und den Unruheherd „Stellenabbau“ überspringen und alles tun um die Motivation der Mitarbeiter zu fördern. Nur dann kehrt Ruhe in den Konzern ein. Die Mitarbeiter müssen wieder das Gefühl bekommen, mein Arbeitsplatz ist sicher. Nur dann haben sie den Kopf wirklich frei für ihre Arbeit. Nokia Siemens Networks sollte daher den Stellenabbau überdenken.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Dienstag, 13.03.07

Nokia Siemens Networks: Finanzkräftiger Partner?
Kunden brauchen Sicherheit. Ein Kunde, der im Netzgeschäft tätig ist, arbeitet mit einem Equipment, in das er sehr viel investiert. Er muss ein zuverlässiges Netz für seine Endkunden bereitstellen, um den hohen Anforderungen der Service-Level-Agreements genügen zu können. Diese hohe Netzverfügbarkeit verlangt sein Endkunde. Kann er sie nicht mehr garantieren, wird der Endkunde sehr schnell den Provider wechseln. Deshalb werden Unternehmen wie die Deutsche Telekom, Arcor, O2 und viele weitere genau die Entwicklung von Nokia Siemens Networks beobachten. Die Verschiebung des Joint Ventures hat sicherlich zu Irritationen geführt.

Wir könnten uns vorstellen, dass das Vertrauen dieser Kunden wegen des zögerlichen Handelns des Managements und der schlechten Außendarstellung von Nokia Siemens Networks gelitten hat. Wir als Kunden würden von der Siemens AG Sicherheiten fordern, die garantieren, dass der Service über die Gewährleistungsgarantie von 15 Jahren sichergestellt und die Gefahr der Insolvenz wie bei BenQ ausgeschlossen ist. Kunden wünschen sich einen zuverlässigen, finanzkräftigen Partner. Möglicherweise könnten sie diesen in einer GmbH & Co. KG nicht sehen.

Eine Lösung dieses Problems, die das Vertrauen der Kunden stärken würde, wäre sicherlich, wenn Siemens eine deutliche Mehrheitsbeteiligung, beispielsweise 70:30, an diesem Joint Venture halten und sich verpflichten würde, bei Zahlungsschwierigkeiten des Unternehmens Nokia Siemens Networks einzuspringen.

Auch für die Mitarbeiter wäre das eine vertrauensbildende Maßnahme, die das längerfristige Bestehen des Unternehmens wahrscheinlicher machen würde. Ein BenQ-Desaster wäre damit zunächst ausgeschlossen.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Dienstag, 13.03.07

Wahrheit oder Beruhigung?
In einem Mitarbeiterbrief haben der Siemens Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld und der Finanzchef Joe Kaeser sich zum offiziellen Start von Nokia Siemens Networks (NSN) geäußert: "Wir sind sehr optimistisch, dass wir zum 1. April 2007 mit unserem neuen Unternehmen nun auch als eigenständige gemeinsame Organisation im Markt sein werden." Kleinfeld begründet die Verzögerung von NSN damit, dass man "unbelastet" an den Start gehen wolle.

Worin die Belastungen im Einzelnen bestehen, sagt er nicht. Anwälte werden bemüht, Notartermine gemacht. Jetzt - wo das Closing schon lange hätte stattfinden sollen. Wahrheit oder Beruhigung? Zu oft schon wurde das Beste versprochen. Wir erinnern an ICN, an Com, wie oft haben wir gehört, dass alles gut werden würde. Der Count-Down läuft: 18 Tage noch bis zum Closing.

Fakt ist, dass die von uns beobachteten und geschilderten Anzeichen nicht auf einen perfekten Start hindeuten, sondern eher auf einen Baustopp. Diesen Eindruck sollten Siemens und Nokia nicht weiter bestehen lassen, wenn sie unbelastet beginnen wollen. Jedes kleine Unternehmen betreibt eine bessere Außendarstellung als Nokia Siemens Networks.

Wenn das Closing kommt, startet es unprofessionell. "Sie alle haben ein gutes und starkes Fundament für die Integration unseres Carrier-Geschäftes mit dem von Nokia gelegt." erkennt Kleinfeld die Arbeit der Mitarbeiter an. Die weit wichtigere Frage aber ist: Hat auch das Management ein gutes und starkes Fundament gelegt? Wir werden es sehen - oder auch nicht.
(iw)


InWaChRo-News: Montag, 12.03.07

Nokia Siemens Networks: Starttermin?
Nach Informationen aus der Belegschaft, die uns vorliegen, ist der Starttermin 1.4.2007 höchstwahrscheinlich nicht zu halten, man hört nun, es könnte der 1.7.2007 werden. Eine Verschiebung auf einen so späten Termin dürfte weder den Kunden noch den Mitarbeitern vermittelbar sein.

Um Klarheit zu schaffen, bitten wir, die designierte Leitung von Nokia Siemens Networks, Stellung zu nehmen.
(cr/iw)


InWaChRo-News: Montag, 12.03.07

Betriebsrat muss nicht untätig bleiben - Es gibt viel zu tun, packen wir es an
Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von SN Mch H hat herausgestellt, dass der Betriebsrat SN Mch H und der Gesamtbetriebsrat keinerlei Informationen erhalten. Lediglich in einigen Betrieben "stellt das Management ... die neue Organisation den Mitarbeitern und dem Betriebsrat vor, während andere ganz verschämt Foliensätze in so kurzen Intervallen auflegen, dass man noch nicht einmal die Farben so richtig wahrnehmen kann.", schreibt der Betriebsrat auf seiner Homepage. Es ist bedauerlich, aber nicht neu, dass der Arbeitgeber versucht, dem Betriebsrat Informationen vorzuenthalten.

Der Betriebsrat kann, um das Informationsvakuum zu durchbrechen folgendes tun:
  1. Er kann in den Betrieben nachfragen, die die neue Organisation vorgestellt bekommen haben - sie sind ihm ja offensichtlich bekannt - und dann die Belegschaft über die BR-Homepage und in einer außerordentlichen Betriebsversammlung darüber informieren.

  2. Die GBR-Vertreter in den Betrieben, in denen informiert wurde, können und müssen diese Information an den Gesamtbetriebsrat weitergeben. Dieser muss die lokalen Betriebsräte aller SN-Betriebe informieren. Vielleicht schweigen GBR und BR auch nur, weil der Arbeitgeber es so will? Es wäre nicht das erste Mal.

  3. Die IG Metall könnte diesen Informationsaustausch unterstützen. Sie dürfte wohl in allen SN-Betrieben im Betriebsrat vertreten sein. Weiter kann sie auf den Arbeitgeber einwirken, seine Blockadehaltung gegenüber den Betriebsräten aufzugeben.

  4. Der Betriebsrat kann im Betriebsausschuss (BA) beschließen, zur anstehenden Betriebsänderung einen Fragenkatalog unter Einbeziehung eines Wirtschaftsberaters zu erarbeiten. Diesen leitet er an den Arbeitgeber zur schriftlichen Beantwortung weiter. Die schriftliche Antwort kann in der monatlichen BA/BL-Sitzung ins Sitzungsprotokoll aufgenommen werden und bekommt dadurch Rechtswirksamkeit.

    Verweigert der Arbeitgeber die Beantwortung der Fragen, dann kann der Betriebsrat vor dem Arbeitsgericht eine Einstweilige Verfügung (EV) zur Durchsetzung seines Informationsrechts erwirken. Mit einem Fragekatalog, der unausgefüllt geblieben ist, wird er die EV bekommen. Beim ersten großen Stellenabbau 2002 in Mch H ist der Betriebsrat so vorgegangen. Die meisten Betriebsräte an diesem Standort dürften das noch wissen. Hier wurde ebenfalls zunächst hartnäckig das Informationsrecht des Betriebsrats missachtet. Der Betriebsausschuss des Betriebsrats beschloss damals eine Einstweilige Verfügung zu erwirken, um sein Recht durchzusetzen. Der Arbeitgeber hat daraufhin halbwegs informiert.
Korrigieren möchten wir noch die Information aus dem Rundbrief des Betriebsrats an die IG Metall-Mitglieder, in dem es heißt, dass GBR und örtliche Betriebsräte erst dann informiert werden können, wenn der Wirtschaftsausschuss informiert worden ist. Dem ist nicht so. Jeder Betriebsrat ist selbständig und hat ein Recht auf Information, die seinen Betrieb betreffen, wenn eine Betriebsänderung ansteht (§111 BetrVG). Ein Wirtschaftsausschuss tagt etwa viermal im Jahr. Die Arbeit des Betriebsrats im Betrieb wäre mit dieser Vorgehensweise nicht möglich und auch nicht im Sinne des BetrVG. Auch der GBR ist nicht zuerst zu informieren. Er ist den lokalen Betriebsräten nicht übergeordnet und ihnen gegenüber auch nicht weisungsbefugt (§50 I BetrVG).

Fazit: Der Betriebsrat kann für seine Belegschaft handeln. Er muss es nur tun. Ansonsten dürfte die Versicherung des stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden in SN Mch H, "dass es im Zusammenhang mit Organisationsänderungen keinen Personalabbau durch die Hintertür geben wird" wie eine Seifenblase zerplatzen. Ohne Information keine Sicherheit.

Folgende Fragen können beispielsweise in einem Fragenkatalog an den Arbeitgeber enthalten sein. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und empfehlen nochmals dringend, die Hinzuziehung eines Wirtschaftsberaters, der die Antworten des Arbeitgebers dann korrekt auswerten kann.
Fragenkatalog
(iw/cr)


InWaChRo-News: Sonntag, 11.03.07

Zeichen der Zeit - Ist das Closing sicher?
Langsam hat sich der Hurrikan weiterbewegt. Wochenlang kann sein Auge noch über NoSiNet stehen. Die Mitarbeiter sagen, da ist etwas, von dem man glaubt, es nicht mehr überblicken zu können, etwas, das man nicht mehr kontrollieren kann.

Wir hoffen, dass das Joint Venture kommt und Erfolg hat. Doch das seltsame Verhalten und das Schweigen der Führung irritiert. Warum ist der Starttermin noch nicht offiziell bestätigt? Warum sind die Medien nicht voll von Neuigkeiten zum Thema Nokia Siemens Networks? Dies wäre nur normal für eine neu gegründete Firma, die „Best in Class“ werden will. Auch der unbefriedigende Internetauftritt deutet nicht gerade darauf hin, dass man danach strebt, „Best in Class“ zu werden. Der Internetauftritt sieht eher so aus, als ob das Unternehmen ein Rohbau ist, und dem Bauherrn das Geld ausgegangen ist.

Das beginnt schon mit dem Link zu diesem globalen Konzern. Gibt man http://www.nokia-siemens-networks.com/ ein, dann landet man auf der Siemens-Seite und kommt nicht wirklich weiter. Gibt man www.nsn.com ein, findet man sich im Nirwana wieder. Versucht man es mit www.nsn.de, kommt man bei den Natursteinwerken im Nord-Schwarzwald heraus. Niemand kommt auf die Idee, den Bandwurm http://www.nokiasiemensnetworks.com/ einzugeben. Endlich dort angekommen, muss man feststellen, dass die letzte Pressemitteilung vom 12.2.2007 stammt. Was macht jetzt der Kunde? Was denkt sich der Mitarbeiter?

Nach den Erfahrungen mit BenQ, erscheint es uns bei diesen Anzeichen sinnvoll, die möglichen Szenarien, die sich beim Scheitern des Joint Ventures oder Schwierigkeiten ergeben könnten, zu untersuchen und rechtzeitig Lösungswege zu finden, um von den Ereignissen nicht überrollt zu werden. Wir werden uns daher mit den folgenden Szenarien beschäftigen:

Szenario 1: Das Joint Venture kommt nicht zustande
Szenario 2: Insolvenz droht
Szenario 3: Stellenabbau, Standortzusammenlegungen und Ausgliederungen

Spielen wir mit den Ängsten der Belegschaft? Nein, die Ängste sind da. Es sind nicht wir, die damit spielen, sondern der Arbeitgeber, der schweigt. Wir versuchen den Mitarbeitern, wie wir es immer tun, rechtzeitig Wege aufzuzeigen, damit sie nicht von den möglichen Ereignissen überrollt werden. Wenn alles gut geht mit dem Joint Venture, hat man zumindest etwas gelernt. Wenn es aber nicht gut geht, seid ihr mental vorbereitet und wisst, was ihr tun könnt.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Mittwoch, 07.03.07

Im Auge des Hurrikan
Ein Gefühl beschleicht mich in den letzten Tagen immer wieder – es ist zu ruhig. Unnatürlich ruhig nach den Aufregungen der vergangenen Monate um die BenQ-Insolvenz und die Korruptionsaffäre. Wie weggefegt zu sein scheint die Unsicherheit, die die Verschiebung des Joint Ventures Nokia Siemens Networks bei Mitarbeitern und Kunden erzeugt hat. In der Presse liest man hauptsächlich positive Meldungen – Siemens erhält Millionenaufträge aus aller Welt, Firmen schlagen sich fast, um Anteile an der VDO zu bekommen, Siemens bietet neue industrietechnische Verfahren an … Im Intranet auf der Joint Venture Seite für Siemens Networks seit Mitte Februar nichts Neues.

Aber es passiert etwas, hinter den schönen Kulissen, die man aufgebaut hat. Die Geschäftszahlen bei Nokia Networks sind eingebrochen, wen wundert es? Die Kosten, die durch das Joint Venture entstehen sind enorm. Dazu kommt, dass es eine krasse Fehlentscheidung war, das Joint Venture zu verschieben. Kein Kunde wartet in diesem Geschäft drei Monate lang, bis er erfährt, ob das Produkt, das er kaufen will, wirklich erhältlich ist, die Firma dauerhaft existiert.

Die Begründung, die Korruptionsaffäre würde die Verschiebung erforderlich machen, überzeugt nicht. Beide Seiten beschäftigen Anwälte mit Prädikatsexamen. Es ist ein leichtes für diese, innerhalb einer Woche einen Vertrag abzuschließen, durch den sich Siemens dazu verpflichtet, eventuelle Strafzahlungen die sich ergeben könnten, zu übernehmen. Schlechtes Image, das daraus resultieren kann, dass einige der übergehenden Manager in die Affäre verwickelt sein könnten? Die Börse hat eher umgekehrt reagiert, der Kurs der Siemens-Aktie ist gestiegen, trotz (oder wegen?) der Korruptionsaffäre.

Auch die Begründung, Siemens müsse die Geschäftszahlen des 4. Quartals von Siemens Networks als discontinued operations nach US-GAAP nicht veröffentlichen, überzeugt nicht wirklich. Siemens bilanziert auch nach IFRS. Lässt diese Norm ebenfalls eine Nicht-Veröffentlichung zu? Warum veröffentlicht Siemens Networks bis heute nicht einmal die Zahlen der deutschen Siemens Networks GmbH & Co. KG? Dazu sind sie nach dem Kapitalgesellschaften & Co. Richtliniengesetz und dem HGB (Handelsgesetzbuch) verpflichtet. Das 4. Quartal war ein Rumpfgeschäftsjahr, da Siemens Networks an das Nokia-Geschäftsjahr angepasst werden sollte. Es ist März. Warum liegt die Bilanz noch nicht vor?

Das Closing kommt näher. Nokia Siemens Networks plant, 9000 Mitarbeitern abzubauen. Es ist eine grundlegende Umorganisation im Gange, eine Portfoliobereinigung wird durchgeführt und dennoch hört man keinen Ton darüber, dass Betriebsräte von der Firma informiert werden, dass sie ihr Informationsrecht einfordern. Kein Ton darüber, dass Beratungen nach §111 BetrVG stattfinden, dass Betriebsräte Berater zu ihrer Unterstützung hinzuziehen, kein Ton über Sozialplanverhandlungen.

Ich bin überzeugt davon, dass dies nur die Ruhe vor dem großen Sturm ist, dass wir uns im Auge eines Hurrikans befinden. Wir sollten uns vorbereiten.
(cr)


InWaChRo-News: Mittwoch, 07.03.07

Fusionen - Zerplatzte Träume
"Manager werden zu Milchmädchen, träumen von Gewinnen und Einsparungen, und natürlich vom Marktzwang". Mit diesen Worten begann gestern die Sendung Frontal21. Thema: Firmen-Fusionen.

Das Ergebnis der Untersuchungen von Professor Stephan Jansen, Geschäftsführer des Instituts für Mergers & Acquisitions an der Universität Witten/Herdecke, war erschreckend. Sein Urteil: Die meisten Deals gehen schief. 62 Prozent aller zwischen 1950 und 2000 erfassten Transaktionen müssen rückblickend als gescheitert oder wertvernichtend angesehen werden. "Beim Börsenwert der fusionierten Unternehmen gilt die goldene Regel: Vier Hochzeiten und drei Todesfälle", so Jansen. Nur 21,6 Prozent der Transaktionen haben wachsenden Erfolg an der Börse. Bei der Umsatzentwicklung sind die Zahlen etwas besser. 44 Prozent der fusionierten Unternehmen erreichten eine bessere Umsatzentwicklung.

Zu einem noch schärferen Schluss kommen die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young. Jede zweite Fusion vernichte Kapital, heißt es dort. Allein 70 Prozent des Managements verlassen in den ersten fünf Jahren nach der Fusion die neu gebildete Firma. Nach Ernst & Young scheitern ,,aus Sicht der Unternehmen ... Transaktionen vor allem am mangelhaften Management der anschließenden Integration der verschiedenen Unternehmensteile." Es werden oft nur die Synergien betrachtet, aber die Kosten übersehen, die ebenfalls anfallen. ,,Da verschätzen sich die meisten Unternehmen'', sagt Janson. Auch bei Nokia trugen die Kosten der Fusion mit Siemens zu einem Drittel zu dem Gewinneinbruch von 52 Prozent bei. Siemens Networks veröffentlichte die Geschäftszahlen erst gar nicht.

Darüber hinaus sind falsch eingeschätzte Synergieeffekte, falsche Akquisitionsstrategien, mangelnde Analyse von Marktdaten und unzureichende vertragliche Absicherung für das Scheitern von Fusionen mit verantwortlich. "Das sind katastrophale Urteile über eine gängige Managerpraxis", urteilt Jansen über die Fusionspläne der Industrie "Der Zusammenschluss gilt noch immer als Patentrezept im Konkurrenzkampf."

Doch "sobald die Hochzeitsfeiern vorbei sind und die Mühen der Tagesarbeit beginnen, stellt sich oft heraus, dass die beiden Unternehmen nicht zusammenpassen, dass sie in der Kultur zu verschieden sind und sich die erhofften Kosteneinsparungen, nicht einstellen", stellt Jansen bei seinen Untersuchungen fest. Da hilft auch keine halbherzig geführte Culture Square-Diskussion in einem Intranet, bei der die Teilnehmer sich ängstlich hinter einem Pseudonym verstecken, um eine offene Kommunikation mit ihren Managern zu führen.
(iw)


InWaChRo-News: Mittwoch, 07.03.07

Fusionen - Verlierer sind die Mitarbeiter
Was Synergieeffekte sind, weiß wohl inzwischen jeder Arbeitnehmer. Sinn von Fusionen sind Synergieeffekte und diese bedeuten auch Arbeitsplatzvernichtung. "Psychologen reden vielfach von einem Merger-Syndrom, das vor allem von Unsicherheit, Angst und Enttäuschung gekennzeichnet ist. Man hat auch beobachtet, dass die Herzinfarktrate ansteigt", erklärt Stephan Jansen. Mitarbeiter werden demotiviert und unter Druck gesetzt, Vertrauen wird verspielt.

Selbst wenn die Mitarbeiter das erste Jahr der Fusion überstehen, können sie nicht sicher sein, ihren Arbeitsplatz zu erhalten. Erweist sich nämlich der Unternehmensbereich als nicht profitabel genug, wird er (siehe Rover) schnell wieder abgestoßen, auf den "Merger" folgt der "De-merger". "Damit haben Mitarbeiter von Unternehmen wie Atecs Mannesmann innerhalb von einem Jahr drei Arbeitgeber und schauen noch immer in eine unsichere Zukunft. Ähnlich ergeht es Unternehmensbereichen bei Hoechst", stellt Stephan Jansen fest. "Dies ist eine bisher ungekannte Flüchtigkeit von Unternehmensidentitäten."

Jüngstes Beispiel einer gescheiterten Fusion ist Bayer Schering. Über 6000 Stellen fallen der Fusion zum Opfer, davon 1200 in Berlin, doppelt so viel wie angekündigt. Bayer hat sich offenbar verschätzt. Die Fusion wird, wie so oft, teurer als geplant. Das einfachste und beliebteste Mittel, um Kosten einzusparen: Stellenabbau. Auch Nokia Siemens Networks eröffnete seinen Mitarbeitern bereits bei der Ankündigung des Joint Ventures einen Stellenabbau in Höhe von 10 bis 15 Prozent, vorsichtig gesprochen, denn die Kosten drücken bereits jetzt auf den Gewinn von Nokia.

Der Aktienkurs von DaimlerChrysler hat sich seit der Fusion 1998 von damals knapp 90 Euro nahezu halbiert. Das Unternehmen vernichtete 50 Milliarden Euro an Unternehmenswerten. Heute hat DaimlerCrysler 100.000 Beschäftigte weniger. Doch die Entlassungen retteten die Firmenehe nicht. Es droht eine teure Trennung, "De-Merger" im Fachjargon. Auch die Fusion zwischen Adidas und dem Skihersteller Salomon wurde wieder aufgelöst.
(iw)


InWaChRo-News: Mittwoch, 07.03.07

Fusion: "Hochzeit im Himmel" - für Vorstände, Banken und Anwälte
Doch warum streben Manager nach "größer, stärker, profitabler" und meinen damit Fusionen? Dummheit oder lockt der Vorteil? An den Deals verdienen in erster Linie beratende Banken und Anwaltskanzleien. Hier wird richtig gut Geld verdient.

Doch auch Vorstände wittern ein gutes Geschäft für sich. Daimler-Chef Jürgen Schrempp vervielfachte durch den Deal mit dem amerikanischen Unternehmen Chrysler über Nacht sein Gehalt. Wie viele Millionen er verdient, bleibt sein Geheimnis. Sicher ist, die Fusion hob ihn in den Himmel amerikanischer Vorstandsgehälter und er wurde zum bestbezahlten Manager in Deutschland. Doch auch das Ansehen von Schrempp in der Wirtschaft wuchs. Im Jahr der Fusion wurde er zum Manager des Jahres.

Auch die Schering-Vorstände müssen sich keine Sorgen machen, wenn die Fusion mit Bayer scheitert. Die vier, die gehen mussten, kassierten als Abfindung insgesamt 25 Millionen Euro. Wie viel Geld für den Sozialplan der Mitarbeiter übrig bleibt sei dahin gestellt.

Die Schering-Mitarbeiter feierten damals Bayer als Retter in der Not. Doch heute feiert Bayer niemand mehr.
(iw)


InWaChRo-News: Mittwoch, 28.02.07

NoSiNet: Stellenabbau nach dem Closing erwartet
In der Telekommunikationsbranche geht die Arbeitsplatzvernichtung weiter. Nokia Siemens Networks hat bereits den Abbau von 10 bis 15 Prozent der Belegschaft angekündigt. Man wolle damit die Effizienz von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben steigern, die IT-Abteilung verschlanken sowie die Marketing- und Vertriebsaktivitäten für Unternehmenslösungen auf Märkte konzentrieren, die mehr Rendite versprechen. Auch Nortel hat angekündigt sich bis 2008 weltweit von insgesamt 2900 Mitarbeitern zu trennen. Etwa 70 Prozent der Entlassungen seien bei Nortel noch für 2007 geplant, hieß es. In den nächsten beiden Jahren werde man zudem insgesamt 1000 Arbeitsplätze in Länder mit niedrigen Arbeitskosten verlagern. Auch bei Alcatel/Lucent ist ein Abbau von 12.500 Stellen geplant. Dies dürfte den Druck auf Nokia Siemens Networks, aber auch auf Enterprise noch weiter erhöhen, zumal die asiatische Konkurrenz wie Huawei bereits jetzt die Preise von Nortel unterbietet, um sich Marktanteile zu sichern.

Zu erwarten ist, dass auf Nokia Siemens Networks unmittelbar nach dem Closing ein erneuter Stellenabbau zukommt und die Verschnaufpause mit dem Tag des Closing zu Ende geht. Der Stellenabbau könnte von einen Ergänzungstarifvertrag à la Fujitsu Siemens begleitet werden. Ergänzungstarifverträge sind neben Drängen zu Aufhebungsverträgen das zweite gängige Mittel der Konzerne, Einsparmaßnahmen durchzusetzen.

Wir empfehlen erneut allen Mitarbeitern dringend eine Arbeitsrechtsschutzversicherung abzuschließen und hier nicht an der falschen Stelle zu sparen. Die in der Regel 3-monatige Wartezeit sollte abgelaufen sein, wenn man Rechtsschutz braucht. Allen Mitarbeitern sollte durch die unzähligen Abbauwellen klar geworden sein, dass niemand vor "blauen Briefen", Schikanen am Arbeitsplatz, Drängen zu Aufhebungsvertrag und Beschäftigungsgesellschaft gefeit ist. Von Jahr zu Jahr ist das Klima rauer geworden. Leistung schützt nicht, das haben viele erfahren. Still halten, den Kopf in den Sand stecken und hoffen, dass es einen nicht trifft, gleicht einem russischen Roulette. Es gibt gute rechtliche Möglichkeiten sich zu wehren und Hartz IV mit der steigenden Verpflichtung zu unbezahlten Sozialdiensten abzuwehren. Dazu aber muss man sich rechtzeitig die richtige Basis schaffen: Arbeitsrechtsschutz und die innere Bereitschaft gegebenenfalls eine Klage gegen das Unternehmen zu führen.
(iw)


InWaChRo-News: Mittwoch, 14.02.07

NoSiNet: CD vor der Auflösung?
Nachdem Siemens bei der letzten Restrukturierung bereits 75 Prozent der 500 Stellen bei CD (Core Development) abbauen wollte, gibt es nun Hinweise, dass CD im April aufgelöst werden könnte. Was mit den betroffenen Mitarbeitern geplant ist, ist uns noch nicht bekannt.

Wir weisen das Management darauf hin, dass Siemens kein rechtsfreier Raum ist. Der Betriebsrat ist bereits im Vorfeld solcher Änderungen nach §111 BetrVG umfassend zu unterrichten und die Betriebsänderung mit ihm zu beraten, um Nachteile für die Belegschaft zu vermeiden oder auszugleichen. Es ist ein Interessenausgleich zu verhandeln und ggf. ein Sozialplan abzuschließen.
(iw)


InWaChRo-News: Dienstag, 13.02.07

NoSiNet: Start des Joint Ventures ohne von Korruptionsaffäre betroffene Projekte?
Trotz laufender Ermittlungen wegen der Korruptionsaffäre soll das Joint Venture Nokia Siemens Networks am 1. April starten, berichtete die FTD. Wenn konzerninterne Prüfungen Unregelmäßigkeiten in einzelnen Bereichen von Siemens Networks aufdecken, dann sollen die betroffenen Projekte jedoch bis zum Ende der Ermittlungen bei Siemens verbleiben und erst zu einem späteren Zeitpunkt in das Joint Venture übergehen. Dies hat die FTD aus hochrangigen Konzernkreisen erfahren. Auch wenn man abwiegelt, es handle sich dabei nur um eine "hypothetische Option", kann dies doch negative Folgen für die Mitarbeiter haben.

Ist ein solches Vorgehen rechtlich möglich?
Eindeutige Antwort: Nein. Zunächst soll es sich beim Zusammenschluss zum Joint Venture um einen sogenannten Share Deal handeln. D.h. es werden Anteile am bestehenden Unternehmen Siemens Networks GmbH & Co. KG übertragen, nicht Mitarbeiter, Projekte, Betriebsmittel wie bei einem Betriebsübergang. Will man einzelne Projekte nicht in das Joint Venture eingehen lassen, müsste man die betreffenden Mitarbeiter vor dem Closing per Betriebsübergang wieder aus dem Unternehmen Siemens Networks GmbH & Co. KG herauslösen. Über diesen Betriebsübergang müssten die Mitarbeiter unterrichtet werden und sie könnten ihm widersprechen. Durch einfache Versetzungen ist dies nicht zu erreichen, da die meisten Mitarbeiter keine Konzernversetzungsklausel in ihrem Arbeitsvertrag haben und diese wäre nötig, da wir uns inzwischen nicht mehr in der Siemens AG, sondern in einem eigenständigen Unternehmen befinden.

Da in den Unterrichtungsschreiben zum Betriebsübergang in die Siemens Networks GmbH & Co. KG der Übergang in das geplante Joint Venture angekündigt wurde, wären die betroffenen Mitarbeiter darüber hinaus falsch unterrichtet worden und könnten nachträglich dem Betriebsübergang in die Siemens Networks GmbH & Co. KG widersprechen. Es käme zu einem mittleren Chaos.

Ob Siemens die rechtliche Lage im Fall der Fälle wirklich interessiert? Oder werden sie sich darüber hinweg setzen und einfach Tatsachen schaffen, um diese Zusage Nokia gegenüber einzuhalten?

Was bedeutet das für Mitarbeiter zurückgehaltener Projekte?
Die Trennung dieser Projekte für eine gewisse Zeit aus dem Joint Venture heraus bedeutet zunächst einmal, dass diese Projekte vom Markt weg sind. Nokia Siemens Networks wird und kann - wegen der Kunden - kaum abwarten, bis diese Projekte in das Joint Venture kommen. Wenn Nokia ein vergleichbares Produkt besitzt, wird dieses das Siemens Produkt verdrängen. Damit sind die betreffenden Mitarbeiter mit ihrem Projekt weg vom Fenster - ihre Arbeit entfällt. Könnte es vielleicht sein, dass da jemand auf die Idee gekommen ist, die Korruptionsaffäre als eleganten Weg zur Portfoliobereinigung zu nutzen?

Es waren Manager, die die schwarzen Kassen angelegt haben und die bestochen haben, nicht normale Mitarbeiter. Es ist in keiner Weise einzusehen, warum die Mitarbeiter nun die Folgen des Fehlverhaltens ihrer Manager ausbaden sollen.
(cr)


InWaChRo-News: Dienstag, 13.02.07

NoSiNet: Betriebs-Übernehmer kann nicht zu Beitritt in Arbeitgeberverband verpflichtet werden
Punkt 7 der Protokollnotiz zur Überleitungsvereinbarung in die Siemens Networks GmbH & Co. KG regelt:
„Die Siemens Networks GmbH & Co. KG verpflichtet sich, dem Arbeitgeberverband beizutreten.“

Doch nach Bundesarbeitsgericht (BAG, 1 ABR 2/06) ist diese Regelung nichtig.

In einer Überleitungsvereinbarung hatte ein Arbeitgeber mit dem Betriebsrat vereinbart, dass der neue Inhaber in den Arbeitgeberverband eintreten müsse. Diese Überleitungsvereinbarung wurde Teil des Übernahmevertrages, aufgrund dessen der neue Arbeitgeber den Betrieb übernahm.

Das Bundesarbeitsgericht entschied nun am 19.9.2006, dass privatrechtlichen Abreden, die sich auf eine derartige Einschränkung der Koalitionsfreiheit richten, nach Art. 9 Abs. 3 Satz 2 GG nichtig sind. Dieses Recht schließt die negative Koalitionsfreiheit mit ein, also das Recht darauf, kein Mitglied eines Verbandes werden zu müssen, wenn man das nicht will.

Punkt 7 der Protokollnotiz zur Überleitungsvereinbarung in die Siemens Networks GmbH & Co. KG ist folglich wegen des Verstoßes gegen Art. 9 Abs. 3 Satz 2 GG nichtig. Auch Nokia Siemens Networks ist nicht verpflichtet, dem Arbeitgeberverband beizutreten.
(cr)


InWaChRo-News: Dienstag, 13.02.07

NoSiNet: Die Zukunft von Nokia Siemens Networks
... wird wohl demnächst beginnen. Bisher ist sie geprägt von Worten, die Superlative ausdrücken. Es wird "aufs Tempo" gedrückt, "gute Fortschritte" werden gemacht, man will "dem großen Vertrauen unserer Kunden" gerecht werden, man ist überzeugt "ideal aufgestellt" zu sein, man lässt "das Feedback der Kunden und Arbeitnehmervertreter" in die eigenen Pläne einfließen. Nokia und Siemens erwarten, antizipieren, beabsichtigen, planen, glauben, streben an, schätzen ein, um mit "herausragenden Produkten und Dienstleistungen für die immer stärker zusammenwachsende Welt der Telekommunikation liefern zu können." Man ist auf die Zukunft ausgerichtet.

Gleichzeitig beeilt man sich zu versichern, dass die Planungen des Produktportfolios keine Auswirkungen auf die bereits im Juni 2006 angekündigten Personalanpassungen von rund 10 bis 15% in den nächsten vier Jahren hat.

Die Mitarbeiter winken inzwischen ab, wenn die Superlative sie in Wort und Schrift erreichen. Zu oft haben sie sie gehört, zu austauschbar sind die Mitarbeiterbriefe der letzten Jahre, um wirkliche Motivation zu erzeugen. Fakt ist für sie, dass sich nichts zum besseren gewandt hat, weder im Arbeitsablauf, der nach Aussagen vieler Mitarbeiter nach wie vor chaotisch ist, noch in der Frage eines sicheren Arbeitsplatzes. Das Chaos können wir ein wenig bestätigen, landen doch manchmal Anfragen bei uns, die eigentlich an Nokia Siemens Networks oder Siemens gerichtet sind. Die Absender bitten um Ansprechpartner, die wir bemüht sind zu geben. Schließlich wollen wir nicht, dass Aufträge verloren gehen oder Kollegen in der Siemens-Beschäftigungsgesellschaft ein neuer Job entgeht. Ein kostenloser Service für die Konzerne, die in den Wirrungen der Umstrukturierungen, wohl die Organisation ihres Internetauftritts vergessen.

Die Mitarbeiter suchen Antworten auf Fragen, wie Nokia Siemens Networks ihre Superlative konkret umsetzen will, schließlich beeinflussen eine Vielzahl von Faktoren die Geschäftsaktivitäten und können wie in der Vergangenheit auch dazu führen, dass die in die Zukunft gerichteten Aussagen wesentlich von den tatsächlichen Ergebnissen abweichen. Wie will Nokia Siemens Networks auf Alcatel/Lucent reagieren? Immerhin ist dieses Unternehmen ein großes Stück weiter bei der Integration beider Firmen. Die Integration hat bei Alcatel/Lucent zu Gewinneinbußen und einer Anhebung des bisher geplanten Personalabbaus von 9000 auf 12.500 Mitarbeiter geführt. Dies dürfte Nokia Siemens Networks noch bevorstehen, beginnen hier die konkreten Integrationsmaßnahmen doch erst mit dem Closing.

Es ist nicht zu erwarten, dass die Zusammenarbeit auf Abteilungs- und Mitarbeiterebene ohne Reibungsverluste abläuft, auch wenn alle Beteiligten sich bemühen. Zu groß dürfte die Angst bei den Finnen und Deutschen sein, dass die Aufgaben in ihrer Abteilung den Synergieeffekten zum Opfer fallen. Technische Probleme werden bei der Integration von Siemens und Nokia-Produkten auftauchen, schließlich sollen Nokia Geräte nun mit Siemens Geräten zusammenspielen. Jeder weiß, dass dies einfacher auf Folien dargestellt ist, als technisch realisiert. Hier wird alles davon abhängen, wie gut das Management es schafft, diese Zusammenarbeit zu fördern, wie offen es für die Ideen der Mitarbeiter ist, wie ehrlich es Probleme nach oben kommuniziert. Doch das jetzige Management zeigt wenig von diesen Eigenschaften. Das Damoklesschwert "Stellenabbau" ist mit Sicherheit nicht der richtige Motivationsfaktor, um ein offenes und lösungsorientiertes Arbeiten zu fördern.

Wie realistisch sind Änderungen von Wechselkursen und Zinssätzen einkalkuliert? Wie gut ist die Konkurrenzanalyse und wie realitätsbezogen die daraus abgeleiteten Forderungen und Maßnahmen? Wie stark wurden die Kunden durch die Verzögerung des Joint Ventures, das wie ein Jahrhundert-Deal angekündigt worden ist, tatsächlich verunsichert? Wie viele Kunden ziehen die Konkurrenz vor und wie kann man sie wieder zurückgewinnen? Und last but not least, wie wirken sich die Vorgänge der Siemens-Korruptionsaffäre auf Nokia Siemens Networks aus, die immerhin Rechtsnachfolger ist? Worin bestand die Vertragsänderung, die Nokia mit Siemens diesbezüglich vereinbart haben? Fragen über Fragen, auf die die Mitarbeiter Antwort suchen. Das Verschweigen der Geschäftszahlen der Siemens Networks GmbH & Co. KG ist sicherlich kein gutes Zeichen. Offene Kommunikation, verbunden mit realistischen Lösungsansätzen, würden hier Spekulationen und Unruhe verhindern.

Das einzige was sich verändert hat, ist, dass jetzt auch die finnischen Nokia Kollegen der Netzwerksparte um ihren Arbeitsplatz zittern. Die Formulierung, dass der Stellenabbau "entsprechend den arbeitsrechtlichen Vorschriften der jeweiligen Länder" erfolgt, dürfte sie mehr erschrecken als die Deutschen. In Finnland verliert der Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz auch dann, wenn der Arbeitgeber gesetzwidrig kündigt. Er hat dann lediglich einen Anspruch auf eine Abfindung. Das deutsche Kündigungsschutzgesetz schützt dagegen den Arbeitnehmer vor Kündigungen nach Gutsherrenart. Doch - auch das wird sich nicht ändern - es gibt andere Mittel Mitarbeiter loszuwerden, psychischer Druck begleitet von Angeboten zu Aufhebungsverträgen, Beschäftigungsgesellschaften, über die der Staat den Weg in die Arbeitslosigkeit mitfinanziert, Verkäufe und Ausgliederungen.

Doch, die Mitarbeiter sind nicht demotiviert - im Gegenteil. Sie hoffen, dass das Joint Venture zu einem Erfolg wird, aber es sollte ein Erfolg sein, der auch ihre Arbeit in Form eines sicheren Arbeitsplatzes und guter Bezahlung belohnt. Doch die Mitarbeiter fordern mehr als Superlative. Sie fordern ein Management, das fähig ist, unternehmerisch zu denken und zu handeln, das in der Lage ist zusammen mit ihnen, die Schwachstellen im Arbeitsablauf konkret zu verbessern, das Kritik und Anregungen aus den eigenen Reihen nicht nur in die Planungen mit einbezogen, sondern auch umgesetzt werden. Sie fordern von Simon Beresford-Wylie eine Veränderung der Führung, die bisher Com in den Sand gesetzt hat, damit neue Kommunikations- und Vertrauensstrukturen entstehen können. Sie fordern eine offene Kommunikation, die sich nicht in austauschbaren Schlagworten erschöpft. Hiervon ist zumindest im Moment nicht viel zu spüren.

Alles läuft seinen Gang wie eh und je und hätte NCI nicht so ausführlich über die Zerschlagung von Com berichtet, könnte es heute tatsächlich noch Mitarbeiter geben, die vor lauter Arbeit nicht gemerkt hätten, dass sie ausgegliedert sind, denn Managerbriefe kommen viele. Dass sich darunter auch eine Überleitungsunterrichtung befindet, kann man leicht übersehen. Schließlich kann und will man nicht alles lesen, denn Neues ist selten - trotz Nokia Siemens Networks "mit herausragenden Produkten und Dienstleistungen für die immer stärker zusammenwachsende Welt".
(iw)


InWaChRo-News: Dienstag, 30.01.07

NoSiNet: Nicht wirklich was Neues
In wesentlichen Märkten ist die Genehmigung durch die Kartellbehörden erfolgt, die neue Organisationsstruktur steht und die Auswahl der künftigen Führungskräfte ist getroffen, teilten Siemens und Nokia heute mit. Anfang Februar sollen die Kunden über die neuen Produkte informiert werden. Mit den Arbeitnehmervertretern werden umgehend Gespräche aufgenommen. Nokia Siemens Networks hält weiter am Stellenabbau von 10 bis 15 Prozent fest.
Spiegel-Online
(iw)


InWaChRo-News: Samstag, 27.01.07

Neue Geschäftsfelder für Telekommunikationsausrüster
Der Preisdruck in der Mobilfunkbranche ist hart. Wollen Netzbetreiber wie Vodaphone und T-Mobile ihre Traummargen von über 40 Prozent behalten, müssen sie ihre Kosten senken. Hinter den Kulissen denken Netzbetreiber, allen voran E-Plus, darüber nach, die Überwachung und das Betreiben ihrer Netze, auszugliedern, um Kosten einzusparen. Zehn bis 25 Prozent können Mobilfunker sparen, wenn sie den Betrieb ihrer Netze anderen überlassen.

Telekommunikationsausrüster wie Ericsson und Nokia würden dieses Geschäft gerne übernehmen. "Das Outsourcing des Netzbetriebs ist derzeit ein ganz großes Thema in der Branche", sagt Roman Friedrich von der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton. Experten sehen in dem Geschäftmodell "Managed Services" einen großen Wachstumsmarkt.

Auch Nokia setzt in seinem Geschäftsbereich "Netze" verstärkt auf dieses Modell. Anfang 2005 hat Nokia deshalb eine eigene Geschäftseinheit "Service" gegründet. "Wir sind derzeit mit einer Reihe von Netzbetreibern im Gespräch", sagt Michael Hofmann von Nokia. Diese Stärkung des Dienstbereichs drückte auf den Abschluss des letzten Geschäftsjahres. Doch Nokia tut gut daran hier zu investieren, denn setzt sich das Modell "Managed Services" durch, dürften auch die eigenen Produkte leichter in diesen Netzen absetzen lassen. Langfristig könnte dann der Wettbewerber das Rennen machen, der am meisten Netze zu managen hat.

E-Plus, von der Konkurrenz misstrauisch beäugt, wird noch im ersten Quartal seinen Netzbetrieb auslagern. Das Unternehmen verhandelt derzeit mit Ericsson, Nokia und Alcatel-Lucent. Ericsson hat seit 2002 mehr als 80 Outsourcing-Verträge für Telekommunikationsnetze erhalten, darunter auch vom europäischen Marktführer Vodafone. Auch Vodafone Deutschland denkt offenbar über ein ähnliches Modell nach und hat erste Schritte eingeleitet. Der deutsche Marktführer T-Mobile prüft Branchenangaben zufolge ebenfalls ein Netz-Outsourcing, bezeichnet dieses Geschäftsmodell allerdings als "Modethema".

"Wir werden in den kommenden zwölf Monaten noch mehr solcher Deals in Deutschland sehen", heißt es in gut informierten Branchenkreisen, denn wenn der kleine Netzbetreitber seine Kosten dadurch senkt, verstärkt sich der Druck auf die anderen Anbieter.Lediglich der kleinste deutsche Netzbetreiber O2 weist das Modell weit von sich und setzt auf Unterschiede im Angebot. "Solange es solche unterschiedlichen Dienste in den Netzen gibt, macht ein Outsourcing keinen Sinn, weil Sonderlösungen die Kostenvorteile der Outsourcing-Partner schmälern", sagt ein O2-Sprecher.

Wie aber generiert sich der Gewinn? Joshua Holbrook vom amerikanischen Marktforscher Yankee Group erklärt, dass die Netze nur dann billiger betrieben werden können, wenn die heutigen Ausrüster mehrere Mobilfunktnetze in einer Region betreuen. So müsste ein Ausrüster versuchen, Netze in Österreich, Deutschland und den Niederlanden zu betreiben. "Dann erzielen sie Synergien und profitieren von Skaleneffekten", erklärt Holbrook.

"Managed Services" ist ein interessantes Geschäftsmodell mit Chancen, aber auch hohen Risiken. Für die Arbeitsplätze dürfte es aber keine wesentliche Entlastung bedeuten. Synergieen generiert man bekanntlich auch, indem man Mitarbeiter einspart. Es liegt auf der Hand, dass der Zusammenschluss von Netzen beim Netzmanagement weniger Leute erfordern wird. Doch andererseits liegt hierin auch eine Chance für Mitarbeiter, die im Dienstleistungsbereich arbeiten, ihren Arbeitsplatz zu erhalten. Vielleicht verbirgt sich hierin sogar für Enterprise eine Zukunft?
(iw)


InWaChRo-News: Samstag, 27.01.07

NoSiNet: Netzwerksparte von Nokia halbiert Gewinn im 4. Quartal
Nokia hat die Geschäftszahlen seiner Netzwerksparte im 4. Quartal, das dem Q1 bei Siemens entspricht, bekannt gegeben. Danach ist der operative Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 52 Prozent von 268 Mio. EUR auf 129 Mio. EUR gefallen. Etwa ein Drittel dieses Rückgangs sei auf Kosten von 39 Mio. EUR zurückzuführen, die im Zusammenhang mit dem Joint Venture Nokia Siemens Networks entstanden sind. Den restlichen Rückgang führt Nokia auf einen erhöhten Preisdruck und einen höheren Anteil von Dienstleistungen am Gesamtumsatz, mit niedrigeren Margen, zurück.

Die operative Marge sank von 13,7 Prozent auf 5,9 Prozent, der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 2,184 Mrd. EUR.

Im Gegensatz dazu hat Siemens die Geschäftszahlen von Siemens Networks nicht veröffentlicht. Die Betriebsleitung in Mch H gab lediglich bekannt, dass sie nicht gut ausgefallen wären (wir berichteten). Als Grund gab sie an, dass der Carve out und die Korruptionsaffäre belasteten und die Kunden bis zum Closing abwarten wollen.

Sehr widersprüchlich erscheint in diesem Zusammenhang der Bericht aus dem GBR auf der Betriebsversammlung in Mch H. Hier wurde gesagt, man rechne damit, dass die Marge auf 8-24 Prozent gesteigert werden könne. Nun ja, wie drückte es eine Lehrerin im Fach Wirtschaft so schön aus: „man muss Visionen haben, sonst braucht man gar nicht erst anzufangen.“
(cr)


InWaChRo-News: Freitag, 26.01.07

Wo sind die Geschäftszahlen des 1. Quartals für Siemens Networks und Enterprise?
In der Siemens Networks-Betriebsversammlung in Mch H am 24.1.07 sagte die Betriebsleitung, dass die Erfolgsbeteiligung sinkt, weil die Geschäftszahlen nicht so gut ausgefallen wären. Man könne aber die Zahlen nicht nennen, weil sie ja auf der Hauptversammlung der Siemens AG bekannt gegeben würden und dem dürfe man nicht vorgreifen. Auf die Nachfrage aus der Belegschaft, ob die Zahlen dann auch im Intranet nachzulesen wären, bekamen wir die etwas unsichere Antwort, das sei vermutlich so. Dafür hatten wir natürlich Verständnis und so haben wir uns gestern und heute auf die Suche nach den Zahlen gemacht - und sie nicht gefunden.

Siemens Networks sollte bis zum Closing des Joint Ventures bei Siemens voll konsolidiert werden. Das bedeutet, dass Siemens Networks insbesondere in den Q1-Zahlen (erstes Quartal) des Geschäftsjahres 2007 bei Siemens erscheinen muss und ebenfalls in denen des 2. Quartals, da sich das Closing voraussichtlich bis zum 1.4.07 verzögert. Ab dem Closing wird Nokia Siemens Networks bei Nokia bilanziert und bei Siemens als eine der zentral gehaltenen Equity-Beteiligungen in dem neuen Segment Strategic Equity Investments (SEI) mit 50% des Netto-Ergebnisses ausgewiesen. Dies wird von Siemens so bereits bei Fujitsu Siemens Computers (FSC) sowie Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH) gehandhabt.

Die Siemens Networks GmbH & Co. KG (Siemens Networks) und die Siemens Enterprise Communications GmbH & Co. KG (Siemens Enterprise) haben seit der Ausgliederung am 1.10.2006 den Status von eigenständigen Konzernunternehmen wie die Siemens IT Solutions and Services GmbH & Co. OHG (SBS). Für die SBS hat Siemens die Q1-Zahlen veröffentlicht, wie sich das gehört.

Daher erwarten wir auch für Siemens Networks und Siemens Enterprise eine Veröffentlichung von Bereichsergebnis, Ergebnismarge, Umsatz und Auftragseingang im ersten Quartal, sowie deren Veränderungen in Prozent.

Es bleibt die Frage, warum diese Zahlen im Quartalsbericht nicht bekannt gegeben wurden.
(cr)


InWaChRo-News: Donnerstag, 25.01.07

NoSiNet: Stellungnahme von Kleinfeld auf der Hauptversammlung
In allen wesentlichen Ländern sind die kartellrechtlichen Genehmigungen erteilt. Das Closing soll laut Kleinfeld noch im laufenden Quartal erfolgen. Auf der gezeigten Folie war das 2. Quartal als Closing ausgewiesen.

Nokia Siemens Networks steht mit 15,8 Prozent Marktanteil nach wie vor an dritter Stelle im Weltvergleich. Ericsson Marconi liegt bei 16,2 Prozent, Alcatel bei 17,2, Nortel liegt mit 6,7 Prozent auf Platz 4, gefolgt von Cisco mit 5,1 Prozent und NEC 4,6 Prozent.

Siemens hat Nokia eingeräumt, eine eigene unabhängige Anwaltskanzlei einzusetzen, die bei der Aufklärung der Korruptionsaffäre mitarbeitet. Zusätzlich wurde der Compliance-Passus im Vertrag zwischen Nokia und Siemens geändert. Mit welchem Inhalt er geändert wurde, sagte Kleinfeld nicht. Es ist anzunehmen, dass Siemens zugesagt hat, eventuelle Strafzahlungen, die sich aus der Korruptionsaffäre vor dem Closing ergeben, zu übernehmen.
(iw)


InWaChRo-News: Donnerstag, 25.01.07

NoSiNet: Start von Nokia Siemens Networks wohl noch im 1. Quartal 2007
Wie sie FAZ heute morgen berichtet, geht Siemens davon aus, dass das Unternehmen Nokia Siemens Networks noch im 1. Quartal dieses Jahres startet. Diese sagte der Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld heute vor Beginn der Hauptversammlung. Nokia hatte zur Bedingung gemacht, dass Siemens die internen Kontrollen verstärkt und Bestechungszahlungen zukünftig ausgeschlossen sind.
(iw)


InWaChRo-News: Montag, 08.01.07

NoSiNet: US-Regierung schränkt Geschäftsfreiheit von Nokia Siemens Networks ein
Das Komitee für ausländische Investitionen in den USA (CIFUS) hat nach einem Bericht der Financial Times die Geschäftsfreiheit des geplanten Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) in den USA eingeschränkt. Die Behörden hätten Siemens und Nokia eine so genannte Network Security Agreements abgefordert, die Siemens und Nokia bereits unterzeichnet hätten. Danach hätte jede geschäftliche Transaktion von NSN mit seinem kanadischen Konkurrenten Nortel langwierige Untersuchung zur Folge.

Siemens gab keine Stellungnahme dazu ab und verwies an die finnischen Partner. "Nokia betrachtet Gespräche mit Regierungsautoritäten hinsichtlich von Cfius-Regelungen als vertraulich, und daher können wir keine Stellung nehmen", sagte eine Nokia-Sprecherin.

Diese Maßnahme dürfte aber nichts mit der Korruptionsaffaire bei Siemens zu tun haben. CFIUS (Committee on Foreign Investment in the United States) ist eine im Ausland wenig bekannte regierungsübergreifende Institution der US-Regierung, die Übernahmen in Industriezweigen, die für die nationale Sicherheit von kritischer Bedeutung sind, verbieten kann. CFIUS schenkt der Telekommunikations-Industrie große Aufmerksamkeit, einmal zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit im TK-Sektor und aus Angst vor Spionage und Anschlägen.

Bei den Untersuchungen hat CIFUS ein breites Ermessen. So gibt es keine Geschäftsbereiche, die aus CIFUS ausgenommen sind, und kein Zeitlimit für ein Einschreiten der CFIUS. So kann ein Unternehmenskauf noch Jahre nach dem Closing durch CFIUS untersagt und Rückabwicklung verlangt werden. Die beteiligten Firmen können diesem Desaster jedoch entgehen, wenn sie von sich auch einen Antrag auf freiwillige Überprüfung des Geschäfts bei CIFUS stellen. In diesem Fall hat CIFUS einen Monat Zeit, um zu Entscheiden, ob die Behörde eine nähere Überprüfung der Transaktion vornimmt. Läuft dieser Monat ohne Entscheidung ab, kann CIFUS im Nachhinein das Geschäft nicht mehr untersagen. CFIUS hat beispielsweise im Jahre 2004 nur in 45 Fällen eine Überprüfung vorgenommen und nur in einem Fall unterbreitete CFIUS dem US-Präsidenten die Angelegenheit zur endgültigen Entscheidung. Angesichts dieser wenigen Untersuchungsfälle mutet es ein wenig seltsam an, dass die US-Regierungen Nokia Siemens Networks von vornherein beschränkt.
Weitere Info zu CIFUS
(iw)



InWaChRo-News: Donnerstag, 21.12.06

NoSiNet: Verzögertes Joint Venture bringt Ericsson Vorteile
Das durch die Korruptionsaffaire verzögerte Unternehmen Nokia Siemens Networks "öffnet die Tür für Ericsson noch weiter", glauben die Analysten von JP Morgan. Erricsson können nach Experteneinschätzungen ihren Marktanteil 2007 und 2008 um 1 Prozent steigern. Momentan würden rund 190 Mobilfunknetzwerke weltweit errichtet, zudem würden mehr als 100 Mobilfunklizenzen vergeben. Kein guter Zeitpunkt für ein verzögertes Joint Venture.

Daran dürften auch die ermunternden Worte von Simon Beresford-Wylie nichts ändern. Dieser besuchte heute den Münchner Siemens Standort Hofmannstraße. Die Veranstaltung in englischer Sprache wurde an die anderen Standorte übertragen, die zu Nokia Siemens Networks gehören sollen. Auf die Frage eines Betriebsrats zu dem bevorstehenden Personalabbau gab Beresford-Wylie zur Antwort, dass dieser sein müsse und sich nicht vermeiden ließe. That's life, blieb bei den Mitarbeitern hängen. Es geht ja auch um nicht viel: nur um die Existenzgrundlage der Ressource Mensch.

Ansonsten aber wurde jeder Mitarbeiter motiviert, freudig in die Zukunft zu schauen. Ob die Mitarbeiter das können? Wahrscheinlich bleibt auch über Weihnachten das Gefühl, nicht zu wissen, wie es weitergehen wird mit dem eigenen Unternehmen "Arbeitsplatz". "That's everyday life" und trotzdem gewöhnt sich niemand so recht daran.
(iw)



InWaChRo-News: Freitag, 15.12.06

NoSiNet: Nokia will Jobabbau vorwiegend in Deutschland vornehmen
Nach einer Meldung von welt.de, fordert Nokia, den geplanten Abbau von 6.000 zu 9.000 Stellen bei Nokia Siemens Networks vorwiegend in Deutschland durchzuführen. In Deutschland gehen in das Joint Venture (vorausgesetzt es kommt zustande) 12.000 Mitarbeiter von Siemens (incl. Central Functions) und 600 Mitarbeiter von Nokia (ohne Central Functions) über.

Werden also etwa 6.000 Mitarbeiter in Deutschland abgebaut, dann entspricht das 47,6 Prozent der 12.600 Mitarbeiter. Damit lassen sich die durch mehrere Siemens-Manager angekündigten geplanten Abbauzahlen von 40 Prozent weiter untermauern. 40 Prozent in Deutschland würden 5.040 Mitarbeitern entsprechen.
(cr)



InWaChRo-News: Donnerstag, 14.12.06

NoSiNet: Start des Joint Ventures verschoben, Nokia sichert sich ab
Wie wir bereits vermutet haben, verzögert sich der Start des Joint Ventures Nokia Siemens Networks durch die Korruptionsaffäre bei Siemens.

Wie Siemens und Nokia heute bekannt gaben, wird die Aufnahme der Geschäfte so lange verschoben, bis die internen Prüfungen der Vorgänge bei Siemens abgeschlossen sind. Die beiden Unternehmen rechnen jedoch damit, dass dies voraussichtlich noch im ersten Quartal 2007 sein wird.

Zusätzlich müsse laut Nokia vor dem Closing noch eine Vereinbarung getroffen werden, die auf den Ergebnissen und Konsequenzen der Compliance-Überprüfung bei Siemens aufbaue. Im Klartext, Nokia wird sich gegen mögliche Strafzahlungen, die auf das Joint Venture wegen der Korruptionsaffäre zukommen könnten absichern.
(cr)



InWaChRo-News: Mittwoch, 13.12.06

NoSiNet: Einleitung der Betriebsratswahl im Carrier Mch H - Gerichtstermin verschoben
Die mündliche Verhandlung im Beschlussverfahren zur Einleitung der Betriebsratswahl im Betrieb Carrier Mch H, sollte am Freitag, dem 15.12.2006 um 9:45 Uhr stattfinden.

Das Gericht hat diesen Termin auf den 9.2.2007 verschoben.
(cr)



InWaChRo-News: Dienstag, 12.12.06

NoSiNet: Nokia sieht Joint Venture als gefährdet an
Nokia stuft das Joint Venture als gefährdet ein, berichtete gestern das heute-journal. Nokia überbrachte gestern Morgen per Kurrier dem Siemens Aufsichtsrat, der bis in den Abend tagte, einen Fragekatalog. Von der Beantwortung der Fragen und den weiteren Entwicklungen in der Korruptionsaffaire hängt wohl nun das Zustandekommen des Joint Venture ab. Siemens setzt auf Aufklärung und schaltete dazu externe Untersuchungsexperten ein, darunter Michael Hershman, der auch 1972 an der Aufklärung des Watergate Skandals in den USA mitarbeitete.
(iw)



InWaChRo-News: Dienstag, 12.12.06

NoSiNet: Aufteilung der geplanten Einsparungen
Simon Beresford-Wylie kündigte am 28.11.2006 in Amsterdam auf dem "Nokia's Capital Markets Day" an, dass von den geplanten Einsparungen in Höhe von 1,5 Mio. EUR bei Nokia Siemens Networks, 40 Prozent auf die Forschung und Entwicklung entfallen, 33 Prozent auf die Fertigung, 20 Prozent auf Marketing und Vertrieb sowie 7 Prozent auf die Verwaltung. Auf dem jährlich stattfindenden "Nokia's Capital Markets Day" präsentiert Nokia seine Geschäftsziele und Zielmargen für die nächsten zwei Jahre. Die Einsparungen sollen, wie Simon Beresford-Wylie erneut betont hat "nur" 10-15 Prozent der Arbeitsplätze kosten.

Wir fragen uns, wie Einsparungen in dieser Höhe mit einem Personalabbau von "nur" 10 bis 15 Prozent erreicht werden sollen. Wie viel, so fragt man sich weiter bringt der Verkauf der Betriebsmittel, d.h. in der Entwicklung Hardware, Testanlagen und Entwicklungsumgebungen. Wer kauft diese überhaupt? Spart man lediglich die Betriebsmittel ein, bleiben Mitarbeiter übrig, die keine Arbeitsmittel und Aufgaben mehr haben. Was aber machen Mitarbeiter ohne Arbeitsmittel? Niemand nimmt wohl ernsthaft an, dass die verbleibenden Mitarbeiter auf die nach der Portfoliobereinigung bestehenden Projekte einfach aufgeteilt werden. Realisiert man dagegen die Einsparungen durch Verkäufe, gehen Mitarbeiter und Betriebsmittel mit. Das nennt man dann Portfoliobereinigung und Ausgliederung. Hierdurch erreicht man tatsächlich Einsparungen in Höhe von 40, 33, 20 und 7 Prozent.

Die prozentuale Verteilung der Abbauzahlen auf die vier Bereiche stimmt übrigens mit den uns am 8.7.06 zugespielten Zahlen in etwa überein. Lediglich die Zahlen von Vertrieb und Fertigung wurden inzwischen vertauscht.
(cr/iw)



InWaChRo-News: Sonntag, 10.12.06

NoSiNet: Ist das Joint Venture in Gefahr?
Was wir gestern bereits befürchtet haben, scheint sich nun zu erhärten. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, besteht die Gefahr, dass sich Nokia aufgrund der Korruptionsaffäre bei Siemens aus dem Joint Venture Nokia Siemens Networks zurückzieht. Eine interne Prüfung der Verträge bei Siemens hat ergeben, dass Nokia Möglichkeiten hätte, die Verträge anzufechten. Dies deutet darauf hin, dass Nokia sich eine Rücktrittsklausel vorbehalten hat oder die Verträge wegen arglistiger Täuschung anfechten will. Schließlich sind Aufträge für Ex-Com über Bestechungen zustande gekommen, was möglicherweise hohe Strafzahlungen zur Folge haben könnte. Dies würde eine erhebliche Ergebnisbelastung für NSN bedeuten. "Tritt dieses Worst-case-Szenario ein, wäre Siemens-Chef Klaus Kleinfeld nicht mehr zu halten", sagte ein Siemens-Manager der Zeitung.
(cr)



InWaChRo-News: Freitag, 08.12.06

Transparency schließt Siemens aus
Der Vorsitzende von Deutschland (TI), Hansjörg Elshorst, sagte dem Online-Portal "Welt.de", dass Siemens nach dem 15. Dezember nicht mehr Mitglied der Organisation sein werde. "Der jüngste Skandal hat das Fass zum Überlaufen gebracht".

Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis sich die US amerikanische Börsenaufsicht SEC einschaltet, befürchten Mitarbeiter. Dann könnte Nokia sich dafür entscheiden, vom Vertrag über das Joint Venture zurückzutreten. Der Ausschluss von Siemens durch den Anti-Korruptions-Verein Transparency ist sicherlich kein gutes Zeichen. Die Frage aber, ob Nokia nicht jetzt schon mit einer immensen Rufbeschädigung des ab Januar 2007 geplanten Joint Ventures rechnen müsse, wollte Barry French, Communications Director Networks, nicht beantworten. Er verwies auf Siemens. Hier wird inzwischen gegen 50 ehemalige und aktive Siemens Manager und Mitarbeiter ermittelt. Angesichts dieser Entwicklung dürfte die Verschiebung des Starts von Nokia Siemens Networks weniger mit administrativen Dingen zusammenhängen, sondern vielmehr darauf hinweisen, dass Nokia die Entwicklung im Korruptionsskandal erst weiter beobachten möchte.
(cr)



InWaChRo-News: Freitag, 08.12.06

NoSiNet: Nachverhandlungen im GBR
Wie wir schon beim Betriebsübergang am 1.10.06 bemerkt hatten, hat der GBR bzgl. des Betriebsübergangs sehr flott mit dem Arbeitgeber verhandelt. Jetzt denkt der GBR über Nachverhandlungen nach. Anlässlich der BenQ-Erfahrung möchte er nun versuchen die Betriebsrenten und die Deferred Compensation bei NSN besser vor Insolvenz schützen.

Bei einer Insolvenz des Arbeitgebers gewährleistet der Pensionssicherungsverein gemäß §14 BetrAVG (Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung) die Betriebsrente. Geschützt sind gemäß §7 BetrAVG gesetzlich unverfallbare Anwartschaften, Direktzusagen, Direktversicherungs-, Pensionsfond- und Unterstützungskassenzusagen. Nach §10 BetrAVG besteht für alle Arbeitgeber, die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung unmittelbar, oder eine betriebliche Altersversorgung über Direktversicherung, Pensionsfonds … zugesagt haben eine Beitragspflicht zum Pensionssicherungsverein. D.h. Arbeitgeber, die eine betriebliche Alterversorgung durchführen müssen dem Pensionssicherungsverein beitreten.

Gemäß §1b I BetrAVG gilt: "Die Anwartschaft eines Arbeitnehmers ist unverfallbar, wenn er bei betrieblicher Altersversorgung, die der Arbeitgeber finanziert hat, am Stichtag (Sicherungsfall oder vorheriger Betriebsaustritt) mindestens das 30. Lebensjahr vollendet und die Versorgungszusage mindestens 5 Jahre bestanden hat." Bei Entgeltumwandlung, ist die Anwartschaft mit Erteilung der Zusage unverfallbar.
(cr)



InWaChRo-News: Freitag, 08.12.06

NoSiNet: 40 Prozent Personalabbau in Teilbereichen
Das Schweigen ist eisern, wenn es um die Frage des bevorstehenden Personalabbaus geht. Doch immer wieder sickern Zahlen durch und verdichten die Information. So wurde inzwischen ein bevorstehender Personalabbau von 40 Prozent weltweit bei Nokia Siemens Networks für den Bereich Marketing zugegeben, wie aus Betriebsratskreisen zu erfahren war. Es ist davon auszugehen, dass der GBR die Abbauzahlen, zumindest der Größenordnung nach kennt, es aber wie immer vorzieht zu schweigen. Indizien weisen darauf hin, dass in anderen Bereichen der Abbau noch höher ausfallen dürfte. Doch erst Anfang Februar sind offizielle Zahlen von Nokia Siemens Networks zu erwarten. Offiziell sprechen Siemens und Nokia nach wie vor von einem Personalabbau von 10 bis 15 Prozent.
(iw)


InWaChRo-News: Freitag, 08.12.06

NoSiNet: Verzögerung beim Start des Joint Ventures
Der Start von Nokia Siemens Networks soll sich unbestätigten Meldungen zu Folge auf den 10.1.07 verschieben. Begründet wird dies mit administrativen Schwierigkeiten. Zu diesem Zeitpunkt soll dann auch der Zugang zum Siemens Intranet abgeschaltet werden.
(iw)



InWaChRo-News: Freitag, 08.12.06

NoSiNet: Zwei Drittel ERA-Überschreiter unter den Schwerbehinderten in Mch M
Am Standort Siemens Networks Mch M sind durch die Umstellung auf das ERA-Tarifsystem etwa ein Drittel der Mitarbeiter abgestuft worden und damit ERA-Überschreiter. Allerdings wurden die schwerbehinderten Kollegen bei der ERA-Eingruppierung deutlich benachteiligt. Hier sind rund 2/3 ERA-Überschreiter, d.h. Schwerbehinderte sind etwa doppelt so häufig abgruppiert worden. Der Betriebsrat hat dagegen Widerspruch eingelegt. Bei diesem hohen Prozentsatz der Überschreiter unter den Schwerbehinderten könnte der Arbeitgeber bei der Eingruppierung der Schwerbehinderten gegen §75 I BetrVG verstoßen oder ihn nicht ausreichend berücksichtigt haben. Darin heißt es: "Arbeitgeber und Betriebsrat haben darüber zu wachen, dass alle im Betrieb tätigen Personen nach den Grundsätzen von Recht und Billigkeit behandelt werden, insbesondere, dass jede Benachteiligung von Personen aus ... ihrer Behinderung ... Identität unterbleibt.
(iw)



InWaChRo-News: Donnerstag, 07.12.06

NoSiNet: Abgesagte Betriebsversammlung - trotzdem Information, dann halt von uns
Der Betriebsrat Mch H hat entgegen der rechtlichen Bestimmungen gestern mit den Gegenstimmen der NCI Betriebsräte beschlossen, die Betriebsversammlung auf den 24. Januar 2007 zu verschieben. Da ohnehin im Rahmen der vom Gesetz vorgeschriebenen Betriebsversammlungen am 24. Januar 2007 eine Betriebsversammlung geplant ist, wurde die für den heutigen Tag angesetzte Betriebsversammlung nicht verschoben, sondern entfällt einfach.

Anscheinend ist die Mehrheit im Betriebsrat damit einverstanden, Betriebsversammlungen abhängig zu machen von der Bereitschaft des Arbeitgebers Stellung zu kritischen Themen zu nehmen. Wir sind der Meinung, dass dies die gelbrote Karte verdient. Die "gelbe" für das Entgegenkommen, die "rote" für den Gesetzesverstoß. Bedenklich ist auch, dass die Verschiebung der Versammlung vor der Abstimmung im BR-Gremium bekannt gegeben wurde. Unserer Ansicht nach hat der Betriebsausschuss (BA) des Betriebsrats damit das BR-Gremium vor vollendete Tatsachen gestellt und das Recht des Gremiums, Beschlüsse zu fassen (§33 BetrVG) unterlaufen.

Angesichts der abgesagten Betriebsversammlung versuchen wir sie euch nun ein wenig zu ersetzen:

Stellenabbau
Die Stellenabbauzahlen sind nach wie vor unverändert und das Abbauziel ist nicht erreicht. Der Gang zur Einigungsstelle ist jedoch nicht mehr zu erwarten, wie aus einem BR-Newsletter hervorgeht. Dort heißt es: "...halten es für unwahrscheinlich, dass...". Diese Formulierung wurde mit der Betriebsleitung abgestimmt.

Dominanz von Nokia
Trotz nahezu gleicher Beteiligung von Siemens und Nokia am Joint Venture hätten die deutschen Geschäftsführer bedeutend weniger Einfluss als die Finnen. Dies war nicht anders zu erwarten.

Straffe Organisationsstruktur bei NSN
Nokia Siemens Networks strafft die Führungsstruktur. Die Abteilungsleiter in den Münchner Betrieben werden aufgefordert, sich auf die freien Abteilungsleiterstellen bei Nokia Siemens Networks neu zu bewerben. Die Reduzierung der Abteilungsleiterstellen dürfte auch auf den kontinuierlichen Personalabbau zurückzuführen sein. Die Fachgruppenleiter werden wohl der Straffung in der Führungsebene zum Opfer fallen. Der "Aktienkurs" für Potenzialaussagen bezüglich Führungsaufgaben, die manche Mitarbeiter in ihrem EFA-Bogen, stehen haben, könnte bei dem Überangebot in den Keller sinken.

Am 12.12.06 bekommt der Gesamtbetriebsrat (GBR) die neue Organisationsstruktur bei Nokia Siemens Networks vorgestellt. Wir können sicher sein, dass die Belegschaft nicht so schnell erfährt wie sie aussieht.

Portfoliobereinigung bei Nokia Siemens Networks
Laut Dr. Stephan Scholz sollen die Überlegungen zu den Portfoliobereinigungen bei Nokia Siemens Networks Anfang Februar abgeschlossen sein. Man darf gespannt sein, wie es dann weiter geht.

Intranet nur noch in Englisch
Es wird diskutiert, das Intranet nur noch in englischer Sprache anzubieten. Arbeitsrechtliche Themen könnten jedoch weiter in Deutsch behandelt werden. Hierbei sollten die Mitarbeiter genau darauf achten, dass sich nicht aus Versehen finnisches Arbeitsrecht darunter mischt. So ist z.B. in Finnland auch eine ungerechtfertigte Kündigung immer wirksam, sie berechtigt lediglich zu einer Abfindung. In Deutschland aber gilt weiter: Eine gewonnene Kündigungsschutzklage bedeutet Erhalt des Arbeitsplatzes. Daran muss sich das finnische Management gewöhnen.

ERA
Der Betriebsrat wird die Befragungen zu den abgegebenen ERA-Fragebögen noch im Dezember abschließen. Im Januar gehen die Widersprüche dann in die Paritätische Kommission. Bei Nichteinigung folgt die Schlichtung. Am Rande notiert: "Ein Fall konnte in der Kommission nicht behandelt werden, weil die zuständige A&C-Führungskraft wegen polizeilicher Untersuchungen nicht zur Verfügung stand...," teilte ein Betriebsratsmitglied mit.

Samstagsarbeit und Urlaubssperre - BR hat Mitbestimmungsrecht
Im Widerspruch zu dem angeblich notwendigen Stellenabbau häufen sich die Anträge für Samstagsarbeit beim Arbeitszeitausschuss (AZA). Wir hoffen, dass der Betriebsrat, diese Anträge angesichts des immer noch existierenden Damoklesschwerts "Stellenabbau" ablehnt. Außerdem verhängen einige Vorgesetzte wegen zu viel anstehender Arbeit eine Urlaubssperre. Der Betriebsrat hat die Betriebsleitung zur Klärung dieser Frage eingeschaltet.

Wir weisen darauf hin, dass der Betriebsrat hier ein Mitbestimmungsrecht hat (§87 I Nr. 5 BetrVG). Danach kann ein Vorgesetzter ohne Zustimmung des Betriebsrats keine Urlaubssperre verhängen, wenn der Mitarbeiter nicht einverstanden ist. Wendet Euch daher an den Betriebsrat. Der Arbeitgeber hat zwar die Möglichkeit bei Nicht-Einigung die Einigungsstelle anzurufen, um sich die Zustimmung des Betriebsrats ersetzen zu lassen (§87 II BetrVG), aber ob Vorgesetzte es tatsächlich vor Ihren Chefs verantworten können, ein solches kostenintensive Verfahren anzustoßen, sei dahingestellt.

Teilweise Neubesetzung von Betriebsratsausschüssen
Die BR-Ausschüsse ADV (Ausschuss für Datenverarbeitung) und AZA (Arbeitszeitausschuss) wurden teilweise neu besetzt. Außerdem gab es eine Veränderung in der Frauen- und Elternberatung. Die Namen erfahrt ihr direkt beim Betriebsrat, da wir diese aus rechtlichen Gründen nicht im Internet veröffentlichen können.

Betriebsrat hat Gewerbeaufsicht eingeschaltet
Die Abrissarbeiten in Mch H verursachen eine erhebliche Staubbelastung für die Mitarbeiter. Der Ausschuss für Arbeitssicherheit und Gesundheit (ASG) befürchtet eine Gesundheitsgefährdung für die Mitarbeiter. Daher hat er die Gewerbeaufsicht eingeschaltet.

Preise fürs Kantinenessen
Das Kantinenessen wurde von der Siemens AG bezuschusst. Ob Nokia Siemens Networks weiter diese Zuschüsse beisteuert, klärt der GBR.

beE-Prozessgewinner
Wir erinnern uns. 2005 haben Mitarbeiter aus der ICN-beE einen Kündigungsschutzprozess geführt und diesen vor dem Arbeitsgericht München gewonnen. Dies war damals noch möglich, weil hier Siemens das Arbeitsverhältnis über eine betriebsbedingte Kündigung und nicht über einen Aufhebungsvertrag beendete. Diese Mitarbeiter sind trotz rechtskräftigem Urteil immer noch nicht reintegriert, d.h. sie haben keinen Arbeitsplatz. Damit missachtet Siemens und sein Rechtsnachfolger nun bereits über ein Jahr arbeitsgerichtliche Urteile. Aber das scheint die Verantwortlichen nicht zu stören.

Damit Ihr den Betriebsrat Mch H findet
Am 18./19.12.06 ist der Umzug des Betriebsrats Mch H in den 60er-Bau geplant, allerdings nur für ein viertel Jahr. Den genauen Raum erfragt bitte beim Betriebsrat.

Geplante Betriebsversammlungen für 2007 bei Nokia Siemens Networks Mch H
Für den 24.1., 25.4., 25.7. und 17.10.2007 sind Betriebsversammlungen in Mch H geplant. Wenn Sie stattfinden und nicht wieder ersatzlos gestrichen werden, finden sie nur noch mit Übertragung in die Machtelfingerstraße statt. Umgekehrt soll es aus technischen Gründen nicht gehen.

Bericht der Betriebsleitung
"Der Arbeitgeber oder sein Vertreter hat mindestens einmal in jedem Kalenderjahr in einer Betriebsversammlung über das Personal- und Sozialwesen ... über die wirtschaftliche Lage und Entwicklung des Betriebs ... zu berichten, soweit dadurch nicht Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse gefährdet werden." (§43 II BetrVG). Angesichts des Übergangs zu Nokia Siemens Networks wäre eine Bericht der Betriebsleitung angemessen gewesen. Dieser entfällt nun.

Diskussion
Diese findet leider nicht statt.
(iw)



InWaChRo-News: Mittwoch, 06.12.06

NoSiNet: Einleitung der Betriebsratswahl im Carrier Mch H - Gerichtstermin
Im Beschlussverfahren zur Einleitung der Betriebsratswahl im Betrieb Carrier Mch H, das seit 18.8.2006 am Arbeitsgericht anhängig ist, wurde der Termin für die mündliche Verhandlung festgesetzt.

Die Anhörung findet am Freitag, dem 15.12.2006 um 9:45 Uhr vor der Kammer 37 des Arbeitsgerichts München, Winzererstraße 104, statt.
(cr)



InWaChRo-News: Freitag, 01.12.06

NoSiNet: Betriebsversammlung in Mch-H wegen mangelnder Informationen abgesagt
Der Betriebsrat hat erneut die bereits von November auf den 7.12.06 verschobene Betriebsversammlung abgesagt und im Betriebsausschuss beschlossen, diese erst am 24.1.07 durchzuführen. Als Begründung gab der Betriebsrat an, er habe noch zu wenige Informationen und die Betriebsleitung könne Fragen noch nicht richtig beantworten.

Gemäß §43 I BetrVG hat der Betriebsrat jedoch „einmal in jedem Kalendervierteljahr eine Betriebsversammlung einzuberufen und in ihr einen Tätigkeitsbericht zu erstatten.“. Er muss also auf diesen Versammlungen der Belegschaft seine zurückliegenden Tätigkeiten und aktuellen Aktivitäten erläutern. Darüber hinaus kann die Betriebsversammlung „dem Betriebsrat Anträge unterbreiten und zu seinen Beschlüssen Stellung nehmen“ (§45 S.2 BetrVG). Zumindest einen Bericht über seine zurückliegenden Tätigkeiten sollte der Betriebsrat der Belegschaft präsentieren können.

Warum hat der Betriebsrat noch keine neuen Informationen? Derzeit wird eine enorme Änderung der Betriebsorganisation (neue Matrix-Organisationsstruktur) und des Betriebszweckes (also des Portfolios) durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine Betriebsänderung im Sinne des §111 S. 3 Nr. 4 BetrVG. Der Arbeitgeber hat nach §111 S.1 BetrVG „den Betriebsrat über geplante Betriebsänderungen, die wesentliche Nachteile für die Belegschaft … zur Folge haben können, rechtzeitig und umfassend zu unterrichten und die geplanten Betriebsänderungen mit dem Betriebsrat zu beraten.“

Da Nokia Siemens Networks plant, Synergieeffekte aufgrund von Portfolioüberschneidungen zu nutzen und Personal in größerem Ausmaß abzubauen, muss davon ausgegangen werden, dass große Nachteile für die Belegschaft entstehen werden.

Die Betriebsänderung wird am 1.1.07 mit dem Closing in Kraft treten. Warum hat der Betriebsrat sein Unterrichtungs- und Beratungsrecht nicht ausreichend eingefordert? Die Portfolioentscheidungen müssen bereits fast vollständig vorliegen, sonst könnte Dr. Stephan Scholz nicht von „schmerzlichen Einschnitten“ sprechen. Darüber gäbe es sicher genügend Informationen, über die der Betriebsrat berichten könnte.

Was ist mit den ERA-Widersprüchen? Gibt es darüber nichts zu berichten? Immerhin haben wir in Mch H 40% Überschreiter. Gibt es nichts zu berichten über die möglichen Auswirkungen der Schmiergeldaffäre auf das Joint Venture? Warum macht sich der Betriebsrat Sorgen darüber, dass die Betriebsleitung Fragen möglicherweise noch nicht richtig beantworten kann? Ist das nicht eher das Problem der Betriebsleitung?

Der Betriebsrat verhindert durch die Absage der Betriebsversammlung, dass die Belegschaft vor dem 1.1.07 kritische Fragen an die Betriebsleitung zu dem geplanten Personalabbau und den Portfolioentscheidungen stellen kann. Die mangelnde Bereitschaft der Betriebsleitung auf diese Fragen zu antworten darf kein Grund für den Betriebsrat sein, eine Betriebsversammlung abzusagen.
(cr/iw)



InWaChRo-News: Donnerstag, 30.11.06

NoSiNet: Arbeitsplatzabbau bei MN - Fortsetzung
Ein Mitarbeiter aus München teilte uns aufgrund unseres Artikels über die Abbauzahlen bei MN mit, dass, Stephan Scholz, Leiter SN CD, nur von "schmerzhaften Einschnitten im MN Portfolio" und von aggressiven Vorstellungen bzgl. eines Sozialplans gesprochen habe. Die Zahl 40 Prozent sei während der Übertragung nach München M nicht genannt worden. Scholz wich auf der Veranstaltung dann aber etwas zurück als ein Berliner Kollege fragte, wie denn das zum Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis September 2009 passen würde. Wie von uns bereits mehrfach berichtet, greift Siemens für den Abbau von Mitarbeitern seit 2003 nicht mehr auf betriebsbedingte Kündigungen zurück, sondern vollzieht diesen über Auslagerungen und Verkäufe.

Siemens und Nokia betonten der FAZ gegenüber, dass es bei einem Personalabbau von 10 bis 15 Prozent bleibe. Die FAZ hat in ihrer heutigen Ausgabe auf Seite 19 in dem Artikel "Angst um Stellen von Siemens Com" von der Sorge der Belegschaft über einen Stellenabbau in der von uns angegebenen Höhe gesprochen.

Die verschiedenen Angaben widersprechen sich nicht wirklich. "Schmerzhafte Einschnitte im MN Portfolio" heißt im Klartext, dass Nokia Siemens Networks eine große Anzahl von identischen Entwicklungen auf Nokia und Siemens Seite identifiziert hat. Dies bedeutet weiter, dass diese Einstellung von Entwicklungslinien entweder auf Nokia oder Siemensseite gravierende Auswirkungen auf die Arbeitsplätze der dann betroffenen Mitarbeiter haben wird. Und weiter ist es nicht abwegig die Verwendung der Wörter "schmerzhaft" und "aggressiv" in der ansonsten smarten Managersprache, die eher darauf angelegt ist, Botschaften in weiche und gefühlsarme Wörter zu verpacken, so zu interpretieren, dass die Einschnitte, die auf Mobile Networks zukommen, gravierend sein werden.

Weiter ist die Frage zu stellen, wie interpretiert der Arbeitgeber den Begriff Stellenabbau. Es ist durchaus möglich, dass Nokia Siemens Networks plant 10 bis 15 Prozent der Stellen über Aufhebungsverträge und Beschäftigungsgesellschaft abzubauen. Auslagerungen dürften Siemens und Nokia nicht als Stellenabbau bezeichnen. Sie wären es auch nicht, wenn die ausgelagerten Unternehmen eine Zukunft haben. Doch hier herrscht angesichts der BenQ-Pleite und der Aggressivität des Telekommunikationsmarktes, in dem sich nur die "Großen" behaupten können, die Angst vor, dass dies nicht der Fall sein könnte.

Fakt ist, es wird "schmerzhafte Einschnitte im MN Portfolio" geben und diese sollen über aggressive Sozialplanvorstellungen, was immer das im Detail bedeutet, realisiert werden. In welchem Prozentsatz sich letztlich Abbau, Ausgliederungen und Verkäufe niederschlagen werden, spielt nicht wirklich eine Rolle.
(iw/cr)



InWaChRo-News: Mittwoch, 29.11.06

NoSiNet: Arbeitsplatzabbau bei MN
Die Nachricht, dass „40 Prozent der Arbeitsplätze bei MN entfallen“, wurde entgegen unserer Darstellung von gestern nicht auf einer Betriebsversammlung gesagt, sondern in einem größeren Meeting der Mobile Networks Entwicklung in Berlin. Dort gab sie der derzeitige Leiter SN CD (Siemens Networks Core Development) bekannt, der ab Januar 2007 bei Nokia Siemens Networks in der COO-Organisation Leiter Research Technology & Platform sein wird.
(cr/iw)



InWaChRo-News: Dienstag, 28.11.06

NoSiNet: 40 Prozent der Arbeitsplätze bei MN entfallen
Heute wurde uns berichtet, dass auf einer Betriebsversammlung in Berlin offiziell angekündigt wurde, dass bei Nokia Siemens Networks aufgrund von Portfolioüberschneidungen 40 Prozent der Arbeitsplätze bei MN wegfallen werden. Diese Ankündigung deckt sich mit einer Information, die uns aus zuverlässiger Quelle Anfang Oktober zugespielt wurde. Danach soll Nokia Siemens Networks planen, 25.000 der 60.000 Mitarbeiter abzubauen, dies entspricht 42 Prozent. Ursprünglich wurde ein Personalabbau von 10 bis 15 Prozent angekündigt.

Der Abbau soll im Wesentlichen über Ausgliederungen und/oder Verkauf durchgeführt werden. Da man wohl kaum die Konkurrenz durch die Abgabe von Portfoliobestandteilen und Know How im eigenen Sektor stärken will, ist damit zu rechen, dass die ausgegliederten Teile früher oder später geschlossen werden. Weitere BenQ- oder Sinitec-Szenarien sind nicht auszuschließen.

Eine Hiobsbotschaft nach der anderen stürmt auf die Mitarbeiter ein. „Es ist einfach zu viel“ sagte eine Mitarbeiterin. „Mittlerweile kann das niemand mehr wirklich emotional verarbeiten. Über der Belegschaft liegt seit Monaten eine dumpfe Betroffenheit, die aus nicht wahrhaben können und dem Gefühl, dem Geschehen hilflos ausgeliefert zu sein, besteht.“ Trotzdem müssen wir uns mit der Situation auseinandersetzen anstatt sie zu verdrängen, damit wir dann, wenn wir damit konfrontiert werden, wissen, wie wir darauf reagieren können.

Das Manager Magazin berichtete bereits am 19.10.06 in seiner Print-Ausgabe, dass der Personalabbau bei Nokia Siemens Networks deutlich höher ausfallen wird, als bekannt gegeben. Sie sprachen davon, dass 30 Prozent der Stellen entfallen würden.

Sowohl Siemens als auch Nokia betonten damals eindringlich, dass der Stellenabbau nicht über die bereits im Juni angekündigten 10 bis 15 Prozent hinausgehen wird: „Diese Effekte sind im Vorfeld des Vertrags sorgfältig analysiert worden. Darüber hinausgehende Planungen gibt es nicht. Alle weiteren Aussagen dazu sind reine Spekulationen.“, so Siemens. (Artikel vom 23.10.06)

Reine Spekulationen? Spekulationen, die sich einen Monat später als wahr erweisen. Wir erinnern uns, am 22.03.06 nahm Klaus Kleinfeld überraschend an der Betriebsversammlung in Mch H teil. Der Grund war die anhaltende Unruhe in der Belegschaft aufgrund der Presseberichte über den Ausverkauf von Com. Kleinfeld äußerte sich sichtlich verärgert über die Berichterstattung in der Presse und eine undichte Stelle. Er distanzierte sich mit den Worten "Ich habe nicht vor, Com zu verkaufen". Wir alle wissen, wie schnell sich diese „Gerüchte“ als Wahrheit herausgestellt haben. (Artikel vom 23.02.06)
(cr/iw)



InWaChRo-News: Dienstag, 28.11.06

NoSiNet: Nokia hat sich ein Rücktrittsrecht vorbehalten
Die Siemens-Schmiergeld-Affäre wird von Nokia genauestens beobachtet. Barry French, Communications Director Networks von Nokia, sagte gegenüber ChannelPartner auf die Frage, ob es Überlegungen gebe, das Joint Venture zu überprüfen: "Wir beobachten die Situation sehr aufmerksam." Auf die Frage, ob sich Nokia Ausstiegsklauseln bei dem Joint Venture vorbehalten habe, antwortete French: "Wir haben uns adäquat geschützt."

Kritisch könnte es unserer Meinung nach werden, wenn sich die US-Börsenaufsicht SEC in den aktuellen Korruptionsskandal einschaltet. Da es sich um Ermittlungen gegen Ex-Com handelt könnten möglicherweise eventuelle Sanktionen in Form von hohen Geldstrafen für illegale Geschäfte gegen Nokia Siemens Networks als Rechtsnachfolger anstatt gegen Siemens verhängt werden. Insbesondere für Aufträge, die möglicherweise durch Bestechung zustande gekommen sind und gerade erst erfüllt werden und deren Gewinne bei Nokia Siemens Networks anfallen, drohen Strafen in Höhe des doppelten Gewinns aus diesem Auftrag gegen Nokia Siemens Networks.
ComputerPartner.de
(cr)



InWaChRo-News: Freitag, 24.11.06

NoSiNet: Go to Finland: Wie man miteinander umgeht
Am 1.1.07 wird NoSiNet Realität. Finnisches Denken wird dann auch zunehmend in den deutschen NoSiNet-Betrieben Einzug halten. Finnische Manager werden Rundbriefe schreiben und dabei finnisches Recht und finnische Umgangsformen im Kopf haben. Mitarbeiter und auch Manager sollten daher die Höflichkeitsformel verstehen und erkennen können, ob das was die finnische Unternehmensführung fordert, auch deutschem (Arbeits)Recht entspricht.

Doch eines ist sicher: Solange die Mitarbeiter in Deutschland arbeiten, gilt deutsches Arbeitsrecht, auch wenn das Unternehmen seinen Sitz im Ausland hat.

Wir dachten, es schadet nichts, sich im Vorfeld ein wenig mit den Gepflogenheiten in der finnischen Geschäftswelt vertraut zu machen. Wir haben deshalb ein wenig recherchiert und sagen Euch zunächst, wie man eigentlich mit seinen finnischen Kollegen umgeht:

Die Umgangsweise in Finnland ist nicht formell. Die informelle Anrede und der Gebrauch des Vornamens sind , wie im Englischen auch, üblich. Selten redet man sich mit "Herr" oder "Frau" an. Deshalb sollte man seinen finnischen Kollegen oder Geschäftspartnern anbieten, auf die formelle Anrede und Titel zu verzichten. Da die Finnen auch uns Deutschen gegenüber nicht unhöflich sein wollen, könnten ansonsten leicht verkrampfte Situationen entstehen.

Bei offiziellen Anlässen, in denen Vornamen nicht benutzt werden, spricht man sich in der Regel mit Nachnamen an, allerdings lässt man die Anrede "Herr" oder "Frau" weg. Wenn also jemand zu Herrn Meier sagt, "Meier, wir bieten Ihnen einen Aufhebungsvertrag oder einen Beschäftigungsgesellschaft an", dann ist das nicht unhöflich oder respektlos gemeint und schon gar kein Mobbing. Es ist das übliche Angebot, nur entsprechend der finnischer Gesellschaftsformen.
(iw)



InWaChRo-News: Dienstag, 21.11.06

Fragen aus der Belegschaft zur NoSiNet-Organisation und ihrer Folgen für die Mitarbeiter
Aus der Belegschaft erreichten uns folgende Fragen zur Organisation von NoSiNet, die wir hier zusammenfassend beantworten möchten.

Ist es möglich einen Chef bei einer anderen Legal Entity zu haben, oder muss der muss der Chef jemand aus der deutschen Firma sein?
Nach und nach werden die Hierarchieebenen von NoSiNet von oben nach unten bekannt gegeben. Diese Hierarchie wird aber erst ab dem Closing am 1.1.07 gültig. Die Chefs sind also erst dann „im Amt“. Es ist nicht möglich, einen Chef aus einem anderen Unternehmen zu haben. Der Chef muss aus dem eigenen Unternehmen kommen.

NoSiNet ist ein Konzern, der einen Konzernchef, Simon Beresford-Wylie, hat, so wie der Siemens-Konzern Klaus Kleinfeld hat. Simon Beresford-Wylie ist gegenüber den Geschäftsführern der Unternehmen im Konzern weisungsberechtigt. Die Geschäftsführer der Konzernunternehmen sind in ihrem eigenen Unternehmen weisungsberechtigt. Simon Beresford-Wylie ist jedoch nicht gegenüber den einzelnen Mitarbeiter dieser Konzernunternehmen weisungsberechtigt, außer gegenüber Mitarbeitern seines eigenen Unternehmens. Beispiel: Klaus Kleinfeld ist uns Mitarbeitern der Siemens Networks GmbH & Co KG gegenüber nicht mehr weisungsberechtigt, da wir zwar zum Siemens-Konzern, aber nicht mehr zur Siemens AG gehören. Lediglich unsere Geschäftsführer (Christian Unterberger, …) müssen Weisungen Kleinfelds bzgl. der Geschäftsführung ausführen.

Interessant ist, dass die Bekanntgabe der nächsten Hierarchieebene bis zum 1.1.07 ausgesetzt wurde und möglicherweise die unterste Ebene wegfallen wird, da Nokia eine Hierarchieebene weniger hat als Siemens.

Ist es denkbar, dass unter bestimmten Voraussetzungen das deutsche Arbeitsrecht nicht mehr gilt?
Solange die Mitarbeiter in Deutschland arbeiten, gilt für sie deutsches Arbeitsrecht, auch wenn das Unternehmen, für das sie arbeiten, seinen Sitz im Ausland hat.

Besteht die Wahrscheinlichkeit, dass wir aus Zweckmäßigkeitsgründen plötzlich in die finnische Networks GmbH wechseln müssen?
Einige Mitarbeiter, insbesondere der Central Functions, machen sich Sorgen, dass sie nach Finnland, in die Nokia Siemens Networks Osakeyhtiö (= Aktiengesellschaft nach finnischem Recht) wechseln müssen. Dies ist unserer Einschätzung nach nicht wahrscheinlich, da ein Betrieb ohne verwaltungstechnische Funktionen nicht funktionsfähig ist. Es ist daher davon auszugehen, dass die Central Functions in Deutschland angesiedelt bleiben. Finnland ist auch ein Hochlohnland, insofern ist auch eine Auslagerung von Teilfunktionen - gerade nach Finnland - nicht wahrscheinlich. Ausschließen kann man es natürlich nicht.

Wie funktioniert die NSN Organisation über die Firmen- und Ländergrenzen hinweg und wo können Fallstricke für die MA dabei verborgen sein?
Wie die Organisation funktionieren soll, ist uns auch noch nicht im Detail klar. Es dürfte ähnlich wie bei Siemens funktionieren, man hat wohl einen disziplinarischen Vorgesetzten und ggf. einen fachlichen Vorgesetzten. Die zu erwartenden Fallstricke unterscheiden sich folglich kaum von denen, die es bisher gab.
(cr/iw)



InWaChRo-News: Samstag, 18.11.06

NoSiNet kein zweites BenQ
Nach der Insolvenz von BenQ meinen einige Mitarbeiter, bei der Siemens Networks GmbH & Co. KG handle es sich um das gleiche Konstrukt wie bei BenQ und befürchten daher, dass die Siemens Networks GmbH & Co. KG das gleiche Schicksal erleiden könnte. Bei BenQ waren Mitarbeiter in die BenQ Mobile GmbH & Co. OHG übergegangen. Getrennt davon waren die Vermögensgegenstände und Patente in einer GmbH und das Management in einer weiteren GmbH untergebracht. In Insolvenz ging die vermögenslose BenQ Mobile GmbH & Co. OHG.

Ein Mitarbeiter konnte die Abtrennung der Vermögenswerte nicht erkennen. Ansonsten hätte er sehen können, dass die Gefahr einer Insolvenz mit diesem Konstrukt deutlich höher ist.

Siemens beeilte sich, die Lage bei Siemens Networks GmbH & Co. KG und damit bei NoSiNet in ihren FAQs zu erklären. Nach Aussage von Siemens sind zusammen mit den Mitarbeitern auch alle Vermögensgegenstände einschließlich der Patente in die Siemens Networks GmbH & Co. KG übergegangen.

Dies ist beruhigend. Dann haben wir vielleicht bald keine Chefs mehr, aber wenigstens noch Vermögen.

Eigentlich sollte der GBR sich eine solche Tatsache rechtsverbindlich zusagen lassen. Und die Unterrichtungsschreiben über den Betriebsübergang sollten dies auch enthalten.
(cr)



InWaChRo-News: Montag, 23.10.06

NoSiNet: Fällt der Personalabbaus bei NoSiNet höher aus als angekündigt?
Das Manager Magazin berichtete in seiner Print-Ausgabe am 19.10.06, dass der Personalabbau bei NoSiNet deutlich höher ausfallen wird, als bisher bekannt gegeben. Laut Manager Magazin gehen Branchenkenner davon aus, dass bis zu 30% der Stellen entfallen, also 18.000 Arbeitsplätze sind bedroht.

Sowohl Siemens als auch Nokia betonen, dass der Stellenabbau nicht über die bereits im Juni angekündigten 10-15% hinausgehen wird: „Diese Effekte sind im Vorfeld des Vertrags sorgfältig analysiert worden. Darüber hinausgehende Planungen gibt es nicht. Alle weiteren Aussagen dazu sind reine Spekulationen.“, so Siemens.

Siemens weiter: „Das Portfolio des neuen Unternehmens kann erst nach Zustimmung der Kartellbehörden bestimmt werden. Aussagen hierzu entbehren jeder Grundlage da weder die Analyse abgeschlossen ist, noch Entscheidungen gefällt wurden.“

Welche dieser Siemens-Aussagen ist denn nun richtig? Sind die Folgen der Fusion im Vorfeld des Vertrages bereits bis auf das Portfolio herunter gebrochen und damit die Abbauzahlen genau bestimmt worden, oder sind die Analysen doch noch nicht abgeschlossen?

Wie wir aus der Fusion Alcatel/Lucent wissen, werden Portfolioanalysen nach dem Vertragsabschluss durchgeführt. Um kartellrechtliche Bestimmungen nicht zu verletzen, werden Teams aus Mitarbeitern beider Firmen zusammengesetzt, die bis zur Entscheidung des Kartellamtes nicht mehr in ihre Firma zurückkehren dürfen. Dadurch wird gewährleistet, dass die Konkurrenzsituation vor dem Closing erhalten bleibt.

Siemens und Nokia können also die 10-15% lediglich geschätzt haben. Schon damals wurden unter den Analysten Stimmen laut, die einen höheren Personalabbau prognostizierten.
(cr)



Sa, 26.08.06: Com- Betriebsübergänge: Widerspruchsfrist läuft seit heute
Heute ging wohl den meisten vom Betriebsübergang in die Carrier- und Enterprise-Interimsgesellschaft betroffenen Mitarbeitern das Unterrichtungsschreiben nach §613a BGB zu. Damit läuft für sie ab heute die vierwöchige Widerspruchsfrist gegen den Betriebsübergang - zumindest theoretisch.

Fraglich ist, ob das Schreiben als vollständige Unterrichtung zählen kann. Beispiele:
(cr)


Sa, 26.08.06: Management bekanntgegeben
Siemens und Nokia gaben am Freitag die neuen Leiter der Geschäftsbereiche und der Regionen des Joint Ventures Nokia Siemens Networks bekannt. Was sofort auffällt ist, dass keine Frauen im Top-Management vertreten sind.

Was weiter auffällt ist, dass uns das Siemens-Management erhalten bleibt. Das Management, das bereits seit Jahren an der Sanierung des Com gescheitert ist. Der Markt hat sich nicht verändert, das Management bleibt gleich. Warum, so fragen wir uns, soll es dann bei NoSiNet besser werden? Wenn ich einen Handwerker beauftrage, mein Bad zu fliesen und er scheitert an dieser Aufgabe, lasse ich ihn dann weiter arbeiten? Nein, ich werfe ihn raus und beauftrage einen anderen.

Auf eine erfolgreiche Sanierung kann man nur hoffen, wenn man das komplette Siemens-Management austauscht. Habt ihr nichts aus dem BenQ-Deal gelernt? Auch da ist das Siemens-Management geblieben. Und wie sieht es jetzt dort aus?
(cr)


Mo, 21.08.06: Carrier: Siemens Networks Management GmbH gegründet
Bei einer Kommanditgesellschaft (KG) haftet mindestens einer der Gesellschafter unbeschränkt mit seinem Vermögen (Komplementär). Dieser Komplementär kann auch eine GmbH sein. In diesem Fall entsteht eine GmbH & Co. KG. Die übrigen Gesellschafter der KG (Kommanditisten) haften nur mit ihrer Einlage.


Die Interimsgesellschaft soll die Siemens Network GmbH & Co. KG werden. Der erste Schritt dazu ist die Gründung einer GmbH. Diese wurde nun am 14.8.2006 unter dem Namen Siemens Networks Management GmbH unter der Handelsregisternummer HRB 163416 beim Amtsgericht München eingetragen. Sitz der Gesellschaft ist München, St.-Martin-Str. 76. Geschäftsführer der GmbH sind Joachim Malterer und Christian Unterberger.

Uns fällt auf, dass der Sitz der GmbH in der Martinstraße eng gekoppelt ist mit den mobilen Netzen. Wenn das Festnetzgeschäft nicht so läuft, wie sich NoSiNet das vorstellt, kann dieser Teil leicht abgetrennt werden.
(cr)


So, 20.08.06: Beschlussverfahren wegen unklarer Rechtslage im Betrieb Carrier Mch H eingeleitet
Am 18.8.2006 hat Christine Rosenboom zusammen mit zwei weiteren Mitarbeitern über unseren Rechtsanwalt Nils Pütz ein Beschlussverfahren zur Einsetzung eines Wahlvorstandes für die Betriebsratswahl im Carrier Betrieb Mch H am Arbeitsgericht München eingeleitet.

Wenn der Betriebsrat nicht rechtmäßig im Amt oder nicht richtig zusammengesetzt ist, sind alle Betriebsratsbeschlüsse und Handlungen des Betriebsrats (Widersprüche gegen Versetzungen und Kündigungen, Betriebsvereinbarungen etc.) unwirksam. Daran ändert sich auch nichts, wenn der Arbeitgeber sich damit einverstanden erklärt, den Betriebsrat anzuerkennen. Der Betriebsrat kann nur von der Belegschaft durch eine Wahl legitimiert, nicht aber vom Arbeitgeber eingesetzt werden. Führt man keine Betriebsratswahl durch, wäre der Betrieb Carrier Mch H nach 6 Monaten möglicherweise ein betriebsratsloser Betrieb.

Daher sind wir zusammen mit unserem Rechtsanwalt zu der Überzeugung gekommen, dass die Frage, ob im Betrieb Carrier Mch H eine Betriebsratswahl stattfinden muss oder nicht, im Vorfeld gerichtlich geklärt werden muss, um Rechtssicherheit für die Mitarbeiter zu bekommen.

Im Interessenausgleich zur Betriebsabspaltung und in der Protokollnotiz zur Überleitungsvereinbarung Carrier haben GBR und Arbeitgeber festgestellt, dass eine Betriebsratswahl aufgrund von §21a I 2 BetrVG - auch im Carrier Mch H - geschehen muss. Daraufhin wurden in allen neu gebildeten Enterprise Betrieben und in fast allen Carrier Betrieben unverzüglich Betriebsratswahlen eingeleitet.

Ein Antrag der NCI-Betriebsräte, einen Wahlvorstand auch im Carrier Betrieb Mch H einzusetzen, wurde durch den Betriebsrat Mch H abgelehnt. Der Betriebsrat Mch H beschloss nach Konsultation eines Rechtsanwaltes, dass er keine Betriebsratswahl durchführen will. Daraufhin haben Arbeitgeber (CP G AR 1) und GBR bekannt gegeben, auf die Betriebsratswahl im Carrier Mch H zu verzichten. Eine Begründung dafür haben GBR und Arbeitgeber nicht abgegeben.

Wir ließen die Argumente des vom BR Mch H beauftragten Rechtsanwalts und unsere eigenen Argumente durch unseren Rechtsanwalt prüfen. Dieser kam zu der Auffassung, dass gemäß §21a I 2 BetrVG eine Betriebsratswahl im Carrier Mch H stattfinden muss. Da die Folgen für die Mitarbeiter schwerwiegend sind, wenn der Betriebsrat nicht rechtmäßig im Amt ist, müssen diese beiden gegenteiligen Rechtsmeinungen vor Gericht vorgelegt und die Sachlage von einem unabhängigen Richter geklärt werden.
(cr/iw)


Di, 15.08.06: Pensionärsregelung aus bilanztechnischen Gründen abgelehnt
Die Betriebsleitung hat einseitig beschlossen, die ZP-Regelung xxx aus bilanztechnischen Gründen nicht mehr anzuwenden. Diese Vereinbarung besagt, dass Mitarbeiter ab 55 Jahren, die per Betriebsübergang die Firma wechseln, Siemens Pensionäre bleiben können. Im Klartext heißt dass, die Siemens AG will sich nicht mit den Pensionen von Mitarbeitern belasten, die per Betriebsübergang die Firma wechseln müssen. Bilanztechnisch heißt hier lediglich, der Gewinn der Aktionäre soll nicht durch die Pensionen langjähriger Mitarbeiter belastet werden.

Der Arbeitgeber kann aber nicht einseitig beschließen eine Betriebsvereinbarung nicht mehr anzuwenden. Er muss sie vorher nach §77 V BetrVG kündigen. Der GBR sollte unserer Meinung nach darauf achten, dass Betriebsvereinbarungen den ihnen zugeschriebenen gesetzlichen Stellenwert behalten.
(iw)


Mo, 07.08.06: Kein Übergangsmandat für den GBR
Laut §21a BetrVG haben Betriebsräte ein Übergangsmandat, um betriebsratslose Zeiten in abgespaltenen Betrieben zu verhindern. Für den Gesamtbetriebsrat sieht das Gesetz jedoch kein Übergangsmandat vor.

In der geheimen Protokollnotiz zur Überleitungsvereinbarung Carrier steht nun (analoges gilt für Enterprise):

„Der Gesamtbetriebsrat der Siemens AG steht bis zur Konstituierung des neuen Gesamtbetriebsrats Siemens Networks, längstens jedoch 4 Wochen, der Leitung der Siemens Networks GmbH & Co. KG sowie den örtlichen Betriebsräten als Ansprechpartner zur Verfügung.“

Der Gesamtbetriebsrat kann sich auf diese Art kein Übergangsmandat verschaffen. Es ist auch nicht Sache des Arbeitgebers, einen ihm genehmen GBR zu installieren. Dies wäre vergleichbar mit der Situation bei SAP vor der Betriebsratswahl. Hier hat der Arbeitgeber auch einfach bestimmt, dass die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat die Betriebsratsaufgaben wahrnehmen sollen. Dies ist nun nicht mehr möglich, da jetzt ein Betriebsrat gewählt ist.

Ein solches Übergangsmandat wäre daher kein Verhandlungserfolg, sondern ein Gesetzesverstoß.

Der GBR hat die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten und wird daher von den von der Belegschaft gewählten Betriebsräten in den GBR entsandt. Als Ansprechpartner kann sich der GBR zwar anbieten, so wie man jeden anderen Menschen auch ansprechen kann, aber der GBR hat kein Übergangsmandat.

D.h. alle mit dem GBR der Siemens AG nach dem Übergang abgeschlossenen Vereinbarungen für die Enterprise- bzw. Carrier-Gesellschaften sind unwirksam.
(cr)


So, 06.08.06: Vereinbarte Maßnahmen werden weitergeführt
Wie aus der nicht veröffentlichten Protokollnotiz zur Überleitungsvereinbarung von Com Carrier und Com Enterprise hervorgeht, werden im EFA-Gespräch vereinbarte Weiterbildungsmaßnahmen, Kuren, Erholungsplätze etc., wenn sie bereits vereinbart sind, durchgeführt.
(iw)


Sa, 05.08.06: IA-BA: Freigestellte Betriebsräte
Im Interessenausgleich zur Betriebsabspaltung heißt es in Punkt 4:

"Sollte durch Restrukturierungsmaßnahmen in den abgespaltenen Carrier- oder Enterprise-Betrieben die Mitarbeiterzahl sinken, so wird sich die per 1.8.2006 aus dem BetrVG ergebende Zahl der freigestellten Betriebsräte bis zur Betriebsratswahl 2010 nicht verändern.

Der Zuschnitt der neuen Betriebsratsstruktur orientiert sich neben sachlichen und räumlichen Gegebenheiten auch daran, dass zum 1.08.06 mindestens eine Freistellung eines Betriebsratsmitglieds pro Betriebsratseinheit gegeben ist."


Überrascht hat uns dieser Passus im (übrigens geheim gehaltenen) Interessenausgleich für die Betriebsabspaltung schon, denn die Freistellung von Betriebsräten ist abhängig von der Mitarbeiterzahl im Betrieb und in §38 BetrVG geregelt. Normalerweise ist der Arbeitgeber nicht bereit die dort geforderte Mindestanzahl freigestellter Betriebsräte zu überschreiten. Überraschend ist es insbesondere, da für die Mitarbeiter praktisch nichts herausgehandelt wurde.

Punkt 1 des IA ist die Präambel, Punkt 2 befasst sich mit der Aufteilung der Betriebsratseinheiten, Punkt 3 mit dem Ausgleich möglicher Nachteile für die Arbeitnehmer, in dem allerdings nur festgestellt wird, dass im Falle von Stellenabbau, vornehmlich bei Standortzusammenlegungen und -schließungen, alle milderen Mittel ausgeschöpft werden müssen und sozialverträgliche Lösungen (Aufhebungsvertrag, beE) angeboten werden müssen, also wirklich nichts neues. Punkt 4 befasst sich mit einem echten Verhandlungserfolg, die Anzahl der freigestellten Betriebsräte bleibt auch bei sinkender Beschäftigungszahl bestehen. Punkt 5 stellt fest, dass die Vereinbarungen des IA/SP abgeschlossen sind.

Auch, wenn es für einen Betriebsrat verlockend erscheint, ein solches Angebot zu bekommen, hätte er es unserer Meinung nach nicht annehmen sollen. Es könnte sein, dass der Arbeitgeber dafür eine Gegenleistung verlangt. So etwas schafft immer Abhängigkeiten und hinterlässt einen schalen Eindruck.

Gleichzeitig kann diese Vereinbarung als ein Hinweis auf bevorstehenden Personalabbau gedeutet werden, da man jetzt schon damit rechnet, dass die Mitarbeiterzahl um eine größere Zahl sinkt.
(iw)


Fr, 04.08.06: "Und sie dreht sich doch" - oder warum es einen zweiten Betriebsübergang geben muss
Wir bleiben dabei: Nur mit einem Share Deal, ohne einen zweiten Betriebsübergang wird es nicht gehen.

Warum?
In 150 Ländern gibt es ab 1.10.06 jeweils eine Landesgesellschaft von Siemens und eine von Nokia. Insgesamt also 300 Landesgesellschaften. Wäre es ein Share Deal, dann müsste Siemens von jeder dieser Nokia-Landesgesellschaften 50% der Anteile kaufen und Nokia im Gegenzug 50% von jeder Siemens-Landesgesellschaft. Was dabei entstehen würde wären 300 Beteiligungsgesellschaften, aber kein Joint Venture.

Betrachten wir einmal nur Deutschland mit der Siemens Networks Communication GmbH & Co. KG und der Nokia Networks GmbH, die bei einem Share Deal mit einer Änderung des Firmennamens eigenständig nebeneinander bestehen bleiben würden. NoSiNet möchte Synergieeffekte nutzen. Dazu sind Absprachen u.a. über Portfolio, Kunden, Lieferanten und Absatzgebiete notwendig. Solche Absprachen zwischen zwei eigenständigen Firmen wären ohne einen Verstoß gegen das GWB (Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen) kaum zu bewerkstelligen. Folge, die Kartellbehörden wären ständiger Gast bei den beiden Firmen.

Einzige Lösung - und genau so ist es auch gemäß der Intranet-Seite zum Joint Venture geplant - die beiden Gesellschaften Siemens Networks Communication GmbH & Co. KG und Nokia Networks GmbH werden zu einem Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks GmbH & Co. KG zusammengefasst.

So etwas nennt man Fusion. Eine Fusion geht aber nicht ohne Betriebsübergang - sagt zumindest der Erfurter Kommentar zum Arbeitsrecht. Diesem glauben wir.
(cr)


Fr, 04.08.06: Weitergeltung Tarifverträge - ein Verhandlungserfolg?
Die Tarifverträge gehen gemäß §613a BGB zunächst in die Siemens Networks Communication GmbH & Co. KG und anschließend in die Nokia Siemens Networks GmbH & Co. KG über. Der Eintritt in den Arbeitgeberverband ist lediglich in der Protokollnotiz zur Überleitungsvereinbarung für die Siemens Networks Communication GmbH & Co. KG, also die Interimsgesellschaft zugesagt: "Die Siemens Networks GmbH & Co. KG verpflichtet sich, dem Arbeitgeberverband beizutreten." (Punkt 7 der Protokollnotiz)

Diese Interimsgesellschaft existiert nur drei Monate lang bis zum 2. Betriebsübergang. Der Eintritt in den Arbeitgeberverband wäre für die Weitergeltung des Tarifvertrages völlig unnötig und ändert für die Mitarbeiter nichts.

Es sei denn, die IG Metall schließt in diesen drei Monaten einen Ergänzungstarifvertrag ab, der unsere Arbeitsbedingungen wesentlich verschlechtert (z.B. Erhöhung der Arbeitszeit auf 40h ohne Lohnausgleich). Dieser würde dann auch gemäß §613a BGB zur Nokia Siemens Networks GmbH & Co. KG mit übergehen.

Der Gedanke, dass Siemens in der Richtung etwas plant, drängt sich auf, wenn man sich vor Augen hält, (cr)


Fr, 04.08.06: Wahl der Gesellschaftsform - ein Verhandlungserfolg?
Wie Klaus Kleinfeld bereits am 19.6.2006 verkündete wird Nokia Siemens Networks nach dem Vorbild der Fujitsu Siemens Computers (FSC) aufgebaut sein. FSC hat eine holländische B.V. als Holding, zu der in Deutschland die Fujitsu Siemens Computers GmbH gehört.

Wie wir bereits in einer Grafik dargestellt haben, wird die Nokia Siemens Networks B.V. in 150 Ländern Landesgesellschaften haben, die die für das jeweilige Land günstigste Gesellschaftsform annehmen werden. Für Großbritannien wird das die Limited (Ltd.) sein, für die USA eine Incorporation (Inc.) usw. In Deutschland ist die günstigste Form nun mal eine GmbH & Co. KG. Diese Form war also von Anfang an geplant.
=> Kein Verhandlungserfolg
(cr)


Do, 03.08.06: Interessenausgleich RD
Dies ist eines der nicht veröffentlichten Dokumente. Es geht darin um die Auswirkungen der Abspaltung der Betriebsteile Com Carrier, Com Enterprise auf die Standorte der RD.

So richtig klar wird dem Leser nicht, was eigentlich mit den Mitarbeitern der RD passiert, offensichtlich sollen sie auf Com und Carrier aufgeteilt werden so wie die Mitarbeiter der Central Functions. Der Geltungsbereich fehlt, sodass nicht ersichtlich ist, ob einige Kollegen noch bei Siemens bleiben und nach welchen Kriterien sie wo zugeordnet werden. Der GBR lässt damit dem Arbeitgeber freie Hand bei der Zuordnung der RD-Mitarbeiter.

IA-RD: "Im Zusammenhang mit der geplanten rechtlichen Verselbständigung von Com Carrier und Com Enterprise ergeben sich möglicherweise auch Auswirkungen auf die Standorte der RD."

Kommentar: Warum möglicherweise? Dass man die Auswirkungen kennt, ist die Voraussetzung, um mögliche Nachteile für die Belegschaft erkennen zu können, sonst kann man keinen Interessenausgleich abschließen. Dafür hat der Gesetzgeber ja das Informationsrecht des Betriebsrates geschaffen (§111 BetrVG)

IA-RD: "Die Parteien stimmen darin überein, dass nach der Abspaltung von Com Carrier und Com Enterprise an den Standorten der RD die Arbeitsplätze möglichst erhalten werden."

Kommentar: Dies ist lediglich eine leere Floskel

IA-RD: "Die Siemens AG erhält die in der Tarifvertraglichen Sondervereinbarung vom 23.1.2005 enthaltene Standortsicherung für die Niederlassungen aufrecht."

Kommentar: Das müssen sie, da es vertraglich vereinbart ist. Dies steht im Widerspruch zu den Protokollnotizen zur Überleitungsvereinbarung Carrier und Enterprise, in denen es heißt: "Die Bedingungen zur Standort- und Beschäftigungssicherung der Tarifvertraglichen Sondervereinbarung vom 23.01.2005 werden insoweit für die neue Gesellschaft angepasst, als bei Zusammenlegung von Standorten das CP-Rundschreiben Nr. 53/98 bis zum 30.09.2009 angewandt wird." Damit wird das Ziel dieses Ergänzungs-TV, für das die MA erhebliche Zugeständnisse machen mussten, nämlich die StO-Sicherung zugunsten von StO-Zusammenlegungen aufgegeben.

IA-RD: "Anlässlich der erforderlichen Betriebsaufspaltungen und Betriebsübergänge im Zusammenhang mit der geplanten rechtlichen Verselbständigung von Com Carrier und Com Enterprise zum 01.08.2006 erfolgen an den Standorten der RD keine Personalanpassungen."

Kommentar: Erstens ist die Aufspaltung eine Abspaltung, zweitens geht es in diesem Interessenausgleich noch nicht um den Betriebsübergang, drittens sind Kündigungen anlässlich eines Betriebsübergangs durch §613a BGB ausgeschlossen.

IA-RD: "Die Siemens AG wird alles daran setzen, die Niederlassungs-Standorte aufrechtzuerhalten."

Kommentar: Leere Absichtserklärung

IA-RD: "Sollte auf Grund des Wegfalls oder der Veränderung von Beschäftigungsinhalten dennoch eine Anpassung der Beschäftigung erforderlich sein, so besteht Einvernehmen, dass zunächst alle betrieblichen und tarifvertraglichen (TV zur Beschäftigungssicherung) Möglichkeiten der Beschäftigungssicherung ausgeschöpft werden."

Kommentar: Das heißt im Klartext: erst werden Ergänzungstarifverträge mit 40h-Woche ohne Lohnausgleich, Streichung von Weihnachts- und Urlaubsgeld eingeführt. Dann stellen sie fest, dass (durch die verlängerte Arbeitszeit) weniger Mitarbeiter gebraucht werden und damit Kapazitätsanpassungen erforderlich sind. Jetzt sind aber bereits alle Möglichkeiten der Beschäftigungssicherung ausgereizt und sie können wieder fröhlich Stellenabbau betreiben.

IA-RD: "Es besteht darüber hinaus Einvernehmen, dass bei Wegfall oder der Veränderung von Beschäftigungsinhalten den vom Personalabbau bedrohten Arbeitnehmer zusätzlich angemessene Weiterqualifizierungsmöglichkeiten angeboten werden, um diesen eine Vermittlungschance auf andere vergleichbare oder ähnliche Arbeitsplätze im bisherigen oder in anderen Betrieben der Siemens AG zu geben."

Kommentar: Danach könnte man meinen, die RD-Mitarbeiter bleiben bei der Siemens AG (das ist mir immer noch nicht klar geworden), sonst würden sie ja nicht innerhalb der Siemens AG Arbeitsplätze bekommen. Was da entstehen soll, sieht aus wie ein Pool von Mitarbeitern nach dem Muster PRA (TietoEnator, Bayer): Leute werden von einem Projekteinsatz zum nächsten geschickt.

IA-SP: "Kann trotz der oben genannten Maßnahmen eine wesentliche Reduzierung der Beschäftigtenzahl nicht vermieden werden, so werden die Siemens AG, der Gesamtbetriebsrat der Siemens AG und die IG Metall auf Antrag einer der Beteiligten Gespräche aufnehmen."

Kommentar: Das müssen sie (§111 BetrVG)

IA-SP: "Sollten in Einzelfällen in der Region Deutschland keine handlungsfähigen Standorte/BR-Einheiten bestehen bleiben, werden die Betriebsparteien die für eine Zusammenlegung einzelner Standorte/BR-Einheiten erforderlichen sozialverträglichen Regelungen treffen. Bei Zusammenlegung von Betrieben, die Standorte der RD betreffen, wird bis zum 30.09.2009 das ZP-Rundschreiben Nr. 53/98 angewandt."

Kommentar: Also doch Standortschließungen entgegen dem Zweck des Ergänzungstarifvertrages möglich. Sozialverträgliche Regelungen = Abfindung, beE, ATZ, VB.
IA-SP: "Für die Standorte der RD beträgt die Geltungsdauer der Regelungen des ZP-Rundschreibens Nr. 53/98 bezüglich Fahrtkosten und doppelte Haushaltsführung (Pt. 3.und 4.) max. 36 Monate (bei Altersteilzeit max. 30 Monate)."

Kommentar: Dazu kann ich nichts sagen, weil ich das Rundschreiben nicht gelesen habe.
(cr)


Do, 03.08.06: Regelungen für Firmenwohnungen
Firmenwohnungen sind - wie Ihr wisst - an den Siemens Konzern gebunden. NoSiNet gehört aber nicht mehr zum Konzern. Enterprise ebenfalls nicht mehr, wenn es verkauft wird. Die Interimsgesellschaften gehören noch zum Konzern.

In der Überleitungsvereinbarung und in der nicht veröffentlichten Protokollnotiz steht:

für NoSiNet
Die Siemens Wohnungsgesellschaft mbH & Co. OHG erklärt sich bereit, bestehende Mietverhältnisse fortzuführen, solange das geplante Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks besteht.

für Enterprise
Die Siemens Wohnungsgesellschaft mbH & Co. OHG erklärt sich bereit, sich bereit, bestehende Mietverhältnisse für die Dauer von 5 Jahren befristet fortzuführen. Also deutlich schlechter als für die Mitarbeiter, die zu NoSiNet gehen.

für NoSiNet und Enterprise
Mitarbeitern, die zum 30.09.06 das 50. Lebensjahr vollendet bzw. ihr 25-jähriges Dienstjubiläum begangen haben sowie schwerbehinderten und gleichgestellten Mitarbeitern, wird eine unbefristete Weiterführung des Mietverhältnisses angeboten.
Voraussetzung für die Weiterführung des Mietverhältnisses ist jedoch in allen Fällen, dass sich der Mieter verpflichtet, eine Kaution in Höhe der 2-fachen Nettomiete (Stand 30.09.06) zu leisten. Die Kautionszahlung kann in 2 Monatsraten erfolgen.

Wir empfehlen sich mit der Wohnung vom Arbeitgeber unabhängig zu machen.
Wenn man arbeitslos wird, bekommt man nämlich nur noch schwer eine andere Wohnung

(iw)


Do, 03.08.06: Vereinbarung wird nicht mehr gelebt - so die Betriebsleitung
Die Rentenregelung, über die wir am 31.07.06 im Artikel "Übergehende Mitarbeiter ab 55 können Siemens Pensionäre werden" wird laut Betriebsleitung nicht mehr gelebt.

Zunächst ist Festzustellen, dass eine Betriebsvereinbarung solange gilt bis sie gekündigt wird, auch wenn sie nicht gelebt wird. Leider ist diese Betriebsvereinbarung so weich formuliert, dass der Arbeitgeber seine Zustimmung zu dieser Regelung erteilen muss.

Allerdings kann man - wenn man möchte - eine nicht gelebte Betriebsvereinbarung wieder zu leben beginnen.
(iw)


Di, 01.08.06: Widerspruch gegen die Versetzung zu Carrier (Central Functions u.ä.)
Die Zukunft der Mitarbeiter, die zu Carrier versetzt werden ist klar definiert, es geht über die Interimsgesellschaft zu Nokia Siemens Networks. NoSiNet hat eine Zukunft, denn sie ist die drittgrößte Firma auf dem Telekommunikationsmarkt. Damit haben die Mitarbeiter das klassische Kündigungsschutzgesetz in seiner vollen Schönheit zur Verfügung mit der Situation wie 2003.

Die Situation ist hier folglich ganz anders als bei Enterprise. Die Wahrscheinlichkeit, dass Siemens nach einem Widerspruch die Ersetzung der Zustimmung zu dieser Versetzung vom Gericht bekommt, ist höher. Das gilt, obwohl das Kündigungsrisiko auch bei NoSiNet besteht. Es ist jedoch die Zukunft bei NoSiNet klar und die Wahrscheinlichkeit für eine Kündigung bei Siemens in diesem Fall deutlich höher.

Es könnte euch außerdem passieren, dass Siemens euch nach einem Widerspruch gegen die Versetzung zu Carrier ersatzweise zu Enterprise versetzt.

Ein Widerspruch ist unserer Meinung nach im Fall einer Versetzung zu Carrier nicht sinnvoll.
(cr)


Di, 01.08.06: Betriebsstruktur nach der Betriebsabspaltung von Com Carrier und Com Enterprise
Im Interessenausgleich (IA) zur Betriebsabspaltung heißt es in der Präambel:
"Zur Vorbereitung der geplanten rechtlichen Verselbständigung von Com Carrier und Com Enterprise sollen diese organisatorisch zum 1.8.2006 eindeutig getrennt werden. Dies beinhaltet insbesondere die Bildung eigener Betriebe im Sinne des Betriebsverfassungsrechts. Damit soll auch die möglichst frühzeitige Wahl von eigenen Betriebsratsgremien in den neuen Einheiten ermöglicht werden."

Die Betriebsratseinheiten umfassen auch die dazugehörigen RD-Com-Einheiten und die Zentralfunktionen.

Beispiel München:



Com Carrier Betriebe
Com Enterprise Betriebe

(iw)


Mo, 31.07.06: ÜV-Carrier: Überleitungsvereinbarung Com Carrier
Diese Vereinbarung zeichnet sich dadurch aus, dass in ihr bis auf ganz wenige Ausnahmen die gesetzlichen Regelungen festgehalten wurden. Wir haben Euch die Regelungen aus der Überleitungsvereinbarung, einschließlich der nicht veröffentlichten Protokollnotiz tabellarisch zusammengestellt.
Überleitungsvereinbarung für Com Carrier
(cr)


Mo, 31.07.06: IA Betriebsabspaltung (Carrier+EN) Punkt 3: Ausgleich eventueller Nachteile
Zunächst fällt auf, dass dieser Interessenausgleich (IA), der zur "Verhinderung wirtschaftlicher Nachteile der Belegschaft bei einer Betriebsänderung" dient, bisher den Mitarbeitern nicht bekannt gegeben wurde, obwohl dies §77 II 3 BetrVG fordert. Aber dies kennen wir ja schon aus der Vergangenheit. Weiter fällt auf, dass der IA aus 5 Seiten besteht, von denen sich aber lediglich eine halbe Seite mit den Interessen der Mitarbeitern auseinander setzt. Der Rest handelt nur von den Interessen des Betriebsrates, die nach der Intention des Gesetz (§§111, 112 BetrVG) nicht Inhalt eines Interessenausgleichs sind.

Wir fangen selbstverständlich mit den Mitarbeitern an, das erscheint uns wichtiger.

Punkt 3 des IA "Ausgleich eventueller Nachteile" befasst sich mit den möglichen Nachteilen, die der Mitarbeiter infolge der Betriebsabspaltung hat. Wir sollten besser sagen: er sollte sich mit den Nachteilen der Betriebsabspaltung befassen.

Hier werden aber lediglich Regelungen getroffen, die für die Siemens Networks GmbH & Co. KG gelten. Rechtlich sind diese Vereinbarungen Makulatur, denn die Siemens AG und auch der GBR sind für diese Gesellschaft nicht zuständig. D.h. hier schließen Klaus und Ralf eine Vereinbarung ab, an die sich Simon und Marie zu halten haben. Daran ändert sich auch nichts durch die Tatsache, dass dieser IA übergeht.

Schauen wir ihn uns trotzdem an, denn es ist der einzige Abschnitt, der sich mit den Mitarbeitern befasst. Vorab können wir sagen: viel Lärm um nichts.

IA: "Die Siemens Networks GmbH & Co. KG wird alles daran setzen, die Standorte aufrechtzuerhalten."

Kommentar:Es gibt 46 Standorte, die von der Betriebsabspaltung betroffen sind. Darunter sind auch kleinere Standorte. Diese fürchten um ihr Bestehen.

Dies ist nichts anderes als eine Absichtserklärung, die die Qualität von Hochglanzbroschüren hat. Mitarbeiter kleinerer Standorte können nicht sicher sein, dass ihr Standort nach der Abspaltung und/oder Betriebsübergang erhalten bleibt, denn die Siemens AG verpflichtet sich zu nichts.

IA: "Sollte auf Grund des Wegfalls oder der Veränderung von Beschäftigungsinhalten dennoch eine Anpassung der Beschäftigung erforderlich sein, so besteht Einvernehmen, dass zunächst alle betrieblichen und tarifvertraglichen (TV zur Beschäftigungssicherung) Möglichkeiten der Beschäftigungssicherung ausgeschöpft werden."

Kommentar:Laut IA/SP zum aktuellen Stellenabbau sind bis 31.10.06 keine betriebsbedingten Kündigungen möglich. Dies bleibt unberührt von diesem Passus. Dies gilt für die Standorte Mch H, M, P und Witten.

Es ist jedoch anzunehmen, dass sich dieser Passus auch für die anderen Standorte auf die Zeit in der Siemens Networks GmbH & Co. KG bezieht und nicht auf den Zeitraum 01.08.06 bis 30.09.06, in dem die Betriebe noch zur Siemens AG gehören.

Dieser Passus ist keine Beschäftigungssicherung in den Interimsbetrieben. Er stellt lediglich sicher, dass zuvor alle betrieblichen und tarifvertraglichen Möglichkeiten, wie der Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung (TVBesch), angewandt werden. Für Bayern (nur diesen TVBesch kennen wir) würde das bedeuten, dass der Arbeitgeber Arbeitszeitverkürzung, verbunden mit Kündigungsschutz (à la 2003 in Mch H) einführen müsste. Dies können wir uns beim besten Willen nicht vorstellen. Daraus schließen wir, dass der Arbeitgeber entweder keine Personalanpassung vornehmen möchte oder die Personalanpassung über Ergänzungstarifverträge sicherstellen will, z.B. Einführung der 40 Stunden Woche ohne Lohnausgleich, Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Eine solche Vereinbarung wäre im Sinne des Arbeitgebers, da sie erstens den Flächentarifvertrag aushebelt und zweitens den Einstieg in Lohn senkende Maßnahmen bedeutet und er sich drittens nicht verpflichtet, von Stellenabbau abzulassen.

IA: "Es besteht darüber hinaus Einvernehmen, dass bei Wegfall oder der Veränderung von Beschäftigungsinhalten den vom Personalabbau bedrohten Arbeitnehmer zusätzlich angemessene Weiterqualifizierungsmöglichkeiten angeboten werden, um diesen eine Vermittlungschance auf andere vergleichbare oder ähnliche Arbeitsplätze im bisherigen oder in anderen Betrieben der Siemens Networks GmbH & Co. KG anzubieten."

Kommentar: Dieser Passus bezieht sich wieder unbestritten auf die Siemens Networks GmbH & Co. KG. Damit verpflichtet Siemens und der GBR die noch nicht existierende Siemens Networks GmbH & Co KG innerhalb von Siemens Networks GmbH & Co KG zu versetzen. Wir fragen uns allerdings woher die Arbeitsplätze kommen sollen, wenn aktuell abgebaut wird. In der Personaldrehscheibe wurde nach letztem Stand nur drei Mitarbeiter vermittelt. Dies hat jetzt schon nicht funktioniert.

Der Hinweis auf die angemessene Weiterqualifizierung und die Vermittlung innerhalb der GmbH & Co. KG lässt einen Pool erahnen, in den Mitarbeiter ohne Arbeit kommen. Dies könnte das Muster Project Assignment (PRA) von 2003 wieder aufleben lassen. Auch bei Siemens Erlangen gibt es einen Pool, in dem sich seit Jahren Mitarbeiter ohne Arbeit befinden. Einen solchen Pool gibt es auch in anderen Konzernen, wie z.B. Bayer. Landet man in einem solchen Pool kann und sollte man auf vertragsgemäße Beschäftigung klagen.

Auch die Einrichtung einer neuen beE oder Öffnung der jetzigen ist nicht auszuschließen.

IA: "Sollten in Einzelfällen keine handlungsfähigen Standorte bestehen bleiben, werden die Betriebsparteien die für eine Zusammenlegung einzelner Standorte erforderlichen sozialverträglichen Regelungen treffen."

Kommentar: Dieser Passus bedroht eindeutig kleine Betriebe. Unverständlich ist, wozu man für die Zusammenlegung von Standorten sozialverträgliche Lösungen, also beE, Aufhebungsverträge etc., benötigt. Diese Formulierung deutet eher darauf hin, dass im Rahmen der Standortzusammenlegung Personal abgebaut werden soll. Hier sollten die örtlichen Betriebsräte intensiv auf ihr Informationsrecht bestehen, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Auch Standortschließungen sind hier nicht ausgeschlossen.

IA: "Bei Zusammenlegung von Standorten der Siemens Networks GmbH & Co. KG wird bis zum 30.09.2009 das ZP-Rundschreiben Nr. 53/98 angewandt. Für die Standorte der Siemens Networks GmbH & Co. KG beträgt die Geltungsdauer der Regelungen des ZP-Rundschreibens Nr. 53/98 bezüglich Fahrtkosten und doppelte Haushaltsführung (Punkt 3. und 4.) max. 36 Monate (bei Altersteilzeit max. 30 Monate)."

Kommentar: Dieses ZP-Rundschreiben liegt uns z.Z. nicht vor. Es befasst sich jedoch mit Fahrtkosten u.ä. Mit der Festschreibung der Geltungsdauer dieser Betriebsvereinbarung wird angekündigt, dass sie nach Ablauf eines Jahres (gesetzliche Schutzklausel nach §613a BGB) gekündigt werden soll.

Anmerkung: Wir haben alle Passagen dieses Abschnitts vollständig wiedergegeben, da ihr es sonst nirgends nachlesen könnt und ihr ein Recht auf diese Information habt.

Fortsetzung demnächst in diesem Theater.
(iw)


Mo, 31.07.06: Übergehende Mitarbeiter ab 55 können Siemens Pensionäre werden
Wenn man nur wüsste, was es alles so bei Siemens gibt. Die schönte Vereinbarung nutzt nichts, wenn sie nicht bekannt ist. Aber dafür gibt es NCI und die Kollegen, die uns immer wieder neues mitteilen.

Im ZP-Mitteilung, ZU F-Rundschreiben Nr. 4 / 2000 ist festgehalten, dass Mitarbeiter ab 55 Jahren (einschließlich), die von Betriebübergängen betroffen sind, Siemens Pensionäre werden können. Siemens hat diese Regelung eingeführt, um Widersprüche älterer Arbeitnehmer zu vermeiden.

Um diese Regelung in Anspruch nehmen zu können, muss der Arbeitnehmer das 55. Lebensjahr vollendet haben und wenigstens 20 Dienstjahre bei Siemens haben. Siemens AG und Mitarbeiter müssen mit dieser Regelung einverstanden sein. Das Einverständnis der Mitarbeiter ist durch ihre Unterschrift auf einer Kopie des Übertrittsschreibens (das ist noch nicht rausgegangen) und Rückgabe der Kopie an die Personalabteilung zu dokumentieren. Der Erwerber muss zustimmen, damit die Rückstellungen für den Pensionsfond bei der Siemens AG verbleiben können. Darüber hinaus verlangt die Siemens AG vom Erwerber einen Einmalbetrag, um die 3%-ig jährliche Anpassung auszugleichen. Daran könnte der Erwerber durchaus Interesse haben, da er ansonsten selbst in die Pensionsverpflichtung einsteigen muss.

In der ZP-Mitteilung ist sogar ein vorformulierter Text enthalten, der in eine Überleitungsvereinbarung hätte aufgenommen werden können, damit nicht jeder Mitarbeiter einzeln mit der Personalabteilung in Verbindung treten muss.

Leider fehlt in den Überleitungsvereinbarungen (unser Kommentar zu diesen folgt noch) diese Regelung für Mitarbeiter ab dem 55.Lebensjahr.
(iw)


Mi, 26.07.06: Joint Venture mit Nokia wird nicht an blauen Briefen scheitern
Der FN-Bereichsleiter behauptete heute in einer E-Mail an alle FN-Mitarbeiter „Klare Voraussetzung für das angekündigte Joint-Venture mit Nokia ist das Erreichen unserer geplanten [Abbau-] Zahlen!“

Wie schon mehrfach berichtet ist das nicht der Fall. Die Mittel für noch ausstehende Restrukturierungsmaßnahmen wird Siemens nach eigener Aussage nach dem Closing an Nokia Siemens Networks überweisen, denn „Diesen Aufwand hätten wir ohnehin.“ Die geplante Abbauzahl bei Nokia Siemens Networks von 15% hätte 9.000 der 60.000 Mitarbeiter entsprochen. Diese Zahl wurde bereits auf 10.200 erhöht, also um die 1.200 Mitarbeiter, die bei der anstehenden Abbaumaßnahme ihren Arbeitsplatz aufgeben sollen.

Das Joint Venture mit Nokia wird also nicht daran scheitern, dass die Abbauzahlen nicht erreicht werden können. Das wären auch ziemlich lächerliche Verträge, wenn es so wäre. Nokia und Siemens betreiben bereits einen gigantischen Aufwand, um das Joint Venture vorzubereiten.

Ziel dieser Aussage der Bereichsleitung ist offensichtlich, die Mitarbeiter mit blauen Briefen gegen die ohne solche auszuspielen. Lasst das nicht zu!
(cr)


Mo, 24.07.06: Widerspruch gegen Betriebsübergang - ja oder nein?
Wird ein Betrieb oder ein Betriebsteil verkauft, dann hat der Mitarbeiter das Recht dem Betriebsübergang zu widersprechen. Doch diesen Widerspruch muss man sich sehr sorgfältig überlegen.

Widerspruchsgründe:
Da Siemens und NoSiNet nicht aufhören mit Stellenabbau und Kündigung zu drohen (unabhängig davon wie realistisch das ist), kann man dies als Widerspruchsgrund heranziehen. Drohender Arbeitsplatzverlust ist ein vom Gericht anerkannter Widerspruchsgrund. Damit muss Siemens bzw. die Interimsgesellschaft die soziale Auswahl beachten.

Bei Betriebsschließung hilft die soziale Auswahl nichts mehr
Bei einer Betriebsschließung kommt die soziale Auswahl nicht mehr zum Tragen, da ja alle Mitarbeiter gekündigt werden. Auch der Kündigungsschutz wie Jubilarschutz und tariflicher Kündigungsschutz trägt in diesem Fall nicht mehr. Auch Mitarbeiter, die z.B. in Elternzeit sind, und im Moment nicht gekündigt werden können, müssen damit rechnen, dass sie zum Ende der Elternzeit gekündigt werden, wenn sie einem Betriebsübergang widersprechen.

Was passiert nun bei so einem Widerspruch?
Der Arbeitsplatz geht mit zur neuen Firma über. Das eigene Arbeitsverhältnis bleibt mit der alten Firma bestehen. Die Firma kann zwar nicht wegen eines Betriebsübergangs kündigen - das verbietet das Gesetz - aber sie kann wegen Arbeitsmangel kündigen. Das wird Siemens auch aller Voraussicht nach tun.

Sehen wir uns daher genau an, welche Chancen der Arbeitnehmer hat, seinen Arbeitsplatz zu erhalten, wenn er einem der beiden Betriebsübergänge widerspricht:

1. Betriebsübergang von der Siemens AG zur Interimsgesellschaft
Durch die Betriebsaufspaltung am 1.8.06 wird Com Carrier und Com Enterprise, einschließlich der zuarbeitenden Bereiche und Mitarbeiter, jeweils ein eigener Betrieb werden. Dieser Betrieb geht komplett in die entsprechende Interimsgesellschaft über. Widerspricht der Mitarbeiter dem Betriebsübergang geht er nicht mit über, sondern bleibt dem alten Betrieb zugeordnet. Es entsteht dann quasi ein Com Carrier-Widersprüchler-Betrieb bzw. Ein Com Enterprise-Widersprüchler-Betrieb. Diese Betriebe wird Siemens höchstwahrscheinlich schließen. Rechtlich bedeutet das: Der Mitarbeiter erhält eine betriebsbedingte Kündigung. Der Mitarbeiter kann gegen diese Kündigung eine Kündigungsschutzklage innerhalb einer 3-Wochen-Frist erheben. Es gibt nun drei Kriterien, über die man einen Kündigungsschutzprozess gewinnen kann:
  1. Die soziale Auswahl. Aufgrund des begründeten Widerspruchs müsste der Arbeitgeber sie durchführen. Da er aber eine Betriebsschließung durchgeführt hat, kommt die soziale Auswahl nicht zum Tragen, da es keine ungekündigten Kollegen in diesem Betrieb mehr gibt. Die soziale Auswahl ist immer betriebsbezogen.
  2. Das zweite Kriterium, ist die unternehmerische Entscheidung, diese muss der Arbeitgeber bis auf den Arbeitplatz herunter gebrochen werden. Das ist einfach, denn es liegt eine Betriebsschließung vor. Folglich ist jeder Arbeitsplatz betroffen. Hinzukommt, dass man gar keinen mehr hat, denn dieser ist in die neue Firma abgewandert. Also hier kann man auch nicht punkten.
  3. Es bleibt das dritte Kriterium: Die Weiterbeschäftigung auf freien Stellen innerhalb der Siemens AG. Kann man dem Gericht nachweisen, dass es in der Siemens AG eine passende freie Stelle für einen gibt, auf der man mit einer maximalen Einarbeitungszeit von 6 Monaten weiterbeschäftigt werden kann, dann gewinnt man den Kündigungsschutzprozess. Allerdings wird der Arbeitgeber alles daran setzen, das Gegenteil zu beweisen. Es hängt dann vom Richter ab, wie er die Aussagen gegeneinander abwägt. In jedem Fall sollte man das Risiko hier nicht unterschätzen. Sicher ist es nicht, dass man den Prozess gewinnt.
2. Betriebsübergang von der Interimsgesellschaft zu NoSiNet bzw. Enterprise-Käufer
Um es gleich vorweg zu nehmen. Hier zu widersprechen ist Arbeitsplatz technischer Harakiri. Der Arbeitgeber wird den Betrieb mit den Widersprüchlern schließen. Wie beim ersten Betriebsübergang kommt die Sozialauswahl nicht zum Tragen, die unternehmerische Entscheidung wie oben klar ist. Doch jetzt gibt es keine freien Stellen mehr in der Siemens AG, denn die Interimsgesellschaft gehört nicht mehr zur Siemens AG. Damit gibt es kein Kriterium, über das man einen Kündigungsschutzprozess gewinnen kann.

Kündigungen bei NoSiNet bzw. Enterprise-Käufer
Hier sieht die Situation wieder völlig anders aus. Hier wird nämlich kein ganzer Betrieb geschlossen, sondern einzelne Mitarbeiter sollen mit Kündigung bedroht werden. Da auch für NoSiNet und den Enterprise-Käufer das Kündigungsschutzgesetz gilt, muss der Arbeitgeber eine soziale Auswahl durchführen. Wenn der BR keinen Unsinn macht (was er hoffentlich nicht tun wird) und Namenslisten und Auswahlrichtlinien zustimmt, dann kommt die Sozialauswahl voll zum Tragen. Hinzu kommt, dass der Arbeitgeber die unternehmerische Entscheidung bis auf den einzelnen Arbeitsplatz herunter brechen muss. D.h. der Arbeitgeber muss vor Gericht nachweisen, warum genau dieser Arbeitsplatz aufgrund seiner unternehmerischen Entscheidung entfallen ist und nicht der des Nachbars. Dies ist beliebig schwierig und hierbei unterlaufen dem Arbeitgeber sehr oft handwerkliche Fehler. Hinzu kommt, dass es bei NoSiNet voraussichtlich wieder freie Stellen geben wird. Diese werden sein in NoSiNet-MchH, in NoSiNet-Mch M, in NoSiNet-Mch P oder in NoSiNet-xy. Ein bisschen wie in der Siemens AG. Auch hiermit hat man Chancen einen Prozess zu gewinnen. Man hat also drei Kriterien, über die man einen Prozess gewinnen könnte. Dies ist die Situation von 2003, in der alle Mitarbeiter ihren Prozess gewonnen haben.

Zusammenfassung
  1. Einen Widerspruch gegen einen Betriebsübergang muss man sich gut überlegen, denn das Risiko, seinen Arbeitsplatz zu verlieren ist sehr hoch.
  2. Wenn man widersprechen will, muss man dem ersten Betriebsübergang widersprechen, denn hier kann man über freie passende Stellen in der Siemens AG einen Kündigungsschutzprozess gewinnen. Widerspricht man erst dem zweiten Betriebsübergang, dann ist man chancenlos.
  3. Um es einmal so auszudrücken: Wenn man Angst vor Kündigung hat, dann sollte man wenigstens warten bis man in NoSiNet bzw. beim Enterprise-Käufer gelandet ist. Denn nur hier hat man realistische Chancen einen Prozess zu gewinnen und den Arbeitsplatz zu erhalten.
Damit ihr das auch bildlich ansehen könnt, gibt es wieder eine
Grafik (sie gilt analog für Enterprise)
(iw)


Sa, 22.07.06: GBR-Verhandlungen: Mitarbeiter der CT und STA einbeziehen
Der GBR wird nächste Woche die Verhandlungen über den IA/SP zur Betriebsaufspaltung aufnehmen. Er sollte (cr/iw)


Sa, 22.07.06: Struktur des Nokia Siemens Networks Konzerns
Nokia Siemens Networks wird eine holländische B.V. sein. Diese ist eine Holding (Konzern). Das entstehende Konstrukt wird ähnlich aufgebaut sein wie FSC (Fujitsu Siemens Computers). Auch bei dieser ist die Holding eine holländische B.V. In Deutschland ist FSC eine GmbH.

Um euch einen groben Überblick über den zukünftigen Aufbau des NoSiNet-Konzerns zu geben, haben wir diesen graphisch dargestellt. Die genauen Gesellschaftsformen, die die Gesellschaften in den einzelnen Ländern annehmen werden hat uns Siemens noch nicht mitgeteilt. Wir haben deshalb die gewählt, die üblicherweise in den jeweiligen Ländern verwendet werden.
zur Grafik
(cr)


Mi, 19.07.06: Kommentar zur Presseerklärung von IG Metall und GBR vom 19.7.2006
"Gesamtbetriebsrat und IG Metall verständigen sich mit Siemens über Bedingungen zur Ausgliederung von COM"


Zitat: "Trotz unveränderter Kritik von Gesamtbetriebsrat und IG Metall wird an dem Beschluss des Aufsichtrates zur Ausgliederung von COM festgehalten."
Kommentar: Logisch. Die Verträge sind unterzeichnet, das ist nicht rückgängig zu machen. Da kann man kritisieren und jammern soviel man will, das hilft nicht. Vorher hätten die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, im GBR, im Wirtschaftsausschuss Gegenvorschläge zur Sanierung durchsetzen können. Was haben sie gemacht? Einen IA/SP zum Stellenabbau abgeschlossen, der jede Menge handwerkliche Fehler enthält.

Zitat: Vor diesem Hintergrund geht es für den Gesamtbetriebsrat und die IG Metall jetzt darum, diese Ausgliederung für die betroffenen Mitarbeiter so sozial verträglich wie möglich zu gestalten und eine Zukunftsperspektive zu eröffnen.
Kommentar: Nokia Siemens Networks hat auf jeden Fall eine Zukunftsperspektive, das ist der drittgrößte Telekommunikationsanbieter. Die Enterprise-Kollegen sind nach wie vor im Unklaren, da haben IGM/GBR nichts erreicht. Eine Ausgliederung (=Betriebsübergang) ist immer sozial verträglich, da alle Arbeitsverhältnisse mit den zum Zeitpunkt des Übergangs geltenden Arbeitsbedingungen nach Gesetz (§613a BGB) übergehen.

Zitat: In einem gemeinsamen Gespräch am 18.07.2006 wurde dafür der Weg bereitet.
Kommentar: Das sind aber kurze Verhandlungen gewesen.

Zitat: "Gesamtbetriebsrat und IG Metall verständigen sich mit Siemens darauf, dass die Geschäftsgebiete COM Carrier (Netzwerke) und COM Enterprise (Firmenkunden) zum 01.10.2006 in eigenständige Gesellschaften überführt werden."
Kommentar: Das ist ein alter Hut. Da braucht sich Siemens mit GBR / IG Metall überhaupt nicht zu einigen, da es eine unternehmerische Entscheidung ist. Ein Betriebsübergang fällt nicht unter das Mitbestimmungsrecht. Mitbestimmungspflichtig hingegen ist die am 1.8.06 stattfindende Betriebsaufspaltung. Wo ist unser dazu abgeschlossener Interessenausgleich und Sozialplan? Hat man das versucht? Der wäre insbesondere für die Mitarbeiter der Zentralstellen wichtig, die überhaupt noch nicht wissen, wo sie hingehören. Was ist mit den Restbetrieben? Brechen für sie Aufträge weg (z.B. CT), wie werden deren Nachteile ausgeglichen? Dies hätte man in einem Interessenausgleich festschreiben können.

Zitat: "Für die betroffenen Mitarbeiter sollen dabei die für sie jeweils bestehenden tarifvertraglichen Regelungen unverändert weiter gelten."
Kommentar: Damit hat sich die IGM ihren Einfluss in den neuen Firmen gesichert. Der Tarifvertrag sieht für uns vor, dass wir zum 1.4.07 in die ERA-Tarifgruppen eingruppiert werden, was für viele von uns eine Abgruppierung und nach dem Ende der Ausgleichzahlungen mit einem erheblichen Einkommensverlust (man spricht offen von 30%) verbunden sein wird. Diesen gleichen die Tariferhöhungen aller Voraussicht nach nicht aus.

Zitat: "Als gemeinsame Zielsetzung wurde festgelegt, dass die ausgegliederten Arbeitsplätze möglichst erhalten werden."
Kommentar: In jedem Interessenausgleich steht, dass ein Stellenabbau nur gemacht wird, um die restlichen Arbeitsplätze zu erhalten. Die Formulierung "möglichst erhalten werden" ist nur eine Floskel, mehr nicht.

Zitat: "Eventuell notwendige Personalanpassungsmaßnahmen bis zum 30.09.2009 sollen, wie bisher bei Siemens üblich, ohne betriebsbedingte Kündigungen vorgenommen werden."
Kommentar: Siemens kann sowieso nicht kündigen, da es dann eine andere Firma, nämlich Nokia Siemens Networks bzw. die Enterprise-Gesellschaft oder deren noch unbekannter Käufer ist, die entscheidet. Nokia setzt die Führungsmannschaft ein und entscheidet bei NoSiNet. Darüber hinaus kündigt Siemens bisher deshalb nicht mehr, weil 2003/2004 alle Kündigungsschutzprozesse wegen Verstoß gegen das Kündigungsschutzgesetz von Siemens verloren wurden. Siemens hat gelernt, dass sie sich von älteren Arbeitnehmern nicht über betriebsbedingte Kündigungen trennen kann. Dieser Erfolg ist also nicht auf den GBR zurückzuführen, sondern auf die Mitarbeiter, die diese Kündigungsschutzprozesse bis zum Ende geführt haben.

Zitat: "Es ist sichergestellt, dass die neuen Gesellschaften der deutschen Unternehmensmitbestimmung unterliegen und den jeweiligen Metallarbeitgeber-Verbänden beitreten."
Kommentar: Damit hat die IG Metall sich ihre Posten im Aufsichtsrat und ihre Daseinsberechtigung gesichert. Es wurde nur einen Tag verhandelt. Man muss sich fragen, warum Siemens so schnell zugestimmt hat, dass die neuen Gesellschaften in den Arbeitgeberverband eintreten und auch noch eine bestimmte Unternehmensform annehmen. Diese Zusage kann, wenn sie so erfolgt ist, nur für die Interimsgesellschaften gelten. Im Falle von NoSiNet kann Siemens das nicht allein entscheiden, schließlich handelt es sich um ein Joint Venture. Im Fall von Enterprise kennen wir wie schon erwähnt den Käufer noch nicht, der erst recht zustimmen müsste und seine Unternehmensform bestimmt nicht ändern wird. Es kann sich daher nur um einseitige Erklärungen handeln.

Zitat: "Es ist ferner eine durchgängige betriebliche Mitbestimmung für die betroffenen Mitarbeiter gewährleistet."
Kommentar: Das ist sowieso gewährleistet, da das Gesetz (§21a III BetrVG) ein Übergangsmandat von 6 Monaten für den Betriebsrat vorsieht, längstens bis zum Amtsantritt des neu zu wählenden Betriebsrates.

Zitat: "Zu diesem Zweck werden die betroffenen Einheiten bereits zum 01.08.2006 innerhalb der Siemens AG betriebsorganisatorisch abgespalten."
Kommentar: Der Arbeitgeber macht die Betriebsaufspaltung nicht, damit die Arbeitnehmer einen Betriebsrat wählen dürfen, sondern um die Betriebe voneinander zu entflechten. Die Formulierung "Zu diesem Zweck" suggeriert, dass die IG Metall beabsichtigt, die Betriebsratswahl für die neuen Betriebe bereits im August einzuleiten. Rechtlich wäre das möglich.

Zitat: "Anlässlich dieser Betriebsübergänge finden keine Personalanpassungen statt."
Kommentar: Das ist erstens eine Betriebsaufspaltung, kein Betriebsübergang. Und zweitens verbietet §613a IV 1 BGB betriebsbedingten Kündigungen anlässlich eines Betriebsübergangs.

Zitat: "Die bisher bestehenden Standorte bleiben erhalten. Siemens bleibt für seine Kunden in der Fläche vertreten."
Kommentar: Standort und Portfolioentscheidungen trifft die neue Firma Nokia Siemens Networks bzw. der Käufer von Enterprise. Außerdem dürfte es im Interesse von Siemens und der neuen Firma liegen, die Infrastruktur zu erhalten und die Kunden zu bedienen. Außerdem hat Klaus Kleinfeld das auch schon auf der Pressekonferenz am 19.6.2006 gesagt.

Zitat: "Für die betroffenen Mitarbeiter besteht somit weitgehende Sicherheit bezüglich Beschäftigung und Arbeitsbedingungen."
Kommentar: "Richtig, das garantiert nämlich §613a BGB.

Zitat: "Alle im Zusammenhang mit der Ausgliederungen aufgestellten Forderungen der Arbeitnehmerseite sind erfüllt."
Kommentar: Die Hauptforderungen der IG Metall laut einer Power-Point-Präsentation "Die wichtigsten Fallkonstellationen und Fragestellungen...", einzusehen im Mitgliederbereich der IG Metall-Homepage, waren: "Unsere Forderungen bzgl. der neuen Unternehmen: Sitz in Deutschland, Aufsichtsratsfähige Rechtsform (GmbH o.ä., keine "CoKG", keine "BV", keine "plc" usw.)., sofortige Bildung eines handlungsfähigen GBR muss möglich sein.
Wo sind die Forderungen bzgl. der Interessen der Mitarbeiter?
Was über das Gesetz hinaus wurde erreicht?
Was über das hinaus, das Siemens sowieso tun will oder muss, wurde erreicht?

Zitat: "Im Rahmen der Gegebenheiten kann der Gesamtbetriebsrat mit dieser Lösung zufrieden sein", so der GBR-Vorsitzende Ralf Heckmann."
Kommentar: Der Gesamtbetriebsrat schon. Wir nicht.

Zitat: "Der 2. Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber bekräftigt, dass die IG Metall für flexible Lösungen offen ist, wenn dies der Sicherung von Arbeitsplätzen dient."
Kommentar: Damit erklärt die IG Metall ihre Bereitschaft, Ergänzungstarifverträge nach dem Muster von Bocholt / Kamp-Lintfort abzuschließen. Der Arbeitgeber muss nur sagen, wann er das will. Dabei geht es lediglich um eine Standortsicherung, nicht um eine Beschäftigungssicherung. Wie man sehr gut am Beispiel Hofmannstraße sieht, kann ein Standort über einen langen Zeitraum bestehen, aber kontinuierlich Mitarbeiter verlieren (hier von 13600 Mitarbeitern 1998 auf 600 Mitarbeiter am 1.10.2006) Für die Mitarbeiter bedeutet das voraussichtlich die Erhöhung der Arbeitszeit auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich.
Um die Auswirkungen mit dem bisherigen Gehalt vergleichen zu können, muss man dies auf eine Arbeitszeit von 35 Stunden umrechnen. Dann käme man auf eine Gehaltseinbuße von 12,5%. Mit einer zusätzlichen voraussichtlichen Einkommensminderung von ca. 30% aufgrund der ERA-Eingruppierung bleiben vom bisherigen Bruttogehalt nur noch 61,25% übrig. Vorteilhaft ist natürlich, dass man weniger Steuern und Sozialabgaben zahlen muss. Evtl. wird es auch kein Weihnachts- / Urlaubsgeld geben, wie jetzt schon bei der RD. Auf die außertariflichen Einkommen wird sich das sicher auch niederschlagen.

Deshalb kann Siemens auch so leicht dem Beitritt der neuen Firmen in den Arbeitgeberverband zustimmen, da eine solche Änderung sonst nur durch Massenänderungskündigungen oder Einzelvertragliche Angebote durchführbar wäre.

Zitat: "Ich begrüße, dass Siemens das Gespräch mit der IG Metall gesucht hat. Die 2004 gemeinsam abgeschlossene Rahmenvereinbarung, in der Verfahren zur Beschäftigungssicherung festgelegt sind, bildete dafür die Grundlage. Die jetzt getroffenen Vereinbarungen zur Ausgliederung von COM unterstreichen abermals die Bedeutung der Rahmenvereinbarung", so Berthold Huber.
(iw/cr)


So, 16.07.06: Entflechtung und Carrier-Ausgliederung im Überblick
Vor dem Betriebsübergang am 1.10.2005 von MD zu BenQ und CPE zu SHC hat Siemens am 1.8.2005 eine Betriebsaufspaltung in die drei Betriebe MD, CPE und Mch MA durchgeführt. Damit verfolgte Siemens den Zweck, die übergehenden Betriebe klar vom Betrieb MGA zu lösen.

Wie uns heute bekannt wurde, ist damit zu rechnen, dass Siemens auch diesmal vor den Com-Betriebsübergängen eine Betriebsaufspaltung durchführen wird. Diese wird voraussichtlich zum 1.8.2006 erfolgen.

Ziel dieser Betriebsaufspaltung ist die Entflechtung, also insbesondere die Anschließend erfolgen am 1.10.06 die Betriebsübergänge. Diese sind ein rechtlich formaler Akt. Die eigentliche Arbeit besteht in der Entflechtung.

Es werden dann alle Mitarbeiter, auch die mit den "blauen Briefen" einem der entstehenden Betriebe "Carrier", "Enterprise" oder dem Restbetrieb entsprechend ihrer jetzigen organisatorischen Einheit zugeordnet. Die Central Functions sowie die zuarbeitenden Mitarbeiter von Com CD werden entsprechend ihrer Haupttätigkeitsgebiete zugeordnet.

Das ist vergleichbar mit einem Umzug. Caria und Klaus haben zusammen gelebt. Klaus möchte sich nun von Caria trennen. Die größte Arbeit besteht darin, zunächst auseinander zu sortieren, wem was gehört und dann Carias Sachen in Kisten zu verpacken, sodass am Umzugstag klar ist, was in den LKW verladen werden soll. Im Zimmer1 stehen die Umzugskisten von Caria, im den anderen Zimmern die Sachen von Klaus (=Betriebsaufspaltung). Der Betriebsübergang ist dann das Verladen von Carias Kisten in LKW sowie der anschließende Transport in ein Hotel (= Interimsgesellschaft). Nach drei Monaten verlädt Caria ihre Kisten wieder in einen LKW und lässt sie nach Helsinki transportieren (2. Betriebsübergang), wo sie mit Simon zusammen ein Haus bezieht und sie gemeinsam ihre Kisten auspacken (= Joint Venture).
Grafik: Joint Venture
Grafik: Carrier
(iw/cr)


Do, 13.07.06: Anerkannter Widerspruchsgrund bei Betriebsübergang
Wie wir gestern berichteten liegt durch den angekündigten Personalabbau ein nach Rechtssprechung anerkannter Widerspruchsgrund vor. Was bedeutet das nun für die Mitarbeiter?. Beabsichtig der Arbeitgeber Widersprüchler zu kündigen, dann muss er eine Sozialauswahl durchführen, wenn der Mitarbeiter beim Widerspruch einen anerkannten Widerspruchsgrund angegeben hat. Hat der Mitarbeiter dagegen keinen anerkannten Widerspruchsgrund, muss der Arbeitgeber im Falle einer betriebsbedingten Kündigung keine Sozialauswahl machen.

Allerdings muss man beachten: Wenn ein Betrieb geschlossen wird, dann hilft auch keine Sozialauswahl mehr, denn es werden ja alle Mitarbeiter gekündigt.
(iw)


Mi, 12.07.06: AIN-Flugblatt vom 12.7.2006
Normalerweise würden wir zu einem Flugblatt einer anderen Fraktion keine Stellungnahme abgeben. Da wir aber direkt angesprochen worden sind und indirekt gesagt wurde, dass wir etwas Falsches behaupten, nehmen wir uns die Freiheit, dies diesmal zu tun.

Behauptung AIN: „Anders als von NCI kürzlich verkündet, wird es vermutlich keinen weiteren Betriebsübergang zum 1.1.07 geben, da der anschließende Wechsel des Eigentümers bzw. eines weiteren Gesellschafters ohne 2. Betriebsübergang möglich ist.“

Leider fehlt jegliche Begründung für diese Vermutung der AIN.

Wir stützen unsere Aussage, dass in beiden Fällen ein Betriebsübergang vorliegt, auf die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts und des Europäischen Gerichtshofs. Vorgesetzte können die Kriterien für einen Betriebsübergang, die wir zugrunde gelegt haben, im „Arbeitsrecht Leitfaden für Führungskräfte“, herausgegeben von Siemens (CP G AR 1), nachlesen, einschließlich der Tatsache, dass ein Joint Venture Betriebsübergänge nach §613a BGB bedingt.

Ausführlich haben wir dieses Thema am Di, 11.07.06 behandelt:
Wann liegt ein Betriebsübergang und wann ein Shared Deal vor?
(iw/cr)


Mi, 12.07.06: Was ist ein von den Gerichten anerkannter Widerspruchsgrund bei Betriebsübergängen?
Was sagt die Rechtsprechung im Einzelnen dazu?
Der Erfurter Kommentar ist der renommierteste Rechtskommentar, in dem Juristen, Professoren und BAG-Richter Arbeitsgesetze zusammenfassen und kommentieren. Dieser sagt:

"Das BAG meint, dass ein großzügiger Maßstab (was immer das sei) zugunsten des widersprechenden AN nicht geboten sei (BAG 18. 3. 1999 NZA 1999, 870). ... Nach Auffassung des BAG gilt: "Je geringer die Unterschiede hins. der sozialen Gesichtspunkte unter den vergleichbaren AN sind, desto gewichtiger müssen die Gründe dafür sein, einen vom Betriebsübergang nicht betroffenen AN zu verdrängen. Nur wenn dieser einen baldigen Arbeitsplatzverlust oder eine baldige wesentliche Verschlechterung seiner Arbeitsbedingungen bei dem Erwerber zu befürchten hat, kann er einen Arbeitskollegen, der nicht ganz erheblich weniger schutzbedürftig ist, verdrängen" (BAG 18. 3. 1999 NZA 1999, 870; 24. 2. 2000 AP KSchG 1969 § 1 Soziale Auswahl Nr. 47).

"Als sachlicher Grund muss auf der Grundlage der Rspr. des BAG wohl genügen, dass der neue Arbeitgeber als unzuverlässig bekannt ist oder nicht über die nötige Bonität verfügt. Auch der Verlust des Kündigungsschutzes gehört hierher, wenn der Erwerberbetrieb, anders als der Veräußererbetrieb, auch nach der Übernahme nicht mehr als fünf AN beschäftigt" (ausf. zu möglichen Sachgründen Staudinger/Richardi/ Annuß Rn. 135).

Anerkannter Widerspruchsgrund Enterprise Interimsgesellschaft Carrier Interimsgesellschaft / NoSiNet-Gesellschaft
Fehlende Bonität des neuen Arbeitgebers Enterprise geht über, wie es jetzt ist, steht folglich nicht kurz vor der Insolvenz => Bonität vorhanden, Widerspruchsgrund nicht gegeben Gewinnmarge von Carrier beträgt 6,5%. Siemens und Nokia werden dem Joint Venture je 500 Mio EUR Darlehen mitgeben.
=> Bonität vorhanden, Widerspruchsgrund nicht gegeben
Unzuverlässigkeit des neuen Arbeitgebers Gleiches Management, also kann dieser Arbeitgeber (Enterprise Interimsgesellschaft) nicht unzuverlässiger sein als der bisherige (Siemens AG)
=> Widerspruchsgrund nicht gegeben
Interimsgesellschaft:
Gleiches Management, also kann dieser Arbeitgeber (Carrier Interimsgesellschaft) nicht unzuverlässiger sein als der bisherige (Siemens AG)
=> Widerspruchsgrund nicht gegeben

Nokia Siemens Networks:
Nokia und Siemens sind renommierte Firmen
=> Widerspruchsgrund nicht gegeben
Baldiger Arbeitsplatzverlust Ist durch den aktuellen Interessenausgleich / Sozialplan angekündigt.
=> rechtlich besteht dieser Widerspruchsgrund
Interimsgesellschaft:
Ist durch den aktuellen Interessenausgleich / Sozialplan angekündigt.
=> rechtlich besteht dieser Widerspruchsgrund

Nokia Siemens Networks:
12,5% - 17% Personalabbau angekündigt.
=> rechtlich besteht dieser Widerspruchsgrund
Baldige wesentliche Verschlechterung der Arbeitsbedingungen Eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen ist zwar wahrscheinlich, aber nicht so massiv, dass das Gericht das als Widerspruchsgrund anerkennt. Außerdem müsste das zum Zeitpunkt des Widerspruchs vom Arbeitnehmer belegt werden können. Bis jetzt liegt uns kein solcher Beleg vor. Eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen ist zwar wahrscheinlich, aber nicht so massiv, dass das Gericht das als Widerspruchsgrund anerkennt. Außerdem müsste das zum Zeitpunkt des Widerspruchs vom Arbeitnehmer belegt werden können. Bis jetzt liegt uns kein solcher Beleg vor.


Es liegt der Widerspruchsgrund "Baldiger Arbeitsplatzverlust" vor. Trotzdem muss man sich genau überlegen, welche Konsequenzen ein Widerspruch für einen persönlich hat. Die wahrscheinlichsten Szenarien werden wir demnächst hier vorstellen.
(cr/iw)


Di, 11.07.06: Betriebsübergang - was nimmt man mit?
Was nimmt ein Mitarbeiter an Besitzständen bei einem Betriebsübergang mit? Vorvor schützt die einjährige Schutzklausen? Und was hat es mit einem Widerspruch auf sich? All diese Fragen findet ihr unter dem Thema Betriebsübergang beantwortet.
(iw)


Di, 11.07.06: Wann liegt ein Betriebsübergang und wann ein Shared Deal vor?
Ein Betriebsübergang nach §613a BGB liegt vor, wenn es sich um einen Kauf von Anteilen an Wirtschaftsgütern (Assets) handelt und nicht um einen Kauf von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft (Shared Deal).

Voraussetzung für einen Betriebsübergang ist die Wahrung der Identität der betreffenden wirtschaftlichen Einheit. Eine wirtschaftliche Einheit ist die organisierte Gesamtheit von Personen und Sachen zur auf Dauer angelegten Ausübung einer wirtschaftlichen Tätigkeit mit eigener Zielsetzung.

Nach EuGH/BAG sprechen folgende Aspekte für einen Betriebsübergang:

Kriterien Interims- Gesellschaften
(Carrier/Enterprise)
Nokia Siemens Networks
Etwaiger Übergang der materiellen Betriebsmittel wie Gebäude, bewegliche Güter. Materielle Betriebsmittel, also PCs, Schreibtische, Testanlagen etc. gehen von der Siemens AG in die Interimsgesellschaft über. Materielle Betriebsmittel, PCs, Schreibtische, Testanlagen etc. gehen von der Interimsgesellschaft nach NoSiNet über.

Materielle Betriebsmittel, PCs, Schreibtische, Testanlagen etc. gehen von Nokia nach NoSiNet über
Verhältnismäßig hoher Wert der übergegangenen immateriellen Aktiva, z.B. Übergang von Patent- und Gebrauchsmusterrechten, Schutzrechten und Lizensen, Marken. Inmaterielle Aktiva, wie Lizenzen, Patente etc. gehen von der Siemens AG in die Interimsgesell-schaften über Inmaterielle Aktiva, wie Lizenzen, Patente etc. gehen von der Interimsgesellschaft nach NoSiNet über

Inmaterielle Aktiva, wie Lizenzen, Patente etc. gehen von Nokia nach NoSiNet über.
Etwaige Übernahme der der Belegschaft Com Carrier bzw. Com Enterprise Mitarbeiter gehen von der Siemens AG in die Interimsgesell-schaften über. Mitarbeiter der Carrier-Interimsgesellschaft gehen zu NoSiNet über

Mitarbeiter von Nokia gehen zu NoSiNet über
Etwaiger Übergang der Kundschaft, z.B. Übertragung einer Kundendatei oder einer Vertriebsberechtigung in einem bestimmten Gebiet Kundendateien gehen von der Siemens AG auf die Interimsgesellschaften über Kundendateien gehen von der Interimsgesellschaft auf NoSiNet über.

Kundendateien gehen von Nokia auf NoSiNet über.
Arbeitgeberwechsel Arbeitgeber ist nicht mehr die Siemens AG, sondern die Interimsgesellschaft Arbeitgeber ist nicht mehr die Carrier-Interimsgesell-schaft bzw. Nokia, sondern Nokia Siemens Networks

Damit liegt ein Betriebsübergang von der Siemens AG zu den Interims-Gesellschaften vor. Ebenso liegt ein Betriebsübergang von den der Carrier-Interimsgesellschaft zu Nokia Siemens Networks vor, denn Nokia und Siemens bringen beide materielle und inmaterielle Betriebsmittel sowie Kundendateien ein, Belegschaften beider Firmen gehen in die neue Firma über. Durch die Gründung einer neuen Firma wechselt der Arbeitgeber. Dieser ist nicht mehr die Siemens AG oder Nokia, sondern die neue Gesellschaft.

Grafik: Shared Deal
Grafik: Betriebsübergang
(iw)


So, 09.07.06: Verteilung des bei NoSiNet geplanten Personalabbaus auf die Bereiche
Es entfallen nach dem Übergang zu Nokia Siemens Networks:

3500-4100 Stellen in der Entwicklung
2100-3200 im Vertrieb
1500-2400 in Fertigung/Logistik/Service
400-500 in der Verwaltung (CF)


Insgesamt also nicht 6000-9000 Arbeitsplätze wie von Klaus Kleinfeld am 19.6.06 angekündigt, sondern 7500-10200. Das sind 12,5% - 17% der 60.000 Arbeitsplätze bei Nokia Siemens Networks. Diese Erhöhung um 1200 Arbeitsplätze entspricht exakt der beim aktuellen Com-Stellenabbau geplanten Abbauzahl. Eigentlich würden auf den Carrier-Bereich nur 860 abzubauende Arbeitsplätze entfallen. Es ist zu vermuten, dass man der Einfachheit halber die Gesamtabbauzahl Nokia Siemens Networks zugeschlagen hat. Daraus sollte man aber nicht schließen, dass die 380 Mitarbeiter bei Enterprise nicht abgebaut werden sollen. Man rechnet also jetzt schon damit, dass der geplante Stellenabbau nicht erreicht werden kann. Ein weiterer Beleg dafür, dass Siemens weder jetzt noch in der Interims-Gesellschaft kündigt.
Grafik
(cr/iw)


Do, 29.06.06: Privates Redeverbot - Nein danke!
Wie uns zu Ohren gekommen ist, wird Mitarbeitern in einigen Standorten und Abteilungen verboten mit den finnischen Nokia Kollegen privat zu reden. Dieses Verbot verstößt gegen die Freiheitsrechte beider Länder. Niemand kann jemanden verbieten, privat über das nächste Sommerfest oder über den Deal zwischen Siemens und Nokia zu sprechen, auch nicht über den Stellenabbau, der in diesem Zusammenhang immer wieder in das Blickfeld gerät. Über alles, was in der Presse bekannt ist, darf man auch reden, auch über die Produkte, die auf den Homepages der beiden Firmen zu finden sind.

Nicht sprechen darf man allerdings über Projekt Internas, also keine Projektpläne, Spezifikationen usw. weitergeben. Kurz, man muss sich vor dem anstehenden Deal so verhalten wie sonst auch. Diese Internas darf man auch sonst nicht ausplaudern. Noch sind Nokia und Siemens Konkurrenten. Aber dies ist bestimmt jedem klar.
(iw)


Mo, 26.06.06: Das Ende von Com
Siemens Com wird es spätestens am 1.1.07 nicht mehr geben. Und mit Siemens Com wird es auch die Telekommunikation in der Siemens AG nicht mehr geben. Wie das aussieht haben wir hier veranschaulicht.
(iw)


Mo, 26.06.06: Gehen auch Mitarbeiter von Com IT, Com CD und CT mit über?
Durch die mangelhafte Informationspolitik des Arbeitsgebers ist nicht bekannt, was bei den Betriebsübergängen mit der Com IT, Com CD und den beim Carrier als Consultants beschäftigten Mitarbeitern der CT wird.

Viele Mitarbeiter von CT sind aktuell als Consultants in Projekten für FN und MN eingesetzt. Die CT-Mitarbeiter können nicht mit übergehen, da sie nicht zu Com gehören. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Consultant-Verträge von Nokia Siemens Networks weiter geführt werden, insbesondere im Hinblick darauf, dass die neue Firma 6000-9000 Arbeitsplätze abbauen will. Da die Mitarbeiter, die ab 28.06.2006 ihre blauen Briefe bekommen, aus dem Com-Bereich stammen, wären diese dafür prädestiniert, diese Arbeiten zu übernehmen.

Nokia schreibt in seinen „Question and answers“, Punkt 1.3 auf die Frage „What business will the new company include from each partner?”: „From Nokia, it will include the networks business and from Siemens it will include the COM division, excluding the Enterprise unit and Wireless Modules unit.” Daher gehen wir davon aus, dass auch die Com IT und Com CD zu NoSiNet übergehen.
(cr)


So, 25.06.06: Zeitablauf für die Auflösung von Siemens Com
Wir haben in der über untenstehenden Link erreichbare Tabelle, die drei parallel ablaufenden Ereignisse "Betriebsübergang Nokia Siemens Networks", "Auslagerung und Verkauf von Enterprise" und den "Personalabbau Com 2006" chronologisch gegenübergestellt. In diesem Dokument sind die uns bekannten Fakten aufgelistet und mit entsprechenden Quellenangaben belegt.
Zeitablauf
(cr/iw)


So, 25.06.06: Kartellamt wird Joint Venture Nokia Siemens Network zustimmen
Das EU-Kartellamt wird laut Nokia (Internal presentation slides for Nokia personnel, Notizen zur Folie "Merger filing process") Ende Juli oder Anfang August benachrichtigt. Dieses hat einen Monat Zeit zur Prüfung. Nur bei Schwierigkeiten kann diese auf vier Monate verlängert werden (§40 I, II GWB*). Es ist nicht zu erwarten, dass das Kartellamt dieses Joint Venture ablehnt oder vertieft prüfen muss. Gemäß §19 II, III GWB gilt ein Unternehmen als marktbeherrschend, wenn es D.h. das neue Unternehmen gilt nicht als marktbeherrschend. Das Kartellamt wird folglich dem Zusammenschluss innerhalb der Monatsfrist zustimmen.

* Nach der EU-Kartellrechtsreform mit Wirkung ab 1.5.2004 müssen Kartellabsprachen nicht mehr, wie bisher, bei der EU-Kommission angemeldet werden. Vielmehr gilt jetzt eine gesetzliche Vermutung, dass die Absprachen so lange als wirksam anzusehen sind, als sie nicht von einer Wettbewerbsbehörde oder einem Gericht als unwirksam angesehen wurden (sog. Legalausnahme). Zudem wurden eine Reihe von Aufsichtsbefugnissen auf die nationalen Wettbewerbsbehörden und Gerichte übertragen, damit sich die Kommission künftig verstärkter auf bedeutsame Fälle beschränken kann.
(iw/cr)


So, 25.06.06: Aufsichtsrat verhinderte Verkauf von Com an US-Investmentbank Merrill Lynch
Kleinfeld wollte die Netzwerksparte offenbar komplett an US-Investmentbank Merrill Lynch abgeben. Der Kaufpreis sollte bei 8 Mrd. Euro liegen, berichtete der Spiegel. Der Aufsichtsrat habe dies jedoch abgelehnt. Wozu baucht eine Investmentbank ein Telekommunikationsunternehmen, außer zum Spekulieren. Hedge Fonds fallen einem da sofort ein. Für die Arbeitsplätze wäre dies eine noch größere Katastrophe gewesen.

Kleinfeld ist also doch nicht so überzeugt von dem Nokia-Siemens Deal. Er wurde lediglich vom Siemens Aufsichtsrat dazu gezwungen, andere Lösungen zu suchen, die der Siemens Telekommunikationsparte eine Chance zum Überleben lassen. Damit hat sich Heinrich von Pierer zumindest zum Teil gegen Kleinfeld durchgesetzt.

Kleinfeld hält auch nach der Auflösung der Telekommunikationssparte für andere Unternehmensteile der Siemens AG, an seinem Konzept "Stellenabbau" und "Verkauf" fest. Was hat Kleinfeld vor? Will er den ganzen Siemens Konzern zerschlagen? Zumindest die Mitarbeitern, die nach Nokia Siemens Networks übergehen, können dies dann aus der Distanz verfolgen.
de.internet.com
Portrait:Kleinfeld
(iw)


So, 25.06.06: Führungsspitze von Nokia Siemens Networks steht

Nokia CEO Chief Executive Officer Firmenchef Simon Beresford-Wylie derzeit Executive Vice President und General Manager von Nokia Networks
Nokia COO Chief Operating Officer Leiter des operativen Geschäfts Mika Vehviläinen derzeit Senior Vice President & General Manager von Core Networks bei Nokia.
Siemens CFO Chief Financial Officer Finanz Vorstand Peter Schönhofer derzeit Mitglied im Vorstand der Siemens AG Österreich
Siemens CMO Chief Marketing Officer Marketing Vorstand Karl-Christoph Caselitz derzeit Leiter von Mobile Networks bei Siemens Communications
(iw)

Do, 22.06.06: NoSiNet: Überblick über den zeitlichen Ablauf

19.6.06 Bekanntgabe des Joint Ventures zwischen Nokia und Siemens
23.6.06 Bekanntgabe des Interessenausgleich/Sozialplan Com durch Arbeitgeber
30.9.06 Erste Abbauwelle abgeschlossen
vor dem 01.01.07 Kartellamt muss zustimmen
vor dem 01.01.07 und
vor der Information zum
Betriebsübergang
Überleitungsvereinbarung zum Betriebsübergang
vor dem 01.01.07 Unterrichtung über den Betriebsübergang zu Nokia Siemens Network durch Arbeitgeber
nach Unterrichtung Widerspruchsfrist von 4 Wochen beginnt zu laufen
31.12.06 Zweite Abbauwelle abgeschlossen
01.01.07 Start von Nokia Siemens Networks

(iw)

Mi, 21.06.06: Das sind schlechte Zeiten, wo der Mensch seiner Angst nicht nachgeben darf. (B. Brecht)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie wir an den E-Mails an NCI sehen können, herrscht große Unruhe und Unsicherheit im Betrieb über die Auslagerung wesentlicher Teile von Com zu Nokia Siemens Networks. Die einen sind beunruhigt über den Betriebsübergang, die anderen stellen sich die bange Frage: Was wird aus uns, die wir nicht dazu gehören, wenn wesentliche Teile von Com ausgelagert werden?

Diese Sorgen sind angesichts der Vergangenheit, der vielen nicht eingelösten Versprechen des Managements mehr als verständlich. Sagte Klaus Kleinfeld noch im Sommer 2004 "Das Geschäft mit den Mobiltelefonen sei für Siemens und die Telekommunikationssparte des Konzerns unverzichtbar." Im Sommer 2005 wurde dann die Handy Sparte an BenQ verkauft. Noch im Februar 2006 behauptete Kleinfeld angesichts der Spekulationen in der Presse über einen möglichen Verkauf von Com: "Ich habe nicht vor, Com zu verkaufen". Vier Monate später ist Com praktisch verkauft und die Siemens AG hat den Ausstieg aus der Telekommunikation eingeleitet.

Alle waren wohl überrascht von dieser Entscheidung, die so lapidar per E-Mail in den PC der Mitarbeiter flatterte. Das was als Information gedacht war, wirkte wie ein Schock. "Als ich in der Früh durch den Flur ging, fiel mir auf, dass in allen Räumen, zu denen die Tür offen, stand große Hektik herrschte. Wusste jedoch noch nicht warum. Das war gerade zu der Zeit als die Kleinfeld-Email bei uns so der Reihe nach eintrudelte.", schrieb eine Mitarbeiterin. In den Büros herrschte großes Durcheinander. Es wurde und wird diskutiert, was das nun alles zu bedeuten hat. Ist es besser bei FN zu sein oder bei MN? Bleibt überhaupt noch ein Stein auf dem anderen? Plötzlich sind alle betroffen, Mitarbeiter wie Chefs. Der Stellenabbau, der diesem Betriebsübergang vorausgehen soll, erscheint im anderen Licht.

Viele spüren das erste Mal, dass unternehmerische Entscheidungen keine Rücksicht nehmen auf das eigene Bedürfnis nach einem sicheren Arbeitsplatz, dem routinemäßigen Alltag, den man sich plötzlich zurück wünscht. Manche sind souverän, zumindest nach außen, andere zeigen ihre Ängste.

Ein wenig spürt wohl jeder, dass die Ära Siemens für die Com Mitarbeiter zu Ende geht und vielen stellt sich die Frage nach einer unbekannten und schlecht einzuschätzenden Zukunft. Da helfen auch keine euphorischen Worte des Managements über einen Deal, von dem die Mitarbeiter überrascht wurden wie von einem plötzlich aufkommenden Sturm.

Ohne Gefühl für die Menschen werden die Mitarbeiter mit Euphorie überschwemmt, diejenigen als unwillig dargestellt, die es wagen ihre Bedenken zum Ausdruck zu bringen. Gleichzeitig wird von einer Versetzungssperre gesprochen und so das Gefühl erzeugt, in einer Situation gefangen zu sein, die man nicht wollte und aus der man sich befreien will. Die Frage nach einem Widerspruch gegen diesen Betriebsübergang taucht auf, gibt das Gefühl sich befreien zu können und so landet sie vielfach hier bei uns, begleitet von der unterschwelligen Angst vor Kündigung im neuen Unternehmen und der Frage wie das alles nun wirklich sei.

Darum, liebe Kolleginnen und Kollegen, dieser offene Brief an Euch.

Lasst uns gemeinsam die Gedanken sortieren, die Gefühle ordnen, Vor- und Nachteile abwägen. Schritt für Schritt wollen wir das auf dieser Homepage tun. Stellt uns Eure Fragen, redet über Eure Sorgen und Ängste. Fragen stellen, Antworten suchen, bekommen, diskutieren, hilft, die unbekannte Situation begreifbar zu machen und verhindert die Isolierung. Man sollte in einer solchen Situation nicht überstürzt handeln und alleine bleiben. Ihr könnt sicher sein, dass wir Euch alles, was wir wissen mitteilen.

Es liegt kein Grund zur Eile vor. Wir haben Zeit. Bitte keine übereilten Mails oder gar Widersprüche an Siemens.

Wir bezeichnen NCI oft als ein großes stabiles Schiff, das schon viele Kolleginnen und Kollegen durch manchen Sturm begleitet hat. Manche haben einen neuen Heimathafen gefunden, den sie ohne NCI nicht gefunden hätten. Unser Schiff hat Platz für jeden, der nicht gerne alleine über ein unbekanntes Meer treibt, egal, ob er oder sie vom Betriebsübergang zu Nokia Siemens Network betroffen ist oder nicht.

Wir verstehen viel von der Seefahrt durch unbekannte Gewässer, haben gute Nautiker und den Willen mit allen, die auf dem Schiff sind, in einen neuen sicheren Hafen zukommen.
(iw)

Mi, 21.06.06: NoSiNet: Geschäftsgebiete in München
Wie bereits bekannt wird die Firmenzentrale des in der Niederlande registrierten Unternehmens Nokia Siemens Network im Großraum Helinki angesiedelt sein. Der genaue Standort steht noch nicht fest. In München wird der Hauptsitz für Deutschland sein.

Die Geschäftsbereiche Service Core and Applications, IP Networking und Transport sowie fixed Broadband Access werden in München, die Geschäftsbereiche Radio Access und Operation Support System werden in Finnland angesiedelt sein. Der Standort für Service Business wird noch gesucht.
(iw)

Mi, 21.06.06: NoSiNet - der Superlativ für alle?
"Ich bin absolut überzeugt davon, dass wir die bestmögliche Lösung für Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre geschaffen haben," sagte Klaus Kleinfeld auf der Pressekonferenz zum Nokia Deal am 19.06.06.

Wir? Ist das der Plurale Majestatis? Weder Heinrich von Pierer noch Thomas Ganswindt haben sich bisher (positiv) zu diesem Deal geäußert. Was ist denn deren Meinung dazu? Zumindest mich hätte das schon interessiert.

Was bedeutet das Joint Venture für die COM-Mitarbeiter? Einen Meilenstein für unsere Zukunft? Die Stimmung auf dem Com-All-Hands-Meeting in der Hofmannstraße war nicht so positiv - mal abgesehen von zwei Begeisterten. Mehr habe ich nicht gezählt. Der Abbau von 9000 Mitarbeitern, schon mal vorweg zugegeben, lässt nichts Gutes für unsere Zukunft ahnen. Wie hoch ist die Zahl dann am Ende tatsächlich? In der Presse wurde bereits über einen Abbau von 20% spekuliert. Analysten sprechen sogar von einem Abbaupotenzial von 30 Prozent.

Die neue Firma geht mit geplanten Restrukturierungskosten von 1,5 Mrd. plus einem Darlehen von 1 Mrd. (je die Hälfte von den Konzernmüttern stammend) an den Start. Synergieeffekte sollen rund 1,5 Mrd. Euro in den nächsten vier Jahren erbringen. Davon entfallen 90 Prozent auf die ersten beiden Jahre.

Wie war das damals beim enthusiastisch gefeierten Com-Merge mit den dort geplanten Synergieeffekten? Irgendwie muss es an uns vorbeigegangen sein, dass diese tatsächlich eingetreten sind. Wie auch immer, bevor NoSiNet in die schwarzen Zahlen kommt, müssen die Mitarbeiter erstmal 2,5 Mrd. EUR erwirtschaften. Damit man die Größenordnung einschätzen kann hier mal die Zahl mit sämtlichen Nullen: 2.500.000.000 EUR.

Einen Vorteil hat das Joint Venture vielleicht für die Carrier-Mitarbeiter. Unser Siemens-Top-Management, das die ICN / ICM- und später Com-Sanierung nicht geschafft hat, wird durch Management von Nokia ersetzt. Hoffen wir mal, dass dieses das Geschäft besser beherrscht. Wenn Klaus Kleinfeld mit den Ausgliederungen bei Siemens in dem Tempo weitermacht, wird irgendwann nichts mehr zu managen übrig bleiben. Was lernen wir daraus? Andere Firmen werfen das Management raus, wenn es versagt. Bei Siemens macht man das umgekehrt.

"Ein solch großer Schritt für unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter muss in seiner positiven Auswirkung erklärt werden, denn er lädt auch zu negativen Interpretationen ein, vor allem bei denjenigen, die nicht verstehen (wollen), dass dies eine herausragende Gelegenheit ist, uns für die Zukunft zu stärken und Erfolg sicherzustellen." so Klaus Kleinfeld in seinem Onlinetagebuch. Das erinnert, mit Verlaub gesagt, an das manipulative rhetorische Stilmittel der vorauseilenden Diffamierung. Jeder, der sich zu diesem Joint Venture also negativ äußert wird von vornherein als dumm abqualifiziert, weil er "nicht verstehen will oder kann".

Aus Analysten-, Aktionärs- und Managersicht kann man diesen Deal sicher positiv bewerten, Mitarbeiter können aber durchaus auch negative Seiten erkennen und sollten nicht zögern, diese auch offen anzusprechen. Olli-Pekka Kallasvuo ist, wie er auf der Pressekonferenz sagte, überzeugt von der hohen Qualifikation der Siemens Mitarbeiter. Dann sollte deren Meinung auch Gehör finden.

Wenn Klaus Kleinfeld den Mitarbeitern garantiert, dass niemand die nächsten Jahre seinen Arbeitsplatz verliert, dann, ja dann, wäre NoSiNet ein Superlativ für alle.
(Bartholomäus Bissig)


Di, 20.06.06: NoSiNet: Wird es eine Versetzungssperre vor dem Betriebsübergang geben?
Sowohl beim Betriebsübergang zu BenQ als auch zu TietoEnator gab es eine Versetzungssperre für die betroffenen Mitarbeiter. Natürlich stellt sich sofort die Frage, ob von dem Joint Venture Nokia Siemens Networks betroffene Mitarbeiter Chancen haben, Siemensinterne Stellen außerhalb des Com-Bereichs zu bekommen.

Siemens erklärte, dass die neue Partnerschaft erfolgreich starten soll und setzt voraus, dass dies in jedermanns Interesse läge. Deshalb wird Siemens Bewerbungen aus dem Carrier Bereich (MN, FN und CS, sowie diesen zuarbeitende Mitarbeiter) nicht aktiv unterstützen. Das lässt vermuten, dass auch hier eine Versetzungssperre verhängt wird und für Versetzungen die Genehmigung des Bereichsvorstandes eingeholt werden muss.

Dennoch kann sich natürlich jeder auf eine andere Position im Unternehmen bewerben. Bitte informiert den Betriebsrat des Standortes, wo Ihr Euch beworben habt, über Eure Bewerbung.

Fraglich ist, wie eine solche Versetzungssperre mit der Personaldrehscheibe vereinbar ist. Wir erwarten, dass ähnlich wie beim Übergang zu TietoEnator die Mitarbeiter mit Spezialkenntnissen identifiziert und festgehalten werden.
(cr)


Di, 20.06.06: NoSiNet: Joint Venture ist ein Betriebsübergang
Das Joint Venture Nokia-Siemens (kurz NoSiNet) ist rechtlich gesehen ein Betriebsübergang nach §613a BGB. Damit gehen alle im Zeitpunkt des Übergangs existierenden Arbeitsverhältnisse über, es sei denn der Mitarbeiter macht von seinem Widerspruchsrecht Gebrauch. In diesem Fall geht zwar der Arbeitsplatz, nicht jedoch das Arbeitsverhältnis über. Der neue Betriebsinhaber tritt in alle zum Zeitpunkt des Übergangs bestehende Rechte und Pflichten bzgl. der Arbeitsverhältnisse ein. Eine Kündigung der Arbeitnehmer wegen des Betriebsübergangs ist zwar ausgeschlossen, wegen Arbeitsmangel und fehlendem Arbeitsplatz jedoch zulässig.
Details
(iw)


Di, 20.06.06: Stellenabbau bei Com geht weiter
Der bisher bekannte Stellenabbau von 1200 Arbeitsplätzen bei Com geht unverändert weiter. Der Abbau von 6000 bis 9000 Arbeitsplätzen im Rahmen des Joint Venture zwischen Siemens und Nokia entsteht zusätzlich.
(iw)


Di, 20.06.06: Zuarbeitende Bereiche gehen mit zu Nokia Siemens Networks
Kollegen, die bisher für den übergehenden Bereiche FN, MN, CS zugearbeitet haben, gehen ebenfalls mit über. Dies betrifft beispielsweise Kollegen von CT und CD. Um Missverständnisse zu vermeiden. Es gehen nur einzelne Kollegen, nicht ganze Bereiche über.
(iw)


Mo, 19.06.06: Zusammenfassung der Pressekonferenz zum Joint Venture Nokia - Siemens
Geredet wurde viel, konkretes gesagt wenig. Der Zuhörer hatte den Eindruck, dass mit dem Joint Venture Nokia-Siemens ein Jahrhundert Coup geglückt ist. Historisch sei der Vorgang und einmalig. Obwohl Nokia-Siemens Network kleiner ist als die beiden Konkurrenten Ericcson und Alcatel/Lucent wird sofortiger Cash Flow, zweistellige Margen und Marktführerschaft erwartet. Das Kapital seien die Mitarbeiter.

Dies stimmt ein wenig bedenklich, denn Mitarbeiter zu Kapital zu machen, umzusetzen in zweistellige Margen bedeutet Entlassungen, insbesondere da bereits jetzt Synergieeffekte von 1,5 Mrd. Euro bis 2010 identifiziert worden sind. Fest steht, dass dies einen Stellenabbau von 10 bis 15 Prozent der Mitarbeiter entspricht. 6000 bis 9000 Mitarbeiter laufen Gefahr ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Nichtdestotrotz versäumte es das Management nicht, die hohe Qualifizierung der Mitarbeiter in beiden Unternehmen zu betonen. Auf die Frage von Journalisten, ob Siemens oder Nokia stärker vom Personalabbau betroffen ist, gab es nur eine ausweichende Antwort: "Wir wissen noch nicht, was die nächsten 6 Monate geschieht." Fest steht: "Für die Aktionäre ist das eine außerordentliche positive Entwicklung", sagte Klaus Kleinfeld. Die Siemens Aktie reagierte prompt und stieg.

Zusammenfassend kann man sagen: Com besteht noch bis Ende 2006. Für Enterprise wird fieberhaft eine Lösung gesucht. Diese wird in einem Verkauf à la BenQ bestehen. An ein Joint Venture, also an eine weiter Beteiligung von Siemens, denkt man hier nicht.

Stolz ist man darauf, dass dieser Deal nach Aussage des Managements innerhalb von drei Wochen über die Bühne gegangen ist. Erfreulicherweise schwieg auch der GBR, was Siemens wohl sehr erfreut hat, die Mitarbeiter am GBR eher zweifeln lässt. "Wir haben ein Kind bekommen, und das nicht in neun Monaten, sondern in drei Wochen" so ein stolzer Vater aus dem Management. Allerdings ist zu bedenken, dass ein Kind, das bereits nach drei Wochen geboren wird, nicht überlebensfähig ist. Hoffen wir für Nokia-Siemens-Netzwork das es hier anders ist.

Die Mitarbeiter bei Com und möglicherweise auch Nokia müssen sich auf turbulente Zeiten einstellen. Wir werden Euch auch hier wieder unterstützen. Bitte schickt uns Informationen, was so an den verschiedenen Fronten passiert. Je mehr wir haben, desto besser können wir agieren.

Hier eine Zusammenfassung der Pressekonferenz zum Nachlesen.

(iw)


Mo, 19.06.06: Com zerschlagen - Siemens verabschiedet sich von der Telekommunikation
Die Com-Bereich Fixed Networks (FN), Mobile Networks (MN) und Carrier Services (CS) werden aus der Siemens AG ausgelagert und in ein Joint Venture mit Nokia übergeführt. Wireless Modules wird zum 1.10.06 zu Automation&Drives (A&D) übergeführt . Über Enterprise wird verhandelt.

Ein Joint Venture (zu deutsch Gemeinschaftsunternehmen) ist eine neue rechtlich selbständige Geschäftseinheit. Siemens und Nokia sind zu je 50% an dem neuen Unternehmen beteiligt. Der Umsatz des neuen Unternehmens beträgt 16 Milliarden Euro. Geschäftsführer auf Siemensseite wird nach Pressemeldungen Peter Schönhofer. Drei Geschäftsbereiche sollen in München angesiedelt werden. Der Hauptsitz von Nokia ist Helsinki, Finnland. In Deutschland ist der Hauptentwicklungsstandort von Nokia Düsseldorf. Darüber hinaus besitzt Nokia eine Fertigung in Ulm.

Von dem Zusammenschluss sind 60.000 Menschen betroffen. Dem Zusammenschluss sollen 6000 bis 9000 Stellen zum Opfer fallen, das sind 10 bis 15 Prozent der Belegschaft.

Obwohl die Zerschlagung von Com seit Monaten in der Luft lag, sind die Mitarbeiter über den zu diesem Zeitpunkt überraschenden Coup geschockt. Das Verhalten des Managements in der Vergangenheit beweist deutlich, dass den Worten des Management kein Glauben geschenkt werden kann und die Stillhaltepolitik des Gesamtbetriebsrat, der örtlichen Betriebsräte und der Gewerkschaft kein wirksames Gegenkonzept gegen das Handeln des Arbeitgeber darstellt.
(iw)

FAQ
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Widerspruch zum Betriebsübergang

23.06.06: Wann läuft die Widerspruchsfrist an?
Die Widerspruchsfrist läuft nach der vollständigen Unterrichtung der Mitarbeiter durch Siemens an. Siemens muss Euch die rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen sowie Maßnahmen, die in Hinsicht auf Euch geplant sind mitteilen.

Die Unterrichtung muss in Textform, also z.B. in Form einer E-Mail erfolgen. Die Mail, in der der Nokia-Siemens-Deal allen Mitarbeitern bekannt gegeben wurde, gilt nicht als Unterrichtung im Sinne des Gesetzes.

23.06.06: Wie lange ist die Widerspruchsfrist?
Die Widerspruchsfrist beträgt 4 Wochen. Sie läuft ab dem Zeitpunkt der vollständigen Unterrichtung.

23.06.06: Kann ich einen Widerspruch zurücknehmen?
Nein, es sei denn die Siemens AG und Nokia-Siemens-Networks erklären sich damit einverstanden. Also gut überlegen.



Überleitungsvereinbarung

23.06.06: Was ist eine Überleitungsvereinbarung?
Eine Überleitungsvereinbarung ist eine Betriebsvereinbarung, die zwischen der Siemens AG und dem BR/GBR und dem neuen Eigentümer abgeschlossen wird, um die Modalitäten des Übergangs zu regeln.

23.06.06: Wann wird die Überleitungsvereinbarung abgeschlossen?
Die Überleitungsvereinbarung muss vor dem Betriebsübergang abgeschlossen werden, da sie ein wesentlicher Bestandteil der Unterrichtung des Arbeitnehmers ist. Dazu ist der Arbeitgeber verpflichtet.



Nokia Siemens Network

25.06.06: Kann das Joint Venture daran scheitern, dass der Stellenabbau nicht funktioniert?
Nein, denn Siemens wird Gelder an Nokia Siemens Networks überweisen, wenn der Com-Personalabbau bis zum Betriebsübergang nicht abgeschlossen ist. Dies geht aus dem Dokument 060618 2330 Q+A Champion_d_final.doc auf Seite 9 hervor:

"Es ist ausgemacht, dass Siemens die Mittel für die noch ausstehenden Restrukturierungszahlen nach dem Closing an Nokia Siemens Networks überweist. Diesen Aufwand hätten wir ohnehin"

25.06.06: Kann das Joint Venture am Kartellamt scheitern
Nein, wenn keine groben Fehler gemacht werden, wovon nicht auszugehen ist. Details siehe hier.

23.06.06: Was ist ein Joint Venture?
Ein Joint Venture (zu deutsch Gemeinschaftsunternehmen) ist ein Zusammenschluss von Betrieben oder Betriebsteilen zu einem neuen und rechtlich eigenständigen Unternehmen.

23.06.06: Ist ein Joint Venture ein Betriebsübergang?
Ja, ein Joint Venture ist ein Betriebsübergang nach §613a BGB. Im Falle des Joint Ventures von Nokia und Siemens werden die Com-Bereiche Die Com-Bereich Fixed Networks (FN), Mobile Networks (MN) und Carrier Services (CS) aus der Siemens AG ausgelagert und in das neue Unternehmen übergeführt. Nokia lagert seine Netzwerksparte in dieses neue Unternehmen aus.

23.06.06: Wird es anlässlich des Joint Ventures Siemens-Nokia eine Versetzungssperre geben?
Beim Betriebsübergang zu BenQ und zu TietoEnator gab es eine Versetzungssperre. Siemens erklärte, dass die neue Partnerschaft erfolgreich starten soll und setzt voraus, dass dies in jedermanns Interesse läge. Deshalb wird Siemens Bewerbungen aus dem Carrier Bereich (MN, FN und CS, sowie diesen zuarbeitende Mitarbeiter) nicht aktiv unterstützen. Das lässt vermuten, dass auch hier eine Versetzungssperre verhängt wird und für Versetzungen die Genehmigung des Bereichsvorstandes eingeholt werden muss.




Autoren: Inken Wanzek, Christine Rosenboom
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