Knorr-Bremse




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05.11.07   Knorr-Bremse sucht 100 Ingenieure in München
07.07.07   Freie Stellen bei Knorr-Bremse und viel Arbeit

2006
18.05.06   Knorr-Bremse, Nutzfahrzeuge: Über gute und schlechte Mitarbeiter
26.02.06   Überleitungsvereinbarung zum Betriebsübergang nach IBM
06.02.06   Freibrief: Arbeitszeitregelung
22.01.06   Neue Stelle bei Knorr-Bremse gefunden - und dann das!
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InWaChRo-News: Montag, 05.11.07

Knorr-Bremse sucht 100 Ingenieure in München
Unter anderem für diejenigen, die NSN als beE nutzen wollen, hier ein Hinweis auf freie Ingenieursstellen: Die Knorr-Bremse AG ist ein Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge und arbeitet insbesondere für die Münchner U-Bahn, aber auch für die Deutsche Bahn. „Wir greifen zu ungewöhnlichen Mitteln, weil es immer schwieriger wird, hochqualifizierte Fachkräfte zu werben“, sagte Dr. Raimund Klinkner, der Vorstandsvorsitzende der Knorr-Bremse AG. Deshalb startete Knorr-Bremse eine Werbekampagne und sucht auf diesem Weg auch 100 Ingenieure in München.

Knorr Bremse hat eine wöchentliche Arbeitszeit von 42 Stunden. Die Gleitzeit ist wenig flexibel. Es können maximal 15 Plus-Stunden angesammelt werden. Die Stunden, die über diesen 15 Stunden liegen, werden abgeschnitten. Pro Jahr sind nur 4 Gleitzeittage möglich. Knorr-Bremse ist nicht tarifgebunden, es gibt also keinen Tarifvertrag.
Hier könnt ihr nachlesen, was im Jahr 2006 bei Knorr-Bremse passiert ist.

Leider ist die für den Job Markt eingesetzte Software (SAP E-Recruiting) fehlerhaft. Es kann schon mal passieren, dass eine Stellenausschreibung zwar geöffnet wird, der Text aber nicht angezeigt wird. Gewöhnungsbedürftig ist auch das Handling mit zwei Scrollbars, die man bedienen muss, um die untere Hälfte der Anzeige sehen zu können. Es ist besser, den Internet-Explorer zu benutzen, im Firefox fehlt der zweite Scrollbar, sodass man die untere Hälfte der Stellenausschreibung gar nicht sehen kann. Die Stellenausschreibungen enthalten keinen Hinweis auf die Höhe des Gehaltes.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Samstag, 07.07.07

Freie Stellen bei Knorr-Bremse und viel Arbeit
Die Firma Knorr-Bremse sucht derzeit verstärkt Entwicklungs-, Vertriebs-, Projekt- und Systemingenieure für alle ihre Unternehmensbereiche. Sie hat dazu eine Aktion "Mitarbeiter werben Mitarbeiter" gestartet. Die "Kopfprämie", die ein Mitarbeiter bekommt, liegt bei 2000,- Euro. Dies teilte uns ein Mitarbeiter mit, der bei Knorr-Bremse arbeitet und ein treuer Leser unserer Homepage ist.

Knorr-Bremse ist weltweit der führende Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge. Weitere Geschäftsfelder des Knorr-Bremse Konzerns sind On-Board-Systeme für Schienenfahrzeuge und Drehschwingungsdämpfer.

Wer sich bewirbt, sollte aber wissen, dass seit diesem Jahr die wöchentliche Arbeitszeit 42 Stunden beträgt. Hinzu kommen 45 Minuten Mittagspause. Zuvor waren es 40 Stunden bei 40 Minuten Mittagspause.

Die Gleitzeit bei Knorr-Bremse ist wenig flexibel. Es können maximal 15 Plus-Stunden angesammelt werden. Die Stunden, die über diesen 15 Stunden liegen, werden abgeschnitten. Pro Jahr sind neuerdings nur 4 Gleitzeittage möglich - zuvor waren es noch zwölf. Knorr-Bremse ist nicht tarifgebunden, es gibt also keinen Tarifvertrag.

Gearbeitet wird bei Knorr-Bremse viel. Pro Monat werden von 380 Kolleginnen und Kollegen am Standort München etwas 2.200 unbezahlte, also "freiwillige" Überstunden geleistet. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter im Durchschnitt 44,5 Stunden pro Woche arbeiten. Diese hohe Zahl unbezahlter Überstunden entsteht im Wesentlichen durch die unflexible Gleitzeit. Viele Mitarbeiter lassen sich einfach die Stunden abschneiden und arbeiten somit unbezahlt. Allerdings gibt es auch welche, die dieses Spiel nicht mitspielen. Ihr Argument: Sie wollen gesund bleiben.
(iw)

Do, 18.05.06: Knorr-Bremse, Nutzfahrzeuge: Über gute und schlechte Mitarbeiter
Wie wir am 19.02. und 26.02.06 berichten sollten die Mitarbeiter bei Knorr-Bremse, Nutzfahrzeuge GmbH, einen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben, der eine 42-stündige Wochenarbeitszeit vorsieht und eine nicht näher bestimmte Klausel für eine flexible Arbeitszeitregelung umfasst:

"... mit dieser Vertragsergänzung wird Ihre Arbeitszeit neu geregelt. Ab dem 1. April 2006 beträgt Ihre neu geregelte wöchentliche Arbeitszeit 42 Stunden und ist darüber hinaus mit den betrieblichen Erfordernissen abzustimmen. Es erfolgt keine Anpassung des Entgelts an die neue Arbeitszeit."

Nicht alle Mitarbeiter wollten dieser Änderung ihres Arbeitsvertrag zustimmen. 20 Prozent verweigerten ihre Unterschrift. Diese Mitarbeiter arbeiten unter den alten Vertragsbedingungen weiter. Angereichert ist deren Alltag nun mit Personalgesprächen. Ein Mitarbeiter berichtete uns: "Diese Kollegen bekommen jetzt ‚Einzelmaßnahmen'. Das sind Gespräche mit Vorgesetzten und Personalabteilung, um die Kollegen in die Knie zu zwingen. Letztendlich wird bei diesen ‚Sitzungen' natürlich genötigt - das Übliche halt."

Allein schon die Tatsache, dass der Kollege sagte, "das Übliche halt" deutet auf den sich in leider immer mehr Firmen ausbreitenden Missbrauch von Personalgesprächen mit dem Ziel Freiwilligkeit zu erzwingen hin.

Die Mitarbeiter, die von ihrem Recht Gebrauch machten, die Unterschrift unter den geänderten Arbeitsvertrag zu verweigern, sollen laut einem Geschäftsführer der Knorr-Bremse, Nutzfahrzeuge, von Gehaltserhöhungen ausgeschlossen werden. Auf einer Betriebsversammlung sagte er, dass diese Gehaltserhöhungen weit über der Tariferhöhung liege und nur den Mitarbeitern zukomme, die die geänderten Arbeitsbedingungen akzeptiert hatten. Weitere Details sind bisher den Mitarbeitern nicht bekannt.

Die Betriebsvereinbarung ist nun verabschiedet und enthält folgende Regelungen:
  1. Statt 12 Gleitzeittage für Tarifmitarbeiter gibt es nur noch 4 pro Jahr
  2. Für außertarifliche Mitarbeiter gibt es keine Gleitzeittage mehr.
  3. Statt 40 Minuten Mittagspause sind es jetzt 45 Minuten
Folgende Punkte sind nicht Teil der Vereinbarung geworden:
  1. Samstagsarbeit
  2. Kernarbeitszeiten
  3. Arbeitsbeginn statt 6 Uhr erst 7 Uhr
  4. 1 Stunde Mittagspause
An den abgewendeten Forderungen erkennt man deutlich, dass Knorr-Bremse daran interessiert ist, die Mitarbeiter solange wie möglich im Betrieb zu halten. Die Idee des 19. Jahrhunderts, nur zum Schlafen nach Hause' erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei Arbeitgebern. Damit einher geht natürlich der Gedanke, dass knappe Freizeit noch weniger Zeit und Kraft lässt, sich mit seinen eigenen Rechten, Politik oder gesellschaftlichen Belangen auseinanderzusetzen, die Ausrichtung des Lebens nur noch auf die Firma gerichtet ist.

So definierte die Betriebsleitung nach Auskunft von Kollegen: (iw/ks)

So, 26.02.06: Arbeitszeitregelung bei Knorr-Bremse
Bis Freitag vergangener Woche sollten, wie wir berichteten, die Mitarbeiter bei Knorr-Bremse, Nutzfahrzeuge GmbH, einen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben, der eine 42-stündige Wochenarbeitszeit vorsieht und eine nicht näher bestimmte Klausel für eine flexible Arbeitszeitregelung umfasst: "beträgt Ihre neu geregelte wöchentliche Arbeitszeit 42 Stunden und ist darüber hinaus mit den betrieblichen Erfordernissen abzustimmen."

Mitarbeiter von Knorr-Bremse wollten die unbestimmte Flexibilitätsklausel in ihrem Arbeitsvertrag nicht ohne weiteres hinnehmen. Sie befürchteten, dass daraus allein der Arbeitgeber Vorteile ziehen kann. Auf Nachfragen von Mitarbeitern (IG Metall-Mitglieder) stufte die IG Metall München, diese Klausel als unbedenklich ein und verwies im Übrigen auf den örtlichen Betriebsrat, der sich ebenfalls nicht näher dazu äußern wollte. Die Aussage der IG Metall überzeugte die Kolleginnen und Kollegen jedoch nicht von der Unbedenklichkeit dieser Vertragsklausel. Sie fühlen sich von Betriebsrat und IG Metall im Stich gelassen. Sie fragten daraufhin bei der Personalabteilung von Knorr-Bremse nach. Auf ihre Anfrage erhielten sie bis heute keine Antwort.

Einige Mitarbeiter machten daher vom Vertragsrecht Gebrauch, wiesen das Angebot der Personalabteilung zurück und machten ihr ein neues Angebot. Sie erklärten sich zwar mit den 42 Wochenstunden einverstanden, strichen aber die Flexibilitätsklausel aus dem Vertrag. Rechtlich gesehen, machen sie damit der Personalabteilung ein neues Vertragsangebot, das diese nun annehmen kann oder nicht. Lehnt sie es ab, bleibt der alte Arbeitsvertrag mit niedriger Wochenarbeitszeit gültig.

Wenn die Klausel so unbedenklich ist, wie der 1. Bevollmächtigte der IG Metall München erklärt hat, dann dürfte Knorr-Bremse ja keine Probleme haben, das neue Vertragsangebot der Mitarbeiter zu akzeptieren.

Kleine Exkursion ins Vertragsrecht
Ein Vertrag kommt immer dann zustande, wenn beide Vertragsparteien eine übereinstimmende Willenserklärung abgeben haben und alle wesentlichen Punkte im Vertrag geregelt sind. Die Personalabteilung hat den Mitarbeitern der Knorr-Bremse mit dem neuen Arbeitsvertrag, einschließlich der Öffnungsklausel, ein Angebot gemacht. Dieses kann der Mitarbeiter nun annehmen, ablehnen und abändern. Nimmt er es an, kommt der Vertrag zustande, lehnt er es ab, kommt er nicht zustande und die alten Bedingungen gelten weiter, ändert er es ab, wie hier durch Streichung der Flexibilitätsklausel, macht er der Firma ein neues Vertragsangebot. Dieses kann die Firma nun ihrerseits annehmen, ablehnen oder erneut abändern. Der alte Arbeitsvertrag bleibt solange gültig, bis ein neuer Arbeitsvertrag zustande gekommen ist.

Bei Nicht-Einigung hat der Arbeitgeber hat dann nur noch die Möglichkeit über eine Änderungskündigung die Vertragsänderung durchzusetzen. Dabei muss er allerdings die Bestimmungen des Kündigungsschutzgesetzes beachten, u.a. die soziale Auswahl. In diesem Fall kann der Arbeitnehmer die neuen Arbeitsbedingungen unter Vorbehalt der rechtlichen Klärung annehmen und innerhalb von drei Wochen Klage erheben (§2 KSchG). Gewinnt er den Prozess gelten die alten Arbeitsbedingungen weiter, verliert er ihn gelten die neuen Arbeitsbedingungen. Der Arbeitsplatz ist durch eine Änderungskündigung zu keinem Zeitpunkt gefährdet, wenn die veränderten Vertragsbedingungen unter Vorbehalt angenommen worden sind.
Details dazu hier

(iw)

So, 19.02.06: Freibrief: Arbeitszeitregelung
"... mit dieser Vertragsergänzung wird Ihre Arbeitszeit neu geregelt. Ab dem 1. April 2006 beträgt Ihre neu geregelte wöchentliche Arbeitszeit 42 Stunden und ist darüber hinaus mit den betrieblichen Erfordernissen abzustimmen. Es erfolgt keine Anpassung des Entgelts an die neue Arbeitszeit."

Diesen Zusatzvertrag hielten Ende letzter Woche die Mitarbeiter von Knorr-Bremse, Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH, in der Hand, mit der Aufforderung ihn bis Dienstag, den 21.02.06, zu unterschreiben, kaum Zeit, um sich über die Folgen einer Unterschrift klar zu werden oder gar einen Anwalt aufsuchen zu können. Mitarbeiter von Knorr-Bremse wandten sich daher an NCI.

Die Mitarbeiter haben keinerlei Vorteile von dieser Ergänzung ihres Arbeitsvertrags. Sie müssen für das gleiche Gehalt mehr arbeiten, wenn sie diesen Vertrag unterschreiben. Außerdem beinhaltet der Vertrag eine völlig unspezifizierte Öffnungsklausel bzgl. der Arbeitszeit. Es heißt lediglich, die Arbeitszeit sei darüber hinaus an die betrieblichen Erfordernisse anzupassen. Was Knorr-Bremse darunter versteht bleibt völlig unklar. Es ist zu vermuten, dass Knorr-Bremse nach Unterschrift unter diesen Ergänzungsvertrag von seinen Mitarbeitern fordert, in einer Woche 50 Stunden zu arbeiten und in der nächsten dann nur 34, je nach Bedarf und ohne Überstundenzuschläge. Oder vielleicht auch, dass die Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum ohne Gehaltsausgleich 45 Stunden arbeiten?

Der Vertrag ist zu vergleichen mit einem Scheck, in dem man zunächst die 42 h einträgt, dann aber gleichzeitig dem Arbeitgeber einen Stapel Blankoschecks mitgibt, in die er nach Belieben eine andere Summe eintragen kann.

Zu einem Vertrag gehören immer zwei: hier der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber. Der Arbeitgeber hat keine Möglichkeit, den Mitarbeiter zur Unterschrift zu zwingen. Dieser Ergänzungsvertrag ist ein Angebot, das man annehmen oder ablehnen kann. Attraktiv für den Arbeitnehmer ist dieses Angebot nicht. Wir empfehlen daher, es sich sehr sehr genau zu überlegen, ob man einen solchen Vertrag unterschreibt. Den Arbeitsplatz sichert man garantiert nicht mit dieser Unterschrift, die eigene Ausbeutung dagegen schon.
(iw)

So, 22.01.06: Neue Stelle bei Knorr-Bremse gefunden - und dann das!
Nachdem es eineinhalb Jahre ganz friedlich lief bei Knorr-Bremse zieht leider Ungemach auf. Das Ergebnis der Firma ist auch im zurückliegenden Jahr wieder gigantisch, wir haben das Vorjahresergebnis um Längen geschlagen (+20%)! Zur Belohnung für die geleistete Arbeit will nun die Firma die Wochenarbeitszeit von 40 auf 42h erhöhen - ohne Lohnausgleich versteht sich. Damit schenken wir (3000 MA in Deutschland) dem Unternehmen etwa 270.000 Arbeitsstunden pro Jahr und bauen im Grunde etwa 200 Arbeitsplätze ab. Andernfalls müsse man leider 1800 Arbeitsplätze ins Ausland verlagern! Die Betreibsrat hat keine Chance, das abzublocken, wird auch von der Geschäftsleitung so gut wie gar nicht informiert. Vor etwa 7-8 Jahren lief das mit der Umstellung von 35 auf 40 Stunden ähnlich. Allerdings gab's damals noch einen finanziellen Ausgleich.

Die Mittagspause soll auf 1 Stunde verlängert werden, weil wir sonst zu viel Zeit vertrödeln, heißt es. Der Urlaub soll (optional) von 30 auf 24 Tage gesenkt werden (6 Tage werden ausbezahlt) und die Gleitzeit, die ohnehin vergleichsweise zu anderen Betrieben sehr eingeschränkt ist, soll auf ein Minimum reduziert werden. Statt 12 Gleitzeittage im Jahr soll es nur noch 4 geben. "Gleitzeitguthaben würden wir Mitarbeiter sowieso nur durch Rauchen, Kaffetrinken und Zeitunglesen aufbauen...", erzählte ein Mitarbeiter.

Wir sind alle ziemlich schockiert, nachdem es vor einem Jahr noch eine Lohnerhöhung und anläßlich des 100jährigen Jubiläums 1.000 € extra gab und im Sommer 2005 noch ein wirklich tolles Mitarbeiterfest mit Familienangehörigen gefeiert wurde.

Nach meinem doch sehr guten anfänglichen Gesamteindruck über die Firma bin ich nun doch bitter enttäuscht - diese Maßnahmen entstehen ja ohne wirkliche Not. Aber die Unternehmen holen sich nun alles von den Gewerkschaften zurück, was diese in den zurückliegenden Jahrzehnten erwirkt haben. Das ist eine große Strategie aller Unternehmer im Kollektiv!

Bis zu meiner Rente werde ich wohl wieder Samstags arbeiten, denn 48h/Woche würde ja das Gesetzt durchaus zulassen.
(gm)




Autoren: Inken Wanzek, Christine Rosenboom
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