Siemens Enterprise 2007
17.12.07 Verkauf und Stellenabbau
03.12.07 Enterprise soll bis Mitte 2008 verkauft werden
08.11.07 Tariflicher Kündigungsschutz in Berlin/Brandenburg und Bayern
05.11.07 Knorr-Bremse sucht 100 Ingenieure in München
30.10.07 Verkaufsvorbereitungen gehen weiter
27.10.07 Bevor die Ängste übermächtig werden
13.10.07 Überlebenschancen bis 30.09.2009
13.10.07 Überlebenschancen ab 1.10.2009
10.10.07 Kündigungsfristen
10.10.07 Traum und Wirklichkeit
04.10.07 Bleiben ist die bessere Alternative (NSN-Artikel gilt auch für Enterprise)
04.10.07 Überlebenschancen im Arbeitsplatz-Poker (NSN-Artikel gilt auch für Enterprise)
29.09.07 Siemens drängt auf Verkauf bis Sommer 2008
16.09.07: beE: Theorie und Praxis
15.09.07 Enterprise unverkäuflich?
10.08.07 Siemens schließt Joint Venture nicht aus
07.08.07 Kommt ein Ergänzungstarifvertrag für Enterprise?
07.08.07 Stellenabbau - Details
06.08.07 Massiver Stellenabbau bei Siemens Enterprise
06.08.07 Siemens senkt den Verkaufspreis
19.07.07 Personalabbau und Nichtkündigungsgarantie
19.07.07 Stimmungsbild
18.07.07 Personalabbau bei Enterprise und VDO
20.06.07 Suche nach Käufern geht weiter
22.03.07 Siemens Enterprise Chef springt ab
05.02.07 Ausgliederungs- und Verkaufspläne für die 200 Enterprise Mitarbeiter in Österreich vorläufig verhindert
27.01.07 Neue Geschäftsfelder für Telekommunikationsausrüster
25.01.07 Stellungnahme von Kleinfeld auf der Hauptversammlung
15.01.07 Enterprise Österreich: Telekom Austria dementiert Übernahmeabsichten
Artikel zu Siemens Enterprise 2006
Artikel 2006
InWaChRo-News: Montag, 17.12.07
Enterprise: Verkauf und Stellenabbau
Für unsere Enterprise Kollegen geht die Zeit der Ungewissheit weiter. Nach wie vor ist
eine Beraterfirma damit beauftragt, Ausgliederung, Verkauf und einen Stellenabbau
vorzubereiten. Bei Enterprise sollen 606 Arbeitsplätze entfallen, davon 300 in der
Hofmannstraße.
Wir erinnern euch: Auch ihr habt bis zum 30.09.2009 Kündigungsschutz. Gebt nicht aus
Angst euren Arbeitplatz zu verlieren, ihn freiwillig auf.
(iw)
InWaChRo-News: Montag, 03.12.07
Enterprise soll bis Mitte 2008 verkauft werden
Siemens gibt nicht auf. Jetzt gibt einen neuen Verkaufstermin für Enterprise bis Mitte
2008. Dies geht laut dpa aus dem bei der US-Börsenaufsicht eingereichten Geschäftsbericht
des Unternehmens hervor.
Enterprise hat 15.000 Mitarbeiter in 80 Ländern. Siemens zählt die verlustbringende
Sparte zu seinen nicht-fortgeführten Aktivitäten.
Es ist zu erwarten, dass der Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher nun den Verkauf
von Enterprise forcieren wird. Nach den Bilanzierungsrichtlinien US-GAAP darf eine
Unternehmenseinheit nämlich maximal ein Jahr als nicht fortgeführtes Geschäft verbucht
werden. Die US-Börsenaufsicht SEC kann diese Frist um ein Jahr verlängern. Siemens hat
diese Verlängerung von der SEC genehmigt bekommen. Wenn nun bis 30.9.2008 kein Käufer
gefunden ist, müsste Siemens Enterprise wieder in die Bilanz aufnehmen. Dies will Siemens
natürlich unter allen Umständen vermeiden, da Enterprise dann aller Voraussicht nach die
Bilanz drücken wird.
Angesichts dieser Sachlage mutet die Aussage von Ralf Heckmann,
Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Siemens AG, etwas wunderlich an. Er sagt in der
Dezemberausgabe 2007 der Siemens Nachrichten der IG Metall:
"'Wir nehmen den Siemens-Vorstand beim Wort: Entlassungen und ein Ausverkauf von
Standorten kommen nicht in Frage.' Das gelte auch dort, wo Probleme zu lösen seien, also
vor allem für den Bereich Siemens Enterprise Communications, erklärte Heckmann: Siemens
bleibt in der sozialen Verantwortung für die Auswirkungen der Veränderungen für die
Beschäftigten."
Löscher dagegen schloss im Rahmen des Umbaus des Siemens Konzerns
Stellenabbau nicht aus.
Siemens hat Enterprise im abgelaufenen Geschäftsjahr um 567 Millionen Euro abgewertet.
Enterprise wird billiger, mal sehen, wann Siemens bereit ist, etwas draufzulegen, wenn
jemand Enterprise kauft. Immerhin wurde auch Mobile Phones mit einer satten Mitgift an
BenQ "verkauft".
Für die Mitarbeiter bedeutet diese neue Meldung nicht wirklich etwas Neues. Die Warterei
geht weiter. Solange kein Käufer gefunden ist, dürften die Mitarbeiter sicher sein. Was
dann passiert hängt vom Käufer und vielleicht auch vom Verhalten der Mitarbeiter ab.
(iw)
InWaChRo-News: Dienstag, 30.10.07
Enterprise: Verkaufsvorbereitungen gehen weiter
In der Münchner Hofmannstraße soll seit einiger Zeit der Verkauf von Enterprise vorbereitet
werden. Die Analyse und Filetierung von Enterprise in verkaufbare Einheiten wird nach
Angaben interner Kreise von der gleichen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und
Unternehmensberatung durchgeführt, die auch das Joint Venture zwischen Siemens und Nokia
vorbereitet und zum Abschluss gebracht haben. Wie weit das Projekt "Enterprise" bereits
vor dem Abschluss steht, ist uns derzeit nicht bekannt.
(iw)
InWaChRo-News: Samstag, 29.09.07
Enterprise: Siemens drängt auf Verkauf bis Sommer 2008
Größter Handlungsbedarf besteht laut Löscher bei Enterprise. Siemens hatte Enterprise
zum 1.10.2006 in ein eigenständiges Unternehmen ausgegliedert und seitdem als in der
Siemens AG nicht fortgeführtes Geschäft aus der Bilanz heraus genommen.
Nach den Bilanzierungsrichtlinien US-GAAP darf eine Unternehmenseinheit maximal ein
Jahr als nicht fortgeführtes Geschäft verbucht werden. Die US-Börsenaufsicht SEC kann
diese Frist um ein Jahr verlängern. Siemens hat diese Verlängerung inzwischen von der
SEC genehmigt bekommen. Wenn nun bis 30.9.2008 kein Käufer gefunden ist, müsste
Siemens Enterprise wieder in die Bilanz aufnehmen. Das scheut Siemens wie der Teufel
das Weihwasser, da Enterprise dann aller Voraussicht nach die Bilanz drücken wird.
Das dürfte bedeuten, dass Siemens auch vor einer Filetierung und einem Verkauf von
Enterprise in kleinen Stückchen nicht zurückschrecken wird.
Begonnen hat Siemens schon mit Teil-Auslagerungen. Im Rahmen von Umorganisationen bei
Enterprise wurden beispielsweise die sechs regionalen Servicecenter in Nürnberg als
CIC zusammengefasst. Ab 1.10.2007 sollen nun 50 Prozent dieser Call-Center-Aktivitäten
über die indische SISL abgewickelt werden. SISL wird dann also die Hälfe aller Anrufe
auf den Enterprise-Servicerufnummern bearbeiten. Mindestens die Hälfte der
Arbeitsplätze in Nürnberg dürfte damit voraussichtlich entfallen.
(iw/cr)
InWaChRo-News: Samstag, 15.09.07
Enterprise unverkäuflich?
Gerüchte besagen, „dass der jetzige Zustand von Enterprise rechtlich nur
aufrechterhalten werden könne, wenn ernsthafte Verkaufsverhandlungen geführt werden.
Sonst müsse Siemens Enterprise wieder zurücknehmen.“
Siemens Enterprise Networks ist genauso wie Siemens Networks am 1.10.2006 rechtlich
aus der Siemens AG ausgegliedert worden. Siemens hat keinerlei Verpflichtung,
Enterprise wieder zurückzunehmen und es ist unwahrscheinlich, dass sie es tun.
Enterprise gehört ebenso wie Siemens Networks nicht mehr zum Kerngeschäft. Siemens
will sich auch unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden, Peter Löscher, von Randbereichen
trennen.
Am Rande einer Konferenz in Berlin am 10.09.2007 erklärte der Chief Operating Officer
(COO) von Enterprise, Thomas Zimmermann: "Ich denke, wir werden die aktivere Rolle bei
der Konsolidierung spielen, das heißt wir warten nicht, bis der Markt beginnt sich zu
konsolidieren … Wir müssen im Software-Geschäft noch wachsen, Sprach-Kommunikation ist
nicht genug … Natürlich sind wir in Gesprächen, aber wir werden nicht in irgendetwas
hineinrennen …“. Siemens sei bislang noch nicht in exklusiven Gesprächen mit einem
Käufer. Zimmermann, hält Enterprise noch nicht reif für einen Verkauf. Zwar werde man
zu gegebener Zeit aktiv nach einem Partner suchen, zuvor aber müsse man noch etwa ein
Jahr lang an der eigenen Verbesserung arbeiten.
Siemens-Finanzchef Joe Kaeser hatte dagegen Mitte August mitgeteilt, Siemens könne
Enterprise mit seinen weltweit 15.000 Mitarbeitern auch vorübergehend in ein Joint
Venture einbringen. Langfristig wolle Siemens das Geschäft aber komplett loswerden.
Wir wissen definitiv, dass Siemens seit mehr als einem Jahr einen Käufer für
Enterprise sucht und partout keinen findet. Die Aussagen von Thomas Zimmermann deuten
darauf hin, dass sie versuchen wollen, zu verschleiern, dass Enterprise offensichtlich
unverkäuflich ist. Durch Verbreitung von Zweckoptimismus (Wir brauchen noch ein Jahr,
bis wir ernsthaft einen Käufer suchen) sollen weitere Fragen nach möglichen Käufern
unterbunden und Ruhe in die Belegschaft, Betriebsräte und Gewerkschaft gebracht
werden.
Klar dürfte aber sein, dass Siemens nicht davon Abstand nimmt, Enterprise abzustoßen.
Gelingt dies nicht über einen Komplettverkauf oder Einbringung in ein Joint Venture,
dann ist damit zu rechnen, dass Siemens Enterprise filettiert und die Stückchen
einzeln verkauft.
(iw/cr)
InWaChRo-News: Freitag, 10.08.07
Enterprise: Siemens schließt Joint Venture nicht aus
Siemens bemüht sich weiter intensiv, einen Käufer oder Partner für Enterprise zu
finden. Siemens schließt ein Joint Venture für Enterprise Communications nicht aus,
allerdings käme ein dauerhaftes Joint Venture nicht in Frage, sagte der Finanzvorstand
Joe Kaeser der Wirtschaftszeitung "EURO am Sonntag". Nach wie vor, so Kaeser, wolle
Siemens durch den Verkauf oder eine Partnerschaft, "eine starke Nummer zwei im Markt
gestalten". Kaeser äußerte sich jedoch nicht über konkrete Verhandlungen.
Experten halten erneute Gespräche mit Avaya für nicht ausgeschlossen. Die Gespräche mit
Avaya waren bereits einmal gescheitert. Der TK-Ausrüster Avaya wurde inzwischen für
8,2 Mrd. Dollar an Silver Lake und TPG Capital verkauft. Analysten schätzen Avaya mit
seinen rd. 20.000 Mitarbeitern in den USA als zu klein ein, um am Weltmarkt überleben
zu können. Auch Gespräche mit dem französisch-amerikanischen Unternehmen Alcatel-Lucent
sind nicht ausgeschlossen.
Capital schrieb am 28.9.2006 über Siemens Enterprise:
"Nun stellt sich die Frage, welcher Investor überhaupt bereit ist, das schwierige
Geschäft zu übernehmen. Enterprise Networks leidet unter Umsatzrückgang, einen Verlust
von Marktanteilen und fehlenden Produkten. Um den Unternehmensbereich, der gegen
Konkurrenten wie Cisco, Alcatel oder Avaya bestehen muss, auf Dauer abzusichern, sind
laut einer internen Einschätzung des Vorstands mehr als eine Milliarde Euro erforderlich."
In einem Interview mit der Börsen-Zeitung deutet CFO Joe Kaeser an, Siemens werde sich
wohl im Rahmen des Programms "Fit for 2010" von weiteren Konzern-Töchtern trennen. Es
ist nicht auszuschließen, dass Siemens auch in Nokia Siemens Networks kein dauerhaftes
Joint Venture sieht.
(iw)
InWaChRo-News: Dienstag, 07.08.07
Enterprise: Kommt ein Ergänzungstarifvertrag für Enterprise?
Wie der Gesamtbetriebsrat von Enterprise in einer Mitarbeiterinformation bekannt gab,
hat die Geschäftsführung von Enterprise "... angekündigt, über den Personalabbau hinaus
zusätzlich die Anpassungen der tarifvertraglich geregelten Arbeitsbedingungen - wie
sie sagt - an die ‚marktüblichen Standards' anzugehen. Zu diesem Zweck will sie nach
eigener Aussage Gespräche mit der IG Metall führen."
Siemens möchte also zusätzlich zum Stellenabbau Einschnitte bei Gehältern und eine
Anhebung der Arbeitszeit vornehmen. Als Vorlage könnte beispielsweise der
Ergänzungstarifvertrag von Fujitsu Siemens
dienen. Bereits im Februar 2007 gab es Hinweise, dass dieser Ergänzungstarifvertrag
Pilotfunktion für andere Siemens-Konzernunternehmen haben könnte.
Die FSC-Vereinbarungen sehen sowohl für den Tarifkreis als auch für außertarifliche
Mitarbeiter (AT) eine Erhöhung der Arbeitszeit um 10 Prozent oder bei Beibehaltung der
bisherigen Arbeitszeit eine entsprechende Gehaltsreduzierung um 9,1 Prozent vor. Das
bedeutet, dass die Arbeitszeit für einen Vollzeit-Tarifmitarbeiter von 35h auf 38,5h,
für einen AT von 40h auf 44h, also auf einen 9h Arbeitstag angehoben wird. Die ATs
sollen darüber hinaus auf drei Urlaubstage verzichten.
Stellenabbau und Ergänzungstarifvertrag, der eine Kosteneinsparung von 9 bis 10 Prozent
bewirkt, würden ein besonderes Zuckerl für einen potenziellen Käufer darstellen. Unter
Umständen gelingt es Siemens so, Enterprise bis Ende dieses Geschäftsjahres zu
verkaufen, insbesondere da Siemens den Wert des Unternehmens um 355 Mio. abgesenkt
hat. Peter Löscher kann sich dann als geschickter Unternehmenslenker feiern lassen,
wie einst Klaus Kleinfeld, zu dessen Gesichtswahrung Siemens Com in das Joint Venture
mit Nokia überführt wurde. Was aus den Mitarbeitern wird? Das interessiert in den
Vorstandsetagen niemanden. Die IG Metall sollte dieses Spiel nicht mitspielen. Aber
Demos allein zu Showzwecken genügen dazu nicht.
(iw)
InWaChRo-News: Dienstag, 07.08.07
Enterprise: Stellenabbau - Details
Nach Aussage des Gesamtbetriebsrats plant Siemens 11 Prozent der 5.489 Beschäftigten
bei Enterprise abzubauen. Das entspricht 606 Mitarbeitern. Im Bereich Small Media
Business (SMB) fällt der Abbau mit 28 Prozent am stärksten aus. Hier sollen von
863 Kollegen 242 abgebaut werden. In der Münchner Hofmannstraße, dem Stammhaus von
Enterprise, ist geplant 229 von 1.748 Mitarbeitern, also 13 Prozent, abzubauen. Mit
"nur" 5 Prozent ist der Bereich Large Business (LAB), einschließlich Global Service
Infrastructure (GSI) am geringsten betroffen. Hier sollen 135 von 2.884 Mitarbeitern
Enterprise verlassen.
Laut Brigitte Ederer, der Chefin von Siemens Österreich, wird die österreichische
Niederlassung vom Stellenabbau in der Enterprise-Sparte nicht betroffen sein.
Allerdings würde ein Verkauf von Enterprise auch Österreich betreffen.
Bereits im April dieses Jahres hieß es, dass der Bereich Small-Medium-Business (SMB)
besonders gefährdet sei. Es wurde geprüft, ob das Geschäft mit Direktvertrieb und
Direktservice weiterhin profitabel betrieben werden kann. Angesichts des hohen
Stellenabbaus in diesem Bereich beabsichtigt Siemens hier weiter einzusparen.
Bereits damals wurde auch der Bereich Large-Business (LAB) für einen Verkauf, mit
bestenfalls einer Minderheitsbeteiligung von Siemens, freigegeben.
(iw)
InWaChRo-News: Montag, 06.08.07
Enterprise: Massiver Stellenabbau bei Siemens Enterprise
Gerüchte und Bewegungen innerhalb Enterprise deuten schon seit Monaten darauf hin,
dass Siemens weiterhin einen Käufer für Enterprise sucht. Offensichtlich möchte man
nun "die Braut schön machen". Nach Mitteilung des Gesamtbetriebsrats plant das
Unternehmen bundesweit 600 Arbeitsplätze abzubauen. Insgesamt beschäftigt Enterprise
5.500 Mitarbeiter. Siemens bestätigte die Zahl auf Anfrage von heise-online. Die
Pläne für diesen Abbau, so Siemens, seien dem Wirtschaftsausschuss bereits vorgelegt
worden. Nähere Angaben zu den laufenden Verhandlungen machte das Unternehmen nicht.
Es ist davon auszugehen, dass Siemens und der Enterprise GBR schon seit Wochen über
den geplanten Stellenabbau reden. Obwohl die Mitarbeiter seit Monaten auf Kohlen
sitzen, schwieg auch der Enterprise GBR.
Auf München entfällt mit 250 Mitarbeitern der größte Teil dieses Abbaus. In vielen
Niederlassungen soll im Bereich Small Medium Business jeder zweite Techniker gehen,
hieß es von Arbeitnehmervertretern. Das Unternehmen bestätigte dies nicht, erklärte
aber, dass Mitarbeiter mit direktem Kundenkontakt nicht betroffen seien, sondern das
Back-Office.
Bereits Mitte Juli - wir berichteten am 19.07.07 - tauchten in der Hofmannstraße, dem
Hauptstandort von Enterprise, Gerüchte auf, die besagten, dass etwa 520 Mitarbeiter
gehen müssten. Diese Gerüchte über einen geplanten Stellenabbau wurden durch eine
Aussage des NSN-GBR bestätigt. Diese Zahl liegt nun sehr nahe an der heute bekannt
gewordenen Abbauzahl von 600 Arbeitsplätzen.
Um die Gerüchte zu verifizieren, haben wir am 29.07.07 eine Presseanfrage an Siemens
geschrieben:
"In den letzten fünf Wochen gab es viele Bewegungen bei der Siemens Enterprise
Communications GmbH & Co. KG, die darauf hindeuten, dass ein potenzieller Käufer
gefunden wurde. Wenn dies der Fall ist, wurde sicherlich in der Aufsichtsratssitzung
letzte Woche über einen möglichen Verkauf von Enterprise entschieden. Können Sie uns
mitteilen, welcher oder welche Käufer in Betracht gezogen werden?
Nach Information des Gesamtbetriebsrats der Nokia Siemens Networks GmbH & Co. KG ist
bei der Siemens Enterprise Communications GmbH & Co. KG in nächster Zukunft
Personalabbau geplant. Die Rede ist von 40 Prozent der Stellen am Hauptstandort
München Hofmannstraße. Ist ein Stellenabbau geplant und wenn ja, in welcher
Größenordnung?"
Die zweite Frage ist nun beantwortet, auf die erste Frage steht die Antwort noch aus.
Siemens hält sich offensichtlich noch bedeckt bzgl. des potenziellen Käufers von
Enterprise.
Auch für Siemens Enterprise gilt eine Nicht-Kündigungsgarantie bis 30.09.2009. In der
immer noch geheimen Protokollnotiz zur Überleitungsvereinbarung in die Siemens
Enterprise Communications GmbH & Co. KG wird ausdrücklich auf die Vereinbarung
zwischen IG Metall, GBR und Siemens Bezug genommen:
"In einem Spitzengespräch zwischen Firmenleitung, IG Metall und GBR wurden für die
Siemens Enterprise Communications GmbH & Co. KG folgende Eckpunkte verhandelt:
a) Die an o.g. Gespräch beteiligten Parteien stimmen darin überein, dass die
Arbeitsplätze möglichst erhalten werden. Darüber hinaus besteht Übereinstimmung
dahingehend, dass eventuell notwendige Personalanpassungsmaßnahmen bis zum
30.09.2009 in der bisher von Siemens geübten Weise sozialverträglich - das heißt
ohne betriebsbedingte Kündigungen - vorgenommen werden."
Die Protokollnotiz ist Teil einer Gesamtbetriebsvereinbarung (GBV) und damit nach
§613a BGB zu Siemens Enterprise übergegangen. Die GBV gilt für alle Mitarbeiter,
nicht nur für IG Metall-Mitglieder, um Missverständnissen vorzubeugen. Siemens
Enterprise kann also bis 30.09.2009 nicht betriebsbedingt kündigen.
Daher kann auch bei Enterprise nur über Aufhebungsvertrag und Beschäftigungsgesellschaft
abgebaut werden, vorausgesetzt die Agentur für Arbeit genehmigt eine
Beschäftigungsgesellschaft.
Der Gesamtbetriebsrat fordert nun, Einsparungen durch die Optimierung von
Geschäftsabläufen und Anpassungen in der Führungsebene zu diskutieren.
Bei Enterprise besteht größere Hoffnung als bei NSN, dass der GBR seine Rechte aus
§111 BetrVG wahrnimmt, denn er hat erklärt:
"Ohne Transparenz der wirtschaftlichen Lage und gründliches Durchleuchten der
unternehmerischen Sanierungskonzeption, kann jedoch über die geplanten Maßnahmen
nicht sachgerecht verhandelt werden, weshalb das Gremium jetzt die Beratungsfirma
Kemper & Schlomski hinzugezogen hat. Sie soll neben einer Begutachtung auch
alternative Sanierungsvorschläge entwickeln; erst wenn die Begutachtung abschlossen
ist, wird der Gesamtbetriebsrat in Beratungen eintreten und Verhandlungen über einen
Interessenausgleich aufnehmen."
Der Verkauf von Siemens Enterprise soll nach Vorstellungen von Siemens bis Ende des
Geschäftsjahres, also bis 30.9.2007 abgeschlossen sein. Siemens teilte in diesem
Zusammenhang aber gleichzeitig mit, dass es keine feste Frist für die
Verkaufsverhandlungen gebe. Nach Angaben von Siemens werden Gespräche mit mehreren
Partnern geführt. Der Personalabbau soll bis zum 30.9.07 abgeschlossen sein. Eine
mögliche beE wird wohl zum 1.10.07 starten. Aus all diesen Angaben ist zu schließen,
dass möglicherweise ein konkreter Käufer in Sicht ist, der es Siemens offensichtlich
auferlegt hat, vorher einen Personalabbau durchzuführen.
(iw)
InWaChRo-News: Montag, 06.08.07
Enterprise: Siemens senkt den Verkaufspreis
Klaus Kleinfeld hat vor einem Jahr den Verkauf von Siemens Enterprise angekündigt.
Wegen der heftigen öffentlichen Reaktion auf die BenQ Insolvenz und die Siemens
Korruptionsaffäre, wurde der Verkauf von Siemens Enterprise für 4 Mrd. Euro an einen
Finanzinvestor gestoppt. Weitere Verkaufsaktivitäten wurden zunächst auf Eis gelegt,
weil man mit der Korruptionsaffäre beschäftigt war.
Peter Löscher hatte bei seinem Amtsantritt erklärt, sich von allen Randaktivitäten
trennen zu wollen. Siemens kommt potenziellen Käufer schon im Vorfeld mit dem Preis
für Enterprise entgegen und senkte im vergangenen Quartal den Wert der Sparte um
355 Mio. Euro.
(cr)
InWaChRo-News: Donnerstag, 19.07.07
Enterprise: Personalabbau und Nichtkündigungsgarantie
Die Kollegen von Siemens Enterprise sind stark verunsichert, weil sie über Monate
hinweg über ihre Zukunft im Unklaren gelassen werden.
Gerüchten zufolge sollen in der Hofmannstraße, dem Hauptsitz von Siemens Enterprise,
etwa 40 Prozent der Mitarbeiter abgebaut werden. Dieser Betrieb hatte nach dem
Betriebsübergang 1.298 Mitarbeiter, was aus der Wahlniederschrift vom 19.10.2006 zur
Betriebsratswahl hervorgeht. Bewahrheitet sich dieser Abbau von 40 Prozent, dann
müssten etwa 520 Mitarbeiter gehen.
Nichtkündigungsgarantie ist Teil der Überleitungsvereinbarung
In der immer noch geheimen Protokollnotiz zur Überleitungsvereinbarung in die Siemens
Enterprise Communications GmbH & Co. KG wird ausdrücklich auf die Vereinbarung
zwischen IG Metall, GBR und Siemens Bezug genommen:
„In einem Spitzengespräch zwischen Firmenleitung, IG Metall und GBR wurden für die
Siemens Enterprise Communications GmbH & Co. KG folgende Eckpunkte verhandelt: a) Die
an o.g. Gespräch beteiligten Parteien stimmen darin überein, dass die Arbeitsplätze
möglichst erhalten werden. Darüber hinaus besteht Übereinstimmung dahingehend, dass
eventuell notwendige Personalanpassungsmaßnahmen bis zum 30.09.2009 in der bisher von
Siemens geübten Weise sozialverträglich - das heißt ohne betriebsbedingte
Kündigungen - vorgenommen werden.“
Die Protokollnotiz ist Teil einer Gesamtbetriebsvereinbarung (GBV) und damit nach
§613a BGB zu Siemens Enterprise übergegangen. Die GBV gilt für alle Mitarbeiter,
nicht nur für IG Metall-Mitglieder, um Missverständnissen vorzubeugen. Siemens
Enterprise kann also bis 30.09.2009 nicht betriebsbedingt kündigen.
Bei einem erneuten Betriebsübergang beispielsweise durch einen Verkauf, geht diese
Nichtkündigungsgarantie als Gesamtbetriebsvereinbarung mit in die neue Firma über.
Auch die neue Firma kann also bis 30.09.2009 nicht betriebsbedingt kündigen. Das
gleiche gilt bei einem sogenannten Share Deal.
Da es sich bei der Nichtkündigungsgarantie um eine Gesamtbetriebsvereinbarung handelt
und nicht um einen Tarifvertrag, würde auch ein Austritt der neuen Firma nach einem
Verkauf aus dem Arbeitgeberverband die Nichtkündigungsgarantie nicht aufheben. Das
gleiche gilt, wenn der neue Arbeitgeber kein Mitglied im Arbeitgeberverband ist.
beE, Abfindung, ATZ und VB
Da die Firma wegen der Nichtkündigungsgarantie nicht betriebsbedingt kündigen kann,
kann sie den Personalabbau nur durch freiwillige Maßnahmen bewerkstelligen. Da es sich
bei der Größenordnung des Personalabbaus um eine Betriebsänderung handelt, muss ein
Interessenausgleich versucht werden, ansonsten haben die Mitarbeiter Anspruch auf
einen Nachteilsausgleich nach §113 BetrVG. Ein Sozialplan ist erzwingbar, ihn wird es
also auf jeden Fall geben. Dieser orientiert sich am üblichen Firmenstandard, der beE,
Abfindungen, ATZ und VB-Regelungen umfasst.
Also keine Panik!
(iw/cr)
InWaChRo-News: Donnerstag, 19.07.07
Enterprise: Stimmungsbild
Nein, wir haben euch nicht vergessen! Ihr solltet uns einfach mitteilen, was in eurem
Bereich passiert, dann können wir die Informationen bewerten, aufbereiten und allen
unseren Lesern zur Verfügung stellen. Wir behandeln selbstverständlich alle E-Mails
vertraulich.
Seit drei Wochen ist die Stimmung in der Siemens Enterprise Communications GmbH & Co. KG
mal wieder auf einem absoluten Tiefpunkt angelangt. Es geht das Gerücht um, dass
drastisch Arbeitsplätze reduziert werden sollen. Dies deckt sich mit der Aussage des
NSN-GBR, über die wir gestern berichtet haben. Den Gerüchten zufolge sollen in der
Hofmannstraße, dem Hauptsitz von Siemens Enterprise, etwa 40 Prozent der Mitarbeiter
abgebaut werden.
„Die Verzweiflung ist groß“, sagte ein Mitarbeiter. Die Kollegen befürchten, dass der
Personalabbau nach einem Verkauf vom Käufer durchgeführt wird. Sie haben Angst,
betriebsbedingt gekündigt zu werden. „Es gibt wenig Hoffnung auf eine neue beE“,
sagte eine Kollegin, „Erstaunlich in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass
offensichtlich in einigen Abteilungen noch Recruiting betrieben wird. Wir Mitarbeiter
würden es begrüßen, wenn die Geschäftsleitung zeitnah über die Situation und die
weiteren Maßnahmen informiert.“
Die Kollegen gehen davon aus, dass Anfang August eine Mitarbeiterveranstaltung
stattfinden wird und erhoffen sich, dass das Management offen mit ihnen spricht.
„Das unverbindliche Blabla der letzten Inforunden war reine Zeitverschwendung“,
klagte ein Kollege, „wieso lässt man die Mitarbeiter so lange im Unklaren?“
(cr/iw)
InWaChRo-News: Mittwoch, 18.07.07
Siemens: Personalabbau bei Enterprise und VDO
Nach Information des NSN-GBR ist bei VDO und Enterprise Networks in nächster Zukunft
Personalabbau geplant. Näheres darüber ist uns jedoch nicht bekannt. Wer etwas
erfährt, möge uns das bitte mitteilen, damit dieses Wissen allen anderen Kollegen
auch zugute kommen kann.
Dies ist in die Überlegung der Mitarbeiter von NSN, VDO und Enterprise, ob sie in eine
beE wechseln wollen oder nicht, mit einzubeziehen, denn die Arbeitssuchenden weisen
alle eine ähnliche (Siemens-) Qualifikation auf. Damit erhöht sich die Konkurrenz um
das vorhandene Arbeitsplatzangebot erheblich. Die Vermittlungschancen in der beE
sinken vor allem für Mitarbeiter ab 40 Jahren weiter.
(iw/cr)
InWaChRo-News: Mittwoch, 20.06.07
Siemens Enterprise: Suche nach Käufern geht weiter
Um die Siemens Enterprise Communications GmbH & Co. KG ist es seit der Ausgliederung
am 1.10.2006 sehr ruhig geworden.
Siemens hat nach wie vor Verkaufsabsichten bzgl. der Siemens Enterprise Communications
GmbH & Co. KG, hat aber Probleme dabei, einen Käufer zu finden. Die Verhandlungen mit
etwa einem Dutzend Kaufinteressenten sind Informationen aus internen Kreisen zufolge
gescheitert. Die Suche nach einem sogenannten "starken Partner" geht laut einem
Kundenrundschreiben der Siemens AG jedoch weiter.
Ein "starker Partner", der nur Geld investiert, dürften nur Private Equity Firmen
sein. Diese Möglichkeit wird aber höchstwahrscheinlich in einer Zerschlagung enden
und wohl die letzte Alternative für Siemens darstellen, da sich Siemens ein zweites
BenQ nicht leisten kann. Es ist daher davon auszugehen, dass der Käufer auch eigene
Produkte mit einbringen, oder Siemens-Produkte ggf. durch andere Produkte ersetzen
wird.
Der TK-Ausrüster Avaya, der auch als potentieller Käufer von Enterprise galt (die
Verkaufsverhandlung bzgl. Enterprise sind damals gescheitert), wurde im kürzlich für
8,2 Mrd. Dollar an Silver Lake und TPG Capital verkauft. Analysten schätzten Avaya mit
seinen rd. 20.000 Mitarbeitern in den USA als zu klein ein, um am Weltmarkt überleben
zu können.
Capital schrieb am 28.9.2006 über Siemens Enterprise:
"Nun stellt sich die Frage, welcher Investor überhaupt bereit ist, das schwierige
Geschäft zu übernehmen. Enterprise Networks leidet unter Umsatzrückgang, einen Verlust
von Marktanteilen und fehlenden Produkten. Um den Unternehmensbereich, der gegen
Konkurrenten wie Cisco, Alcatel oder Avaya bestehen muss, auf Dauer abzusichern, sind
laut einer internen Einschätzung des Vorstands mehr als eine Milliarde Euro
erforderlich."
Wenn man das in Relation zu der Aussage der Analysten über Avaya sieht, gilt das wohl
erst recht für Enterprise, es sei denn, jemand ist bereit, eine Mrd. EUR zu
investieren.
Eine weitere Aufteilung von Enterprise macht aufgrund der Größe unserer Ansicht nach
unternehmerisch keinen Sinn. Wenn Siemens einen Käufer findet, wird der Bereich
sinnvollerweise komplett verkauft. Wenn Siemens Enterprise nicht verkaufen kann,
schätzen wir es als sehr wahrscheinlich ein, dass dann Serviceleistungen an Firmen
wie TietoEnator ausgegliedert werden. Dies wurde mit der EWSD-Entwicklung bereits im
Juli 2006 so gemacht. Die neue Firma stellt dann den Service für bestehende Kunden
sicher.
Siemens hat das Thema Enterprise also nicht vergessen, auch wenn das manchmal so
wirkt. Es wird jedoch sicher erst dann wieder akut, wenn der neue Vorstandsvorsitzende
der Siemens AG, Peter Löscher, in seinem Amt Fuß gefasst hat.
(cr/iw)
InWaChRo-News: Donnerstag, 22.03.07
Siemens Enterprise Chef springt ab
Andreas Bernhardt, Bereichsvorstand von Siemens Enterprise Communications hat bereits
Ende Januar das Unternehmen verlassen, berichtet das Manager Magazin aus informierten
Kreisen. Nun führt Finanzvorstand Reinhard Benditte die Geschäfte. Grund seien
Unstimmigkeiten über die künftige strategische Ausrichtung der kriselnden Siemens-Sparte
gewesen.
(iw)
InWaChRo-News: Montag, 05.02.07
Ausgliederungs- und Verkaufspläne für die 200 Enterprise Mitarbeiter in Österreich vorläufig verhindert
Mit der Musik zu diesem Song von Pop-Sänger Xavier Naidoo zogen am Donnerstag 1.2.2007
rund 1600 österreichische Siemens PSE KollegInnen wie "Gladiatoren" zu ihrer zweiten
großen Betriebsversammlung in's Wiener Kongresszentrum "Austria Center" ein. Unter dem
Motto "Gemeinsam die Zukunft mitgestalten" hatten die PSE-Betriebsräte von Wien, Linz,
Salzburg und Graz ihre 3000 KollegInnen erneut dazu aufgerufen, zusammen Widerstand gegen
ein Filetieren und Verkaufen von Teilen der PSE zu leisten. Die zweite Großveranstaltung
dieser Art mit anschließend geplanten Kampfmaßnahmen verfehlte ihre Wirkung diesmal nicht:
Die Geschäftsleitung wartete in "letzter Minute" mit einem aus Sicht des Betriebsrats
"zumindest diskussionswürdigen" Vorschlag auf. Mit diesem scheinen die Ausgliederungs-
und Verkaufspläne für die 200 Enterprise EntwicklerInnen zum 1.4.2006 vorläufig vom Tisch
zu sein.
Der Kampf des PSE-Betriebsrats und der Kollegen der PSE zeigt, dass mit einem rührigen
Betriebsrat, der bereit ist in die Öffentlichkeit zu treten und sich nicht scheut, die
Postion der Arbeitnehmer konsequent zu vertreten, bereit ist keine faulen Kompromisse zu
machen, sondern nach Lösungen sucht, Entlassungen und Ausgliederungen verhindert werden
können. Dies erinnert ein wenig an München 2002/2003. Heute haben sich die Münchner Betriebsräte
eher der Verschwiegenheitspolitik verschrieben, wie die vielen geheimgehaltenen Dokumente
zu Betriebsvereinbarungen im Rahmen der Com Ausgliederung belegen, darunter auch das
Schweigen des Betriebsrats über eine zugesagte dreijährige Nicht-Kündigungsgarantie im
Rahmen der Tieto Enator Ausgliederung und die nicht sofortige Bekanntgabe, dass der
Stellenabbau 2006 beendet ist.
Die Gesetze und Arbeitgeber waren damals wie heute die gleichen. Man sieht, es kommt
auf die Menschen an. Schweigen, stilles Abwarten, Verhandlungen hinter verschlossenen
Türen, von denen die Belegschaft noch nicht einmal das Ergebnis erfährt, Harmonie nur um
der Harmonie willen war noch nie eine Lösung. Wenn man gute Arbeitsbedingungen möchte,
den Arbeitsplatz erhalten will, muss der Betriebsrat und man selbst dafür eintreten.
Es genügt nicht dies Gewerkschaften und anderen Gruppierungen oder gar dem Arbeitgeber
zu überlassen. Man muss sich informieren und täglich im Betrieb dafür eintreten.
Wir wünschen, den PSE-Betriebsräten und der Belegschaft, das sie ihren Mut behalten.
mehr dazu
(iw)
InWaChRo-News: Donnerstag, 25.01.07
Enterprise: Stellungnahme von Kleinfeld auf der Hauptversammlung
Enterprise wurde von Klaus Kleinfeld auf der Hauptversammlung nur kurz angesprochen.
Siemens sei nach wie vor offen für Partnerschaften und hoffe damit ein schlagkräftiges
Unternehmen bilden zu können. Entscheidend aber sein, dass Siemens zunächst seine
Hauptversammlung zu machen. Es gibt also bei Enterprise nichts Neues. Es ist zu erwarten,
dass Enterprise solange bei Siemens bleibt, bis sich entweder ein wirklich guter Käufer
gefunden hat oder bis sich die Wogen um Siemens wieder geglättet haben. Siemens kann im
Moment keinen weiteres Debakel gebrauchen. Das Image ist zu stark angeschlagen. Das
BenQ-Debakel und die öffentliche Berichterstattung darüber schützt nach wie vor Enterprise.
Kleinfeld hat nochmals ausdrücklich sein Bedauern bzgl. BenQ ausgesprochen und betont, dass
man in Zukunft daraus lernen müsse. Wie Siemens lernt, wird die Zukunft zeigen.
(iw)
InWaChRo-News: Montag, 15.01.07
Enterprise Österreich: Telekom Austria dementiert Übernahmeabsichten
Nach einem Bericht des "WirtschaftsBlatt" beabsichtigte die Telekom Austria die
Übernahme des Teilbereichs Siemens Enterprise Communications (SEC) mit rund 200
Mitarbeitern. Diesen Bericht hat die Telekom Austria heute dementiert: "Es gibt kein
Interesse der Telekom und es hat auch keine Gespräche gegeben. Auch Siemens-Sprecher
Harald Stockbauer dementierte: "Derartige Spekulationen kann ich nicht bestätigen.
Siemens Österreich verfolgt jedoch weiterhin den Plan, den Enterprise-Bereich
auszugliedern, wie es zuvor schon die Siemens AG in Deutschland gemacht hat. Von der
Ausgliederung sollen dann auch 200 Mitarbeiter der PSE betroffen sein, die bisher schon
für die SEC Software entwickelt haben und das auch weiter tun sollen. Dagegen wehrt sich
der PSE-Betriebsrat schon seit Monaten.
Die Zukunft der Siemens Enterprise Communications GmbH & Co. KG in Deutschland ist nach
wie vor ungeklärt.
(cr)
Autoren: Inken Wanzek, Christine Rosenboom
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