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2007 Siemens AG

Ausgliederungen
2007 Joint Venture NSN
        (Com Carrier+Nokia Net)
2006 Com Carrier SN
2006 Siemens Enterprise SEN
2006 EWSD TietoEnator

Stellenabbau
2005 Siemens Stellenabbau
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2008 Siemens Korruptionsaffaire
2007 Siemens Korruptionsaffaire
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2006 Siemens Korruptionsaffaire
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2005 Siemens Datenausspähung
2003 Kündigung I. Wanzek
2003: Siemens Meinungsfreiheit
2003 Ausgrenzung


Im Jahre 2002 wurden bei Siemens in München Hofmannstraße die Entlassung von 2600 Arbeitnehmern angkündigt. Diese Ankündigung schockte die Mitarbeiter. Entlassungen bei Siemens in Deutschland waren bis dahin undenkbar. Dem Betriebsrat in der Münchner Hofmannstraße gelang es, die Meinungsführerschaft im Betrieb zu gewinnen. Die Belegschaft schloss sich zusammen und ein Arbeitskampf, der über vier Jahre dauern sollte begann. Das Mitarbeiternetz NCI gründete sich. Die Kollegen, die mit viel Zusammenhalt und Mut, aber auch großen Ängsten, diese lange Zeit vehemend um ihren Arbeitsplatz kämpften, gewannen schließlich ihre Kündigungsschutzprozesse und sind heute wieder reintegriert. Das Beispiel des NCI ist ein Symbol für erfolgreichen und langandauernden Widerstand geworden. Das Geheimnis: Aufklärung über Rechte und gegenseitige emotionale Unterstützung.

Um den Widerstand zu brechen griff Siemens zu ungesetzlichen Mitteln. Hierbei ist insbesondere die Datenausspähung gegen den Betriebsrat, insbesondere den Betriebsratsvorsitzenden zu erwähnen. Auch die fristlose Kündigung eines führenden NCI Mitglieds soll nicht unerwähnt bleiben. Siemens scheute nicht mit Hilfe der von ihr finanzierten Interessengemeinschaft AUB vor öffentlichen Diffamierungen zurück.

Die Korruptionsaffäre, die Siemens bis heute erschütterte, führte schließlich zur Ablösung des bisherigen Konzernchefs Heinrich von Pierer. Diese wird wohl nicht viel an dem Umgang des Konzerns mit seinen Mitarbeitern ändern.


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Autoren:
Inken Wanzek,
Christine Rosenboom

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Siemens AG 2008


30.05.08   Pierer erneut belastet
28.05.08   Requardt dementiert Zerschlagung von CT
28.05.08   letzte Com-beE
26.05.08   Prozessauftakt in Korruptionsaffäre - Reinhard S. belastet Vorstand
25.05.08   Wireless Modules ausgegliedert
24.05.08   Plant Löscher einen Umbau in eine Holding?
06.05.08   Ausgliederung der IAM-Entwicklung bei MED
02.05.08   Personalabbau in Vertrieb und Verwaltung
28.04.08   Offene Siemens-Stellen hauptsächlich für Hochschulabsolventen
24.04.08   Verkaufsverhandlungen über SHC
15.04.08   VDO: Schließung des Standorts München
20.03.08   EAS soll ausgegliedert werden
19.03.08   SIMEA Österreich: Explosive Stimmung unter den KollegInnen
08.03.08   Verkauf von Wireless Modules
03.03.08   Altersteilzeit auf sechs Jahre verlängert
16.02.08   Conti will 2.000 Stellen bei Siemens VDO abbauen
03.02.08   Siemens-Österreich: Das harte Los der Zeitarbeiter
31.01.08   Löscher stützt Aktienkurs
30.01.08   Wireless Modules wird verkauft
15.01.08   SHC / Enterprise: Siemens räumt auf



InWaChRo-News: Freitag, 30.05.08

Siemens: Pierer erneut belastet
Reinhard Siekaczek sagte vor dem Landgericht München aus, er habe von seinem Vorgesetzen Michael Kutschenreuter eine SMS mit der Nachricht "Von Pierer unterstützt Dich sehr stark" erhalten. Pierer habe, so Siekaczek weiter, nach dem Auftauchen von Verdachtsmomenten eine zentrale Revision verhindert. Auch der spätere Zentralvorstand Thomas Ganswindt sei im Detail eingeweiht gewesen. Dennoch seien die Schmiergeldzahlungen nicht gestoppt worden.

Heinz Keil von Jagemann, einer von rund 300 Beschuldigten, belastete vor Gericht die KPMG schwer. "Die KPMG kannte das Thema", so Jagemann. Den Prüfern seien die Zahlungen regelmäßig aufgefallen, allerdings sei nichts dagegen geschehen. Die Compliance-Abteilung von Siemens sei in das System der Schwarzen Kassen eingeweiht gewesen. Sogar Korruptionsbeauftragte, die heute noch für Siemens tätig sind, wussten von dem System und haben eine Änderung gefordert, nachdem österreichische Banken Informationen über dubiose Geldtransfers verlangt hätten: "Lasst euch etwas anderes einfallen." Daraufhin wurden zunächst die Anteile des Schmiergelds am Auftragswert von zunächst bis zu 30 Prozent verringert. Von etwa 2001 an seinen fragliche Zahlungen von 5 bis 6 Prozent als "sittlich gerechtfertigt" betrachtet worden.

Reinhard Siekaczek hatte bereits Ende 2006 der Staatsanwaltschaft eine Namensliste übergeben, in der er handschriftlich mehr als zwei Dutzend Mitarbeiter und Manager von Siemens aufgeführt hatte, die seiner Ansicht nach über das Korruptionssystem Bescheid wussten. Darunter sind die früheren Bereichsvorstände Hans Walter Bernsau und Michael Kutschenreuter sowie die ehemaligen Leiter der Landesgesellschaft von Nigeria, Eduard Seidel und Klaus-Peter Gilbert.

Jagemann belastete mit seinen Aussagen die früheren Bereichsvorstände der Festnetzsparte ICN. Er nannte Lothar Pauly, den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von Com. Über den heutigen Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser, der von 2001 bis 2004 Bereichsvorstand der Mobilfunksparte ICM war, sagte Jagemann: "Der Kaeser hat nichts unterschrieben. Da werden sie nichts finden."
(iw)


InWaChRo-News: Mittwoch, 28.05.08

Siemens: Requardt dementiert Zerschlagung von CT
Hermann Requardt, im Siemens-Zentralvorstand zuständig unter anderem für die zentrale Forschungsabteilung Corporate Technology, hat sich gestern in einer E-Mail an die CT-Mitarbeiter gewandt. Medien hatten berichtet, die CT befinde sich laut gut informierten Unternehmenskreise derzeit „mitten in der Auflösung“, deren Aufgaben sollen künftig auf die drei Sektoren Industrie, Energie und Gesundheit übertragen werden.

Requardt stellt klar: „Es gibt keinerlei Überlegungen zu einer Zerschlagung oder Auflösung der CT. … Die CT wird eine noch stärkere Rolle im Innovationsnetzwerk des Konzerns einnehmen.“ Weiter sagte Requardt, die CT sei unabdingbar, um den nachhaltigen Erfolg der Siemens AG am Markt sicherzustellen.
(cr)


InWaChRo-News: Mittwoch, 28.05.08

Siemens: letzte Com-beE
Die letzte Com-beE vor der Ausgliederung von Com Carrier und Enterprise aus der Siemens AG startete am 01.08.06 und endet am 31.07.08. Von den damals etwa 350 Kollegen, die in die Münchner beE wechselten, sind bis heute 72 Mitarbeiter (21 Prozent) noch nicht vermittelt. Von diesen nicht vermittelten Kollegen sind 34,7 Prozent Frauen.
(cr)


InWaChRo-News: Montag, 26.05.08

Siemens: Prozessauftakt in Korruptionsaffäre - Reinhard S. belastet Vorstand
Heute begann der erste von 15 Verhandlungstagen im Siemens-Schmiergeldskandal gegen den ehemaligen Siemens-Direktor der damaligen Festnetzsparte ICN, Reinhard S. Der Ex-Manager wird beschuldigt, ein System schwarzer Kassen aufgebaut und geführt zu haben. Die Anklage wirft ihm Untreue in 58 Fällen vor. Die Staatsanwaltschaft wirft S. vor, er habe ein System mit Scheinberaterverträgen genutzt, um dem Konzern so Vorteile bei der Auftragsvergabe im Ausland zu verschaffen.

"Ich sah keine andere Möglichkeit", erklärte S., der von Anfang an kooperativ mit der Staatsanwaltschaft zusammengearbeitet hatte. Er sei damals aufgrund der Rangordnung und als dienstältester Mitarbeiter im Bereich für die Tätigkeit in Frage gekommen. "Man hat mir vertraut", sagte der Angeklagte. Die Anklagepunkte gegen ihn seien "grundsätzlich" zutreffend. Er habe ein neues System aus fingierten Beraterverträgen eingerichtet, nachdem Bestechung im Ausland strafbar wurde und die Behörden auf das Konto in Österreich aufmerksam wurden. Es sei "keine große Kunst" gewesen, dieses zu erfinden.

S. beschuldigte auch an diesem Verhandlungstag den Bereichsvorstand schwer. "Der komplette Bereichsvorstand war natürlich informiert, dass diese Tätigkeit von mir vorgenommen wurde", sagte der 57-jährige vor dem Landgericht München. Schmiergeldzahlungen bei Siemens seien ein offenes Geheimnis gewesen, so S. weiter. "Natürlich war mir und allen bekannt, dass wir Provisionen bezahlen, um Aufträge zu erhalten." Mit den Zahlungen sei aber "sehr diskret" umgegangen worden, nur ein kleiner Kreis sei eingeweiht gewesen.

Den Vorwurf, er habe das Geld "nach Gutsherrenart" verteilt, wies Reinhard S. zurück. Vielmehr habe er sich mit einem anderen Siemens-Manager darüber abgesprochen, wer wie viel Geld bekommen sollte. So habe es bei vereinbarten Provisionszahlungen ein "Grundsatzpapier Provision für Kundenaufträge" gegeben, das jeweils vom technischen und kaufmännischen Regionalleiter unterzeichnet worden sei. Dabei hätten diese häufig nicht auf dem eigentlichen Papier selbst, sondern auf Klebezetteln unterschrieben, die auf das Papier geheftet wurden. "Dieses System diente von Anfang an der Verschleierung", hieß es. Im Falle behördlicher Untersuchungen sollten die Zettel kurzfristig entfernt werden können, damit nicht zu ermitteln sei, wer die Zahlungen tatsächlich veranlasste.

Er und sein damals ihm vorgesetzter Bereichsvorstand seien sich einig gewesen, dass die Zahlungen langfristig eingestellt werden müssten, erklärte der Ex-Manager weiter. S. betonte, dass er zusammen mit dem ehemaligen Finanzvorstand der Sparte Telekommunikation, Michael Kutschenreuter, die Anlage von Reserven für Schmiergeldzahlungen in der Siemens-Sparte sogar deutlich reduziert habe. Die 53 Millionen Euro seien innerhalb von drei Jahren geflossen.
(iw)


InWaChRo-News: Sonntag, 25.05.08

Siemens: Wireless Modules ausgegliedert
Nach dem Verkauf an eine Investorengruppe, zu denen auch T-Venture gehört, wird Siemens Wireless Modules, früher ein Teil von ICM und damit später von auch von Com, als eigenständiges Unternehmen ab 01.06.2008 unter dem Namen „Cinterion Wireless Modules GmbH“ firmieren. Siemens Wireless Modules beschäftigte zuletzt rund 430 Mitarbeiter an den Standorten in München, Berlin und Leipzig, sowie in Polen. Der Bereich entwickelt Kommunikationslösungen auf GSM/GPRS/UMTS-Basis für Messung und Fernüberwachung, Verkehrssysteme, Automotive, Logistik und Flottenmanagement, Handys und Mobilcomputer.

Am 13.03.2008 wurde das neue Unternehmen als WM Wireless Modules GmbH mit Sitz in München, Prannerstr.10, unter der Registernummer HRB 172715 ins Handelsregister am Amtsgericht München eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist „Design, Entwicklung, Vermarktung und Verkauf von elektronischen Modulen, Bauteilen und Anwendungen im Bereich kabelloser Kommunikation, Erbringung damit verbundener Dienstleistungen sowie Erwerb, Halten und Verwaltung von Beteiligungen im In- und Ausland mit einem solchen Gegenstand.“

Am 19.03.2008 wurde der Firmenname in „Cinterion Wireless Modules GmbH“ geändert. Geschäftsführer sind Patrick Richter und Robert Seufert, der außerdem Geschäftsführer der Cinterion Wireless Modules Holding GmbH ist. Unternehmensgegenstand der Holding ist „die Verwaltung von Unternehmen und Unternehmensbeteiligungen im In- und Ausland, die im Bereich der kabellosen Kommunikation und/oder Erbringung damit verbundener Dienstleistungen tätig sind.“
(cr)


InWaChRo-News: Samstag, 24.05.08

Siemens: Plant Löscher einen Umbau in eine Holding?
Siemens-Chef Peter Löscher war noch am 09.05.2008 Gerüchten entgegengetreten, wonach er eine Holding plane und damit möglicherweise eine Aufspaltung des Konzerns. „Eine Holding wird es unter meiner Führung nicht geben“, sagte Löscher laut Nachrichtenmagazin Focus.

Nun wird das Gerücht durch Informationen aus dem Aufsichtsrat neu genährt. So soll die Verantwortung für den Vertrieb in den Landesgesellschaften wieder den drei Großsparten Industrie, Energie und Gesundheit und ihren Abteilungen zugeschlagen werden. Die bereichsübergreifende Vertriebsorganisation, die Klaus Kleinfeld mit dem Programm „Siemens One“ ins Leben gerufen hatte, wird damit wieder aufgegeben. In diesem Zusammenhang wurde in Deutschland bereits ein Computersystem zur Vereinheitlichung der Abläufe im Vertrieb gestoppt. Inzwischen nutzt jeder Sektor wieder seine eigene Software.

Auch die zentrale Forschungsabteilung Corporate Technology, die bisher für die Geschäftsbereiche strategisch wichtige Kerntechnologien entwickelte, befinde sich derzeit „mitten in der Auflösung“, wie gut informierte Unternehmenskreise berichten. Deren Aufgaben sollen künftig ebenfalls auf die drei Sektoren übertragen werden.

Ein Unternehmenskenner kommentierte diese Restrukturierungen der WirtschaftsWoche gegenüber: „Auch wenn das offiziell keiner sagt: Letzten Endes läuft alles darauf hinaus, dass Löscher eine Art Holding baut, unter der die drei Sektoren als weitgehend eigenständige Unternehmen fungieren“. Auf Anfrage der WirtschaftsWoche sagte ein Unternehmenssprecher in München: „Wir haben schon lange kommuniziert, dass die weltunternehmerische Verantwortung bei den Sektoren liegt.“ Dennoch bestehe die Siemens One-Organisation nach wie vor, was freilich nicht heißt, dass sie im Alltagsgeschäft noch eine wichtige Rolle spielt.

Der Ansatz bei „Siemens One“ war, dass die Siemens-Bereiche gemeinsam auf die Kunden zugingen, um bereichsübergreifende Lösungen für bestehende und neue Marktsegmente zu initiieren und anzubieten. Siemens hatte ein breites, innovatives Spektrum an Kompetenzen, das es auf diese Weise aus einer Hand anbieten und zu komplexen Gesamtlösungen zusammenführen konnte. Durch die Einschränkung auf die drei Bereiche Industrie, Energie und Gesundheit werden Cross-Selling-Aktivitäten allerdings eher unwahrscheinlich – jemand, der ein Kraftwerk kauft, braucht nicht unbedingt auch einen Computertomographen oder einen Combino. Es macht also durchaus Sinn, den Vertrieb wieder aufzuspalten und den Bereichen zuzuschlagen. Unsinnig ist es jedoch, wenn die Bereiche bereits vereinheitlichte Computersysteme wieder ad acta legen und jeder Sektor eigene Software einsetzt.

Als bedenklich muss man die Auflösung der CT betrachten. Die zentrale Forschungsabteilung war immer ein Magnet für den akademischen Nachwuchs, der ständig zahlreiche Diplomanten und Werkstudenten an die internen Problemstellungen der unterschiedlichsten Bereiche bei Siemens heranführte. Den besonderen Charme für die Mitarbeiter machte die Möglichkeit aus, für die unterschiedlichsten Auftraggeber in den unterschiedlichsten Thematiken zu arbeiten. Der Nutzen für die Bereiche bestand in einer sich gegenseitig befruchtenden Zusammenarbeit zwischen den Bereichen.
(cr)


InWaChRo-News: Dienstag, 06.05.08

Siemens: Ausgliederung der IAM-Entwicklung bei MED
Jetzt beginnt das Outsourcing-Karussell sich also auch bei Siemens Med zu drehen. Siemens gliedert im Gesundheitswesen, das zum Kerngeschäft gehört, aus. Betroffen ist die Entwicklung einschließlich Produktmanagement und Systemtest des Geschäftszweiges Healthcare GS SEC IAM am Standort München Perlach aus. Am 01.06.2008 sollen die 37 Mitarbeiter per Betriebsübergang nach §613a BGB zur PSE Deutschland mit Sitz in Hamburg ausgegliedert werden.

Siemens begründet diese Ausgliederung mit mangelnder Wettbewerbsfähigkeit dieses Geschäftszweiges. Dieser könne nicht gegen die größten Wettbewerber Bestand haben. Durch die Eingliederung in die PSE Deutschland soll die IAM-Entwicklung wettbewerbsfähig werden. Woraus dies resultieren soll, bleibt unklar.

Die PSE ist in der Auftragsentwicklung tätig und steht mit dieser in starker Konkurrenz zu Firmen wie TietoEnator, Wipro, TATA und anderen Unternehmen, die auf diesen Markt drängen. Aus Wettbewerbsgründen ist die PSE gezwungen, eine Mischkalkulation zu machen, in der billige östliche Arbeitnehmer eine große Rolle spielen. Daher gibt es bei der PSE immer wieder Stellenabbau.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Freitag, 02.05.08

Siemens: Personalabbau in Vertrieb und Verwaltung
Siemens beabsichtigt, 10 Prozent ihrer SG&A-Kosten bis zum Jahr 2010 zu senken. Das entspricht einer Kostenreduzierung um 1,2 Mrd EUR von 12,1 Mrd EUR im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/07 auf 10,9 Mrd EUR im Geschäftsjahr 2009/10. Dabei sollen die Vertriebskosten um 6 Prozent und die allgemeinen Verwaltungskosten um 22 Prozent gesenkt werden.

Der Vorstandsvorsitzende Peter Löscher kündigte am Mittwoch an, Siemens wolle bis 2010 rund 1,2 Milliarden Euro im Vertrieb und in der Verwaltung sparen. "Dort wird es ganz klar auch zu Personalabbau kommen", sagte er, ohne die Höhe des Stellenabbaus kommentieren zu wollen. Nach Angaben des Finanzvorstands Joe Kaeser soll der Großteil der Restrukturierungskosten noch im laufenden Geschäftsjahr verbucht werden.

Wenn man zugrunde legt, dass NSN 1,5 Mrd. Euro durch den Abbau von 9.000 Arbeitsplätzen einsparen will, dann kann man aus den gegebenen Zahlen die voraussichtliche Höhe des Personalabbaus bei Siemens aus folgenden Gleichungen errechnen:

6% * V + 22% * AV = 1,21 Mrd. Euro
V + AV = 12,1 Mrd. Euro
Wobei V = Vertriebskosten und AV = allgemeine Verwaltungskosten sind.

Insgesamt ergibt sich ein voraussichtlicher Abbau von etwa 7.200 Mitarbeitern. Davon entfallen ca. 5.400 auf den Vertrieb und etwa 1.800 auf die Verwaltung.
(cr)


InWaChRo-News: Montag, 28.04.08

Offene Siemens-Stellen hauptsächlich für Hochschulabsolventen
Siemens-Personalvorstand Siegfried Russwurm erklärte der Deutschen Presse-Agentur dpa in München, gegenwärtig gebe es etwa 3200 offene Stellen im Konzern. Etwa 80 Prozent davon seien für Hochschulabsolventen vorgesehen, und von diesen wiederum ebenfalls 80 Prozent für ausgebildete Ingenieure in den Bereichen Energie und Industrie, wie beispielsweise Maschinenbauer und Thermodynamiker.

Dies bedeutet, dass lediglich 640 offene Stellen im Siemens Konzern für erfahrene Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Die Kollegen, die in eine beE wechseln sollten sich von der hohen Zahl der offenen Stellen bei Siemens also nicht blenden lassen. Insbesondere, wenn sie schon älter sind, werden sie voraussichtlich nicht mehr bei Siemens unterkommen.
(cr)


InWaChRo-News: Donnerstag, 24.04.08

Siemens: Verkaufsverhandlungen über SHC
Der Verkauf der Siemens Home and Office Communication Devices (SHC) könnte schon Ende Mai anstehen. Mindestens drei potenzielle Käufer prüfen nach Informationen des Manager Magazins derzeit eine Übernahme des Herstellers von Schnurlostelefonen der Marke Gigaset, darunter das Starnberger Private-Equity-Haus Arques und der US-Investor Sun Capital.

SHC war am 1.10.2005 gleichzeitig mit Siemens Mobile (BenQ) aus Com herausgelöst und ausgegliedert worden. SHC erwirtschaftete zuletzt bei einem Umsatz von 790 Mio. Euro einen Gewinn von 13 Mio. Euro. SHC leidet schon seit Jahren trotz weltmarktführender Position unter rückläufigem Geschäft.
(cr)


InWaChRo-News: Dienstag, 15.04.08

VDO: Schließung des Standorts München
Continental, der neue Eigentümer von Siemens VDO, hat vor einigen Wochen angekündigt, den VDO-Standort in München Perlach mit circa 60 Mitarbeitern bis spätestens 30.09.2008 zu schließen. Um den Abbauprozess zu beschleunigen, wurden nach und nach die Aufgaben vom Standort abgezogen.

Im Mai 2002 wechselten im Rahmen des damaligen Abbauprogramms „New Placement“ etwa einhundert ICN-Kollegen zur VDO und arbeiteten zunächst in München Hofmannstraße weiter. Ein Jahr später sollten sie nach Regensburg versetzt werden. Daraus wurde jedoch nichts, die Kollegen zogen 2003 an ihren heutigen Standort München Perlach um.
(cr/iw)


InWaChRo-News: Donnerstag, 20.03.08

Siemens: EAS soll ausgegliedert werden
Siemens will den Geschäftsbereich Electronics Assembly Systems (EAS) zum 1.10.2008 ausgliedern. Anschließend soll EAS verkauft oder in ein Joint Venture eingebracht werden. Bei EAS werden Bestückautomaten für Elektronik-Komponenten und Leiterplatten hergestellt. Betroffen von der Ausgliederung sind 2.100 Mitarbeiter.

Das EAS-Geschäft ist laut Siemens "sehr maschinenbaulastig" und habe "nur wenige Berührungspunkte mit den Produkt- und Systemgeschäften in der Siemens-Automatisierung".

Bei Heise-online kommentierte ein Leser „Der Letzte macht das Licht bei Siemens aus“. Danny konterte: „Ich glaube nicht das ‚Licht aus machen’ zum Kerngeschäft bei Siemens gehört... denke das muss dann ein externes, darauf spezialisiertes Unternehmen machen...“
(cr)


InWaChRo-News: Mittwoch, 19.03.08

SIMEA Österreich: Explosive Stimmung unter den KollegInnen
Auf einer Informationsveranstaltung der SIMEA (Siemens Industrial Manufacturing, Engineering and Applications) - ein Bereich der Siemens AG Österreich - wurde den KollegInnen am 6.3.2008 von der Geschäftsleitung mitgeteilt, dass fast alle Teile von SIMEA nicht in Löschers neue Siemens-Sektoren Industrie, Energie, Medizin hineinpassen und daher verkauft werden. Die Stimmung bei den KollegInnen war dementsprechend explosiv wie ein Teilnehmer der Versammlung berichtet.
(fw)


InWaChRo-News: Samstag, 08.03.08

Siemens: Verkauf von Wireless Modules
Siemens hat den Verkauf des Bereiches Wireless Modules an den Private Equity Investor Granville Baird und den T-Mobile Venture Fund angekündigt. Der Erwerb soll im Rahmen einer fremdkapitalfinanzierten Unternehmensübernahme (Leveraged Buy-Outs) erfolgen und vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Behörden im zweiten Quartal dieses Jahres abgeschlossen sein. Der T-Mobile Venture Fund wird an der künftigen Gesellschaft einen Minderheitsanteil halten. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Betroffen von diesem Betriebsübergang sind etwa 400 Mitarbeiter.
(cr)


InWaChRo-News: Montag, 03.03.08

Siemens/NSN: Altersteilzeit auf sechs Jahre verlängert
Die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre machte eine Anpassung der Altersteilzeitregelung erforderlich. Der frühest mögliche Rentenbeginn liegt nun bei 63 Jahren. Vorraussetzung für eine Rente mit 63 sind jedoch 35 Versicherungsjahre.

Erfüllt ein Mitarbeiter diese Voraussetzungen kann er Altersteilzeit in Anspruch nehmen. Altersteilzeit muss zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer einvernehmlich vereinbart werden. Der Arbeitnehmer hat keinen Rechtsanspruch darauf, es sei denn dies ist in einer Betriebsvereinbarung, z.B. in einem IA/SP, anders geregelt.

Jahrgänge 1951 und 1952
Mitarbeiter, die 1951 oder 1952 geboren sind, können nach der Neuregelung im Jahr 2008 bzw. 2009 eine Altersteilzeit mit einer Laufzeit von 6 Jahren in Anspruch nehmen. Dies gilt für Neuabschlüsse ab dem 01.01.2008.

Die verlängerte Vertragsdauer gilt nur, wenn der Vertrag bis spätestens 30.09.2008 unterzeichnet wird.

Die Abfindungsregelung wird entsprechend angepasst.
"Endet das Arbeitsverhältnis mit Vollendung des 63. Lebensjahres, erhält der Mitarbeiter bei Ausscheiden eine Abfindung in Höhe von € 230,-- x 24 Monate (€ 5.520,--)."

Jahrgänge 1949 und 1950
Darüber hinaus können Arbeitgeber und örtlicher Betriebsrat vereinbaren, dass für die Jahrgänge 1949 und 1950 die Laufzeit des Altersteilzeitvertrags bis längstens zur Vollendung des 64. Lebensjahres festgelegt wird. Auch dies gilt - wenn die Betriebsvereinbarung abgeschlossen ist - für Neuverträge ab dem 01.01.2008. Auch hier muss der Altersteilzeitvertrag bis spätestens 30.09.2008 unterzeichnet sein.

Vereinbaren die Betriebsparteien eine Verlängerung der Altersteilzeit auf 64 Jahre für die Jahrgänge 1949 und 1950, dann vermindert sich die Abfindung für jeden vollen Monat des späteren Ausscheidens um 1/24. Endet das Arbeitsverhältnis mit Vollendung des 64. Lebensjahres, erhält der Mitarbeiter bei Ausscheiden eine Abfindung in Höhe von € 230,-- x 12 Monate (€ 2.760,--)."

Interessierte Mitarbeiter sollten auf ihren Betriebsrat zugehen und nach einer örtlichen Betriebsvereinbarung fragen, damit der Betriebsrat diese lokale Betriebsvereinbarung verhandelt.

Für wen gilt die Neuregelung?
Die Neuregelung der Altersteilzeit gilt für die Mitarbeiter der Siemens AG. Eine entsprechende Gesamtbetriebsvereinbarung liegt bereits vor.

Die Nokia Siemens Networks GmbH & Co. KG wird diese Regelung übernehmen. Die entsprechende Gesamtbetriebsvereinbarung liegt noch nicht vor. Sie wird aber gleich lautende Bestimmungen wie die Regelung bei der Siemens AG enthalten

Diese Regelung gilt zunächst nicht für Siemens Enterprise Networks GmbH & Co. KG, denn SEN ist kein Teil der Siemens AG. Hier sollten die Mitarbeiter beim Betriebsrat nachfragen, ob auch SEN diese Regelung übernehmen wird.
(iw)


InWaChRo-News: Samstag, 16.02.08

VDO: Conti will 2.000 Stellen bei Siemens VDO abbauen
Continental hatte im Sommer 2007 Siemens VDO für 11,4 Mrd. Euro übernommen. Vor der Übernahme plante Siemens, 500 bis 600 Stellen abzubauen. Diesen Abbau will Conti nun übernehmen, schreibt die "Financial Times Deutschland" (FTD - Freitagausgabe) unter Berufung auf das Konzernumfeld. Conti scheint diese Abbauzahl jedoch nicht zu genügen. Es sollen weitere 1.500 Arbeitsplätze entfallen. Ein Conti-Sprecher wollte das laut FTD nicht kommentieren. Der Wirtschaftsausschuss von Conti soll über die Pläne nach der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag unterrichtet werden.

Wie alle Konzerne will Conti gerichtliche Auseinandersetzungen über betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Es davon auszugehen, dass auch Conti überwiegend Mitarbeiter über 40 Jahre ansprechen wird und der Abbau über Aufhebungsverträge mit und ohne Beschäftigungsgesellschaft oder Ausgliederungen erfolgen wird. Vergangenen Sommer hatte Konzernchef Manfred Wennemer bereits angekündigt: "Natürlich werden wir uns Standorte anschauen und sehen, ob wir zu viele haben". Man muss daher auch mit Standortzusammenlegungen und Betriebsschließungen rechnen.

Gleichzeitig plant Continental in einigen Geschäftszweigen Personal aufzustocken. Das weist darauf hin, dass Conti die ehemalige Siemens Belegschaft zumindest teilweise auswechseln will.

Fast täglich erreichen uns Meldungen über massiven Stellenabbau in Konzernen. Insgesamt stehen tausende von Arbeitsplätzen zur Disposition. Jeder dieser Mitarbeiter hat Hoffnung, einen neuen Job zu finden. Laut Unternehmensberater Egon Kreutzer entfallen pro Tag durchschnittlich 2364 Arbeitsplätze in Deutschland (gerechnet über zwei Jahre). Wir fragen uns, wo sollen alle die Mitarbeiter, die in eine Beschäftigungsgesellschaft wechseln oder vor kurzem gewechselt haben, einen neuen Arbeitsplatz finden.
(cr)


InWaChRo-News: Sonntag, 03.02.08

Siemens-Österreich: Das harte Los der Zeitarbeiter
Früher wurden Mitarbeiter bei der Siemens AG in Österreich direkt angestellt. Heute wird auf die Zeitarbeitsfirma SPDL (Siemens Personal-Dienstleistungen GmbH & Co. KG) zurückgegriffen. Die SPDL wurde vor zehn Jahren eigens zu diesem Zweck gegründet.

Den bei SPDL angestellten KollegInnen wurde Hoffnung gemacht, bald in die AG übernommen zu werden. Das geschah auch in einigen Fällen. Viele warten aber seit Jahren vergeblich darauf - im Gegenteil: Die SPDL kündigte ihre Mitarbeiter sofort, wenn Siemens die von ihnen ausgeliehenen Mitarbeiter nicht mehr beschäftigen wollte.

So willigten viele in "einvernehmliche Lösungen" ohne Sozialplan ein oder kündigten selbst. Auf diese Weise verloren bei den großen Personalabbauwellen in der PSE der Jahre 2003 und 2007 'zig KollegInnen der SPDL schon vor den PSE-KollegInnen ihren Arbeitsplatz. Die SPDL nennt das "Zeitarbeit mit Niveau".
mehr dazu
(iw)


InWaChRo-News: Donnerstag, 31.01.08

Siemens: Löscher stützt Aktienkurs
"Als Ausdruck meiner persönlichen Überzeugung von der Stärke und der weiteren Entwicklung unseres Unternehmens habe ich heute mit meinem privaten Vermögen 50 000 Siemens-Aktien erworben", sagte Löscher am Montag.

„Herr Löscher kauft mal so nebenbei für 4.000.000 Siemens Aktien. Ich arbeite als Dipl.-Ing. mit Universitätsabschluss für diese Firma. Insgesamt 133 Jahre lang müsste ich arbeiten um so viel Geld zu verdienen. Sind die Arbeitnehmer zu bescheiden?“ fragte ein Siemens-Kollege.

Löscher zahlte laut Unternehmensangaben 81,56 Euro je Aktie. Seit Montag ist der Kurs auf 86,18 Euro gestiegen. Löscher hat also in den vergangenen drei Tagen 231.000 Euro mit diesen Aktien verdient.

Kollege, streng dich an, dafür musst du weitere vier Jahre arbeiten!
(cr/iw)


InWaChRo-News: Mittwoch, 30.01.08

Siemens: Wireless Modules wird verkauft
Der Geschäftsbereich Wireless Modules wurde am 01.08.2006 aus Siemens Com herausgelöst und anschließend in den Bereich A&D (Automation & Drives) eingegliedert. Nun steht ein Verkauf des Bereiches Wireless Modules nach uns vorliegenden Informationen unmittelbar bevor. Betroffen von diesem Verkauf sind etwas mehr als 400 Mitarbeiter in München und Berlin.
(cr)


InWaChRo-News: Dienstag, 15.01.08

SHC / Enterprise: Siemens räumt auf
Der Siemens-Konzern will unter den zusammenhanglos im Konzern stehenden Sparten aufräumen. Dabei wolle man die "sonstigen operativen Aktivitäten" entweder in die neu gebildeten Bereiche eingliedern, schließen oder verkaufen, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Präsentation von Finanzchef Joe Kaeser. Damit dürfte auch Enterprise wieder im Fokus der Siemens AG stehen.

Die Gigaset-Sparte Siemens Home and Office Communication Devices GmbH & Co. KG (SHC) dürfte dann geschlossen oder verkauft werden, da deren Produkte überhaupt nicht mehr in das Siemens-Portfolio passen. SHC war am 1.10.2005 gleichzeitig mit Siemens Mobile (BenQ) aus Com herausgelöst und ausgegliedert worden. SHC erwirtschaftete zuletzt bei einem Umsatz von 790 Mio. Euro einen Gewinn von 13 Mio. Euro.

Im Mai 2006 war Siemens noch stolz auf seine Entwickler bei SHC. Die auf der britischen Insel einflussreiche Zeitung ‚Which?' - das Pendent zur deutschen Zeitschrift 'Test' hat kürzlich ein Siemens Modell zu einem der besten Geräte für Vieltelefonierer gekürt.
(cr/iw)