Vivento Technical Services (VTS)


Eingliederung der Dt. Telekom-Beschäftigungsgesellschaft
in den NSN-Konzern



Aktualisierung
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28.11.07   Management GmbH gegründet
28.11.07   Tarifvertrag und Betriebsvereinbarungen für ein Jahr geschützt
28.11.07   Keine Entlassungen möglich bis Ende 2008
28.11.07   Unterrichtungsschreiben
20.11.07   Resturlaub, Gleitzeitguthaben
20.11.07   Mitarbeiter über Betriebsübergang unterrichtet
07.11.07   Beamte müssen nicht zu einem privaten Dienstleister wechseln
05.11.07   Knorr-Bremse sucht 100 Ingenieure in München
03.11.07    Historie - Wer kommt woher
03.11.07    Nachträglicher Widerspruch gegen den Betriebsübergang zu VTS
26.10.07   Herzlich Willkommen bei NCI
26.10.07   Die Zukunft der Mitarbeiter
26.10.07   Was ist VTS?
26.10.07   Die Zukunft von VTS
26.10.07   Widerspruch gegen Betriebsübergang macht keinen Sinn
26.10.07   Beamte
17.10.07   Kauft NSN die Telekom Beschäftigungsgesellschaft VTS?
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InWaChRo-News: Mittwoch, 28.11.07

NSN-VTS: Management GmbH gegründet
Am 26.11.2007 wurde die Nokia Siemens Networks Services Deutschland Management GmbH unter der Handelsregisternummer HRB 169452 am Amtsgericht München eingetragen. Diese GmbH wird der persönlich haftende Gesellschafter der Nokia Siemens Networks Services Deutschland GmbH & Co. KG sein, in die die VTS-Mitarbeiter übergehen werden. Diese GmbH & Co. KG ist noch nicht im Handelsregister eingetragen. Sitz der Firma ist 81541 München, St.-Martin-Str. 76. Geschäftsführer ist Adolf Wäschenfelder.
(cr)


InWaChRo-News: Mittwoch, 28.11.07

NSN-VTS: Tarifvertrag und Betriebsvereinbarungen für ein Jahr geschützt
Nokia Siemens Networks verhandelt mit ver.di über die Tarifbindung der neuen Firma. Die Mitarbeiter befürchten nun, dass das Ergebnis der Verhandlungen ein Ergänzungstarifvertrag sein könnte, der beispielsweise eine Verlängerung der Arbeitszeit und/oder Gehaltseinbußen beinhalten könnte.

Nach §613a BGB sind bei einem Betriebsübergang die im alten Betrieb geltenden tarifvertraglichen Regelungen für ein Jahr geschützt, es sei denn beim neuen Arbeitgeber existiert bereits ein Tarifvertrag.

Der neue Arbeitgeber ist nicht „Nokia Siemens Networks“, dies ist nur der Name für den Konzern. Der neue Arbeitgeber der VTS-Mitarbeiter wird das Konzern-Unternehmen Nokia Siemens Networks Services Deutschland GmbH & Co. KG sein. Dieses Unternehmen existiert jetzt noch nicht. Ein Unternehmen kann jedoch nur dann einen (Ergänzungs-) Tarifvertrag mit einer Gewerkschaft abschließen, wenn mindestens ein Mitarbeiter des Unternehmens Mitglied dieser Gewerkschaft ist. Die Nokia Siemens Networks Services Deutschland GmbH & Co. KG ist bis zum Übergang jedoch nur eine leere Hülle ohne Mitarbeiter. Folglich kann ein solcher Tarifvertrag vor dem Betriebsübergang nicht wirksam abgeschlossen werden.

Es existiert zum Zeitpunkt des Betriebsübergangs also kein Tarifvertrag beim neuen Arbeitgeber, der den bestehenden verdrängen könnte. Also bleiben die bisherigen tarifvertraglichen Regelungen gemäß §613a BGB für ein Jahr gegen Veränderungen zu Ungunsten der Mitarbeiter geschützt.

Betriebsvereinbarungen können nur zwischen Arbeitgeber und einem bestehenden Betriebsrat abgeschlossen werden. Da die Nokia Siemens Networks Services Deutschland GmbH & Co. KG vor dem Betriebsübergang noch keine Mitarbeiter und damit auch keinen Betriebsrat hat, können auch beim neuen Arbeitgeber keine Betriebsvereinbarungen existieren, die bestehende Betriebsvereinbarungen verdrängen.

Achtung:
Auf keinen Fall einen neuen Arbeitsvertrag mit der Nokia Siemens Networks Services Deutschland GmbH & Co. KG abschließen. Ein neuer Arbeitsvertrag bewirkt nämlich, dass §613a BGB ausgehebelt wird und damit die einjährige Schutzklausel nicht mehr gilt.
(cr/iw)


InWaChRo-News: Mittwoch, 28.11.07

NSN-VTS: Keine Entlassungen möglich bis Ende 2008
Die übergehenden Mitarbeiter befürchten, dass es aufgrund der Verhandlungen zwischen NSN und ver.di nicht nur zur Verschlechterung der Arbeitsbedingungen sondern auch zu Entlassungen kommen könnte.

Der Erwerber, also Nokia Siemens Networks hat sich verpflichtet bis zum 31.12.2008 keine betriebsbedingten Kündigungen und Standortschließungen durchzuführen.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Mittwoch, 28.11.07

NSN-VTS: Unterrichtungsschreiben
Mitarbeiter von VTS fragten, ob ein fehlerhaftes Unterrichtungsschreiben den Betriebsübergang verhindern würde.

Dem ist nicht so. Ist das Unterrichtungsschreiben des Arbeitgebers zu einem Betriebsübergang fehlerhaft, dann beginnt lediglich die einmonatige Widerspruchsfrist gegen den Betriebsübergang nicht zu laufen. Das bedeutet, in diesem Fall kann man dem Betriebsübergang auch noch später widersprechen.

Nimmt der Arbeitnehmer sein Recht auf Widerspruch nicht in Anspruch (weder innerhalb der Frist noch nachträglich), dann entfaltet ein fehlerhaftes Unterrichtungsschreiben keine Rechtsfolgen für den Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
(iw)


InWaChRo-News: Dienstag, 20.11.07

NSN-VTS: Resturlaub, Gleitzeitguthaben
Das Arbeitsverhältnis bei der VTS endet für zu NSN übergehende Mitarbeiter am 31.12.2007. Resturlaub und Gleitzeitguthaben sollten bis zu diesem Zeitpunkt abgebaut sein, da sie sonst verfallen. Sie können nicht in die Nokia Siemens Networks Services Deutschland GmbH & Co. KG mitgenommen werden. Im Unterrichtungsschreiben ist nicht die Rede davon, dass diese Ansprüche ausbezahlt werden.
(iw)


InWaChRo-News: Dienstag, 20.11.07

NSN-VTS: Mitarbeiter über Betriebsübergang unterrichtet
Die Mitarbeiter der VTS wurden am 16.11.2007 über den Betriebsübergang zu Nokia Siemens Networks Services Deutschland GmbH & Co. KG unterrichtet.

Im Unterrichtungsschreiben weist die VTS daraufhin, dass Mitarbeiter im Falle eines Widerspruchs auf ihrem bisherigen Arbeitsplatz nicht weiterbeschäftigt werden können:

"Da der gesamte Geschäftsbetrieb der VTS auf die Nokia Siemens Networks Services Deutschland GmbH & Co. KG übertragen wird, kommt auch keine Beschäftigung auf einem anderen Arbeitsplatz in Frage. Sollten Sie dem Übergang widersprechen, wird die VTS Ihnen gegenüber deshalb eine betriebsbedingte Kündigung aussprechen müssen". Eine Kündigung im Falle des Widerspruchs kommt auch für ältere Mitarbeiter mit besonderem Kündigungsschutz in Betracht, so die VTS.

Nicht beamtete Mitarbeiter, die dem Betriebsübergang widersprechen, müssen also mit einer betriebsbedingten Kündigung rechnen. Diese Mitarbeiter können sich im Falle eines Kündigungsschutzprozesses nicht auf freie Stellen bei der Dt. Telekom AG, T-Mobile oder T-Systems berufen, da diese eigenständige Konzernunternehmen der DTAG sind. Ein Kündigungsschutzprozess gegen eine Kündigung aufgrund eines Widerspruchs ist im Fall dieses Betriebsübergangs nicht zu gewinnen.

Beamtete Mitarbeiter können nicht gekündigt werden. Wenn diese nicht zur Nokia Siemens Networks Services Deutschland GmbH & Co. KG wechseln wollen, sollten sie dies, nach dem Unterrichtungsschreiben, in Form eines Widerspruchs erklären. Die VTS bietet diesen Beamten als Alternative eine Zuweisung zur Nokia Siemens Networks Services Deutschland GmbH & Co. KG an. Damit bleiben sie aktive Beamte der Deutschen Telekom AG und sind mit allen Rechten und Pflichten so gestellt wie die bei der DTAG beschäftigten Beamte. Lediglich die Dienstpflicht ist im Fall der Zuweisung bei Nokia Siemens Networks Services Deutschland GmbH & Co. KG auszuüben.

Die First für einen Widerspruch gegen den Betriebsübergang beginnt am 17.11.2007 zu laufen und endet am 17.12.2007. Widersprechende Mitarbeiter verbleiben bei der VTS GmbH & Co.KG (VTS-Rest). Der Betrieb wird voraussichtlich schließen.
(iw)


InWaChRo-News: Mittwoch, 07.11.07

NSN-VTS: Beamte müssen nicht zu einem privaten Dienstleister wechseln
Im Zuge der Privatisierung von städtischen oder staatlichen Einrichtungen stellt sich die Frage nach dem Status der Beamten. Durch die Übernahme von der Dt. Telkom-Konzerntochter VTS sollen zu NSN auch Beamte übergehen. Die Dt. Telekom ist aus der Privatisierung des Telekommunikationsbereichs der staatlichen Deutschen Bundespost hervorgegangen. Für die beamteten VTS-Mitarbeiter könnte u.U. folgendes Urteil interessant sein:

Das Verwaltungsgericht Wiesbaden und nun auch die nächst höhere Instanz in Kassel, der hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH), haben verneint, dass Beamte in ein privates Unternehmen übergehen müssen, "weil bei dem privaten Dienstleister kein öffentliches Amt ausgeübt werden könne."

Im vorliegenden Fall ging es um die IT-Abteilung der Wiesbadener Stadtverwaltung, von der vor drei Jahren drei Beamte zum IT-Dienstleister Wivertis versetzt worden waren. Wivertis gehört zu 50,1 Prozent Siemens Business Services, den Rest hält die Landeshauptstadt Wiesbaden. Drei Beamte hatten vor Gericht geklagt und vorgetragen, sie seien bei Wivertis gar nicht erwünscht und säßen ohne Arbeit da.

Das Gericht ließ das Berufungsverfahren nicht zu. Auf dieses hatte die Landeshauptstadt gedrängt.

Detlev Bendel (CDU), Wiesbadens Personaldezernent, äußerte sich sehr unzufrieden mit dem Urteil. Damit werde es für Kommunen schwieriger, städtische Abteilungen in private Gesellschaften zu überführen, so Bendel.
(iw)


InWaChRo-News: Samstag, 03.11.07

NSN-VTS: Historie - Wer kommt woher
Aufgrund vieler, teilweise sich widersprechender Zuschriften, haben wir ein wenig in der Historie der Deutschen Telekom geforscht, um Klarheit in die Frage "wer kommt eigentlich woher und warum?" zu bringen.

Die Deutsche Telekom besteht aus den drei Geschäftseinheiten T-Com, T-Mobile International AG & Co. KG und T-Systems Enterprise Services GmbH. Für ihren Personalabbau gründete die Deutsche Telekom die Personal-Service-Agentur, die 2003 in Vivento umbenannt wurde. Zum Personal von Vivento gehörten Mitte 2006 ca. 17.000 Beamte und Angestellte.

300 Mitarbeiter wechselten 2004 von der Networks Projects und Services GmbH in die VTS GmbH & Co. KG. Der Rest dieser Firma ging in der T-Systems auf. Anschließend kamen 1600 Mitarbeiter von der Beschäftigungsgesellschaft Vivento durch Unterzeichnung eines neuen Arbeitsvertrages in die VTS GmbH & Co. KG. Beamten wurde dort ein neuer Arbeitsplatz zugewiesen. Im Jahr 2005 kamen dann weitere 300 Mitarbeiter von der T-Mobile per Betriebsübergang in die VTS GmbH & Co. KG.

Die Vivento-Beschäftigungsgesellschaft wurde aufgeteilt in die Vivento Customer Services (Call-Center-Anbieter) und in die Vivento Technical Services (VTS). Vor Ankündigung des Betriebsübergangs zu NSN wurden Mitarbeiter der VTS aus laufenden Projekten herausgezogen und dem Vivento Customer Services zugeordnet. Zum 1.1.2008 wird der Betriebsübergang der VTS zu NSN stattfinden.

(iw/cr)


InWaChRo-News: Samstag, 03.11.07

NSN-VTS: Nachträglicher Widerspruch gegen den Betriebsübergang zu VTS
Die Betriebsübergänge in die VTS liegen lange zurück. Daher ist es unwahrscheinlich, dass ein nachträglicher Widerspruch gerichtlich durchgesetzt werden kann. Darüber hinaus existiert die Networks Projects und Services GmbH nicht mehr. Die Mitarbeiter, die von dort kommen, haben folglich keine Firma, in die sie zurückkehren könnten. Die Mitarbeiter, die durch Unterzeichnung eines neuen Arbeitsvertrages in die VTS gekommen sind, haben kein Recht auf einen nachträglichen Widerspruch.

Die VTS GmbH & Co. KG fällt als bisheriger Arbeitgeber zum 31.12.2007 weg, da VTS komplett zu NSN übergeht. Nicht verbeamtete Mitarbeiter, die dem Betriebsübergang widersprechen, müssen daher mit einer betriebsbedingten Kündigung rechnen, da der Rest-Betrieb nur noch aus den Widersprüchlern besteht. Eine Rückkehr zur Telekom ist für diese nicht möglich.
(cr/iw)


InWaChRo-News: Samstag, 27.10.07

NSN-VTS: Herzlich Willkommen bei NCI
Nach dem nun offiziell feststeht, dass die Mitarbeiter der Vivento Technical Services (VTS) zum 1. Januar 2008 von der Deutschen Telekom zu NSN per Betriebsübergang nach §613a BGB übergehen, haben sich einige VTS-Mitarbeiter bei uns gemeldet. Es freut uns natürlich, dass unsere Homepage dort bereits bekannt ist.

Deshalb möchten wir alle VTS-Mitarbeiter als Leser unserer NCI-InWaChRo-News begrüßen und hoffen auf eine gute Zusammenarbeit.

Um über das Geschehen in den Betrieben berichten zu können, benötigen wir von Euch Informationen. Informationen sind Mitarbeiterschreiben, Sozialpläne und Interessenausgleich usw., Gerüchte, die im Betrieb so kursieren, und auch Beschreibungen von Stimmungen im Betrieb. All dies setzen wir in Beziehung zueinander, werten es aus und leiten daraus Informationen ab, die für Euch relevant sind. Die Regel ist ganz einfach: Bekommen wir keine Informationen, können wir nicht berichten.

Jeder neue Artikel ist zunächst unter "Aktuelles" zu finden. Später wandert er dann auf die VTS-Seite, die wir für euch noch einrichten werden. Wer also immer auf dem neuesten Stand bleiben will, schaue unter "Aktuelles". Dort findet ihr auch Themen von allgemeinem Interesse und bekommt mit, was in den anderen Bereichen so läuft. Ihr werdet feststellen, dass es überall ziemlich gleich zugeht.
(iw)


InWaChRo-News: Samstag, 27.10.07

NSN-VTS: Die Zukunft der Mitarbeiter
Die Zukunft von NSN-VTS und die der Mitarbeiter ist nicht das Gleiche. Für die Mitarbeiter sind bereits jetzt einschneidende Maßnahmen geplant:

Stellenabbau in Höhe von 70 Prozent zu erwarten
Für die VTS-Mitarbeiter gilt laut NSN-Sprecher Stefan Zuber nach dem Betriebsübergang ein Kündigungsschutz von einem Jahr, also bis zum 31.12.2008. Danach fielen Stellen weg. Das Management hält sich zurzeit noch bedeckt, wie viele Stellen dies sein werden.

Diese lassen sich aber aus der Höhe der geplanten Restrukturierungskosten und durch Vergleich mit den NSN-Restrukturierungskosten hochrechnen. Wir wissen, dass 280 Mio. Restrukturierungskosten für VTS mit seinen 2000 Mitarbeitern vorgesehen sind. NSN sah für den Abbau von 9000 Mitarbeitern 900 Mio. Euro vor, die sich inzwischen auf 1.800 Mio. Euro verdoppelt haben. Daraus ergeben sich Restrukturierungskosten von 100.000 Euro pro Mitarbeiter. Damit können mit 280 Mio. Euro, die für die Restrukturierung von VTS vorgesehen sind, 1400 Mitarbeiter entsorgt werden. Dies entspricht 70 Prozent, also genau dem Prozentsatz der Mitarbeiter, die zurzeit nicht ausgelastet sind.

NSN wird versuchen bei diesem Personalabbau die übergehenden Beamten zu halten, da sie für jeden Beamten, der zur Deutschen Telekom zurückkehrt, 100.000 Euro "Strafe" zahlen müssen.

Auch den VTS-Mitarbeitern raten wir, das eine Jahr Kündigungsschutz zu nutzen, um sich einen neuen Arbeitsplatz zu suchen.

Überschneidungen von NSN und VTS-Aktivitäten
Durch die Konzentration der Service-Dienstleistungen in die NSN-VTS entstehen Überschneidungen zu bestehenden NSN-Service-Abteilungen. Über deren Schicksal ist momentan nichts bekannt. Es ist wahrscheinlich, dass die jetzigen NSN-Service-Aktivitäten in die NSN-VTS überführt werden. Dies könnte durch Betriebsübergang mit anschließendem Stellenabbau erfolgen.

Fünf Jahre Insolvenz gesichert
Von Anfang an soll absolut ergebnisorientiert gearbeitet und im vierten Jahr schwarze Zahlen geschrieben werden. Eine Patronatserklärung von NSN stellt sicher, dass VTS in den ersten fünf Jahren nicht insolvent wird. Diese Insolvenzsicherung zeigt, dass NSN die Mitarbeiter nicht ausschließlich zur Entsorgung übernommen hat. Dies darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Einschnitte für die VTS-Mitarbeiter gravierend sein werden.
(iw)


InWaChRo-News: Samstag, 27.10.07

NSN-VTS: Was ist VTS?
VTS ist Teil der Telekom-Beschäftigungsgesellschaft Vivento, die 2004 gegründet wurde. Die Mitarbeiter wurden nach einem so genannten Clearingverfahren für diese Beschäftigungsgesellschaft ausgesucht. Im Clearingverfahren wurde der Status der Arbeitnehmer festgestellt, offensichtlich nach dem Motto des all bekannten Märchens: "die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen". Dabei bestimmt der Selektierer alleine, wer gut und wer schlecht ist.

Es sollen nun rund 2.000 Mitarbeiter zum 1.1.2008 in eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Nokia Siemens Networks überführt werden. Diese Mitarbeiter sind bereits jetzt nur noch zu 30 Prozent ausgelastet. Nach Angaben der Deutschen Telekom ist die VTS hoch defizitär. Die Verluste würden sich bis 2010 auf ca. 480 Millionen Euro belaufen. VTS errichtet und wartet Fest- und Mobilfunknetze vor allem für die Deutsche Telekom. Kunden von VTS sind beispielsweise O2 und der Kölner DSL-Anbieter NetCologne.

Allen Beteiligten war bei der Gründung der VTS klar, dass hier nicht profitabel gearbeitet werden kann, da die Auftragsvergaben zum Marktpreis nicht zum Gehaltsniveau der ehemaligen Telekommitarbeiter passten. Die Folge: Es werden jährlich ca. 70 bis 80 Mio Euro Verlust erzeugt.

Drei Monate nach Gründung der VTS wurde ihr Status umdefiniert. Es wurde der Slogan ausgegeben: "Wir sind keine Beschäftigungsgesellschaft, sondern haben so profitabel wie möglich zu arbeiten !". Das Management setzte offensichtlich auf Verkauf (und wer kauft schon eine Beschäftigungsgesellschaft). Trotz der Managemententscheidung, profitabel zu arbeiten wurden ganze Teams aus laufenden Produktionsaufgaben der VTS herausgezogen und kurzer Hand in die neu gegründeten T-Servicegesellschaften der Deutschen Telekom versetzt.

Damit war klar: die Telekom zieht aus VTS vor dem Verkauf das heraus, was sie glaubt brauchen zu können, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, ob die VTS in der abgespeckten Zusammensetzung arbeiten kann.

Zum 01.01.2008 geht die VTS in den Nokia Siemens Networks Konzern als eigenständiges neu zu gründendes Unternehmen über.
(iw)


InWaChRo-News: Samstag, 27.10.07

NSN-VTS: Die Zukunft von VTS
"Die derzeitige Auftragslage ist katastrophal bei VTS", sagte uns ein Mitarbeiter der VTS, "der Markt ist lediglich über Telekomvertriebseinheiten für VTS erreichbar, soweit er überhaupt erreichbar ist. Diese Vertriebe orientieren sich zum 01.01.2008 nicht mehr unbedingt an der Nicht-Telekom-Konzerntochter VTS. Bislang war es üblich vor Vergabe der Aufträge bei VTS anzufragen."

Letzen Mittwoch (24.10.07) gab es in Nürnberg eine Informationsveranstaltung für die VTS-Mitarbeiter. Der designierte Geschäftsführer der neu zu gründenden NSN-VTS stellte den Mitarbeitern das Geschäftsmodell vor. Die von NSN bislang an Subunternehmen vergebenen Infrastrukturaufträge sollen in Höhe von 60 Millionen Euro jährlich in die NSN-VTS überführt werden. Weitere Aufträge in Höhe von 60 Mio. Euro jährlich sollen über fünf Jahre von der Deutschen Telekom an NSN vergeben werden. Diese Auftragsgarantie ist vertraglich ausgehandelt.

NSN will durch den VTS-Deal bevorzugter Partner der Telekom für Serviceleistungen bei anstehenden Managed-Services-Projekten werden, das heißt die herstellerunabhängige Wartung, Installation und Inbetriebsetzung von Infrastruktur anbieten. Ferner soll NSN-VTS die Schnittstelle für das Wartungsmanagement und die Systemintegration der Telekom werden.

Nokia Siemens Networks will mit der NSN-VTS Marktführer für ausgelagerte Service-Leistungen in Europa werden. NSN hat nach eigenen Angaben bereits über 160 Verträge für Managed Services und Outsourcing abgeschlossen. Nach Schätzung von NSN wird der Markt für Infrastrukturdienste bis 2010 jährlich um sechs Prozent auf eine Milliarde Euro wachsen. Zugleich gab NSN bekannt, dass mehrere europäische T-Mobile-Landesgesellschaften Infrastruktur im Wert von bis zu 150 Millionen Euro, zum Beispiel für ein "Intelligent Network", bei NSN ordern werden.

Bis Mitte 2008 sollen zwei Gesellschaften gegründet werden, eine Overhead-Gesellschaft und eine Operative Gesellschaft. Die Overhead-Gesellschaft soll laut Management bei Großaufträgen für den reibungslosen Ablauf sorgen und die Aktivitäten der operativen Gesellschaft im Rahmen dieser Großaufträge nutzen und koordinieren. Die Gründung dieser zwei Gesellschaften ist kritisch zu beobachten. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass eine von beiden in eine Entsorgungsgesellschaft umgewandelt wird.
(iw)


InWaChRo-News: Samstag, 27.10.07

NSN-VTS: Widerspruch gegen Betriebsübergang macht keinen Sinn
VTS fällt als bisheriger Arbeitgeber zum 31.12.2007 weg, da VTS komplett zu NSN übergeht. Mitarbeiter, die dem Betriebsübergang widersprechen, müssen daher mit einer betriebsbedingten Kündigung rechnen, da der Rest-Betrieb nur noch aus den Widersprüchlern besteht.
(iw)


InWaChRo-News: Samstag, 27.10.07

NSN-VTS: Beamte
Bei der VTS arbeitende Beamte sind unkündbar und können nur auf freiwilliger Basis durch Beurlaubung, bzw. freiwillige Zuweisung übergehen. Sie können nach dem Übergang auch wieder zur Deutschen Telekom zurückkehren.

NSN muss für jeden Beamten, der zur Deutschen Telekom zurückkehrt, 100.000 Euro an die Deutsche Telekom zahlen.
(iw)


InWaChRo-News: Mittwoch, 17.10.07

NSN: Kauft NSN die Telekom Beschäftigungsgesellschaft VTS?
NSN kauft nach Angaben aus Branchenkreisen die Vivento Technical Services (VTS). In der nächsten Woche solle die Transaktion abschließend vereinbart werden. Weitere Details sind derzeit nicht bekannt. Weder Nokia Oy noch die Siemens AG wollten diese Angaben kommentieren.

VTS ist Teil der Telekom-Beschäftigungsgesellschaft Vivento. VTS errichtet und wartet Fest- und Mobilfunknetze vor allem für die Telekom selbst. Weitere Kunden von VTS sind O2 und der Kölner DSL-Anbieter NetCologne.

Durch diesen Deal sollen rund 2.000 Mitarbeiter zum 1.1.2008 in eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Nokia Siemens Networks überführt werden. Diese Mitarbeiter sind bereits jetzt nur noch zu 30 Prozent ausgelastet.

Die geplanten Restrukturierungskosten in Höhe von 280 Millionen Euro weisen darauf hin, dass in der NSN-VTS GmbH ein erheblicher Personalabbau stattfinden wird, insbesondere da die VTS nach Angaben der Deutschen Telekom hoch defizitär ist. Die Verluste würden sich bis 2010 auf ca. 480 Millionen Euro belaufen. Die Telekom verpflichtet sich zur Zahlung eines Verlust- und Restrukturierungsausgleichs in mehren Teilbeträgen. Im Gegenzug verpflichtet sich die Deutsche Telekom zur Vergabe von Aufträgen in Höhe von 280 Millionen Euro an Nokia Siemens Networks über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Warum übernimmt der NSN-Konzern, der sich gerade selbst sanieren will und mitten im Integrationswirrwarr steckt, einen hoch defizitären Bereich, der nur zu 30 Prozent ausgelastet ist? Warum übernimmt der NSN-Konzern dabei 2.000 weitere Mitarbeiter, obwohl er gerade in Deutschland 2.290 Mitarbeiter mit ähnlichen Profilen abbauen will?

Eigentlich lässt diese Übernahme, die gegen jegliche Vernunft verstößt, offensichtlich nur einen Schluss zu: Die Deutsche Telekom dürfte angekündigt haben, dass sie zur Konkurrenz wechselt, wenn NSN die VTS nicht übernimmt. (iw/cr)




Autoren: Inken Wanzek, Christine Rosenboom
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