Ausgliederung bei Siemens Com
zu TietoEnator




Aktualsierung
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03.07.06   TietoEnator: Guten Start
23.06.06   Widersprüchler nicht im Com-Sozialplan
22.06.06   Was wird aus den Widersprüchlern?
20.06.06   Auswirkungen des Joint Ventures Nokia-Siemens auf TietoEnator
17.06.06   Zeugnis beim Betriebsübergang / nach Widerspruch
13.06.06   Widerspruch gegen den Betriebsübergang nach TE - was man beachten sollte
10.06.06   TietoEnator löst Versprechen ein
06.06.06   Entscheidungshilfe
05.06.06   Abwägung
05.06.06   Womit muss man nach einem Widerspruch rechnen?
05.06.06   Vorbereitung auf einen Kündigungsschutzprozess
05.06.06   Die Bedeutung des Widerspruchsgrundes für die Sozialauswahl
03.06.06   Neues von TietoEnator
27.05.06   Ein paar Gedanken ...
26.05.06   TietoEnator bestätigt 3-jährige Nicht-Kündigungsgarantie erneut und
                  gibt zusätzlich Standortgarantie
25.05.06   Widerspruchsfrist läuft erst nach vollständiger Unterrichtung
24.05.06   Was wäre wenn, ich von meiner Abfindung/Vermögen leben müsste?
24.05.06   Was wäre wenn, ich arbeitslos wäre?
22.05.06   Bietet Siemens beE auch für TietoEnator-Widersprüchler an?
22.05.06   Kündigung durch Siemens nach Widerspruch gegen Betriebsübergang?
19.05.06   TietoEnator: Hatzipantelis gibt 3-jährige Nicht-Kündigungs-Garantie
15.05.06   TietoEnator-Chef Hatzipantelis äußert sich zu Protokollnotiz und Kapitalherabsetzung
14.05.06   Überleitungsvereinbarung:Protokollnotiz
12.05.06   Altersversorgung
11.05.06   Zukunft von EWSD bei TietoEnator
10.05.06   Überleitungsvereinbarung
30.04.06   TietoEnator: Restrukturierung im Telekommunikationsbereich
18.04.06   Wie sieht der Arbeitsplatz bei TietoEnator aus?
18.04.06   Modalitäten des Betriebsübergangs zu TietoEnator
15.04.06   Gewinnwarnung von TietoEnator
12.04.06   Sozialplanpflicht bei TietoEnator
11.04.06   Kapitalherabsetzung bei TietoEnator
04.04.06   Kundenbewegung bei TietoEnator
03.04.06   Geschäfts- und Personalentwicklung bei TietoEnator seit 1984
01.04.06   Com Ausgliederung: Depression weicht Informationsbedürfnis
01.04.06   Round Table Gespräche für Com Mitarbeiter mit Vertretern von TietoEnator
01.04.06   TietoEnator München
31.03.06   Betriebsübergang Teil 4: Widerspruch gegen den Betriebsübergang
30.03.06   Betriebsübergang Teil 3:Was passiert, wenn TietoEnator kündigt?
29.03.06   Betriebsübergang Teil 2: Schutzklausel
28.03.06   Lasst Euch nicht isolieren
28.03.06   Untergangsstimmung bei Com FN PV PD und Com CD NI UD
27.03.06   Betriebsübergang Teil 1: Was nimmt der Mitarbeiter beim Betriebsübergang mit?
24.03.06   Com-Ausverkauf bereits seit Juni 2005 bekannt
24.03.06   Die Vision von Macht, Geld, Ansehen - der Umbau der Siemens Konzernspitze
23.03.06   Was kann der Betriebsrat tun?
22.03.06:   Ausverkauf von Com hat begonnen
21.03.06:   Neuerstellung

Widerspruch gegen den Betriebsübergang nach TE - was man beachten sollte
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Widersprüchler nicht im Com-Sozialplan

Die Mitarbeiter, die dem Übergang zu TietoEnator widersprochen haben, fallen nicht unter den Interessenausgleich/Sozialplan für Com. Der Geltungsbereich des Interessenausgleich/Sozialplan erstreckt sich nur über Com. Da die Widersprüchler nach Aussage der Personalabteilung Com nicht mehr zugeordnet sind, gilt für sie dieser IA/SP nicht.

Wer unter diesen Umständen mit dem Gedanken spielt, seinen Widerspruch zurückziehen, der soll sich bei uns melden (info@nci-net.de).

Status der Widersprüchler in der Siemens AG

Die Mitarbeiter, die dem Betriebsübergang nach TietoEnator widersprochen haben, haben durch den Betriebsübergang keinen Arbeitsplatz mehr bei Com, sondern lediglich einen Arbeitsvertrag mit der Siemens AG. Daher gehen sie auch nicht zu Nokia Siemens Networks über. Dies teilte die Personalabteilung dem Betriebsrat mit.

Das bedeutet, so die Personalabteilung weiter, dass die Widersprüchler „zunächst bei der Siemens AG, aber außerhalb Com bzw. Nokia Siemens, ohne Aufgaben, ohne Geschäftsbetrieb und ohne organisatorische Geschäftszuordnung" bleiben.

Unterbringung der Widersprüchler

Die Kollegen, die dem Übergang zu BenQ widersprochen haben und die noch nicht integrierten Kollegen, die ihren Kündigungsschutzprozess aus der beE heraus gewonnen haben, sitzen im „Auffanglager“ in der Ruppert-Mayer-Straße, teilweise sind sie freigestellt. Telefonanschlüsse funktionieren nicht richtig, ihre PCs sind größtenteils nicht angeschlossen. Es ist zu erwarten, dass auch die TietoEnator-Widersprüchler dorthin verschoben werden.

Vorbereitung auf die Zeit danach

Tieto-Enator Kandidaten, die dem Betriebsübergang widersprechen, sollten sich auf die Zeit danach vorbereiten:

Checkliste: Erklärung des Widerspruch:
Check Persönliche Bemerkung
Ich habe eingehend geprüft, dass ein Widerspruch in meiner persönlichen Situation sinnvoll ist und bin mir über die möglichen Folgen im Klaren.

 
Ich habe meinen Widerspruch formuliert und einen Grund angegeben.

Man sollte auf jeden Fall einen Grund angeben, auch wenn man sich nicht sicher ist, ob er vor Gericht hält. Er sollte aber schon plausibel sein. Gründe wie, ich kann dann in der Siemens Kantine nicht mehr essen oder ich kann den Siemens Sportpark nicht mehr nutzen, wirken nicht sehr überzeugend.

 
Ich habe daran gedacht, den Widerspruchsgrund von einem Anwalt prüfen zu lassen und auch verstanden, warum er gut oder schlecht ist.

 
Ich habe den Widerspruch an die Siemens AG und/oder TietoEnator geschickt (ein Arbeitgeber reicht nach Gesetz). Ich bin mir im Klaren, dass ich den Widerspruch nur dann zurückziehen kann, wenn Siemens und TietoEnator damit einverstanden sind.

 


Checkliste: Vorbereitung Kündigungsschutzklage
Achtung: Wenn Siemens eine betriebsbedingte Kündigung gegen Sie ausspricht, müssen Sie innerhalb von drei Wochen eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht München einreichen. Versäumen Sie diesen Termin, sind alle Rechte verwirkt.

Check Persönliche Bemerkung
Ich habe freie, auf mich passende Stellen in der Siemens AG gefunden, sie ausgedruckt und mit nach Hause genommen.

 
Ich habe mir Gedanken gemacht, wie ich belegen kann, dass ich auf diese Stellen passe und ev. Belege (wie Zusagen von Chefs, EFA-Gespräche, Zwischenzeugnisse und sonstiges) als Beweis dazu gelegt.
Achtung!
Sichern Sie E-Mails, die als Beweis dienen können. Sie wissen nicht wie lange Sie nach dem Widerspruch noch an Ihren Rechner können.

 
Ich kann - auch, wenn ich nicht weiß, ob das Gericht mir eine Sozialauswahl zubilligen wird - Vergleichkandidaten, die bessere Sozialdaten haben als ich, nennen.

 
Ich habe den BR-Anhörungsbogen ausgefüllt und ihn dem BR zusammen mit einer Kopie des Widerspruchs übergeben. Darin ist auch meine Telefonnummer (dienstlich, privat, mobil) eingetragen, damit ich für den BR erreichbar bin, falls die Kündigungsbegehren kommen.

 
Ich habe einen Fachanwalt für Arbeitsrecht an der Hand.

 
Ich bin nächster Zeit nicht in Urlaub.

 
Ich bin nächster Zeit in Urlaub.
Achtung!
Urlaub unterbricht die 3-Wochenfrist nicht, in der sie Kündigungsschutzklage einreichen können.
  • Ich habe meinem Anwalt vor der Abreise eine Vollmacht erteilt.
  • Ich habe sichergestellt, dass mein Briefkasten zuverlässig geleert wird.
  • Ich habe der Person, die meinen Briefkasten leert, erlaubt Siemens und Anwaltspost zu öffnen und Ihr explizit erlaubt, mit meinem Anwalt Kontakt aufzunehmen.
  • Ich habe der Person meines Vertrauens die Adresse und Telefonnummer meines Anwalts gegeben.
  • Ich habe meinem Anwalt den Namen der Person mitgeteilt, die mit ihm ggf. Kontakt aufnimmt, um ihm entsprechende Unterlagen, z.B. Kündigungsschreiben, BR-Widerspruch, zu bringen.
  • Ich habe der Person meines Vertrauens die Telefonnummer am Urlaubsort gegeben, damit sie mich im Notfall erreichen kann.
 


Checkliste: Die Zeit ohne Arbeitsplatz
Check Persönliche Bemerkung
Ich habe nach dem Widerspruch Siemens nachweislich meine Arbeitskraft angeboten, z.B. kurze, sachliche E-Mail an die Personalabteilung.
Achtung!
  • Siemens darf verlangen, dass Sie vorübergehend für TietoEnator tätig werden. Daraus entsteht jedoch keine Arbeitsverhältnis mit TietoEnator. Nehmen Sie Kontakt mit Ihrem örtlichen Betriebsrat auf.
  • Siemens darf Sie grundsätzlich versetzen. Eine Versetzung unterliegt jedoch der Mitbestimmung des aufnehmenden Betriebsrats (und des abgebenden wenn ich der Versetzung widerspreche). Informieren Sie diesen. Nehmen Sie in diesem Falle auch Kontakt zum örtlichen Betriebsrat auf.
 
Ich bewerbe mich aktiv auf Stellen, auf die ich passe.
Achtung!
Vorgesetzte haben grundsätzlich kein Recht Bewerbungsunterlagen einzusehen oder ein Recht auf Berichte über Bewerbungsfortschritte
 
Ich habe einen Betriebsrat meines Vertrauens, den ich zu anstehenden Personalgesprächen mitnehmen kann. Es empfiehlt sich mit dem Betriebsratsmitglied vor dem Gespräch zu klären, was man in diesem Gespräch erreichen oder verhindern möchte.
Achtung!
Steht dieser nicht zur Verfügung, muss der Vorgesetzte das Gespräch verschieben. Ein Mitarbeiter hat Anspruch darauf, den Betriebsrat seines Vertrauens mitzunehmen.
 

(iw)

Entscheidungshilfe
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FAQ
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Fragen an info@nci-net.de

22.05.06   Bietet Siemens beE auch für TietoEnator-Widersprüchler an?
22.05.06   Kündigung durch Siemens nach Widerspruch gegen Betriebsübergang?


Mo, 22.05.06: Kündigung durch Siemens nach Widerspruch gegen Betriebsübergang?
Wir haben uns schon ein wenig darüber gewundert, dass Siemens die Protokollnotiz zur Überleitungsvereinbarung nach TietoEnator nicht veröffentlicht hat, denn diese enthält nun wirklich keine Aussagen, die man vor den Mitarbeitern verbergen muss – im Gegenteil.

Auch TietoEnator-Chef Jürgen Hatzipantelis wunderte sich über deren Nicht-Veröffentlichung, hatte er doch Siemens gegenüber mehrfach eine 3-jährige-Nicht-Kündigungsgarantie für die übergehenden Mitarbeiter abgegeben. Diese Konditionen und die Nicht-Kündigungsgarantie können die Entscheidung für den Übergang zu TietoEnator positiv beeinflussen.

Man sollte annehmen, dass Siemens ebenso wie TietoEnator ein Interesse daran hat, dass möglichst wenig Mitarbeiter dem Betriebsübergang widersprechen, denn schließlich ist es erklärtes Ziel 1200 Stellen bei Com abzubauen. Siemens scheint sich also relativ sicher zu sein, die Widersprüchler auf andere Weise loswerden zu können. Deshalb haben wir die Chancen, einen Kündigungsschutzprozess nach einem Widerspruch gegen den Übergang zu gewinnen, genauer untersucht.

In Greifswald wurden bereits Stellen geschaffen, die auf die Widersprüchler passen würden. Wir erinnern uns, Siemens hat 2004 vom LAG bestätigt bekommen, dass Versetzungen von ATs nach Greifswald rechtens sind.

Die zu TietoEnator übergehenden Mitarbeiter sind überwiegend ATs. Es liegt nahe, dass Siemens, den Widersprüchlern diese Stellen anbietet und im Falle einer Kündigungsschutzklage vor Gericht nachweist, andere Stellen gäbe es in der Siemens AG für sie nicht. Die Folge: auch der Jubilarschutz für diese Mitarbeiter wäre geknackt. Die Mitarbeiter könnten sich zwar auf einen anderen vergleichbaren Arbeitsplatz berufen, müssten aber damit rechnen, dass Siemens nachweist, dass sie auf den Arbeitsplatz in Greifswald besser passen als auf den vom Mitarbeiter angegebenen.

Eine Sozialauswahl entfällt, da gerade mit den in der Protokollnotiz aufgeführten Konditionen, der 3-jährigen Nicht-Kündigungs-Garantie und der wirtschaftlichen Lage von TietoEnator kein sachlicher Grund für einen Widerspruch erkennbar ist.

Damit stehen die Chancen, eines Mitarbeiters nach dem Widerspruch gegen den Übergang den Kündigungsschutzprozess zu gewinnen deutlich schlechter als 2003.

Bleibt die Frage, warum das Siemens-Management es sich selbst so schwer macht, sein Ziel zu erreichen, Mitarbeiter abzubauen, wenn es durch einfache Information leichter erreichen könnte, dass die Mitarbeiter durch den Übergang zu TietoEnator aus der Siemens AG ausscheiden. Wollen sie etwa die verbleibenden Com-Mitarbeiter durch ausgesprochene Kündigungen erschrecken?
(iw/cr)

Mo, 22.05.06: Bietet Siemens beE auch für TietoEnator-Widersprüchler an?
Aus der Belegschaft wurde uns folgende Frage gestellt:
„Wird Siemens wenn ich als TietoEnator-Kandidat widerspreche die beE auch für uns Widersprüchler anbieten?“

Auf der Betriebsversammlung am 18.5.06 sagte der Betriebsratsvorsitzende, dass Siemens die Mitarbeiter, die dem Übergang zu TietoEnator widersprechen, von einem Interessenausgleich und Sozialplan bzgl. des Com-Stellenabbaus 2006 ausschließen will. Dem kann man entnehmen, dass Siemens nicht beabsichtigt, die beE auch für Widersprüchler anzubieten. Gleiches gilt dann natürlich auch für die in diesem Interessenausgleich- und Sozialplan auszuhandelnden Abfindungsregelungen. Allerdings sind die Verhandlungen zu diesem Stellenabbau noch nicht begonnen worden.

Wenn jemand mit der beE anstelle des Übergangs liebäugelt, sollte er auch einmal die 3-jährige Nicht-Kündigungsgarantie, die TietoEnator gegeben hat, näher betrachten. Diese kann man nutzen wie eine beE, die drei Jahre läuft und das bei vollem Gehalt. Natürlich muss man bei TietoEnator arbeiten, das hat jedoch den Vorteil, dass man im Job bleibt, seine Kenntnisse nicht verliert und dass man sich aus einem ungekündigten Arbeitsverhältnis heraus bewerben kann. Wie ihr aus den Berichten zur beE erkennen könnt, sind die Unterstützungen bei Bewerbungsaktivitäten durch Siemens relativ gering. Die meisten Mitarbeiter sagten, das hätten sie auch alleine gekonnt.

Mit der Variante TietoEnator hat man folgende Vorteile
  1. Zum einen kann man prüfen, ob einem der Job bei TietoEnator nicht doch gefällt.
  2. Zum anderen hat man durch die Nicht-Kündigungs-Garantie mindestens drei Jahre Zeit, sich einen neuen Job zu suchen, wenn man das möchte. Eine beE bei Siemens, auch wenn sie euch angeboten wird, wird mit Sicherheit keine dreijährige Laufzeit haben.
  3. Drittens vermeidet man das nicht unbeträchtliche Risiko, von Siemens nach dem Widerspruch betriebsbedingt gekündigt zu werden. In diesem Fall läuft man Gefahr, sofort arbeitslos zu werden und auch keine Abfindung zu erhalten. Arbeitgeber stimmen in der Regel einem Vergleich vor Gericht mit Abfindung nämlich nur dann zu, wenn der Arbeitnehmer eine Chance hat, den Prozess zu gewinnen.
  4. Viertens hat man, wenn man in diesen drei Jahren keinen neuen Job findet, immer noch den Arbeitsplatz bei TietoEnator. Dies hat man bei einer Siemens-beE nicht.
  5. Wenn ihr einen Job gefunden habt, ist es Verhandlungssache, ob ihr einen Aufhebungsvertrag mit der in der Protokollnotiz vereinbarten Abfindung bekommt. Bei Eigenkündigung entfällt die Abfindung (das ist aber auch bei Siemens so).
(cr/iw)

Stellen bei Siemens und TietoEnator
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Hinweis:Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren die Stellen ausgeschrieben. Wir überprüfen nicht, wann Siemens oder TietoEnator die Stellen aus dem Netz nimmt.

TietoEnator

Stellen bei TietoEnator

Informationen über das Unternehmen TietoEnator
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Überblick
01    Kooperation Siemens und TietoEnator
02    Standorte
03    TietoEnator - München
04    Arbeitsbedingungen
05    Rechtsform - Deutschland
06   TietoEnator international
07    Portfolio
08    Geschäftszahlen
09    Geschäfts- und Personalentwicklung bei TietoEnator seit 1984
10   Kundenbewegung bei TietoEnator
11   Kapitalherabsetzung bei TietoEnator

Kooperation Siemens und TietoEnator
Zwischen Siemens und TietoEnator besteht eine langjährige Zusammenarbeit. In den letzten Jahren hat TietoEnator bereits Mitarbeiter von Siemens Finnland, Nokia, Alcatel und Ericsson übernommen und nach Aussage von Frank Eser, Leiter der Entwicklung von Kernkomponenten in Telekommunikationsnetzen bei Siemens Communications, erfolgreich integriert. Als Bestandteil der Vereinbarung wird Siemens für ca. 5 Jahre Dienstleistungen von TietoEnator beziehen. Der Vertrag wird sich in der zweiten Hälfte 2006 vermutlich mit 15 Mio. EUR auf TietoEnators Umsatzerlöse auswirken, der Gesamtumfang beläuft sich auf ca. 100 Mio. EUR.

TietoEnator Deutschland - Standorte
Die TietoEnator Deutschland ist eine GmbH, eingetragen am Amtsgericht Frankfurt(HRB 75570) mit Standorten in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, München (Sandstraße 33, Garmischerstraße 10), Regensburg, Stuttgart, Ulm.

TietoEnator in München
TietoEnator beschäftigt in München ca. 100 fest angestellte Mitarbeiter in den Betrieben Sandstraße 33 (50 bis 60 Mitarbeiter) und Garmischerstraße 10 (ca. 40 Mitarbeiter). Zusätzlich sind ca. 30 Consultants in der Garmischerstraße beschäftigt. Schwerpunkt in der Sandstraße sind Bankwesen und Versicherung, Schwerpunkt in der Garmischerstraße sind Telekommunikation und Automotive (Software für Automobilindustrie). Die Zusage von Siemens, fünf Jahre lange Aufträge an TietoEnator zu geben, dürfte sich auf eine Zusammenarbeit zwischen vdo und Automotive beziehen, da dieser Bereich zur Zeit boomt.

In der Garmischerstraße sind nur Softwareentwickler beschäftigt. Der Betrieb benötigt nach internen Auskünften aber dringend Hardwarentwickler. Diese Lücke soll offensichtlich mit den Mitarbeitern von Com FN PV geschlossen werden. Das Durchschnittsalter im Betrieb Garmischerstraße liegt derzeit bei 35 bis 38 Jahren. Das Durchschnittsalter der übergehenden Mitarbeitern beträgt 48 Jahre mit entsprechend langer Firmenzugehörigkeit.

Die Mitarbeiter bei TietoEnator erwarten keine Kündigungen. Ihr Zutrauen zur Firma und in die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze ist sehr groß. Allerdings ist zu bedenken, dass unser Vertrauen zu Siemens Anfang 2002 ähnlich groß gewesen sein dürfte.

Arbeitsbedingungen
TietoEnator ist ein nicht tarifgebundenes Unternehmen. Es existiert jedoch ein Betriebsrat. Die Mitarbeiter arbeiten 40 Stunden pro Woche mit Gleitzeit. Sie beziehen durchschnittlich 20 Prozent niedrigere Gehälter als vergleichbare Arbeitnehmer der Siemens AG. Es ist damit zu rechnen, dass TietoEnator in absehbarer Zeit den übergehenden Mitarbeitern Arbeitsverträge mit firmenüblichen Konditionen anbieten wird.


Wie sieht der Arbeitsplatz bei TietoEnator aus?
99,9 Prozent der Arbeit bei TietoEnator findet überwiegend beim Kunden statt. Deshalb gibt es auch so gut wie keine festen Arbeitsplätze in den Räumen von TietoEnator. Die Büros bestehen aus "Pool-Zimmern", in denen PCs zur abwechselnden Benutzung zur Verfügung stehen. Etliche Räume sind nur mit LAN-Anschlüssen für Laptops ausgestattet.

Mitarbeiter werden in ständig wechselnden Projekten eingesetzt. Der Einsatz erfolgt auch international. In der Regel erstrecken sich die Projekteinsätze aufgrund des beschränkten Budgets der Kunden auf zwei bis drei Monate. Es gibt aber auch sehr lange Projekteinsätze bei größeren Firmen über mehrere Jahre, die aber nicht in München sein müssen. Ein Mitarbeiter könnte bspw. neun Monate in Wien, zwei Wochen in Bern, dann sechs Monate in Berlin und schließlich zwei Jahre in Bulgarien eingesetzt werden. Die TietoEnator-Mitarbeiter treffen sich vierteljährlich in Fachbereichstreffen (8-10 Mitarbeiter). Monatlich gibt es ein Geschäftsstellen-Meeting, auf dem dann für zwei Stunden alle Mitarbeiter der Geschäftsstelle zusammenkommen.

Auf die Familie wird bei der Zuweisung von Projekten kaum Rücksicht genommen. Dieser wechselnde Projekteinsatz bedeutet für ältere Mitarbeiter oder Mitarbeiter mit familiären Verpflichtungen meist eine hohe psychische Belastung. Ein Mitarbeiter kann sich de facto diesem wechselnden Projekteinsatz nicht entziehen, ansonsten riskiert er mangels vorhandener Aufgaben eine betriebsbedingte Kündigung.

Im Grunde handelt es sich um die gleiche Arbeitsweise wie in einer Zeitarbeitsfirma oder bei Project Assignment (PRA).

Sei kurzem werden bei TietoEnator überwiegend nur noch so genannte Projektverträge abgeschlossen, d.h. also befristete Arbeitsverträge über die Projektlaufzeit. Inzwischen hat ein Drittel der vierzig Mitarbeiter in der Garmischerstraße solche Verträge. Wenn allerdings ein unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat, ist eine nachträgliche Befristung des Arbeitsverhältnisses nicht möglich (§14 II 2 TzBfG). Dies ist bei den übergehenden Siemens-Mitarbeitern der Fall.

TietoEnator Deutschland - Rechtsform
Sie entstand im Dezember 2005 durch Verschmelzung der TietoEnator GmbH, Hamburg auf die TietoEnator S.E.S.A. AG, und gleichzeitige Umwandlung in eine GmbH. Sie beschäftigt ca. 500 Arbeitnehmer. Geschäftsführer der GmbH sind Jürgen Hatzipantelis (Vorsitzender der Geschäftsführung), Patricia Emmel, Michael Graben und Walter Hübler. Der dreiköpfige Aufsichtsrat wurde am 20.2.06 gewählt. Ihm gehören an: Peter Lindgren, Ingenieur, wohnhaft in Täby, Schweden (Vorsitzender), sowie Ari Martti Vanhanen, Ingenieur, wohnhaft in Helsinki, Finnland (stellvertretender Vorsitzender). Als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat wurde von den Arbeitnehmern gewählt: Hasso Schendel, System-Ingenieur, wohnhaft in Berlin.

TietoEnator - International
TietoEnator ist in über 20 Ländern vertreten: Belgien, China, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Kanada, Lettland, Litauen, Malaysia, Niederlande, Norwegen, Russland, Schweden, Singapur, Slowakai, Tschechische Republik, Ukraine und die USA.

Portfolio
TietoEnator ist einer der größten Anbieter von IT-Dienstleistungen in Europa. Ziel von TietoEnator ist es ein Global Player im Telekommunikationsbereich zu werden", sagt Ari Vanhanen, President, TietoEnator Telecom & Media. Das Produktspektrum des Geschäftsbereichs Telecom & Media umfasst R&D-Dienstleistungen, Consulting, IT-Systementwicklung und die Integration für die gesamte Wertschöpfungskette in den Märkten der Telekommunikation und der Medien. Schwerpunkt ist die Beratung, Entwicklung und Betrieb der technologisch bestimmten Geschäftsprozesse der Kunden.


Geschäftszahlen
2004 hatte sie 12773 Mitarbeiter, einen Umsatz von € 1.525 Mio., einen EBIT von 194,5 Mio. und eine Umsatzrendite von 12,8%. 2005 stieg die Mitarbeiterzahl auf 15001, der Umsatz auf 1.682 Mio., der EBIT fiel auf 183,3 Mio. und die Umsatzrendite auf 10,9%.


Geschäfts- und Personalentwicklung bei TietoEnator seit 1984
Ein entscheidendes Kriterium für die Klärung der Frage, ob man zu TietoEnator übergehen möchte oder nicht, ist die wirtschaftliche und personelle Entwicklung dieser Firma. Daher haben wir umfangreiche Recherchen durchgeführt und folgende Informationen aus den Jahren 1984 bis heute für Euch zusammengestellt.

Geschäftsfelder
TietoEnator bediente im April 2001 die Geschäftsfelder Versicherungen, Banken, Reise & Touristik sowie Telekommunikation. Seit März 2005 ist der Bereich Reise & Touristik, auf dem TietoEnator seit der Firmengründung vor 20 Jahren maßgeblich tätig war, aufgegeben worden. Neu hinzu kam 2005 oder 2006 u.a. Automotive.

Kunden
Im Bereich Telekommunikation hatte TietoEnator laut Homepage vom März 2005 hauptsächlich Provider als Kunden, nämlich E-Plus, Proximus Belgacom Mobile, O2, T-Mobile und Vodafone D2. Einziger Hersteller im Kundenstamm war Nokia.

2005 kamen überraschend alle renommierten Telekommunikationshersteller als Kunden dazu. Dieser Kundenstamm wuchs damit auf 17 Firmen an: Alcatel, Ericsson/Marconi, Nortel, Siemens, EADS Telecom, Lucent, Rohde & Schwarz, Tenovis, Arcor, orange, Tim, Wind, T-Mobile, E-Plus, Nokia, O2, Vodafone.

Auffallend ist, dass gerade Großkunden hinzugekommen sind, die im selben Zeitraum Personal abgebaut und ausgegliedert haben.

Wirtschaftliches Wachstum
Der EBit von TietoEnator sowie die Verkaufszahlen sind seit 1984 bis auf ein paar kleine Einbrüche kontinuierlich gestiegen.

Aus den Geschäftszahlen kann man erkennen, dass das Wachstum von TietoEnator gegenläufig zu dem Wachstum in der Telekommunikationsbranche ist. In den Jahren, in denen die großen Telekommunikationsfirmen Personal abgebaut haben, ist TietoEnator gewachsen. In den Jahren, in denen die Telekommunikationsfirmen Personal aufgebaut haben (Siemens zahlte im Jahr 2001 noch Kopfprämien für die Gewinnung neuer Mitarbeitern), ist das Wachstum von TietoEnator zurückgegangen.
Diagramme zur Geschäftsentwicklung

Geschäftsmodell
Das Geschäftsmodell von TietoEnator scheint darauf zu beruhen, Mitarbeiter anderer Firmen gegen die Zusicherung von Aufträgen dieser Firmen zu übernehmen. Dies ist auch aus der Entwicklung der Personalzahlen ersichtlich. Nachdem die Mitarbeiterzahl von 1999 auf 2000 um 10% gefallen ist, ist sie von Anfang 2003 (12000) bis heute (15000) gestiegen.

Personalentwicklung
Betrachtet man den großen Kundenstamm von TietoEnator im Geschäftsbereich Telekommunikation und die relativ niedrige Mitabeiterzahl (40 Festangestellte und 30 Consultants), ist es glaubwürdig, dass TietoEnator dringend Mitarbeiter benötigt. Allerdings ist durch den Zusammenschluss Telekommunikation, Automotive, Medien nicht klar erkennbar auf welches dieser drei unterschiedlichen Gebiete TietoEnator den Schwerpunkt setzen wird. Die von Siemens übergehenden Kollegen müssen sich aller Voraussicht nach auf neue Aufgabenfelder einstellen.

Rätselhaft bleibt jedoch, wozu ein Systemdienstleister wie TietoEnator Hardwareentwickler benötigt. Es besteht die Gefahr, dass diese nach einer gewissen Übergangsfrist (6 Monate bis 1 Jahr) mit einer Kündigung rechnen müssen. Im Betrieb Garmischerstraße 10 gibt es nur Softwareentwickler, also keine Vergleichspersonen für Hardwareentwickler für eine Sozialauswahl.
Details zur Personalentwicklung
(iw/cr)


Kundenbewegung bei TietoEnator
Nach Durchsicht der Folien, die TietoEnator den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt hat, fiel uns auf, dass die Liste der Kunden auf der Homepage von TietoEnator sich wesentlich von den Kunden auf der Folie unterscheidet.

Interessant ist, dass lediglich drei Firmen, nämlich T-Mobile, Vodafone und Nokia mindestens seit 2003 als Kunden angegeben sind. Bis heute weggefallen sind Proximus Belgacom Mobile, E-Plus und O2 sowie die erst neu dazu gekommenen Firmen EADS Telecom, Rohde & Schwarz, Tenovis, Orange, Tim und Lucent. Der Wegfall von Lucent könnte sich durch die Fusion mit Alcatel erklären.

Von den ursprünglich sechs Stammkunden sind 2005 die Hälfte weg gebrochen. Von den elf Neukunden des Jahres 2005 haben sich bereits mehr als die Hälfte verabschiedet. Dies stützt den Eindruck, dass TietoEnator im Laufe des Jahres 2005 das Geschäftsmodell geändert hat und jetzt Umsatz erzeugt, indem sie Mitarbeiter anderer Firmen gegen die Zusicherung von Aufträgen dieser Firmen übernimmt.

Kunde 2003 2004 2005 2006 Folie
TietoEnator
Proximus Belgacom Mobile x x x - -
E-Plus x x x x -
O2 x x x x -
T-Mobile x x x x x
Vodafone D2 x x x x x
Nokia x x x x x
EADS Telecom - - - x -
Lucent - - - x -
Rohde & Schwarz - - - x -
Tenovis - - - x -
Orange - - - x -
Tim - - - x -
Alcatel - - - x x
Ericsson/Marconi - - - x x
Nortel - - - x x
Siemens - - - x x
Arcor - - - x x
Telenor - - - - x
Telia Sonera - - - - x
Lietuvos Telekomas - - - - x
Cesky Telecom - - - - x
Delphi - - - - x
Bosch - - - - x

(cr/iw)

Kapitalherabsetzung bei TietoEnator
Die Hauptversammlung von TietoEnator hat am 23.3.06 eine Kapitalherabsetzung um 2.903.860 € beschlossen. Das wurde am 10.4.06 ins finnische Handelsregister eingetragen. Das Eigenkapital von TietoEnator beträgt dann 75.840.262 €. Die Kapitalherabsetzung soll durch "nullifying the company's own shares" (Aktieneinziehung) durchgeführt werden. Details

(Teil) Betriebsübergang
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Überblick
Teil 1:     Was nimmt der Mitarbeiter beim Betriebsübergang mit?
Teil 2:     Schutzklausel
Teil 3:     Was passiert, wenn TietoEnator kündigt?
Teil 4:     Widerspruch gegen den Betriebsübergang
Teil 5:     Überleitungsvereinbarung
Teil 5a:   Überleitungsvereinbarung:Protokollnotiz
Teil 5b:   Altersversorgung


Teil 1: Was nimmt der Mitarbeiter beim Betriebsübergang mit?

Im Falle von Com FN PV PD und Com CD NI UD, wechselt ein Betriebsteil der Siemens AG zu dem neuen Arbeitgeber TietoEnator. Dort werden die Mitarbeiter in den Bereich Telecom & Media integriert. Siemens wird für ca. 5 Jahre Dienstleistungen von TietoEnator beziehen.

Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bei einem solchen (Teil-) Betriebsübergang bestimmen sich nach §613a BGB.

Was nimmt der Mitarbeiter beim Betriebsübergang mit?

Arbeitsplatz und Arbeitsverhältnis
(Gesamt-) Betriebsvereinbarungen
Tarifvertrag
Spezialfälle
Zusammenfassung
In den nächsten Tagen erzählen wir Euch, was unter die Schutzklausel fällt, was passiert, wenn TietoEnator kündigt und was es mit dem Widerspruch gegen den Betriebsübergang auf sich hat.
(cr)


Teil 2: Schutzklausel
Regelungen aus Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen, die ihr beim Betriebsübergang zu TietoEnator mitgenommen habt, werden durch §613a I S.2 BGB geschützt. Diese Schutzklausel regelt, dass diese Rechtsnormen nicht vor Ablauf eines Jahres ab dem Zeitpunkt des Überganges zu Euerem Nachteil geändert werden dürfen.

Nach Ablauf eines Jahres kann TietoEnator diese Betriebsvereinbarungen mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten kündigen (§77 V BetrVG).

Achtung: Unter diese Schutzklausel fallen keine Regelungen aus einem individuellen Arbeitsvertrag.

TietoEnator kann also sofort nach dem Betriebsübergang die individuellen Bedingungen des Arbeitsvertrages ändern, aber nur: Tarifvertragliche Regelungen, die in den Arbeitsvertrag übergegangen sind, können nach BAG-Rechtsprechung wie Tarifverträge gekündigt werden, da der Arbeitnehmer nicht besser oder schlechter gestellt werden soll als ohne Betriebsübergang.
(cr)

Teil 3: Was passiert, wenn TietoEnator kündigt?
TietoEnator übernimmt die EWSD-Entwicklung und die Kunden-Dokumentation von Siemens. Es ist davon auszugehen, dass das Projekt EWSD mit dem Übergang zu TietoEnator in aktive Wartung überführt wird (falls das nicht bereits geschehen ist). Die Verträge mit den bisherigen Kunden werden abgewickelt, aber keine neuen Kunden mehr gewonnen. Was das für ein Projekt heißt ist klar: Es gibt keine Neuentwicklungen mehr für EWSD, sondern lediglich noch kleinere Änderungswünsche der bisherigen Kunden und Fehlerbehebung. Spätestens nach einem Jahr fallen praktisch keine größeren Arbeiten mehr an (das ist zumindest der Erfahrungswert aus anderen Projekten). Für die Kunden-Dokumentation kann man das ähnlich sehen - keine Neuentwicklung, kein Bedarf für überarbeitete Dokumentationen. Siemens hat zwar zugesagt, für ca. 5 Jahre Dienstleistungen von TietoEnator zu beziehen, niemand weiß aber bisher, wie dieser Vertrag genau aussieht. Niemand weiß, ob die Mannschaft, die bisher die EWSD-Entwicklung gemacht hat, diese Dienstleistungen erbringen soll oder gar ob und welche neuen Aufgaben auf die Entwickler zukommen werden.

Davon auszugehen, dass eine (Teil-) Betriebsschließung oder Kündigungen bei TietoEnator in nicht allzu ferner Zukunft stattfinden könnten ist also nicht ganz abwegig. Es gibt zwei Möglichkeiten, mit diesem Thema umzugehen: Ihr könnt den Kopf in den Sand stecken, oder Euch damit auseinandersetzen. Ob Kündigungen oder eine (Teil-) Betriebsschließung drohen, lässt sich beim derzeitigen Informationsstand abschließend noch nicht sagen. Man sollte diese Möglichkeit aber in seine Überlegungen mit einbeziehen.
(cr)

Teil 4: Widerspruch gegen den Betriebsübergang
Heute klären wir die Frage, was es mit dem Widerspruch gegen den Betriebsübergang auf sich hat und welche Folgen dieser Widerspruch hat.

Unterrichtung und Widerspruch
Folgen des Widerspruches
Wann hat man eine Chance, die Klage zu gewinnen?
Folgen des Widerspruches - Spezialfälle
Ein Widerspruch ist wie gesagt nur dann sinnvoll, wenn man eine Chance hat, die Kündigungsschutzklage zu gewinnen bzw. wenn man einen Kündigungsschutz hat, der nicht zusammenbricht. Und wenn man zu der Überzeugung gekommen ist, dass der Com Bereich bei Siemens länger überlebt als der übergehende Bereich bei TietoEnator.
(cr)


Teil 5: Überleitungsvereinbarung zu TietoEnator
Die Überleitungsvereinbarung enthält im Wesentlichen die gesetzlichen Bestimmungen. Für entfallende spezielle Siemens-Regelungen gibt es einmalig eine Pauschale Ausgleichszahlung von 800.- EUR.
Zusammenfassend kann man sagen: Viel Papier um nichts.

Im einzelnen heißt dies:
Für Tarifmitarbeiter: Für ÜT-Mitarbeiter:
Für alle: (iw)


Weitere Regelungen der Überleitungsvereinbarung (Protokollnotiz)
Wie aus der Protokollnotiz vom 04.05.06 zur Überleitungsvereinbarung für Com FN PV PD und Com CD NI UD zu TietoEnator hervorgeht (Beitrag vom 10.05.06), gelten unten stehende ergänzende Bestimmungen. Die Protokollnotiz ist Teil der Betriebsvereinbarung und rechtlich verbindlich.

Sie wurde auf der Mitarbeiterveranstaltung zwar vorgestellt, aber bis heute nicht schriftlich ausgehändigt und auch nicht im Intranet zugänglich gemacht. Die Protokollnotiz ist bisher nur beim Betriebsrat einsehbar. Eine Nichtveröffentlichung dieses Teils der Betriebsvereinbarung an den üblichen Stellen im Intranet auf den Seiten von CP, wäre jedoch ein Verstoß gegen §77 II 3 BetrVG. Danach hat der Arbeitgeber Betriebsvereinbarungen an geeigneter Stelle im Betrieb auszulegen. Sollte die Protokollnotiz nicht schriftlich ausgehändigt werden, würden unserer Ansicht nach außerdem wesentliche Informationen über die wirtschaftlichen Folgen des Übergangs nicht in Textform an die Mitarbeiter ausgehändigt. Damit hätte der Arbeitgeber nicht ordentlich über den Betriebsübergang unterrichtet und die Widerspruchsfrist gegen den Übergang würde nicht zu laufen beginnen. Wir gehen daher davon aus, dass die Protokollnotiz baldmöglichst im Intranet zugänglich sein wird.

Eingliederung in den Betrieb TietoEnator

Die Mitarbeiter aus Was bedeutet dieser Übergang in einen ‚eigenen Betrieb' für die Münchner Kollegen?
  1. Kann TietoEnator wegen Auftragsmangels, die Mitarbeiter in diesem Betrieb nicht mehr ausreichend beschäftigen, dann könnten betriebsbedingte Kündigungen oder eine Betriebsschließung anstehen.

    Im Falle einer Betriebsschließung, Im Fall von betriebsbedingten Kündigungen
  2. Der Betriebsrat München Hofmannstraße bleibt gemäß §21a III BetrVG für maximal sechs Monate für den neu gegründeten TietoEnator Betrieb zuständig. Er wird dort die Betriebsratswahl einleiten. Allerdings müssen sich im Betrieb Mitarbeiter finden, die bereit sind für den Betriebsrat zu kandidieren.
Kündigungswahrscheinlichkeit
Betriebsrat und Betriebsleitung der Siemens AG gehen davon aus, dass bis zum 30.06.2009 keine betriebsbedingten Kündigungen durch TietoEnator erfolgen werden. Die Betriebsparteien können eine Kündigung nicht ausschließen, da das Kündigungsrecht bei TietoEnator liegt. Allerdings ist dies keine rechtsverbindliche Zusage. Am 19.05.06 hat TietoEnator Chef Jürgen Hatzipantelis jedoch eine dreijährige Nicht-Kündigungsgarantie abgegeben.

Fr, 19.05.06: TietoEnator: Hatzipantelis gibt 3-jährige Nicht-Kündigungs-Garantie
TietoEnator-Chef Jürgen Hatzipantelis gab dem Betriebsrat gegenüber eine mündliche Erklärung ab, dass TietoEnator die übergehenden Mitarbeiter in den ersten drei Jahren nach dem Übergang nicht betriebsbedingt kündigen werde. Da Jürgen Hatzipantelis die Veröffentlichung der Protokollnotiz zur Überleitungsvereinbarung auf der NCI Homepage begrüßt hat und von sich aus auf den Betriebsrat wegen dieser Nicht-Kündigungs-Garantie zugegangen ist, ist davon auszugehen, dass er ernsthaft an den übergehenden Mitarbeitern interessiert ist. Er benötigt diese Spezialisten dringend, um die Verträge mit den EWSD-Kunden erfüllen zu können. Er beschränkt diese Garantie jedoch nicht auf die EWSD-Entwickler, sondern gibt sie für alle übergehenden Mitarbeiter ab.

Da Jürgen Hatzipantelis sich bereit erklärt hatte, diese Garantie auch schriftlich abzugeben, bat der Betriebsrat ihn per E-Mail, dies zu tun. Hatzipantelis Antwort lautete:

„Das ist korrekt. Ich habe den entsprechenden Passus in der Protokollnotiz so verstanden und dies auch mehrfach Siemens kommuniziert. Leider ist durch die wenig sinnhafte Teilung der Überleitungsvereinbarung in eine Protokollnotiz und die Überleitungsvereinbarung selbst mehr Verwirrung als Klärung bei den Mitarbeitern entstanden. Das ist sehr schade und für das Projekt wenig hilfreich. Deshalb bin ich auf [den Betriebsrat] zugegangen und habe mit [ihm] vereinbart, dass wir diese, wie ich meine für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wichtige Regelung klar und deutlich kommunizieren sollten. Ich habe [den Betriebsrat] auch gebeten, dies in den gestern und heute stattfindenden Mitarbeiterversammlungen, gerne auch in meinem Namen, zu kommunizieren. [Der Betriebsrat] hat darüber hinaus angeregt, dies auch schriftlich an die Mitarbeiter zu kommunizieren. Wir sind gerade dabei zu klären, in welcher Form wir das machen werden.“
(cr)



Abfindungsregelung
Mitarbeiter, die vor dem 30.06.2009 bei TietoEnator durch betriebsbedingte Kündigung oder Aufhebungsvertrag ausscheiden, erhalten eine Abfindung, vorausgesetzt sie treten nicht in den Ruhestand und vorausgesetzt, der (Gesamt-) Betriebsrat von Tieto-Entor vereinbart mit TietoEnator nichts davon Abweichendes.

Achtung: Daher ist es wichtig, dass die übergehenden Mitarbeiter einen starken Betriebsrat wählen, der die ausgehandelten Konditionen genau kennt und nicht bereit ist, Schlechteres zu vereinbaren.

Die Höhe der Abfindung berechnet sich
Beispiel:
Im Falle von betriebsbedingten Kündigungen (auch Betriebsschließung) muss der Arbeitgeber bei der Kündigung die Kündigungsfrist beachten. Ist jemand länger als 20 Jahre im Betrieb beschäftigt (die Siemens-Zeiten rechnen mit), dann hat er eine Kündigungsfrist von 7 Monaten. Der Arbeitgeber muss also, um diese Frist zu wahren, 7 Monate vor dem tatsächlichen Austrittszeitpunkt, kündigen.
Angenommen TietoEnator kündigt am 31.12.06, dann scheidet ein Mitarbeiter mit siebenmonatiger Kündigungsfrist zum 31.07.07 aus. Er war also 1 Jahr und 1 Monat bei TietoEnator und erhält nach obiger Vereinbarung 80% der Abfindungssumme. Hat der Mitarbeiter nur 6 Monate Kündigungsfrist erhält er 100%, da er dann zum 30.06.07 ausscheidet.

Die Abfindung wird nur ausbezahlt, wenn unmittelbar nach dem Ausscheiden von TietoEnator keine Tätigkeit bei der Siemens AG oder einem mit dieser oder mit TietoEnator verbundenen Unternehmen aufgenommen wird. Wird innerhalb von drei Jahren eine solche Beschäftigung aufgenommen, dann besteht eine Rückzahlungsverpflichtung für den zu 3 Jahren fehlenden Zeitraum in Höhe von 1/36 der Abfindungssumme pro Monat. Zurückzuzahlen ist jedoch der entsprechende Bruttobetrag, bezahlte Steuern und Sozialabgaben werden nicht zurückerstattet. Dies sind die üblichen Konditionen bei Abfindungen in der Siemens AG.

Dienstsitz
Der Dienstsitz muss nicht identisch sein mit dem tatsächlichen Arbeitsplatz. Für die jetzigen TietoEnator Mitarbeiter, die den Betrieben in München zugeordnet sind, ist der Dienstsitz München, für die Hamburger Hamburg. Der Arbeitsplatz kann aber in Bremen, Bulgarien oder sonst wo sein.

Die Vereinbarung sagt nur zu, dass der Dienstsitz aus heutiger Sicht in räumlicher Nähe zum bisherigen Dienstsitz liegt. Sicher ist also nicht, dass man immer in seiner jetzigen Stadt bleiben kann.

Firmenwohnungen
Für Mitarbeiter, die können unbefristet in ihrer Firmenwohnung bleiben.
Alle anderen können ihre Firmenwohnung noch 5 Jahre bewohnen.

Tarifvertrag
Für Mitarbeiter, die bisher dem Ergänzungstarifvertrag (ErgTV), unterlagen, gilt nach dem Betriebsübergang der Flächentarifvertrag des jeweiligen Bundeslandes.
(iw/cr)


Altersversorgung beim Übergang zu TietoEnator
Laut Gesetz würde TietoEnator die Siemens-Pensionszusage nur entsprechend der durch Siemens bis zum Zeitpunkt des Übergangs eingezahlten Beiträge übernehmen. In der Überleitungsvereinbarung ist darüber hinaus geregelt, dass bei TietoEnator die Zusage auf das Alter 60 erhalten bleibt, d.h. dass Mitarbeiter, die zu TietoEnator übergehen und jetzt unter 60 sind, Firmenrentenansprüche bis zum 60 Lebensjahr erwerben (so sie solange bei TietoEnator sind) und zwar nach den Konditionen, die heute bei Siemens gelten. Um dies zu gewährleisen, meldet sich TietoEnator bei der Pensionsfondsicherungsgesellschaft (PSG) an und führt entsprechende Beiträge ab. Allerdings ist bei TietoEnator nicht gewährleistet, dass die bei Siemens automatisch alle drei Jahre durchgeführte Anpassung ebenfalls stattfindet. Bis auf diese Erhöhung haben bezüglich Pension die zu TietoEnator übergehenden Mitarbeiter den gleichen Anspruch wie Siemens-Mitarbeiter. Hierin liegt die wesentliche Verbesserung dieser Überleitungsvereinbarung gegenüber der vorhergehenden für BenQ.
(pl)

Emotionen
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Überblick
01.04.06   Com Ausgliederung: Depression weicht Informationsbedürfnis
28.03.06   Lasst Euch nicht isolieren
28.03.06   Untergangsstimmung bei Com FN PV PD und Com CD NI UD
22.03.06   Ausgliederung bei Siemens Com: Emotionales


Sa, 01.04.06: Com Ausgliederung: Depression weicht Informationsbedürfnis
Die Stimmungslage bei den von der Ausgliederung betroffenen Mitarbeitern hat sich leicht gebessert. Der anfängliche Schock-Zustand ist nach Aussage von Mitarbeitern dem Bedürfnis nach Information gewichen.

Drei Gruppen bilden sich bezüglich der emotionalen Stimmungslage heraus. Die erste Gruppe, überwiegend aus Mitarbeitern Anfang 40 oder jünger, sehen in dem Wechsel zu TietoEnator eher eine Chance. Der Grund für diesen verhaltenen Optimismus liegt aber nicht darin, dass es gelang ein positives Bild von TietoEnator zu zeichnen, sondern überwiegend an den schlechten Aussichten für Com. Aussagen wie "hier ist ja alles sowieso nur noch marode" oder " es wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben " sind die Triebfeder für einen Wechsel zu TietoEnator. Die Frage was man am besten tut, reduziert sich auf die Frage: "Wer überlebt länger, Com oder der neue Bereich bei TietoEnator." Eine zweite Gruppe informiert sich ausführlich über die Möglichkeiten und ihre Chancen bei Siemens zu bleiben, eine dritte verhält sich abwartend, sammelt ebenfalls so viel wie möglich Informationen, um ihre Entscheidung auf gesunde Füße stellen zu können.

Willkürliche Einteilungen von Vorgesetzen zu Informationsveranstaltungen, Informationsverschleierung dem Betriebsrat gegenüber wirken eher kontraproduktiv und stärken das Misstrauen. "Für uns wird das Verhalten unserer Vorgesetzten immer unglaubwürdiger. Und je mehr man fragt, desto mehr versuchen sie sich aus den Antworten zu stehlen. Keiner will so recht mit Informationen rausrücken. Aber die Vorgesetzten tun so, als ob alles in Ordnung wäre und als ob es nichts Besseres gäbe, als zu TietoEnator zu wechseln," teilten Mitarbeiter NCI mit.

Positiv ist jedoch aus unserer Sicht zu verzeichnen, dass die Mitarbeiter miteinander zu reden beginnen, sich nicht an die strikten Anweisungen ihrer Vorgesetzten gehalten haben und die Informationsveranstaltungen mehrfach besucht haben. Zur Zeit laufen rege Diskussionen über die Eindrücke, die jeder gewonnen hat.

"Ja, die Sache ist für uns alle nicht leicht. Doch je mehr wir uns gegenseitig austauschen und zusammenhalten, desto besser werden wir die Situation meistern. Ich habe in euch (NCI) eben Leute gefunden, die mich anhören und wo ich mit meinen Sorgen hin kann."

Wer Kontakt zu uns aufnehmen möchte, kann dies unter der E-Mail Adresse info@nci-net.de.
(iw)

Di, 28.03.06: Lasst Euch nicht isolieren
Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Ihr von der Ausgliederung nach TietoEnator betroffen seid,

wie unten stehendes Stimmungsbild zeigt, bestimmt die Angst vor einer ungewissen Zukunft die Ausgliederung zu TietoEnator. Diese Angst begründet sich einerseits im mangelnden Vertrauen zur Firma Siemens, von der man nicht mehr annimmt, dass sie das Wohl der Mitarbeiter im Auge hat. Zum anderen ist diese Angst und Unruhe aber auch eine ganz normale menschliche Reaktion auf das Gefühl, einer nicht einzuschätzenden Entwicklung gegenüberzustehen, die die eigene Existenzgrundlage betrifft.

Deshalb möchten wir Euch eine Betriebsversammlung in Erinnerung rufen, die Heribert Fieber 2002 gehalten hat. Damals drohte der massive Stellenabbau bei ICN. Es herrschten ähnliche Gefühle bei denen vor, die davon betroffen waren. Aus dieser Betriebsversammlung ist mir ein Satz in Erinnerung geblieben: "Lasst Euch nicht isolieren."

Damals konnte niemand sagen, wie der Weg wohl aussehen wird, der zu gehen war. Damals drohten Kündigungen, heute Ausgliederungen. Damals wie heute sind die Gefühle gleich, herrscht die Sorge über die Zukunft vor, deren Entwicklung man nicht mehr einschätzen kann.

Meist bleibt der Mensch mit seiner Angst alleine. Er verbirgt sie. Angst wird als Schwäche gesehen, nicht als natürliche Reaktion auf eine unnatürliche Situation.

Das Wort "Lasst Euch nicht isolieren," heißt auch, sich mit seinen Ängsten, seinen Gefühlen auseinanderzusetzen, heißt sie dem anderen mitzuteilen. Dazu gehört Mut. Zu diesem Mut wollen wir Euch ermuntern.

"Lasst Euch nicht isolieren," heißt auch, sich nicht gefangen nehmen zu lassen von düsteren Gedanken, sich nicht von Panik treiben zu lassen, bei der ein Wort der Angst das nächste verstärkt.

"Lasst Euch nicht isolieren," heißt die Flucht vor der Realität, bei der man nur den Rücken und nicht das Gesicht des anderen sieht, zu stoppen. Es heißt, stehen zu bleiben, sich umzudrehen, dem anderen in das Gesicht zu sehen, mit ihm zu reden, so dass auch dieser auf seiner Flucht innehalten kann.

Es sind nur wenige Worte, derer es bedarf, um diesen emotionalen Kreislauf zu durchbrechen: Wie geht es dir? Was empfindest du? Was können wir machen? Dieses "du", dieses "wir" durchbricht die Isolierung, die durch das Verschließen der Gefühle entsteht. Dieses "wir" lässt nicht mehr allein sein. Dieses "wir" gibt den Gefühlen einen Raum, wo sie sein können. Dieses "wir" schafft Raum, öffnet das blockierte Denken wieder, so dass Sachinformationen greifen können, die vorher, ebenso klar gesprochen, gar keine Chance hatten, Gehör zu finden.

Wir vom NCI bieten Euch die Möglichkeit an, uns das zu schreiben, was Euch bewegt. Wir vom NCI sind ein Nachrichtenportal, bieten viel Sachinformation an, aber wir sind auch für den Menschen da, der keine Maschine ist, den man nicht von heute auf morgen, umpflanzen kann, der Zeit benötigt, um die Dinge zu ordnen, anzunehmen, zu verwerfen. Wir wollen Euch helfen, zu der Entscheidung zu finden, die für Euch ganz persönlich die richtige ist. Wir wollen Euch helfen Fehler zu vermeiden, die aus Unwissenheit und emotionalen Stress entstehen können.

Wir können die Entscheidungen von Siemens nicht aufhalten, aber wir können Euch sagen: Wir stehen zu Euch und tun das, was in unserer Macht steht. Taucht auf aus der Untergangsstimmung, tretet aus der Isolation heraus, schließt Euch zu Gruppen zusammen. Jeder von Euch kennt jemanden, der auch von der Ausgliederung betroffen ist. Geht zusammen ein Bier trinken, nehmt Papier und Bleistift mit, drückt aus, was ihr empfindet, was Euch bewegt. Formuliert Eure Fragen und Ängste, teilt sie uns mit. Wir werden Euch antworten, mit Euch diskutieren. Nehmt die Sache in die Hand und lasst Euch nicht überrollen.

Dann erscheint es plötzlich möglich, einen Weg zu finden, der gangbar ist. Wir sind schon einmal einen schweren Weg zusammen gegangen. Und die, die ihn gegangen sind, wissen, dass es gut war ihn zusammen zu gehen.Warum sollten wir das nicht ein zweites Mal tun?
(iw)

Di, 28.03.06: Untergangsstimmung bei Com FN PV PD und Com CD NI UD
In den von der Ausgliederung betroffenen Bereichen beherrscht die Angst um die Zukunft den Alltag. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Angst vor Kündigung oder Teilbetriebs- oder Betriebsschließung. Niemand, so berichten Mitarbeiter, glaubt so recht, dass sie bei der neuen Firma lange überleben werden. Siemens, so heißt es in Mitarbeiterkreisen, benütze TietoEnator nur, um ihre eigenen, überwiegend älteren Mitarbeiter, abzubauen. Einige sehen die Vereinbarung, dass Siemens fünf Jahre lang Aufträge an TietoEnator geben wird, als Preis für ihre Entsorgung. Es wird befürchtet, dass Siemens 2007 Com schließt, und dass dann die versprochenen Aufträge bei TietoEnator weg brechen. "Terminator" heißt TietoEnator inzwischen unter den Betroffenen, die TietoEnator als Endstation für sich empfinden. Die Mitarbeiter befürchten Kündigungen, sobald sie nach TietoEnator gewechselt sind.

Die Mitarbeiter fühlen sich über ihre Zukunft im Unklaren gelassen. "Niemand erwähnte, zumindest nicht in meiner Dienststelle, dass wir mit dem Übergang erst einmal unseren Arbeitsplatz behalten. Das habe ich erst auf der NCI-Homepage gelesen," sagte ein Mitarbeiter. In den betroffenen Abteilungen macht sich der große Frust breit. Die Motivation ist auf dem Tiefstand. Niemand hat mehr so recht Lust, die Arbeit aufzunehmen und einfach weiterzumachen. "Es ist auch schwierig, sich von dieser Untergangsstimmung nicht mitziehen zu lassen, denn es wird den ganzen Tag lang über nichts anderes mehr geredet," sagte eine Mitarbeiterin, "Wie es den verbleibenden Mitarbeitern bei Com gehen wird, weiß man nicht. Ich fürchte, es wird nichts Gutes auf sie zukommen. Ich weiß überhaupt nicht, wie ich mit der Sache umgehen soll."

Selbst Vorgesetzte stehen unter enormen Druck. Emotionen kochen hoch, wenn Mitarbeiter ankündigen, einen Betriebsrat zu den bevorstehenden Gesprächen mitnehmen zu wollen. "Ich frage mich, wieso reagieren die Chefs so, wenn doch alles in Ordnung ist," schrieb ein Mitarbeiter an NCI.

Sicherlich sind die Ängste nicht alle sachlich begründet, aber ernst nehmen sollte man sie schon. Wir nehmen Eure Ängste ernst und versuchen Euch mit Aufklärung zu helfen. Uns helfen Eure Stimmungsberichte und Fragen, die Lage einzuschätzen.
(iw)

Mi, 22.03.06: Ausgliederung bei Siemens Com: Emotionales
Entscheidende Veränderungen, von denen man selbst betroffen ist, erzeugen innere Unruhe, insbesondere dann, wenn man das Gefühl hat, nicht alle Fakten zu kennen und (noch) nicht alle Zusammenhänge zu durchschauen. Was kann man tun?
  1. Ruhe bewahren. Wie?
    Ruhe bewahrt man, wenn man sich klar macht,
  2. Sich informieren über:
  3. Diskutieren, Fragen stellen, Antworten bekommen und geben, Argumente abwägen
  4. Auf der Basis von sachlichen Argumenten überlegen, ob ein Widerspruch gegen den Betriebsübergang sinnvoll ist. Eine solche Entscheidung sollte nie aus der Emotion heraus gefällt werden, denn sie ist nicht rückgängig zu machen.
  5. Entscheiden und handeln, am besten nicht isoliert
(iw)

Com-Ausgliederung: Was kann der Betriebsrat tun?
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Die Ausgliederung der Com-Bereiche Com FN PV PD und Com CD NI UD unterliegen nicht nur den Bestimmungen des Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG) und des Bürgerlichen Gesetzbuches (§613a BGB), sondern auch denen des Umwandlungsgesetzes (§1 I Nr. 2 UmwG). Aus diesen Gesetzen leiten sich Rechte für Betriebsrat und Arbeitnehmer ab.

Bei einer Ausgliederung sind Käufer und Verkäufer verpflichtet, alle erkennbaren Konsequenzen und absehbaren Maßnahmen, die sich daraus ergeben, so darzustellen, dass die Arbeitnehmer und der Betriebsrat oder Gesamtbetriebsrat (GBR) die auf sie zukommenden Auswirkungen der Ausgliederung erkennen und beurteilen können.

Siemens und TietoEnator müssen Arbeitnehmer und Betriebsrat/GBR umfassend über den Betriebsübergang aufklären. Umwandlungsrelevante Informationen sind z.B.:
Allgemeine Informationsrechte
Grundsätzlich ist der Betriebsrat über alle Belange, die die Belegschaft betreffen, rechtzeitig und umfassend zu informieren (§§ 90, 80 II Satz 1 BetrVG). Dies gilt insbesondere für die Personalplanung (§92 I BetrVG). Rechtzeitig bedeutet, dass der Arbeitgeber den Betriebsrat spätestens vor dem endgültigen Entschluss über die Maßnahme einschalten muss. Dabei kann der Betriebsrat vom Arbeitgeber verlangen, ihm die zur Durchführung seiner Aufgaben erforderlichen Unterlagen zur Verfügung zu stellen (§80 II Satz 2 BetrVG).

Siemens informierte am 21.03.06 mittags den Betriebsrat Hofmannstraße über die Ausgliederung oben genannter Bereiche. Dabei wurde bekannt, dass der Vertrag bereits im Mai 06 unterschrieben werden soll. Der Betriebsrat muss jedoch gemäß §90 II BetrVG bereits im Planungsstadium informiert werden, das so früh wie möglich und spätestens zu dem Zeitpunkt, zu dem der Arbeitgeber noch Alternativen überlegt. (BAG 18. 7. 1972 AP BetrVG 1952 § 72 Nr. 10, BAG 11. 12. 1991 AP BetrVG 1972 § 90 Nr. 2; LAG HH 20. 6. 1985 DB 1985, 2308; DKK/Klebe Rn. 18; GK-BetrVG/Wiese Rn. 5).

Informationsrechte aus Betriebsänderung
Da eine Ausgliederung häufig mit einer Betriebsänderung einhergeht, stehen dem Betriebsrat die Rechte aus §111 BetrVG zu. Ist dies der Fall müssen Betriebsrat und Arbeitgeber einen Interessenausgleich versuchen. Ein Sozialplan kann erzwungen werden (§§112, 112a BetrVG).

Verhandlungen zwischen Siemens und dem Betriebsrat/GBR haben noch nicht stattgefunden. Gegenstand der Verhandlungen könnten z.B. Vorruhestandsregelungen oder Abfindungen sein, wenn ein Arbeitnehmer dem Betriebsübergang widerspricht.

Informationsrecht des Betriebsrats aus dem Umwandlungsgesetz
Neben den Informationsrechten des Betriebsrats und Wirtschaftausschusses im Rahmen von §§80 II, 90, 92, und 106 BetrVG räumt das Umwandlungsgesetz dem Betriebsrat einen zusätzlichen Informationsanspruch ein. Der Betriebsrat hat das Recht den Umwandlungsvertrag einzusehen. Daher muss gemäß §126 III UmwG der Umwandlungsvertrag spätestens einen Monat bevor die beteiligten Unternehmen dem Kauf zustimmen, dem zuständigen Betriebsrat oder GBR aller beteiligten Unternehmen zugestellt werden. Der Betriebsrat oder GBR hat also einen Zuleitungs- und Aushändigungsanspruch auf den Umwandlungsvertrag bzw. dessen Entwurf.

Da der Umwandlungsvertrag mit TietoEnator im Mai unterschrieben werden soll, muss der Entwurf dieses Vertrages dem GBR/BR spätestens im April zugestellt werden.

Informationsrechte aus dem Wirtschaftsausschuss
In Unternehmen mit mehr als einhundert ständig beschäftigten Arbeitnehmern ist ein Wirtschaftsausschuss zu gründen. Der Wirtschaftsausschuss berät wirtschaftliche Angelegenheiten wie Rationalisierungsmaßnahmen, Ausgliederungen etc. mit dem Unternehmer. Dazu ist er rechtzeitig und umfassend über die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Unternehmens unter Vorlage der erforderlichen Unterlagen zu unterrichten. Der Wirtschaftsausschuss muss nun seinerseits den Betriebsrat unterrichten (§106 BetrVG). Nach herrschender Rechtsauffassung ist der Wirtschaftsausschuss grundsätzlich vor dem BR also in einem frühen Stadium der Zielsetzung und Planung zu informieren.

Offensichtlich wurde der Wirtschaftsausschuss von Siemens jedoch erst am Dienstag, den 21.03.06 per Mitteilung über den Verkauf informiert. Dies ist immer dann der Fall, wenn keine Zeit ist mit einem wichtigen Vorgang auf die nächste Wirtschaftsausschusssitzung zu warten. Es ist anzunehmen, dass die Planung dieser Ausgliederung bereits vor einem halben Jahr in einem fortgeschrittenen Stadium war, wie man aus dem Bericht vom Manager Magazin vom 18.09.05 schließen kann. Dann hätte Siemens den Wirtschaftsausschuss und die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bereits vor Monaten über die geplante Ausgliederung informieren müssen, damit Alternativen hätten entwickelt werden können. Eine Alternative wäre z.B. gewesen, die Mitarbeiter weiter zu qualifizieren und sie mit neuen Aufgaben zu betrauen.

Betriebsrat und GBR sowie der Wirtschaftsausschuss müssen frühzeitig die Möglichkeit haben nach Integrations- und Strukturkonzepten im Zusammenhang mit der Umwandlung zu fragen. Gleiches gilt für die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat. Es kann ein Bericht verlangt werden, aus dem hervorgeht, welche Ausschüsse, Teams und Projekte anlässlich der bevorstehenden Umwandlung gebildet wurden, an welchen Fragestellungen dort gearbeitet wird, welche Ergebnisse bereits vorliegen bzw. wann weitere Ergebnisse zu erwarten sind.

Verletzung der Informationspflicht kann Inkrafttreten des Umwandlungsvertrags verzögern
Eine Umwandlung wird erst mit der Eintragung beim zuständigen Registergericht am Sitz des übernehmenden Unternehmens wirksam. Zu den erforderlichen Unterlagen gehört auch ein Nachweis über die rechtzeitige Zuleitung des Umwandlungsvertrags oder seines Entwurfes an den zuständigen Betriebsrat bzw. GBR (§17 I UmwG i.V.m §125 UmwG). Liegen diese Unterlagen nicht vor, wird das Registergericht die Eintragung des Umwandlungsvertrags ablehnen, weil die gesetzlichen Erfordernisse nicht eingehalten wurden.

Versäumen es die an dem Verkauf beteiligten Unternehmen, den jeweiligen Betriebsräten den Umwandlungsvertrag rechtzeitig zuzuleiten, kann der Betriebsrat bzw. der GBR im Wege eines einstweiligen Beschlussverfahrens die Zuleitung der Verträge bzw. ihrer Entwürfe erwirken.

Betriebsrat und GBR können auch beim Registergericht vorstellig werden, um die Eintragung in das Register und damit das Wirksamwerden der Umwandlung solange zu verhindern, bis die an der Umwandlung beteiligten Gesellschaften ihre gesetzlichen Informationspflichten erfüllt haben.

Wird der Umwandlungsvertrag fristgerecht dem Betriebsrat bzw. GBR übergeben, fehlt es ihm aber an einer befriedigenden Darstellung der Folgen der Umwandlung für die Arbeitnehmer, dann kann sich der Betriebsrat bzw. GBR ebenfalls an das zuständige Registergericht wenden, um die Registereintragung solange zu verhindern bis die Angaben zu den Auswirkungen der Umwandlung vollständig sind.

Stellt sich im Nachhinein heraus, dass die Angaben im Umwandlungsvertrag unvollständig, falsch oder fehlerhaft waren, können Maßnahmen strafrechtlicher oder schadensersatzrechtlicher Art gegen die Verantwortlichen auf der Grundlage des §313 UmwG eingeleitet werden.

Wenn die Verletzung der Informationspflicht das Wirksamwerden des Vertrages verzögern kann und damit die Gefahr besteht, dass der Käufer abspringt, ist anzunehmen, dass der Arbeitgeber den Wirtschaftsausschuss und den GBR sowie den Aufsichtsrat schon länger rechtzeitig und umfassend informiert hat (schließlich wusste das Manager Magazin ja auch schon ansatzweise Bescheid).

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Mo, 03.07.06: TietoEnator: Guten Start
Wir wünschen unseren zu TietoEnator übergegangenen Kollegen einen guten Start!
Und Ihr wisst ja, wo NCI zu finden ist, wenn was sein sollte ...
(iw)

Fr, 23.06.06: TietoEnator: Widersprüchler nicht im Com-Sozialplan
Die Mitarbeiter, die dem Übergang zu TietoEnator widersprochen haben, fallen nicht unter den Interessenausgleich/Sozialplan für Com. Der Geltungsbereich des Interessenausgleich/Sozialplan erstreckt sich nur über Com. Da die Widersprüchler nach Aussage der Personalabteilung Com nicht mehr zugeordnet sind, gilt für sie dieser IA/SP nicht.

Wer unter diesen Umständen mit dem Gedanken spielt, seinen Widerspruch zurückziehen, der soll sich bei uns melden (info@nci-net.de).
(iw)

Do, 22.06.06: TietoEnator: Was wird aus den Widersprüchlern?
Die Mitarbeiter, die dem Betriebsübergang nach TietoEnator widersprochen haben, haben durch den Betriebsübergang keinen Arbeitsplatz mehr bei Com, sondern lediglich einen Arbeitsvertrag mit der Siemens AG. Daher gehen sie auch nicht zu Nokia Siemens Networks über. Dies teilte die Personalabteilung dem Betriebsrat mit.

Das bedeutet, so die Personalabteilung weiter, dass die Widersprüchler „zunächst bei der Siemens AG, aber außerhalb Com bzw. Nokia Siemens, ohne Aufgaben, ohne Geschäftsbetrieb und ohne organisatorische Geschäftszuordnung" bleiben.

Die Widersprüchler werden von der Betriebsleitung vorgeladen. Es wird ihnen dort angekündigt, dass ihnen ihr PC und Telefon weggenommen wird, bedauerlicherweise das übliche halt. Die Kollegen, die dem Übergang zu BenQ widersprochen haben und die noch nicht integrierten Kollegen, die ihren Kündigungsschutzprozess aus der beE heraus gewonnen haben, sitzen im „Auffanglager“ in der Ruppert-Mayer-Straße, teilweise sind sie freigestellt. Telefonanschlüsse funktionieren nicht richtig, ihre PCs sind größtenteils nicht angeschlossen. Es ist zu erwarten, dass auch die TietoEnator-Widersprüchler dorthin verschoben werden.
(iw/cr)


Di, 20.06.06: TietoEnator: Auswirkungen des Joint Ventures Nokia-Siemens auf TietoEnator
Wie Siemens und TietoEnator den übergehenden Mitarbeitern mitteilte, wirkt sich der Zusammenschluss von Siemens und Nokia nicht auf den Betriebsübergang TietoEnator aus. Die TietoEnator zugesicherten Aufträge seien nicht gefährdet, was nicht verwunderlich ist, da es sich um Wartungstätigkeiten im EWSD Bereich und um Auftrag von Siemens VDO handelt. TietoEnator rechnet mit einem wachsenden Auftragsvolumen durch den Zusammenschluss von Siemens und Nokia. Bei TietoEnator arbeiten ca. 1000 Mitarbeiter in Projekten für Nokia und ca. 600 in Projekten für Siemens.
(iw)


Sa, 17.06.06: TietoEnator: Zeugnis beim Betriebsübergang / nach Widerspruch
Alle vom Betriebsübergang zu TietoEnator betroffenen Kollegen, die das noch nicht getan haben, sollten umgehend ein qualifiziertes Zeugnis von Siemens beantragen. Im Falle der Kollegen, die übergehen ist dies ein Abschlusszeugnis, Rechtsgrundlage für diesen Anspruch bildet §109 I GewO (Gewerbeordnung):

(1) Der Arbeitnehmer hat bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis. Das Zeugnis muss mindestens Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeit (einfaches Zeugnis) enthalten. Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass sich die Angaben darüber hinaus auf Leistung und Verhalten im Arbeitsverhältnis (qualifiziertes Zeugnis) erstrecken.

Auch die Kollegen, die dem Übergang widersprochen haben, können ein Zwischenzeugnis verlangen, da sie ein berechtigtes Interesse daran haben. Ein berechtigtes Interesse hat man bspw. bei einer Versetzung, vor einer längeren Arbeitsunterbrechung (z. B. Elternzeit) oder wie hier beim Widerspruch gegen einen Betriebsübergang.

Dieses Zwischen- bzw. Abschlusszeugnis wird nicht nur für externe Bewerbungen benötigt, es kann zusammen mit den vorhandenen EFA-Bögen untermauern, welche Tätigkeiten man gemacht hat und welche Fähigkeiten man hat. Die Kompetenz des Arbeitnehmers wird vom Arbeitgeber in Kündigungsschutzprozessen gerne in Zweifel gezogen. Daher ist das Zeugnis insbesondere nach dem Widerspruch gegen den Betriebsübergang wichtig, da hier gegebenenfalls aufgrund des Wegfalles des Arbeitsplatzes eine betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen werden könnte.

Lasst das Zeugnis überprüfen, denn unsere Erfahrung ist, dass die Formulierungen im Zeugnis häufig schlecht ausfallen.
(cr)


Sa, 10.06.06: TietoEnator löst Versprechen ein
Wie TietoEnator mitteilte, sind am Freitag die Briefe, in denen die 3-jährige Nichtkündigungsgarantie, schriftlich und damit rechtsverbindlich bestätigt wird, an die betroffenen Mitarbeiter abgeschickt worden. Wir wünschen allen Betroffenen, dass sie die für sich richtige Entscheidung finden.
(iw)


Mo, 05.06.06: TietoEnator: Abwägung
Abzuschätzen ist:
TietoEnator
  1. Wenn man die Nichtkündigungsgarantie von TE in der Hand hat, weiß man sicher, dass man drei Jahre lang nicht betriebsbedingt gekündigt wird.
  2. Wie hoch schätze ich die Wahrscheinlichkeit ein, die in der Protokollnotiz festgelegte Abfindung zu bekommen, wenn ich einen Aufhebungsvertrag mit TE anstrebe?
  3. Wie schätze ich die finanzielle Belastung ein, wenn TE die variablen Gehaltsbestandteile reduziert unter Berücksichtigung des Risikos einer betriebsbedingten Kündigung bei Siemens ohne Abfindung.
  4. Wie hoch schätze ich die Wahrscheinlichkeit ein am TE Standort München zu arbeiten und nicht in wechselnden Projekteinsätzen arbeiten zu müssen.
Siemens
  1. Wie hoch schätze ich meine Chancen ein, einen Kündigungsschutzprozess zu gewinnen? D.h. freie passende Stellen, einschließlich Nachweis, dass ich passe.
  2. Wie hoch schätze ich die psychische und finanzielle Belastung ein, wenn ich den Kündigungsschutzprozess ohne Abfindung verliere (worst case)?
  3. Wie hoch schätze ich die Wahrscheinlichkeit ein, dass Siemens kündigt?
  4. Wie hoch schätze ich die Wahrscheinlichkeit ein, dass ich Mobbing bei Siemens ausgesetzt werde?
  5. Wie hoch schätze ich die Wahrscheinlichkeit ein, dass ich auf einen Arbeitsplatz außerhalb Münchens versetzt werde und wie kommen ich und die Familie damit zurecht.
  6. Wie hoch schätze ich die Wahrscheinlichkeit ein, dass der Richter dem Argument folgt, in Mch werden 1200 Stellen abgebaut, es ist daher unzumutbar für Siemens, mich auf der von mir vorgelegten Stelle zu beschäftigen, da er diese mit einem gefährdeten Mitarbeiter besetzt hat oder nachweislich besetzen will.
  7. Wie hoch schätze ich die Wahrscheinlichkeit ein, bei Siemens eine Abfindung oder VB zu bekommen?
  8. Wie hoch schätze ich die Wahrscheinlichkeit ein, dass Com zerschlagen wird und ein neuer Betriebsübergang auf mich zukommt.
  9. Wie hoch schätze ich die Wahrscheinlichkeit ein, dass in Mch H eine Betriebsschließung stattfindet?
  10. Wie hoch schätze ich die Wahrscheinlichkeit ein, dass bei Siemens eine Gehaltsreduzierung durch ERA oder Ergänzungstarifverträge zur Standortsicherung, abgeschlossen zwischen IG Metall und Siemens, eintritt?

Mo, 05.06.06: TietoEnator: Womit muss man nach einem Widerspruch rechnen?
Fakt ist, man hat keinen Arbeitsplatz mehr bei Siemens. Dieser ist zu TietoEnator übergegangen. Man hat nur noch ein Arbeitsverhältnis mit der Siemens AG.

Wie Siemens auf einen Widerspruch reagiert, wissen wir nicht. Wir können Euch nur sagen, wie Siemens reagieren könnte.

Versetzung
Es ist damit zu rechnen, dass Siemens AT-Mitarbeitern freie passende Arbeitsplätze deutschlandweit, z.B. Greifswald anbietet. Lehnt der Mitarbeiter diesen Arbeitsplatz ab, verwirkt er seinen Jubilarschutz und kann betriebsbedingt gekündigt werden. Tarifmitarbeitern könnte Siemens solche Arbeitsplätze ebenfalls anbieten.

Versetzungen von AT-Mitarbeitern deutschlandweit sind rechtens. Dies hat Siemens durch das LAG bestätigt bekommen. Da Tarifmitarbeiter dem bayerischen Manteltarifvertrag unterliegen, können sie Bayern-weit versetzt werden.

Mobbing
Aus der Erfahrung der Vergangenheit ist nicht damit zu rechnen, dass man nach einem Widerspruch problemlos integriert wird. Von den Com MD-Widersprüchlern haben manche bis heute keinen neuen Arbeitsplatz. Es kann zu Mobbing kommen. Dieses besteht entweder in Arbeitsentzug oder in Arbeitsüberlastung, d.h. eine Aufgabe zu bekommen, der man nicht gewachsen ist. Begleitet sind diese Maßnahmen in der Regel von Personalgesprächen, in denen man aufgefordert wird, sich einen neuen Arbeitsplatz zu suchen sowie den rechtswidrigen Zwang durch Vorgesetzte, seine Bewerbungen offenzulegen. Abfindungen und VB-Regelungen werden in den Fällen angeboten, in denen Siemens bei einem Kündigungsschutzprozess keine Chance gehabt hätte, die Mitarbeiter los zu werden.

Betriebsbedingte Kündigung
Im Falle eines Widerspruchs muss man mit betriebsbedingter Kündigung rechnen. Siemens kann geltend machen, dass der Arbeitsplatz durch den Betriebsübergang entfallen ist und angesichts des Stellenabbaus von 1200 Mitarbeitern existiert kein freier Arbeitsplatz für Widersprüchler.

Re-Integration
Natürlich ist es auch möglich, dass Mitarbeiter, die dem Betriebsübergang widersprechen wieder integriert werden. Angesichts des Stellenabbaus bei Com und dem anhaltenden Druck, unter dem Com steht, ist die Re-Integration in München keineswegs selbstverständlich. Man sollte bewusst und ehrlich die Risikofaktoren gegeneinander abwägen. An die Re-Integration zu glauben genügt nicht. Siemens muss diese auch wollen.
(iw/cr)


Mo, 05.06.06: TietoEnator: Vorbereitung auf einen Kündigungsschutzprozess
Wer mit dem Gedanken spielt zu widersprechen, muss jetzt beginnen, seinen Kündigungsschutzprozess vorzubereiten.

Betriebsratswiderspruch (§102 BetrVG)
Der Betriebsratswiderspruch hat mit dem Widerspruch gegen den Betriebsübergang gar nichts zu tun. Jede Kündigung muss durch den Betriebsrat. Der Betriebsrat kann nach §102 BetrVG einer Kündigung widersprechen (wenn er sie für ungerechtfertigt hält), ihr zustimmen (das ist extrem ungünstig für den Arbeitnehmer) oder dazu schweigen (dies wird rechtlich wie eine Zustimmung gewertet). Wir gehen davon aus, dass der Betriebsrat Mch H den Kündigungen widerspricht, vorausgesetzt Ihr habt ihm Widerspruchsgründe geliefert. Dazu füllt bitte den Anhörungsbogen aus Bitte füllt ihn vollständig aus und gebt ihn beim Betriebsrat zusammen mit einer Kopie Eures Widerspruchs ab. Auch wenn die soziale Auswahl wegen nicht anerkennenswerten Grund entfallen sollte nennt Vergleichskandidaten. Es soll dem Gericht überlassen bleiben zu beurteilen, ob es einen anerkennenswerten Grund sieht oder nicht.


Hat der BR fristgerecht und ordentlich (so heißt es im Gesetz) widersprochen, dann hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Weiterbeschäftigung im Betrieb solange der Prozess läuft. Für die erste Instanz ist also die Gehaltsfortzahlung gesichert. Allerdings ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Prozess in der 1. Instanz vor Ablauf der Kündigungsfrist durch ist. Gewinnt man die 1. Instanz und hat der Anwalt die Weiterbeschäftigung beantragt (Achtung: manche Anwälte vergessen das! Also nachfragen!), dann bekommt man sein Gehalt (und muss dafür arbeiten) bis zum Ende der 2. Instanz. Verliert man die erste Instanz, tritt voraussichtlich das Arbeitslosengeld anstelle des Gehalts. Die 2. Instanz (LAG) ist normalerweise das Ende des Kündigungsschutzprozesses. Nur in besonderen Fällen geht es bis zum BAG.

Gegen den Betriebsübergang müsst Ihr direkt bei Siemens oder TietoEnator widersprechen (nicht beim Betriebsrat). Wer widersprechen möchte, der sollte es sich gut überlegen und auf unseren Seiten zu betriebsbedingter Kündigung nachlesen und sich bei uns melden.
(cr/iw)


Mo, 05.06.06: TietoEnator: Die Bedeutung des Widerspruchsgrundes für die Sozialauswahl
Einem Betriebsübergang kann man mit oder ohne Angabe von Gründen widersprechen. Die Rechtsfolgen sind jedoch unterschiedlich. Widerspricht man ohne anerkennenswerten Grund, dann entfällt im Falle einer betriebsbedingten Kündigung die Sozialauswahl.

Anerkennenswerte Widerspruchsgründe
An einen anerkennenswerten Grund setzt das BAG hohe Maßstäbe. Damit beschränken sich anerkennenswerte Gründe faktisch auf:
Bitte bedenkt, dass das Gericht aufgrund von Fakten, belegten Prognosen entscheidet und nicht auf Basis von subjektiven Vermutungen. Man muss seine Behauptungen beweisen können.

Was sagt die Rechtssprechung im Einzelnen dazu:
Der Erfurter Kommentar ist der renommierteste Rechtskommentar, in dem Juristen, Professoren und BAG-Richter Arbeitsgesetze zusammenfassen und kommentieren:

"Das BAG meint, dass ein großzügiger Maßstab (was immer das sei) zugunsten des widersprechenden AN nicht geboten sei (BAG 18. 3. 1999 NZA 1999, 870). ... Nach Auffassung des BAG gilt: "Je geringer die Unterschiede hins. der sozialen Gesichtspunkte unter den vergleichbaren AN sind, desto gewichtiger müssen die Gründe dafür sein, einen vom Betriebsübergang nicht betroffenen AN zu verdrängen. Nur wenn dieser einen baldigen Arbeitsplatzverlust oder eine baldige wesentliche Verschlechterung seiner Arbeitsbedingungen bei dem Erwerber zu befürchten hat, kann er einen Arbeitskollegen, der nicht ganz erheblich weniger schutzbedürftig ist, verdrängen" (BAG 18. 3. 1999 NZA 1999, 870; 24. 2. 2000 AP KSchG 1969 § 1 Soziale Auswahl Nr. 47).

"Als sachlicher Grund muss auf der Grundlage der Rspr. des BAG wohl genügen, dass der neue Arbeitgeber als unzuverlässig bekannt ist oder nicht über die nötige Bonität verfügt. Auch der Verlust des Kündigungsschutzes gehört hierher, wenn der Erwerberbetrieb, anders als der Veräußererbetrieb, auch nach der Übernahme nicht mehr als fünf AN beschäftigt" (ausf. zu möglichen Sachgründen Staudinger/Richardi/Annuß Rn. 135).

(cr/iw)


Sa, 03.06.06: Neues von TietoEnator
TietoEnator hat auf die Fragen von NCI zu Projekteinsatz, Arbeitsbedingungen, Abfindungsregelungen und Gesamtbetriebsvereinbarungen geantwortet. Kursiv sind die Fragen von NCI. Nicht-Kursiv ist die Antwort von TietoEnator

  1. Eine entscheidende Frage der Mitarbeiter betrifft die in Ihrer Firma übliche Projektarbeit mit längerem Einsatz an anderen Standorten innerhalb und außerhalb Deutschlands. Den Mitarbeitern ist nicht klar was mit ihnen passieren wird, wenn die Projektaufgaben in München, in deren vertragliche Verpflichtungen TietoEnator eingetreten ist, auslaufen. Unklar ist ebenfalls wie lange die Kollegen in München ihre alten Projektaufgaben fortführen können.

    TietoEnator ist fokussiert auf so genannte "high-value-add" IT- und R&D Services. Deshalb versuchen wir immer längerfristige Verantwortung für Produkte, Projekte oder Lösungen mit unseren Kunden zu vereinbaren, was auch für beide Seiten eine sinnvolle "Partnerschaft" ergibt. Prinzipiell kann die Arbeit in einem TE "R&D Center" auf TE Firmengelände oder als "on-site consulting" beim Kunden vor Ort geleistet werden. Im vorliegenden Fall haben wir die Möglichkeit unser R&D Center in München deutlich zu vergrößern und gleichzeitig faktisch "on-site" zu sein. Im Raum München haben wir neben Siemens bereits weitere Kunden, der Wirtschaftraum München ist als solcher sehr attraktiv und das Potential an Neukunden ist ebenfalls viel versprechend. Diese werden wir aus dem gestärkten Standort München heraus bedienen, nicht zuletzt deshalb um durch geringere Reisekosten und Ausfallzeiten das Geschäft betriebswirtschaftlich zu optimieren. Genau dies verlangen übrigens unsere Kunden von uns und deshalb ist diese Vorgehensweise auch Teil des Geschäftsmodells von TietoEnator. Übrigens ist es durchaus normal und wahrscheinlich auch Kunden die in diesem Fall nicht in München angesiedelt sind aus dem R&D Center München zu bedienen. Natürlich gibt es auch Fälle bei denen Mitarbeiter in zeitlich limitierten Projekten an anderen Standorten eingesetzt werden. Hier haben wir in der Vergangenheit immer versucht Betriebswirtschaft und persönliche Situation des Mitarbeiters in Einklang zu bringen. Wir legen sehr viel Wert auf zufriedene Mitarbeiter, das Ergebnis ist u.a. in den jährlichen Umfragen deutlich abzulesen. Insofern sehen wir dies auch als Möglichkeit für jeden Einzelnen sich entsprechend einzubringen.

  2. Des weiteren befürchten die Mitarbeiter eine Verschlechterung Ihrer arbeitsvertraglichen Bedingungen wie Gehalt und wöchentliche Arbeitszeit. Die meisten haben inzwischen verstanden, dass die individuellen vertraglichen Regelungen durch den Betriebsübergang mitgehen und für ein Jahr per Gesetz vor Änderungen geschützt sind. Sie befürchten jedoch, von TietoEnator spätestens nach Ablauf der Schutzfrist eine Vertragsänderung angeboten zu bekommen bzw.. den Ausspruch einer Änderungskündigung.

    Dies ist eine Befürchtung die wir aus Sicht der Mitarbeiter nachvollziehen können. Wie in der Überleitungsvereinbarung bzw. Protokollnotiz geregelt beabsichtigen wir aus heutiger Sicht nicht, nach Ablauf eines Jahres nach Betriebsübergang Änderungen der Arbeitsverträge vorzunehmen. Die Partnerschaft zwischen TietoEnator und Siemens ist langfristig angelegt was u.a. durch die Vereinbarung mehrjähriger Liefervolumina dokumentiert wird. TietoEnator investiert hierfür in einen neuen Standort incl. Umzug des bisherigen Standorts, erhebliche Renovierungskosten und mehrjährige Mietvertragsbindung. Auch wir können nicht in die Zukunft blicken, sind uns aber absolut sicher dass die Investitionen und das Geschäft erfolgreich sein werden. Ein wesentlicher Faktor hierbei sind ohne Zweifel erfahrene und motivierte Mitarbeiter die den Standort München für TietoEnator stärken und weiter ausbauen.

  3. Die Mitarbeiter haben keine Vorstellung davon, wie bei TietoEnator die Abfindungen im Falle von betriebsbedingten Kündigungen im Allgemeinen geregelt sind. Bei Siemens sind diese prinzipiell festgelegt. Bei Sozialplanverhandlungen werden ggf. bessere Konditionen vereinbart.

    TietoEnator ist ein wachsendes Unternehmen und hat daher mit betriebsbedingten Kündigungen und speziell Abfindungsregelungen nur begrenzte Erfahrungswerte. Deshalb gibt es derzeit keine Betriebsvereinbarungen bzgl. Abfindungen für den Fall betriebsbedingter Kündigungen.

  4. Die Kollegen interessieren sich für die Regelungsgegenstände der wichtigsten Betriebsvereinbarungen, die für sie gelten werden. Da es sich im Falle des Übergangs München Hofmannstraße um einen neuen Betrieb handelt, sind für diesen Betrieb nur die bei Ihnen bestehenden Gesamtbetriebsvereinbarungen relevant bzw. solche, die Sie auf diesen Betrieb übertragen möchten, wenn dort ein Betriebsrat etabliert ist. Wir denken dabei insbesondere an Regelungen zur Arbeitszeiterfassung, Arbeitszeitregelung, Abfindungsregelungen, Auswahlrichtlinien und ähnliches. Eine kurze Auflistung der wichtigsten Regelungen würde genügen, sodass man einen guten Eindruck davon bekommen kann.

    Wir möchten gerne hierzu wie folgt Stellung nehmen:
    Die Betriebsvereinbarungen von Siemens gehen wie in der Betriebsvereinbarung zur Überleitung definiert zu TietoEnator über und behalten ihre Gültigkeit bis zu einer eventuellen Neuregelung. Bei TietoEnator gibt es derzeit 2 Gesamtbetriebsvereinbarungen, nämlich "Arbeitszeit, Mehrarbeit und Überstunden" sowie "Nutzung von E- Mail und Internet". In der Überleitungsvereinbarung steht, dass wir derzeit die TE Betriebsvereinbarung zu Arbeitszeit für den neuen Betriebsteil nicht übernehmen werden . Somit gelten die Siemens Vereinbarungen weiter.
(iw)

Sa, 27.05.06: TietoEnator: Ein paar Gedanken ...
"Ich war solange bei Siemens, habe mich so für die Firma eingesetzt und jetzt schieben sie mich ab", war ein Gedanke, der vielen kam, als sie erfahren hatten, dass sie zu TietoEnator übergehen sollen. In denjenigen, die bereits einmal 2003/2004 durch die Kündigungsschutzprozesse gegangen sind, kam Enttäuschung hoch, die sich in den Worten ausdrückte: "Jetzt habe ich solange gekämpft, und nun schaffen sie es doch, mich loszuwerden." Begleitet wurden und werden all diese Emotionen von Zukunftsängsten. Welche Entscheidung ist richtig? Wo überlebe ich länger? Wo gehe ich wenigstens nicht mit leeren Händen? Die Gedanken gehen hin und her, drehen sich im Kreise. Kaum glaubt man eine Entscheidung gefunden zu haben, erzählt jemand eine Neuigkeit und schon beginnen sich die Gedanken wieder im Kreise zu drehen.

Gefühle beherrschen die Entscheidung, Gefühle sollten aber nicht der alleinige Ratgeber sein. Deshalb bitten wir Euch die 3-jährige-Nichtkündigungsgarantie und die Standortzusage sowie die Bereitschaft von TietoEnator-Chef Jürgen Hatzipantelis diese den Mitarbeitern schriftlich und damit rechtsverbindlich zukommen zu lassen, in Eure Entscheidung mit einzubeziehen und nüchtern zu betrachten:

"Auch in den gestrigen Informationsrunden habe ich abermals unsere Absicht erklärt, dass wir definitiv in den nächsten drei Jahren auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten, und die Mitarbeiter dies noch vor Ablauf der Widerspruchsfrist persönlich und schriftlich mitgeteilt bekommen. Bedingt durch die Tatsache, dass wir Gebäude in der Nähe des heutigen Sitzes anmieten, haben wir faktisch auch eine Standortzusage gegeben." (E-Mail von Jürgen Hatzipantelis vom 25.05.06 an NCI als Antwort auf unsere Nachfrage zu Nicht-Kündigungs- und Standortgarantie).

Was kann alles bei Siemens nach dem Widerspruch kommen? Fakt ist, Ihr habt, wenn Ihr dem Betriebsübergang widersprecht keinen Arbeitsplatz mehr bei Siemens.

Die größte Hoffnung ist bei manchen, bei Siemens wieder reintegriert zu werden und bis zur Rente einen sicheren Arbeitsplatz zu haben. Doch wie sieht die Situation bei Com aus? Eine 3-jährige Nicht-Kündigungsgarantie erhalten die Com-Mitarbeiter zurzeit von Siemens nicht - im Gegenteil, der Abbau von 1200 Arbeitsplätzen steht auf der Tagesordnung. Die Situation bei Com sieht nicht rosig aus. Die Marge liegt bei 0,8 Prozent, erreicht werden sollen 8 bis 11 Prozent bis 2007. Bei objektiver Betrachtung ein Ding der Unmöglichkeit. Weitere Auslagerungspläne liegen mit Sicherheit schon in der Schublade der Siemens AG. Betrachtet für Euch selbst die Zukunftsaussichten für Com. Versucht Eure persönlichen Aussichten, bei Siemens nach einem Widerspruch reintegriert zu werden, unter diesen Aspekten realistisch einzuschätzen.

Andere Mitarbeiter haben Angst vor Mobbing. Die Erinnerung an 2003/2004 wird wach. Damals hat Siemens die Gekündigten und nicht gekündigten Auserwählten (Ältere, Jubilare, Schwerbehinderte) ausgegrenzt, sie ohne Arbeit gelassen oder mit minderwertiger Arbeit beschäftigt. Diese Situation hat viele sehr belastet, obwohl es den starken Zusammenhalt im NCI gab und noch gibt.

Kollegen berichten uns immer wieder über Mobbing im Zusammenhang mit Personalabbau. Es beginnt mit der Aufforderung sich eine neue Stelle zu suchen, gekoppelt mit dem immer wieder kehrenden Angebot eines Aufhebungsvertrags, zu dessen Unterschrift man in langen und immer wieder kehrenden Personalgesprächen ‚überzeugt' werden soll. Der Com-Stellenabbau 2006 läuft an. Einzelne Mitarbeiter werden schon von Vorgesetzten unter Druck gesetzt. Die wenigsten Kollegen hatten in der Vergangenheit die Kraft, gegen diese Diskriminierung rechtlich vorzugehen. Ihr solltet bevor Ihr widersprecht für Euch einschätzen, wie viel persönliche Kraft Ihr und Eure Familie habt, mit dieser Möglichkeit umgehen zu können. Diese Möglichkeit zählt leider aufgrund der Erfahrung der Vergangenheit nicht zu den unwahrscheinlichsten.

Eine andere Möglichkeit für Siemens auf den Widerspruch zu reagieren, ist zumindest die AT-ler nach Greifswald zu versetzen. Greifswald ist weit. Wenn Ihr nicht mit der Familie umziehen wollt, nehmt einen Routenplaner, ein Bahntool, und errechnet wie lange ihr mit Auto oder Bahn unterwegs sein werdet, um am Wochenende nach Hause zu fahren. Rechnet die Kosten aus für diese Fahrten und die Unterkunft in Greifswald. Stellt diese Kosten und den Zeitaufwand einer eventuellen Verringerung der variablen Gehaltsanteile bei TietoEnator gegenüber. Welches Netto-Gehalt ist unter diesen Umständen höher? Denkt auch darüber nach, wie anstrengend diese Reisen nach Greifswald, insbesondere im Winter, sind und was die Trennung von der Familie für Euch und diese bedeutet.

Trotzdem ist die Versetzung nach Greifswald noch besser, wenn man in Betracht zieht, dass Siemens kündigen könnte. Über die Rechtslage dieser betriebsbedingten Kündigung, die völlig anders ist als 2003, haben wir bereits berichtet. Hier unsere Bitte, baut Eure Entscheidung nicht allein auf der Hoffnung auf: Ich kämpfe, es wird schon gut gehen. Macht nicht die Augen zu, lasst Euch nicht nur emotional steuern, sondern betrachtet die Situation und Eure Chancen im Kündigungsschutzprozess nüchtern. Wenn die Kündigung für Siemens erfolgreich sein sollte, habt ihr eine Gehaltsreduzierung um 100 Prozent, im worst case ohne Abfindung.

Es ist z. Zt. noch völlig unklar, ob Ihr als TietoEnator-Kandidaten nach einem Widerspruch in den Interessenausgleich und Sozialplan für den Stellenabbau Com mit einbezogen werdet. Der Betriebsrat will das zwar verhandeln, aber Siemens teilt bei jeder Gelegenheit mit, dass sie dies nicht wollen. Und eines bitte nicht vergessen. Falls es dem Betriebsrat gelingen sollte, Euch in den Interessenausgleich und Sozialplan mit einzubeziehen, bleibt Euch nur Aufhebungsvertrag, beE oder Kündigung. Eine Re-Integration wird dort nicht vereinbart werden. Über die Nachteile der beE gegenüber TietoEnator haben wir schon gesprochen.

Wir wissen, das viele Angst haben vor den Projekteinsätzen bei TietoEnator. Doch was wird nach drei Jahren mit Com sein? Folgt Com dem Trend, Entwicklungsaktivitäten auszulagern? Vor welcher Entscheidung steht man in drei Jahren bei Siemens. Das weiß niemand, wahrscheinlich noch nicht einmal Siemens selbst.

Dem allen steht eine 3-jährige Nicht-Kündigungsgarantie von TietoEnator gegenüber, einschließlich der Zusage in München bleiben zu können. Psychischer Druck ist nicht zu erwarten, da TietoEnator seine Verbindlichkeiten den Kunden gegenüber erfüllen muss und Eure Arbeitskraft braucht, um dies zu erreichen. Natürlich sind es wirtschaftliche Interessen, die TietoEnator zu dieser Nicht-Kündigungsgarantie bewegt haben, aber zeigt sie nicht auch, dass Euer Wissen gebraucht wird? Warum sonst sollte ein Arbeitgeber in diesen Zeiten eine solche Garantie abgeben?

Diese Gedanken, einfach so herunter geschrieben für Euch, sollen Euch ein paar Anregungen geben, um den Kreislauf der Gedanken durchbrechen zu können. Die Entscheidung selbst will und kann Euch niemand abnehmen. Unser Wunsch ist es nur, dass ihr alle Fakten gegeneinander abwägt, die Risiken einschätzt, nicht tragbare Folgen wie z.B. Hartz IV, ausschließt, Eure Gesundheit und psychische Kraft richtig einschätzt, an die Belastung in Ehe und Familie denkt, bedenkt, dass auch Ehepartner und Kinder von einem Gerichtsprozess, Trennung, Mobbing belastet werden.

Man kann kämpfen gegen Siemens, man soll es auch tun, wenn es darum geht seine Rechte zu verteidigen. Man kann auch gewinnen, aber man kann auch verlieren. Eine Garantie gibt es hier nicht. Egal wie Ihr Euch entscheidet. NCI unterstützt Euch weiter, ob bei Siemens oder bei TietoEnator.
(iw)


Fr, 26.05.06: TietoEnator bestätigt 3-jährige Nicht-Kündigungsgarantie erneut und gibt zusätzlich Standortgarantie
Am Mittwoch, dem 24.5.06 fand ein weiteres Gespräch zwischen Jürgen Hatzipantelis und den zu TietoEnator übergehenden Mitarbeitern statt, um offene Fragen zu klären.

Dabei bekräftigte TietoEnator Chef Jürgen Hatzipantelis seine Zusage in den ersten drei Jahren nach dem Betriebsübergang nicht betriebsbedingt zu kündigen. Zusätzlich gab er eine Standortzusage, so dass die übergehenden Mitarbeiter sicher davon ausgehen können, in München bleiben zu können.

Die doppelte Garantiezusage führte bei den Mitarbeitern zu Missverständnissen, welche Garantie(n) TietoEnator nun tatsächlich abgegeben hat. Um weitere Verunsicherungen in dieser wichtigen Frage zu vermeiden, hat NCI bei Jürgen Hatzipantelis angefragt. Die Antwort, die wir von ihm erhielten, bestätigt voll und ganz die auf dem Treffen gemachte Aussagen:

"Auch in den gestrigen Informationsrunden habe ich abermals unsere Absicht erklärt, dass wir definitiv in den nächsten drei Jahren auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten, und die Mitarbeiter dies noch vor Ablauf der Widerspruchsfrist persönlich und schriftlich mitgeteilt bekommen. Bedingt durch die Tatsache, dass wir Gebäude in der Nähe des heutigen Sitzes anmieten, haben wir faktisch auch eine Standortzusage gegeben." (E-Mail von Jürgen Hatzipantelis vom 25.05.06 an NCI)
(iw)


Do, 25.05.06: TietoEnator: Widerspruchsfrist läuft erst nach vollständiger Unterrichtung
Am Mittwoch, dem 24.5.06 fand ein weiteres Gespräch zwischen Jürgen Hatzipantelis und den zu TietoEnator übergehenden Mitarbeitern statt.

Jürgen Hatzipantelis will den Mitarbeitern die Protokollnotiz, die Siemens ja nicht veröffentlichen will, sofort nach dem Übergang aushändigen. Diese Protokollnotiz enthält insbesondere mit den Regelungen über die Abfindungen wichtige Informationen über die wirtschaftlichen Folgen des Betriebsübergangs.

Die Widerspruchsfrist beginnt gemäß §613a VI BGB erst dann zu laufen, wenn die Mitarbeiter über den Übergang entsprechend §613a V BGB vollständig informiert sind. Dazu gehören auch nach Punkt 3 die wirtschaftlichen Folgen für den Mitarbeiter.

Dass der Mitarbeiter sich auf unserer Homepage die relevanten Informationen zusammensuchen kann, gilt nicht als Information durch den Arbeitgeber. Der Arbeitgeber kann sich insbesondere vor Gericht nicht darauf beziehen, dass NCI das veröffentlicht hat.

Ihr bekommt die Protokollnotiz voraussichtlich erst am 1.7.06. Damit läuft die Widerspruchsfrist eben erst ab diesem Zeitpunkt.

In diesem Fall könntet ihr euch TietoEnator also erst einmal vier Wochen lang in Ruhe anschauen. Eine sicherlich gute Lösung.
(cr/iw)


Mi, 24.05.06: Was wäre wenn, ich von meiner Abfindung/Vermögen leben müsste?
Toll sagen Sie vielleicht. Ich habe Geld! Haben Sie das wirklich? Schauen Sie genau hin. Wer zu spät hinschaut, den könnte das Leben bestrafen.

"Abfindung - was nun? Kann man von den Zinsen leben?" Zu diesem Thema hat NCI am 3. Mai 2006 eine Radiosendung gemacht. In der Sendung bekommt man einen guten Überblick, wie viel Geld man wirklich bräuchte, um z.B. 1.500 EUR im Monat zu haben. Das Beispiel handelt von einem 52-jährigen Mann, der 13 Jahre bis zur Rente überbrücken muss. Schon dieser braucht bereits brutto fast 340.000 EUR, um ausschließlich von den Zinsen leben zu können. Dann kann sich jeder ausmalen, ob seine Idee, von seinem Geld leben zu können, einigermaßen realistisch ist. Es empfiehlt sich, einen guten Finanz- oder Steuerberater aufzusuchen, um seine finanzielle Situation überprüfen zu lassen.

Brutto ist nicht gleich Netto
Abfindungen sind zu versteuern. Wenn Sie die Nettosumme errechnen wollen, klicken Sie hier.

Der tägliche Bedarf
Was ist so über das Jahr verteilt?
Wissen Sie, was so alles Vierteljährlich, Halbjährlich und Jährlich abgebucht wird? Hobby
Haben Sie oder Ihre Familie ein Hobby? Seien Sie ehrlich zu sich. Wie teuer ist es wirklich? Können Sie es sich dann noch leisten? Können und wollen Sie ggf. auf es verzichten oder ist es Ihr Traum in der gewonnen Freizeit endlich dem Hobby nachgehen zu können. Haben Sie genug Geld, um Ihre neue Freizeit und Freiheit gestalten zu können?

Krankenkasse
Wissen Sie wie viel Krankenkasse Sie zahlen? Rente
Haben Sie an Ihre Rente gedacht? Diese vermindert sich nämlich, wenn Sie nicht weiter einzahlen. Außerdem gehen Sie mit einem deutlichen Rentenabschlag in Rente, wenn sie vor 65 (oder wo immer Ihr Renteneinstiegsalter liegt) in Rente gehen. Überprüfen Sie auch Ihre private Vorsorge.

Versicherungen
Kalkulieren Sie die Versicherungsprämien ein. Überprüfen Sie, ob Sie die Versicherungen wirklich alle brauchen. Überprüfen Sie realistisch. Dann gibt es noch die Direktversicherung. Diese können Sie weiterführen, auch wenn Sie bei Siemens aufhören. Aber die Summe müssen Sie aufbringen. Sie ist höher, das sie nicht mehr unter die Sammelkonditionen fallen.

Sonstiges:
Sie haben die Aufstellung? Sie stellen fest, es ist deutlich mehr als Sie dachten. Überlegen Sie worauf Sie/Ihre Familie verzichten können. Überlegen Sie sich das aber ganz genau. Beziehen Sie die Familie in die Diskussion mit ein, wenn Sie den Familienfrieden erhalten wollen.

Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass Sie doch noch nachprüfen sollten, ob Sie einen Arbeitsplatz benötigen? Dann schauen Sie einfach wieder rein, wenn wir fragen: "Was wäre wenn ..."
(iw)

Di, 24.05.06: Was wäre wenn, ich arbeitslos wäre?
Um Euch TietoEnator-Kandidaten - aber auch für die anderen könnte es interessant sein - ein wenig bei Eurer Entscheidung zu helfen, möchten wir Euch animieren, unser durchaus ernstgemeintes, "was wäre wenn ..." Spiel mitzuspielen. Der Hauptgewinn könnte die Sicherung des Lebensunterhalts sein.

Wir beginnen mit dem Worst Case. Warum? Wenn sich herausstellt, dass man mit dem Worst Case nicht leben kann, dann sollte man alles tun, um ihn zu vermeiden. Der Worst Case ist, arbeitslos zu werden.

Bitte beantwortet Euch selbst die Frage: Was wäre wenn, ich arbeitslos wäre? (worst case)

  1. Nach Arbeitslosengeld I (ALG I) kommt AlG II (Hartz IV), da mein Vermögen auf keinen Fall bis zur Rente reicht. Hartz IV will ich nicht.
  2. Nach ALG I, habe ich ganz sicher einen Job.
  3. Ich mache mich selbständig
  4. Das ist mir egal, weil mein Vermögen bis zur Rente reicht.
  5. Das ist mir egal, mit Hartz IV kann ich auch leben
zu 1:
Sie sollten den Weg gehen, der Ihnen am sichersten Ihren Arbeitsplatz sichert. Wie dieser aussehen könnte, folgt demnächst.

zu 2: Sie sollten überprüfen, ob Ihre Einschätzung, bald einen neuen Job zu finden, realistisch ist.
Wenn sie Wir empfehlen den Beitrag "Bin ich beE tauglich" zu lesen, denn Sie befnden sich dann auf Jobsuche.

zu 3:
Überprüfen Sie bitte genau Ihre Eignung zur Selbständigkeit. Eine kleine, jedoch keineswegs erschöpfende, Anregung dazu finden sie hier

zu 4:
Pokern Sie um eine Abfindung oder um einen Arbeitsplatz, wenn Sie dazu Lust haben oder hören Sie einfach auf. Sie sind in der glücklichen Lage, keine Fehlentscheidung treffen zu können. Ihr Preis ist ggf., Einschränkung in der Lebensführung und Minderung des Vermögens. Überprüfen Sie Ihre Lebensverhältnisse jedoch äußerst genau (nicht nur Pi mal Daumen). Kalkulieren Sie die Teuerung ein. Haben Sie ein wenig Polster im Falle von unvorhergesehenen Ereignissen? Können Sie wirklich auf Ihren gewohnten Luxus verzichten, d.h. z.B. nicht mehr so oft ausgehen? Können sie sparsam leben, außer Sie schwimmen eh im Geld? Verzicht auf Auto, Skiurlaub und sonstige Annehmlichkeiten?

zu 5:
Der Kontrast zu 4. Überprüfen Sie genau, ob Ihnen Hartz IV wirklich nichts ausmacht: 345 Euro, Zwangsverpflichtung zu 1 Euro Jobs, Auszug aus der zu großen Wohnung usw. Hartz IV ist ernst gemeint. Den Leuten werden ganz realistisch 1 Euro Jobs angeboten. Bei Nichtannahme droht Kürzung um 2/3. Die Politiker denken über weitere Kürzungen nach.

Was ist herausgekommen? Halten Sie es für sich fest. Schreiben Sie es am besten aus. Vielleicht erübrigt sich jetzt bereits manche Frage. Wenn nicht, können Sie ja morgen wieder auf unserer Homepage vorbeischauen. Das (ernst gemeinte) Spiel "Was wäre wenn .." geht weiter.
(iw)

Fr, 19.05.06: TietoEnator: Hatzipantelis gibt 3-jährige Nicht-Kündigungs-Garantie siehe Protokollnotiz zur Überleitungsvereinbarung

Mi, 17.05.06: TietoEnator-Chef Hatzipantelis äußert sich zu Protokollnotiz und Kapitalherabsetzung
Der Vorsitzende der Geschäftsführung der TietoEnator Deutschland GmbH Jürgen Hatzipantelis besuchte heute in der Hofmannstraße eine Mitarbeiterveranstaltung um einige offene Fragen zum Betriebsübergang zu klären.

Auf die Frage, warum die Protokollnotiz nicht zusammen mit der Überleitungsvereinbarung veröffentlicht wurde, antwortete er, dass sich Siemens gegen die Offenlegung ausgesprochen hatte, TietoEnator dagegen sei für die Veröffentlichung gewesen. Er begrüßte daher die Veröffentlichung auf der NCI-Homepage und bestätigte die Notwendigkeit der Offenlegung gemäß §77 II 3 BetrVG.

Er fragte die Anwesenden, ob sie NCI kennen würden und äußerte sich positiv über unsere objektive und detaillierte Berichterstattung zu TietoEnator. Er nahm auch zu unserem Artikel vom 11.4.06 über die Kapitalherabsetzung bei TietoEnator Stellung. Wie wir berichteten hatte die Hauptversammlung von TietoEnator laut finnischem Handelsregister am 23.3.06 eine Kapitalherabsetzung um 2.903.860 € beschlossen. In unserem Artikel blieb die Frage offen, ob TietoEnator die Kapitalherabsetzung zum buchtechnischen Ausgleich eines Bilanzverlusts (nominelle Kapitalherabsetzung) vornimmt oder um überflüssiges Kapital an die Anteilseigner zu verteilen (effektive Kapitalherabsetzung). Jürgen Hatzipantelis erklärte den Mitarbeitern, dass diese Kapitalherabsetzung mittels Aktieneinzug durchgeführt wurde, um den Aktienkurs von TietoEnator zu stützen. Nach dieser Auskunft ist nicht davon auszugehen, dass TietoEnator sanierungsbedürftig ist. Der Aktienkurs von TietoEnator ist seit Jahresbeginn von 30,73 EUR um 22,2% auf 23,90 EUR gefallen.

Jürgen Hatzipantelis bestätigte auch, dass Siemens für ca. 5 Jahre Dienstleistungen von TietoEnator beziehen wird, deren Gesamtumfang ca. 100 Mio. EUR beträgt. Auch dies hat nur TietoEnator veröffentlicht. Siemens war nicht bereit, diese Information bekannt zu geben.
(cr/iw)

So, 14.05.06: Überleitungsvereinbarung:Protokollnotiz
Details hier

Fr, 12.05.06: Altersversorgung
Details hier

Do, 11.05.06: Zukunft von EWSD bei TietoEnator?
Im FN All Hands -Meeting vom 10.05.2006 sagte der FN-Bereichsleiter im Bezug auf die Strategie, die man bzgl. EWSD verfolgen werde, dass man die Kunden überzeugen wolle auf das Produkt NG Metro umzusteigen oder dass sie höhere Preise akzeptieren müssten.

Dies bedeutet konkret, dass die Betreuung der EWSD Anlagen bei TietoEnator über kurz oder lang auslaufen wird. Die frei werdenden Mitarbeiter könnten dann nach Meinung des FN-Bereichsleiters Aufträge von VDO bearbeiten. Die Frage für die Mitarbeiter, die zu TietoEnator übergehen ist daher: Besitzen sie nach jahrelanger Arbeit an den EWSD-Anlagen das erforderliche Know How dazu? Was passiert mit den Mitarbeitern, die über dieses Know How nicht verfügen? Werden sie durch TietoEnator qualifiziert, um sie auf die VDO-Aufgaben vorzubereiten oder erfolgt dann eine betriebsbedingte Kündigung, da keine Beschäftigungsmöglichkeit bei TietoEnator mehr besteht?
(iw)

Mi, 10.05.06: Überleitungsvereinbarung zu TietoEnator
Die Überleitungsvereinbarung enthält im Wesentlichen die gesetzlichen Bestimmungen. Für entfallende spezielle Siemens-Regelungen gibt es einmalig eine Pauschale Ausgleichszahlung von 800.- EUR.
Zusammenfassend kann man sagen: Viel Papier um nichts.

Im einzelnen siehe hier

So, 30.04.06: TietoEnator: Restrukturierung im Telekommunikationsbereich
Der Gewinn vor Steuern (Ebit) von TietoEnator fiel im 1. Quartal 2006 auf 31,9 Mio. EUR Als wichtigste Gründe für den geringeren Gewinn gibt TietoEnator die Kosten für hinter den Erwartungen zurückbleibende Projekte (ca. 6 Mio. EUR), Restrukturierungsausgaben (ca. 7 Mio. EUR) und den Rückgang des Profitniveaus im Telekommunikationsgeschäft an. In Folge fiel der Aktienkurs von TietoEnator auf 24,89 EUR. Insgesamt verlor die Aktie damit seit Jahresbeginn ca. 19% an Wert. Der Aktienkurs sinkt also seit Jahresanfang kontinuierlich.

TietoEnators Vorstandsvorsitzender Pentti Heikkinen kommentierte den Gewinnrückgang: „Der Preisverfall und das Tempo der Verlagerung in den Low-Cost-Bereich im Telekommunikationsgeschäft haben uns überrascht. So viele Projekte gleichzeitig verzeichnen zu müssen, die hinter den Erwartungen zurückbleiben, ist inakzeptabel.“

Laut TietoEnator wird das Erreichen hoher Wachstumsraten zunehmend schwieriger, da der Preisdruck im Telekommunikationsbereich stark ist und die Arbeiten zunehmend aus Low-Cost-Regionen geliefert werden. Uns überrascht es, dass das Management von TietoEnator über diese seit 2002 stattfindende Entwicklung überrascht ist. Das zeigt, dass das Management von TietoEnator offensichtlich mit der schnellen Entwicklung auf dem Telekommunikationsmarkt nicht Schritt halten kann.

TietoEnator beginnt jetzt mit Verhandlungen über Personalabbau im Telekommunikationsbereich in Schweden. Betroffen sind etwa 75 Mitarbeiter aus Forschung und Entwicklung. Diese Maßnahmen sind nach TietoEnator aufgrund einer zu niedrigen Personalauslastung und der Änderung der Kundenanforderungen an die Kompetenz der Mitarbeiter erforderlich. Die Kosten für die Restrukturierung werden auf ca. 5 Mio. EUR im zweiten Quartal geschätzt.

TietoEnator entlässt also Mitarbeiter aus Forschung und Entwicklung, also dem Bereich, aus dem die Siemens-Mitarbeiter kommen, die übergehen sollen. Sie entlassen, weil die schwedischen Kollegen zu teuer sind, übernehmen aber Siemens-Mitarbeiter, die auch nicht aus einer Low-Cost-Region stammen. TietoEnator entlässt die schwedischen Mitarbeiter, einerseits weil sie nicht ausgelastet sind und andererseits weil TietoEnator es versäumt hat, sie rechtzeitig entsprechend der Kundenanforderungen weiter zu qualifizieren, übernimmt aber Siemens-Mitarbeiter, die Spezialisten für EWSD, also eine veraltete Technik sind. Hinzu kommt, dass die Mitarbeiter mit den Projekten, die mit übergehen nur zu 40% ausgelastet sind. Wenn TietoEnator also in Schweden bereits wegen mangelnder Auslastung und Qualifikation abbaut, ist zu erwarten, dass sie dies in absehbarer Zeit auch in Deutschland tun werden, insbesondere dann, wenn der Aktienkurs weiter fällt.
(cr)

Di, 18.04.06: Wie sieht der Arbeitsplatz bei TietoEnator aus?
siehe TietoEnator - Arbeitsbedingungen

Di, 18.04.06: Modalitäten des Betriebsübergangs zu TietoEnator
Zunächst hieß es, die Siemens-Mitarbeiter sollen in den Betrieb Garmischerstraße 10 integriert werden. Nun ist im Gespräch, dass die übergehenden Siemens-Mitarbeiter einen eigenständigen Betrieb bilden und sich einen eigenen Betriebsrat wählen sollen.

Auf einer Abteilungsrunde mit TietoEnator vom 29.3.2006 wurde gesagt, dass das obere Management von TietoEnator erst während der Verhandlungen die Qualitäten der Hardwaremannschaft erkannte. TietoEnator beabsichtigte also offensichtlich ursprünglich keine Hardwareentwickler zu beschäftigen. Auch die Mitarbeiter von TietoEnator fragen sich, wie bei ihnen Hardwareentwickler eingesetzt werden sollen, halten es jedoch für möglich, dass die Geschäftsfelder entsprechend erweitert werden.

Ursprünglich war den TietoEnator-Mitarbeitern war nicht bekannt, dass Softwareentwickler von Siemens übergehen sollen. Jetzt herrscht eine gewisse Unruhe, weil man fürchtet, bei eventuellen betriebsbedingten Kündigungen in einem gemeinsamen Betrieb bei der Sozialauswahl (Altersdurchschnitt 36, mittlere Betriebszugehörigkeit 4 Jahre) zuerst gekündigt zu werden. Den Mitarbeitern sind entsprechende Erfahrungen aus dem Jahr 2001 in der TietoEnator S.E.S.A. AG noch gut in Erinnerung.

Ein eigenständiger Betrieb birgt die Gefahr einer einfach durchzuführenden Betriebsschließung. Evtl. für den Kundendienst aus Alt-EWSD- und sonstigen Verträgen benötigte Siemens-Mitarbeiter könnten vorher noch in einen anderen Betrieb der TietoEnator GmbH versetzt werden.
(cr/iw)

Sa, 15.04.06: Gewinnwarnung von TietoEnator
TietoEnator hat am 13.4.2006 eine Gewinnwarnung herausgegeben, da das erwartete Ergebnis deutlich unterschritten wird. Dazu sind sie nach §15 WpHG (Wertpapierhandelsgesetz) verpflichtet. In Folge der Gewinnwarnung fiel der Aktienkurs von TietoEnator um ca. 9% von 30,12 EUR auf 27,41 EUR. Insgesamt verlor die Aktie damit seit Jahresbeginn YTD = 11,16% (year-to-date: Zeitraum seit Jahresanfang bis zum aktuellen Zeitpunkt) an Wert.

Die WestLB begründete den freien Fall der Aktie und die Herabstufung von Halten auf Verkaufen damit, dass TietoEnator aufgrund ausländischer Firmenzukäufe das Kerngeschäft in Finnland und Schweden vernachlässigt habe. In diesem Kerngeschäft wurden Margen von 14,8% bzw. 8,5% erwartet. Diese hohen Margen zogen zwangsläufig schwergewichtige internationale Wettbewerber an.

Die Gewinnwarnung wurde von TietoEnator selbst wie folgt begründet: Das niedriger als erwartet ausfallende Wachstum und der geringere Ertrag ist auf einige schlecht laufende Projekte und höhere Restrukturierungskosten als eingeplant zurückzuführen.

Letztes Jahr prognostizierte TietoEnator noch ein schnelleres organisches Wachstum für Anfang 2006. Im Februar korrigierte TietoEnator seine Erwartungen jedoch bereits nach unten. Und nun sind diese neuen Nachrichten ein weiterer Auslöser enttäuschter Erwartungen sagte ein Analyst in Helsinki.

Damit ist offensichtlich, dass TietoEnator eine größere Restrukturierung durchführt, die möglicherweise über den Telekommunikationsbereich (wir berichteten) hinausgeht.
(cr/iw)


Mi, 12.04.06: Sozialplanpflicht bei TietoEnator
Wir wurden gefragt, was passiert, wenn TietoEnator eine neue deutsche GmbH gründet. Insbesondere wurden Befürchtungen geäußert, dass diese dann nicht unter die Sozialplanpflicht fällt.

Wir haben zunächst festgestellt, dass sich TietoEnator 2005 neu gegründet hat. Dies geht aus einem Eintrag vom 5.12.2005 im elektronischen Bundesanzeiger hervor. Danach entstand die TietoEnator Deutschland GmbH im Dezember 2005 durch Verschmelzung der TietoEnator GmbH, Hamburg mit der TietoEnator S.E.S.A. AG und einen anschließenden Formwechsel in eine GmbH.

Es stellt sich also zunächst die Frage: "Ist TietoEnator sozialplanpflichtig?",
denn in den ersten vier Jahren nach der Gründung werden Unternehmen von der Verpflichtung zum Abschluss von Sozialplänen nach §112a II 1 BetrVG freigestellt. Der Gesetzgeber verfolgt damit den Zweck, die Unternehmer in der schwierigen Anfangsphase vom Risiko zu entlasten, im Falle des Scheiterns der Neugründung Sozialplanverpflichtungen eingehen zu müssen.

Die Befreiung von der Sozialplanpflicht gilt jedoch nicht für Unternehmen, die sich lediglich rechtlich umstrukturieren (§112a II 2 BetrVG), also bspw. zwei Unternehmen fusionieren.

Im Fall der TietoEnator Deutschland GmbH (um die es bei unserem Betriebsübergang geht) liegt also die Verschmelzung von Unternehmen auf ein neu gegründetes Unternehmen oder die Umwandlung auf ein neu gegründetes Unternehmen vor.
Die TietoEnator Deutschland GmbH ist demnach sozialplanpflichtig.

Ist eine von TietoEnator neu gegründete GmbH sozialplanpflichtig?

Hier sind zwei Fälle zu unterscheiden:
  1. Ein bestehender Betrieb wird in eine neue GmbH ausgegliedert
    Bei einer Abspaltung von Unternehmensteilen auf neu gegründete Tochtergesellschaften gilt das gleiche wie eben beschrieben. Maßgeblich ist, dass bestehende Tätigkeiten (unternehmerische Aktivitäten) in der neuen GmbH weitergeführt werden. Würde TietoEnator also einen Betrieb (Betriebsteil) in eine eigenständige GmbH abspalten, die die bisherigen Aktivitäten fortführt, dann wäre diese ebenfalls sozialplanpflichtig.
  2. TietoEnator gründet eine neue GmbH um einen Betrieb eines anderen Unternehmens darin zu übernehmen.
    Dies gilt als Neugründung und das neue Unternehmen wäre nicht sozialplanpflichtig.
Zusammenfassung:
  1. TietoEnator ist sozialplanpflichtig.
  2. Ein bestehender Betrieb, der von TietoEnator in eine GmbH ausgegliedert wird, ist ebenfalls sozialplanpflichtig
  3. Eine von TietoEnator neu gegründete GmbH, die einen Betrieb eines anderen Unternehmens übernimmt, ist nicht sozialplanpflichtig.
Quellen:
Richardi, Betriebsverfassungsgesetz, 10. Auflage 2006, BetrVG § 112 a Erzwingbarer Sozialplan bei Personalabbau, Neugründungen, RN 17-19

Kania, Erfurter Kommentar zum Arbeitsrecht, 6. Auflage 2006, BetrVG § 112a Erzwingbarer Sozialplan bei Personalabbau, Neugründungen, RN 14-18
(cr)


Di, 11.04.06: Kapitalherabsetzung bei TietoEnator
Die Hauptversammlung von TietoEnator hat am 23.3.06 eine Kapitalherabsetzung um 2.903.860 € beschlossen. Das wurde am 10.4.06 ins finnische Handelsregister eingetragen. Das Eigenkapital von TietoEnator beträgt dann 75.840.262 €. Die Kapitalherabsetzung soll durch "nullifying the company's own shares" (Aktieneinziehung) durchgeführt werden.

Eine Herabsetzung des Eigen- oder Grundkapitals erfolgt entweder, wenn man einen bestehenden Bilanzverlust buchtechnisch ausgleichen will (nominelle Kapitalherabsetzung) oder wenn man überflüssiges Kapital an die Anteilseigner verteilen will (effektive Kapitalherabsetzung).

Bei TietoEnator ist also zu hinterfragen, ob die Kapitalherabsetzung zu Sanierungszwecken durchgeführt wurde. Gemäß §§ 229 bis 236 AktG dient nämlich die vereinfachte Kapitalherabsetzung zu Sanierungszwecken. Will man seine Geschäftstätigkeit ausweiten, wie es TietoEnator laut eigener Homepage im Telekommunikationsbereich vorhat, dann nimmt man für gewöhnlich eine Kapitalerhöhung vor, keine Kapitalverminderung.

Voraussetzungen für die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit eines Unternehmens sind:
  1. entstandene Verluste durch Herabsetzung des Grundkapitals buchtechnisch zu beseitigen
  2. dem Betrieb neue finanzielle Mittel zur Verbesserung seiner Kapitalausstattung und seiner Liquiditätslage zuzuführen
  3. diese Maßnahmen durch eine durchgreifende Reorganisation zu begleiten
Betrachten wir nun die Informationen, die wir über TietoEnator haben, ergibt sich zu diesen Punkten:
  1. Durch den Beschluss der TietoEnator Hauptversammlung am 23.3.06 wurden möglicherweise Verluste buchtechnisch ausgeglichen
  2. Durch den Verkauf von Teilen von Com, der begleitet wird durch eine Auftragszusicherung von Siemens über fünf Jahre wird dem Unternehmen kurz- bis mittelfristig neues Kapital zugeführt.
  3. TietoEnator beabsichtigt 130 Arbeitsplätze im Bereich Telekommunikation abzubauen, was auf eine durchgreifende Reorganisaton hindeutet. Focus Money berichtet in der Ausgabe 8/2006 im Artikel "Findige Finnen" berichtet, "die [Prioritäten] hat sich der Top Manager [Heikkinen] auch für seinen inzwischen zwei Jahre andauernden Sparkurs auferlegt etwa in der Hochpreis-Region Schweden weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, steht der Abbau von 130 Arbeitsplätzen innerhalb der dort ansässigen Telekomsparte an." Dies festigt die Annahme, dass TietoEnator die Siemens Mitarbeiter nur gegen Aufträge übernimmt. Wie weit sie tatsächlich gebraucht werden und wie sicher die Arbeitsplätze sind muss gefragt werden.
Angesichts dieses Hintergrundes ist es umso wichtiger, dass Wirtschaftsausschuss und Gesamtbetriebsrat, die wirtschaftliche Lage von TietoEnator hinterfragen. Siemens und TietoEnator müssen Arbeitnehmer und Betriebsrat/GBR umfassend über den Betriebsübergang aufklären. Zu den umwandlungsrelevanten Informationen gehören auch die finanzielle Ausstattung der beteiligten Unternehmen, Personalplanung, insbesondere Personalbedarfsplanung des neuen Rechtsträgers und Absicht des neuen Rechtsträgers zur Stilllegung von Betrieben oder Betriebsteilen bzw. zu deren Spaltung oder Zusammenlegung.

Wenn ein Unternehmen sanierungsbedürftig ist, dann könnte im Fall eines Betriebsübergangs ein anerkannter Widerspruchsgrund vorliegen.

Mit dem Beschluss der Kapitalherabsetzung auf der TietoEnator Hauptversammlung steht die Frage im Raum: Ist TietoEnator sanierungsbedürftig?
(iw)

Di, 04.04.06: Kundenbewegung bei TietoEnator
siehe Über TietoEnator

Mo, 03.04.06: Geschäfts- und Personalentwicklung bei TietoEnator seit 1984
siehe Über TietoEnator

Sa, 01.04.06: Com Ausgliederung: Depression weicht Informationsbedürfnis
siehe Emotionen


Sa, 01.04.06: Round Table Gespräche für Com Mitarbeiter mit Vertretern von TietoEnator
Von Mittwoch bis Freitag letzter Woche fanden für die von der Ausgliederung betroffenen Com Mitarbeiter so genannte Round-Table-Gespräche statt. Vertreter von TietoEnator informierten die Betroffenen über das Unternehmen und stellten sich den Fragen der Kollegen. Bis zu 36 Mitarbeiter nahmen an den einzelnen Veranstaltungen teil. Als Gesprächspartner standen ihnen der Director Automotive GER, der Director Telecom Infratstructur/Applications, der FB-Leiter IT & NMS-Solutions, der Director Sales, der Director MNS, der Director Marketing & Communications, der Director Moble Devices und der Siemens Customer Execute zur Verfügung.

Die Mitarbeiter hätten damit einen guten Überblick über das Unternehmen bekommen können. Jedoch konnten sie nicht in allen betroffenen Abteilungen frei wählen, ob sie zu allen oder zu welcher Veranstaltung sie gehen wollten. Die Vorgesetzten teilten ihre Mitarbeiter ein und wiesen ihnen die Veranstaltung zu. Der Grund für die Einteilung sei, so die Vorgesetzten, ein beschränktes Platzkontingent. "Sonst käme nicht jeder Mitarbeiter zum Zuge," begründeten sie diese Maßnahmen. Ein Mitarbeiter sagte dazu: "Wir hätten natürlich erst mal die Bereiche genommen, die uns am verwandtesten gewesen wären. Und uns dann die anderen Bereiche noch angeschaut. Jetzt aber erhalten wir nur einen sehr einseitigen Blickwinkel. Jeder kann sich nur ein Bild von dem Bereich machen, dem er bei der Informationsveranstaltung zugeteilt wurde. Die anderen Bereiche bleiben für ihn ‚Black Boxes'. Er erfährt nur dann was, wenn von den Kollegen etwas weitergegeben wird. Er kann aber seine eigenen Fragen, die er vielleicht während der Vorstellung hätte, nicht stellen, da er ja nur einen Mitarbeiter der neuen Firma kennenlernt." Eine Mitarbeiterin bemerkte weiter: "Außerdem wird auch peinlichst darauf geachtet, dass ja keine Informationen an den Betriebsrat weitergegeben werden." und fragte sich warum, wenn doch alles in Ordnung ist.

Dieses organisatorische Defizit, das man durchaus hätte beheben können, ließ bei einigen Mitarbeitern den Eindruck entstehen, dass in der Führungsebene kein Interesse an einer umfassenden Information der Mitarbeiter bestünde.

Auffällig ist, dass Vorgesetzte, die sich vor ein paar Tagen selbst noch mit handfesten Argumenten gegen diesen Betriebsübergang ausgesprochen haben, jetzt dafür werben. Größte Bedenken waren selbst bei Vorgesetzten die fehlende Tarifbindung und die Befürchtung, dass die Arbeitszeit bei schwieriger Geschäftslage schnell von 40 auf 45 Stunden steigen könnten sowie die Befürchtung starker Gehaltsreduktionen.

Tenor der Veranstaltung war Aufbruchstimmung zu erzeugen und besonders auf die sich bietenden neuen Chancen hinzuweisen. Dies ist teilweise gelungen. Trotzdem bleibt die Sorge über die Auslastungslücke von ca. 40% in der neuen Business Unit. Auf Nachfrage in einer der Veranstaltungen wurde dies auch nicht bestritten. Die Lücke soll nach und nach mit Projekten aus dem Bereich Automotive geschlossen werden. In den Gesprächen wurde geäußert, dass Herr Ganswindt mündlich zugesichert habe, mit Aufträgen von VDO diese Lücke zu schließen oder wenigstens zu mindern. Die Frage, ob der Übergang zu TietoEnator eine neue längerfristige Perspektive ist, wurde im Tenor so beantwortet: Die Chancen sind gegeben, wir haben das schon öfter gemacht, wir wollen organisch wachsen, ein Garantie kann natürlich nicht gegeben werden.
(iw)

Sa, 01.04.06: TietoEnator München
siehe TietoEnator München

Fr, 31.03.06: Betriebsübergang Teil 4: Widerspruch gegen den Betriebsübergang
siehe Widerspruch gegen den Betriebsübergang

Do, 30.03.06: Betriebsübergang Teil 3: Was passiert, wenn TietoEnator kündigt?
siehe Teil 3: Was passiert, wenn TietoEnator kündigt?

Mi, 29.03.06: Betriebsübergang Teil 2: Schutzklausel
siehe Teil 2: Schutzklausel

Di, 28.03.06: Lasst Euch nicht isolieren
siehe Emotionen

Di, 28.03.06: Untergangsstimmung bei Com FN PV PD und Com CD NI UD
siehe Emotionen

Mo, 27.03.06: Teil 1: Was nimmt der Mitarbeiter beim Betriebsübergang mit?
siehe Betriebsübergang

Sa, 25.03.06: Ausgliederung von Com-Bereichen beunruhigt Mitarbeiter bei PSE Wien
Die Mitarbeiter bei PSE Wien sind ziemlich aufgeschreckt, weil offenbar die gesamte PSE-Leitung nichts von der Ausgliederung gewusst hat. Der Bereich PSE SMC (ca. 400 Mitarbeiter), der eng mit Com München zusammenarbeitet, ist zu mindestens 50% abhängig von COM-Aufträgen. Die Wiener Kollegen fürchten, dass TietoEnator eine scharfe Konkurrenz für PSE Wien sein wird. Stammhaus-Budgets werden schon seit einigen Monaten ständig gekürzt, obwohl die Arbeitsmenge gleich geblieben ist. Siemens fordert niedrigere Stundensätze von PSE Wien. Das bewirkt, dass immer mehr Arbeit von Österreich in die billigeren, osteuropäischen Regionen der PSE verlagert wird. Die PSE expandiert auch inzwischen nach Rumänien, weil die Slowakei "voll" ist.
(um/iw)

Fr, 24.03.06: Com-Ausverkauf bereits seit Juni 2005 bekannt
Ein Blick in unser Archiv brachte zutage: Überraschend kommt der Ausverkauf bei Com nun wirklich nicht. Bereits im Juni 2005 berichtete Capital (Ausgabe 14/2005) von einer vertraulichen Vorlage des damaligen Bereichsvorstandsvorsitzenden Lothar Pauly. Dort hieß es, dass Siemens nach dem Verkauf von Com MD an BenQ sich auch von weiteren Com-Bereichen trennen will. Lothar Pauly plante damals bereits eine "Portfoliobereinigung" sowie eine "Konzentration auf ausgewählte Geschäftsfelder wie Mobile Netze, Breitbandzugang und Services" und kündigte die "Separierung" und den "Cash out" von Aktivitäten und das "aktive Screening möglicher Partnerschaften" an. Weiterhin stellte er weitere "Kapazitätsanpassungen" in Aussicht, da die "Restrukturierung in Hochlohnländern" mit einer "weiteren Verlagerung in Niedriglohnländer" verbunden sei.

Die Verweildauer unserer Com-Bereichsvorstandsvorsitzenden ist mit Lothar Pauly (11 Monate) auf 9 Monate bei Thomas Ganswindt gesunken. Es war nie die Rede davon (so wie es jetzt überall in der Presse nachzulesen ist), dass Thomas Ganswindt diese Aufgabe nur „kommissarisch“ übernommen hätte. Wir sind gespannt, wie lange Eduardo Montes Perez durchhalten wird.
Artikel: „Interne Vorlage bei Siemens“.
(cr)

Fr, 24.03.06: Die Vision von Macht, Geld, Ansehen - der Umbau der Siemens Konzernspitze
Den Umbau in der Siemens Konzernspitze treibt Klaus Kleinfeld zügig voran. Spätestens der Weggang von Heinz-Joachim Neubürger lässt alte Machtkämpfe offensichtlich werden. Neubürger hatte wie Kleinfeld auf den Chef-Sessel spekuliert. Heinrich von Pierer entschied sich jedoch gegen ihn, eine Entscheidung, die Neubürger niemals ganz überwunden hat, heißt es dazu in börse online. "Uns ist nicht bekannt, dass Herr Neubürger bereits eine neue Position hat", kommentierte Siemens.

Neubürger war aber nicht nur Konkurrent von Klaus Kleinfeld und Gegenspieler von Heinrich von Pierer, sondern vor allem beliebt bei Bankern und Analysten. Neubürgers Abgang ließ die Siemens-Aktie empfindlich fallen. Joe Kaeser dagegen, der eigentlich Josef Käser heißt, wird von den Finanzexperten mit Skepsis betrachtet. "Es war schon reichlich grotesk," erinnerte sich ein Analyst. Kaeser hat bei der verlustreichen Handy-Sparte keine gute Figur gemacht. Er und Rudi Lamprecht, der damalige Mobile Chef, konnten keine guten Zahlen verkünden und wollten trotzdem die Analysten von gut gehenden Geschäften überzeugen.

Kleinfeld möchte, die aus seiner Sicht, verstaubte Siemens Kultur modernisieren und setzt auf eine jüngere Mannschaft. Die Finanzwelt beobachtet diesen Umbau kritisch. "... theoretisch [ist] das Risiko [gegeben], dass der Finanzchef zu einem Ja-Sager wird. Dass sich um Kleinfeld herum eine Kaste bildet und nach außen und innen abschottet," meint Analyst Kitz. Auch intern regen sich Bedenken. "Mit einem amerikanischen CEO-Habitus kommen Sie hier bei Siemens nicht weiter", sagte ein Siemens-Manager. "Schließlich gebe es in den Vereinigten Staaten keinen Aufsichtsrat." In München aber kann Kleinfeld ohne seinen Aufsichtsratschef nicht viel machen." Und das ist Heinrich von Pierer und dieser ist nicht bereit im Schatten seines Nachfolgers zu stehen.

Was aber bedeutet dieses Gerangel an der Konzernspitze für die Mitarbeiter? Viel, wenn man die Charaktere ansieht. Siemens soll nach dem Willen von Konzernchef Kleinfeld in Zukunft noch internationaler werden. "Wir tragen dazu bei, die großen Probleme des Planeten zu lösen." sagt Kleinfeld und es klingt Selbstüberschätzung aus diesen Worten. Kleinfeld fordert von seinen Mitarbeitern eine Hochleistungskultur, alles zu geben, sich auszupowern. Doch was, wenn der Mensch nicht mehr kann? Dieser Gedanke scheint für den Konzernchef keine Rolle zu spielen, schließlich gibt es genug internationale Ressourcen, zu denen er auch Menschen zählen dürfte. Wer nicht Branchenbester ist, wird aussortiert. Zeit bleibt den Unternehmensteilen nicht mehr viel dazu, genau noch ein Jahr. Nach wie vor müssen die IT-Tochter SBS und das Kommunikationsgeschäft bei Siemens Com extreme Leistungssteigerungen bieten, wenn sie im Kernverbund bleiben wollen. Warnschüsse hat es bereits gegeben, Unternehmensteile wurden schon abgestoßen. Dass dies unter dem neuen Finanzchef Kaeser nun leichter gehen wird, darüber sind sich die Analysten einig. "Kaeser steht für aktives Beteiligungsmanagement", sagt Analyst Kitz. "Das heißt: Deals werden künftig aktiver betrieben." Mit Kaeser als Finanzchef wird Kleinfeld unpopuläre Entscheidungen leichter durchsetzen können. Joint Venture und Beteiligungsverkäufe werden wohl zum Siemens Alltag werden. "Siemens sei ohnehin zurzeit noch zu breit aufgestellt, um effizient geführt zu werden. Da kann niemand wirklich den Überblick behalten." Auch darüber sind sich die Analysten einig.

Der Ausverkauf von Com scheint nicht nur begonnen zu haben, sondern bereits in vollem Gange zu sein. Ein Klaus Kleinfeld gibt sich nicht der Illusion hin, dass Com in einem Jahr seine Marge mehr als verdoppeln kann. Und Klaus Kleinfeld hängt nicht an Traditionen. Romantisches Erinnern, dass Siemens mit der Kommunikationstechnik zum Weltkonzern geworden ist, ist nicht seine Sache. Er hat andere Visionen. Sein Vorbild ist der US-Riese General Electrics (GE) und wie GE-Chef Jeffrey Immelt oder dessen Vorgänger Jack Welch möchte er sein. Welsch brachte GE mit seiner Politik des Verkaufens oder Schließens von verlustbringenden Unternehmensteilen und des Zukaufens zukunftsträchtiger Technologien an die Weltspitze. Mit seiner Ausrichtung auf neue Geschäftsgebiete wie Gesundheit, Energie, Wasserversorgung, Mobilität, Sicherheit und Industrie eifert Kleinfeld schon heute Jeffrey Immelt nach. Vor allem im Gesundheitssektor, in der Lichttechnik und in der Energieerzeugung sind der US-Konzern und Siemens deshalb erbitterte Konkurrenten.

Die Mitarbeiter sollten sich keiner Illusion hin geben. Kleinfeld wird zu seinen Worten stehen: "Verantwortung trage ich vor allem gegenüber unseren Aktionären. Gegenüber Deutschland verspüre ich eine solche nicht."
(iw)

Do, 23.03.06: Arbeitsbedingungen bei TietoEnator
siehe Arbeitsbedingungen bei TietoEnator

Do, 23.03.06: Com-Ausgliederung: Was kann der Betriebsrat tun?
siehe Betriebsrat


Mi, 22.03.06: Ausverkauf von Com hat begonnen
Überraschend erreichte uns gestern die Nachricht über den Verkauf von Com FN PV PD (Product Development) und Com CD NI UD (User Documentation) an die skandinavische TietoEnator. Doch wirklich überrascht waren wir nicht, hatte doch das Manager Magazin bereits am 18.9.05 im Artikel „Siemens baut 4224 Stellen ab“ gemeldet: „Bei den Mobilfunk- und Festnetzen entfallen 797 Positionen (Deutschland: 311).“ In den beiden an TietoEnator übergehenden Bereichen arbeiten 277 Kollegen, die zur Zahl 311 fehlenden 34 Mitarbeiter dürften durch die natürliche Fluktuation zu erklären sein. Damals schon erschien uns die Zahl 311 zu krumm, als dass sie einem hypothetischen Planspiel entstammen könnte. Solche Zahlen nennt man nur, wenn man bereits eine fertige Liste mit den betroffenen Mitarbeitern vorliegen hat. Es ist folglich davon auszugehen, dass auch die übrigen Zahlen, die das Manager Magazin damals genannt hat, korrekt sind.

Das bedeutet, dass das Enterprisegeschäft am stärksten betroffen sein wird, dort soll um 2838 Arbeitsplätze reduziert werden, davon 2049 in Deutschland. Im Bereich Schnurlostelefone und andere Geräte belaufen sich die Streichungen auf 294 weltweit, davon 205 in Deutschland. Zudem soll die Com-interne IT nach Indien verlagert werden, was weitere 295 Arbeitsplätze kostet. Das Manager Magazin weiter: dann „… schrumpft Com auf die Hälfte der ursprünglichen Größe. Übrig bleibt dann nur noch das Geschäft mit den Mobilfunk- und Festnetzen für Telekommunikationsbetreiber.“

Leider ist dieser Artikel nicht das einzige Indiz für einen geplanten Ausverkauf bei Com. Der Artikel „Schlussverkauf bei Com“ vom 15.2.06 im Manager Magazin löste in der Belegschaft eine erhebliche Unruhe aus. „Siemens-Chef Klaus Kleinfeld …“ hieß es dort, „…will die problembeladene Kommunikationssparte Com zerlegen. Nach Angaben von Siemens-Managern sollen die einzelnen Arbeitsgebiete entweder verkauft oder in Kooperationen eingebracht werden.“

Diese Unruhe in der Belegschaft führte zu zahlreichen Beschwichtigungsversuchen und Durchhalteparolen von Seiten des Managements bis hin zu einem Auftritt Klaus Kleinfelds auf der letzten Betriebsversammlung in der Hofmannstraße (wir berichteten), auf der er die Berichte als reine Spekulationen abtat. Wirklich dementiert wurde die Meldung aber weder von Klaus Kleinfeld noch von Thomas Ganswindt.

Heute nun konnten wir im Manager Magazin („Skandinavier kaufen bei Com ein“) lesen: „Siemens gibt den kompletten Bereich Forschung und Entwicklung für die traditionelle Telefontechnologie sprich Festnetz ab. Das sei ein schrumpfendes Geschäft, sagte eine Siemens-Sprecherin im Gespräch mit manager-magazin.de. Siemens wolle sich auf die IP-Telefonie - sprich auf das Wachstumsgeschäft konzentrieren.“ Das kann nur heißen, dass Siemens sich nicht nur von Com FN PV PD, sondern von der gesamten Com FN Entwicklung trennen wird.

Aber es kommt noch schlimmer. Ebenfalls heute wurde bekannt gegeben („Kleinfeld baut um, Neubürger geht“), dass unter anderem Thomas Ganswindt sich aus dem Com Bereichsvorstand zurückzieht. In seiner E-Mail an die Com-Mitarbeiter vom 9.9.05 ([Info] My first week at Com) schrieb Hr. Ganswindt noch: "Die Doppelfunktion als Zentralvorstand der Siemens AG und Bereichsvorstandsvorsitzender wird mich sicherlich fordern, aber ich habe genau gewusst, auf was ich mich einlasse. Ich bin nicht nur für kurze Zeit hier angetreten. Richten Sie sich auf eine lange Zusammenarbeit ein!" Jetzt steht in Siemens Heute, den internen online-Nachrichten: "... er [Eduardo Montes Perez] tritt im Bereich Communications (Com) an die Stelle von Thomas Ganswindt, der diese Aufgabe für eine Übergangszeit zusätzlich übernommen hatte und sich nun wieder auf seine Funktion als Mitglied des Zentralvorstands konzentrieren wird." Sind neun Monate eine lange Zusammenarbeit? Ist dies nicht eher ein Anzeichen dafür, dass der Ausverkauf von Com beschlossene Sache ist, wenn man meint, auf den Sanierer verzichten zu können?

Der Verdacht liegt nahe, dass der Verkauf von Com FN PV PD und Com CD NI UD nur der Anfang vom Ende sind. Ich kann daraus nur schließen, dass die "Spekulationen" im Artikel des Manager Magazins vom 15.2. wohl doch keine Spekulationen waren und Siemens jetzt scheibchenweise Com abstoßen wird.

Leider wurden wir vom Management zu oft falsch oder nicht informiert. In künftigen Umfragen, wie dem Opinion Poll, sollten wir daher ankreuzen, dass wir uns durch das Siemens-Management nicht informiert fühlen. Die für uns relevanten Informationen erfahren wir und meist auch der Betriebsrat frühzeitig aus dem Manager Magazin oder anderen online-Medien.

Das Vertrauen seiner Mitarbeiter, Herr Kleinfeld, kann man nicht durch theoretische Abhandlungen in Büchern (wie z.B. Building Trust) wiedergewinnen, auch wenn die Aussagen noch so schön klingen, sondern nur durch überzeugendes Handeln und das vermisse ich.
(cr)

Mi, 22.03.06: Ausgliederung bei Siemens Com: Emotionales
siehe Emotionen


Di, 21.03.06: Siemens Com: Transfer der 270 Siemens-Mitarbeiter soll bis 1.7.06 abgeschlossen sein
Wie heute bekannt wurde sollen 270 Mitarbeiter der Siemens Bereiche Com FN PV PD und Com D NI UD sollen bis zum 01.07.06 von der Firma TietoEnator übernommen werden. Die Verhandlungen zwischen TietoEnator und Siemens stehen kurz vor dem Abschluss. Es ist geplant die Bereiche TDM-Switching und Migration zu Next-Generation Networks in den Bereich Telecom & Media von TietoEnator zu integrieren. Der Geschäftsbereich Telecom & Media beschäftigt 5.000 Mitarbeiter in 14 Ländern. Der Vertrag zwischen der Siemens AG und TietoEnator soll im Mai unterzeichnet werden.

Kooperation Siemens und TietoEnator
Zwischen Siemens und TietoEnator besteht eine langjährige Zusammenarbeit. In den letzten Jahren hat TietoEnator bereits Mitarbeiter von Siemens Finnland, Nokia, Alcatel und Ericsson übernommen und nach Aussage von Frank Eser, Leiter der Entwicklung von Kernkomponenten in Telekommunikationsnetzen bei Siemens Communications, erfolgreich integriert. Als Bestandteil der Vereinbarung wird Siemens für ca. 5 Jahre Dienstleistungen von TietoEnator beziehen. Der Vertrag wird sich in der zweiten Hälfte 2006 vermutlich mit 15 Mio. EUR auf TietoEnators Umsatzerlöse auswirken, der Gesamtumfang beläuft sich auf ca. 100 Mio. EUR.

TietoEnator Deutschland - Standorte
Die TietoEnator Deutschland ist eine GmbH, eingetragen am Amtsgericht Frankfurt(HRB 75570) mit Standorten in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, München (Sandstraße 33, Garmischerstraße 10), Regensburg, Stuttgart, Ulm.

TietoEnator Deutschland - Rechtsform
Sie entstand im Dezember 2005 durch Verschmelzung der TietoEnator GmbH, Hamburg auf die TietoEnator S.E.S.A. AG, und gleichzeitige Umwandlung in eine GmbH. Sie beschäftigt ca. 500 Arbeitnehmer. Geschäftsführer der GmbH sind Jürgen Hatzipantelis (Vorsitzender der Geschäftsführung), Patricia Emmel, Michael Graben und Walter Hübler. Der dreiköpfige Aufsichtsrat wurde am 20.2.06 gewählt. Ihm gehören an: Peter Lindgren, Ingenieur, wohnhaft in Täby, Schweden (Vorsitzender), sowie Ari Martti Vanhanen, Ingenieur, wohnhaft in Helsinki, Finnland (stellvertretender Vorsitzender). Als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat wurde von den Arbeitnehmern gewählt: Hasso Schendel, System-Ingenieur, wohnhaft in Berlin.

TietoEnator - International
TietoEnator ist in über 20 Ländern vertreten: Belgien, China, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Kanada, Lettland, Litauen, Malaysia, Niederlande, Norwegen, Russland, Schweden, Singapur, Slowakai, Tschechische Republik, Ukraine und die USA.

Portfolio
TietoEnator ist einer der größten Anbieter von IT-Dienstleistungen in Europa. Ziel von TietoEnator ist es ein Global Player im Telekommunikationsbereich zu werden", sagt Ari Vanhanen, President, TietoEnator Telecom & Media. Das Produktspektrum des Geschäftsbereichs Telecom & Media umfasst R&D-Dienstleistungen, Consulting, IT-Systementwicklung und die Integration für die gesamte Wertschöpfungskette in den Märkten der Telekommunikation und der Medien. Schwerpunkt ist die Beratung, Entwicklung und Betrieb der technologisch bestimmten Geschäftsprozesse der Kunden.

Geschäftszahlen
2004 hatte sie 12773 Mitarbeiter, einen Umsatz von € 1.525 Mio., einen EBIT von 194,5 Mio. und eine Umsatzrendite von 12,8%. 2005 stieg die Mitarbeiterzahl auf 15001, der Umsatz auf 1.682 Mio., der EBIT fiel auf 183,3 Mio. und die Umsatzrendite auf 10,9%.
(iw/cr)

Di, 21.03.06: Ausgliederungen bei Com
Die Siemens AG beabsichtigt die Betriebsteile Com FN PV PD und Com CD NI UD auszugliedern. Bei der Ausgliederung soll es sich um einen Verkauf an ein europäisches Unternehmen handeln. Es dürften davon ca. 270 Mitarbeiter betroffen sein. Der Betriebsrat wird heute Mittag über die Details der Ausgliederung informiert. Für heute Nachmittag hat die Betriebsleitung eine Mitarbeiterversammlung für die betroffenen Bereiche einberufen.
(iw)




Autoren: Inken Wanzek, Christine Rosenboom
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