Artikel: Mai 2006
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Mi, 31.05.06: Verhandlungen zu Stellenabbau bei Com kurz vor dem Abschluss
Die Mitteilung überrascht die Belegschaft und örtlichen Betriebsräte. Hieß es doch noch
gestern die Verhandlungen zum Stellenabbau bei Com hätten noch gar nicht begonnen. Es
seien noch alle Optionen offen. Heute meldet die ‚Welt' und weitere einschlägige
Tageszeitungen, dass die Verhandlungen über den Abbau von 1200 Arbeitsplätzen bei Com
nächste Woche zum Abschluss kommen sollen. Die Tageszeitung ‚die Welt' beruft sich dabei
auf Informationen aus dem Kreis der Verhandlungspartner.
Der Gesamtbetriebsrat geht mit der Forderung, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten,
in die nächste Verhandlungsrunde und erwartet außerdem ein klares Bekenntnis des Vorstands
zu Com und das Offenlegen einer tragfähigen Strategie für diesen krisengeschüttelten Bereich.
Doch ob dem GBR eine tragfähige Strategie vorgelegt wird, ist mehr als zweifelhaft.
Stattdessen hat der Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld weitere Belastungen für Com
angekündigt. Der Jobabbau könnte noch höher ausfallen als geplant, schreibt die Welt
unter Berufung auf Unternehmenskreise.
Thomas Ganswindt zuständig für Com gerät im Zentralvorstand mit seiner Strategie
zunehmend unter Kritik. Es mangele an konkreten Zielen, etwa Plänen für neue Produkte,
heißt es. Ein externer Prüfer habe zudem die Qualität von Einnahmen- und Ausgabenkalkulation
kritisiert. Damit dürfte auch die Position von Heinrich von Pierer weiter geschwächt sein.
Neigt sich das Blatt zu Kleinfeld und damit zu einem knallharten Kurs für Com?
FAZ-Net
Finanznachrichten
Manager Magazin
Aktienresearch
(iw)
Mi, 31.05.06: Neue beE-Berichte
Neue beE Berichte
"Meine Definition für beE"
"Überlegt es Euch genau"
"Die Beratung durch die beE fand ich gut"
(iw)
Di, 30.05.06: Die Freiheit der Wahl
Zuerst waren unter dem Druck des Arbeitgebers 91 Prozent der SAP Belegschaft in Walldorf und St.
Leon Rot gegen die Wahl eines Betriebsrats. Dann wagten sich drei Mitarbeiter vor das
Arbeitsgericht, um von ihrem Recht, verbrieft in §17 IV BetrVG, Gebrauch zu machen. Sie
stellten beim Arbeitsgericht Mannheim den Antrag, einen Wahlvorstand für die Betriebsratswahl
zu bestellen. Damit lösten sie eine heftige und kontroverse Diskussion aus, die nicht nur die
SAP Belegschaft beschäftigte, sondern Wellen bis in die Politik schlugen. Die FDP bereitete
einen Gesetzesantrag zur Änderung des Betriebsverfassungsgesetzes vor, mit dem Ziel, die
Installation eines Betriebsrats vor größere Hürden zu stellen als die Wahl zum Deutschen
Bundestag. Der Flügelschlag eines Schmetterlings hat einen Orkan ausgelöst.
Heute ist der Befreiungsschlag gelungen. Das Interesse in der SAP Belegschaft am Betriebsrat
ist groß. Es bewerben sich über zehn Listen. Auf diesen kandidieren sage und schreibe ca.
400 Kandidaten. Niemand hatte das erwartet. Das Betriebsratsamt genießt jetzt in der
bundesweiten Belegschaft der SAP AG viel Sympathie.
An dem Beispiel der BR-Wahl bei SAP sieht man zweierlei: Man sollte den Mut zum Handeln haben,
sein Recht in Anspruch nehmen, wenn man von einer Sache überzeugt ist, auch wenn 99% dagegen
sind. Zum anderen zeigt gerade das Geschehen bei SAP, dass Einzelne viel bewegen können. Hätte
es diese drei Mitarbeiter nicht gegeben, hätten sie gesagt, uns ist das Risiko zu hoch, es ist
sowieso alles aussichtslos, dann hätte es keine Diskussion in der SAP-Belegschaft und in
politischen Kreisen gegeben, kein Auseinandersetzen mit den eigenen Rechten, keine Wahl, die
zum Ausdruck bringt: Wir wollen die Rechte, die wir haben, nutzen.
Diese freie Wahl findet bei SAP am 21.Juni 2006 statt.
Bericht bei IG Metall Heidelberg
Die Homepage der Liste 'Pro Betriebsrat'
(iw)
Di, 30.05.06: 'Ja' und 'Nein', Wörter die Freiheit brauchen
Manchen mag der Bericht über die
Personalentwicklung am Standort München
Hofmannstraße erschreckt haben. Uns ehrlich gesagt auch.
Siemens hat seit 2003 nicht mehr gekündigt. Der Grund: Ein wohl überlegtes
und freies Nein, vielfach gesprochen. Es mündete in den erfolgreichen
Widerstand, den NCI zusammen mit dem damaligen Betriebsrat Mch H unter
Anwendung der Arbeitnehmerrechte geführt hat. Dieses ‚Nein' zu den Angeboten
der Siemens AG hat gezeigt, dass es für Siemens nicht so einfach ist, die
Mitarbeiter zu kündigen, die sie abbauen will, wenn eine Sozialauswahl zu
tätigen ist, passende offene Stellen im Unternehmen vorhanden sind, und
nicht erkennbar ist, warum durch eine unternehmerische Entscheidung genau
dieser Arbeitsplatz weggefallen ist. Das Kündigungsschutzgesetz, das soziale
Aspekte in den Mittelpunkt stellt, steht gegen die Einstufung des Menschen
als problemlos funktionierendes Maschinenteil. Und das ist gut so.
Man muss berücksichtigen, dass ein Teil des massiven Abbaus in der
Hofmannstraße darauf zurückzuführen ist, dass größere Verschiebungen von
Mitarbeitern in andere Standorte (Mch P und Mch MGA) stattgefunden haben.
Aber der Grund dieser Verschiebungen war, dass an diesen Standorten
unerfahrenere bzw. AUB-geführte Betriebsräte waren. Der größte Teil der
Versetzungen wurde zur AUB-geführten Betriebsratseinheit Mch P durchgeführt.
Siemens rechnete damit, an diesen Standorten leichter abbauen, leichter ein ‚Ja'
bekommen zu können. Der von Siemens in Mch H nicht zu realisierende Personalabbau wurde
dort dann versucht und teilweise leider auch erreicht, denn die Betriebsvereinbarungen 2005
ließen die Kündigungsmodalitäten völlig offen, auch beim Abbau in der Hofmannstraße. Das
erschwerte das "Nein".
Zum Personalabbau ohne Kündigungen in Mch H und den anderen Standorten konnte es nur kommen,
da die Mitarbeiter zu den "Freiwilligkeitsaktionen" nicht ‚Nein' gesagt haben. "Ja" und "Nein"
an sich sind wert neutral, dann wenn der Mensch, der eines dieser Worte spricht, es aus freiem
Willen tut und nicht gebeugt wurde. Die Frage stellt sich nun, war es tatsächlich immer die
freie Willensentscheidung des Mitarbeiters, Siemens zu verlassen oder spielte die Angst vor
Kündigung, Mobbing durch Vorgesetzte, Druckgespräche in der Personalabteilung die treibende
Rolle? Oder war es einfach Unwissenheit? Für viele sicherlich, vor allem dann, wenn sie isoliert
und auf sich alleine gestellt sind. Deswegen haben wir NCI gegründet.
Ein ‚Ja' oder ‚Nein', die Unterschrift, die dies ausdrückt, sollte wirklich freiwillig erfolgen
und der Schritt gut durchdacht sein. Damit ihr dies einschätzen könnt, klickt mal
hier.
Lasst Euch nicht aus Angst zur Freiwilligkeit zwingen. Fördert nicht den Personalabbau und
den Verlust Eurer Existenzgrundlage, indem Ihr Euch nicht traut zu freiwilligen Angeboten
"Nein" zu sagen. Betrachtet eure rechtliche Position mit Hilfe von Anwälten und der
Unterstützung durch NCI rational. Und geht dann den Weg, der die besten Chancen bietet,
einen Arbeitsplatz zu erhalten, vorausgesetzt Ihr braucht einen Arbeitsplatz.
Wenn Ihr Euch die Zeit nehmt, Eure Rechte kennen zu lernen, Euch zu solidarisieren, damit
niemand alleine ist, den Mut habt, "nein" zu sagen, wo ihr nein sagen wollt, "ja" zu sagen,
wo es Eurem Willen entspricht, Eure Rechte anwendet, dann ist es wahrscheinlicher, dass Siemens
Lösungen sucht, die auch die Bedürfnisse der Mitarbeiter berücksichtigen.
Die kürzesten Wörter, nämlich ja und nein, erfordern das meiste Nachdenken.
(Pythagoras)
(iw/cr)
Di, 30.05.06: Ein Milliarde Euro für Stellenabbau eingeplant
Es ist schon erstaunlich was sich Firmen es kosten lassen, Mitarbeiter loszuwerden,
anstatt dieses Geld in die Entwicklung innovativer Produkte zu stecken, die sie dann auf
dem Weltmarkt konkurrenzfähig machen könnten. VW bietet seinen Mitarbeitern bis zu 250.000
Euro an, wenn sie freiwillig ihren Arbeitsplatz aufgeben. Trotz dieser hohen Summe werden
wohl höchstens 4.000 Mitarbeiter zugreifen. Die anderen brauchen ihren Arbeitsplatz. Auch
250.000 Euro reichen für die meisten nicht bis zur Rente, ganz abgesehen davon, dass wohl
die meisten eine deutlich geringere Abfindung bekommen würden.
Artikel: Süddeutsche Zeitung
(iw)
Mo, 29.05.06: Vorgesetzte erhöhen Druck auf Com-Mitarbeiter - Lasst Mobbing nicht zu !!!
Aus der Belegschaft wurde uns von mehreren Kollegen mitgeteilt, dass Vorgesetzte starken psychischen Druck auf
einzelne Com-Mitarbeiter ausüben:
- Mitarbeiter werden bei Abteilungsrunden vor den anderen Kollegen gefragt, bei wie
vielen Stellen sie sich mittlerweile beworben hätten und welche Fortschritte sie
dabei erzielt haben.
- Des Weiteren werden Mitarbeiter genötigt, sich bei der neu eingerichteten
Personaldrehscheibe anzumelden. Vorgesetzte überwachen zum Teil die Anmeldung.
- Mit manchen Kollegen wird ein wöchentlicher Termin, meist Freitag, vereinbart,
in dem sie über ihren Bewerbungsfortschritt zu berichten haben.
Diese Maßnahmen der Vorgesetzten verstoßen gegen das Arbeits- und Strafrecht.
Bewerbung ist Privatsache!
Der Arbeitgeber und damit auch kein Vorgesetzter hat das Recht, einen Mitarbeiter zu
Bewerbungen zu zwingen oder gar den Status der Bewerbungen abzufragen. Es liegt allein in
der Entscheidung des Mitarbeiters, ob er dem Vorgesetzten über seine Bewerbungstätigkeiten
berichtet. Wir raten dringend davor ab, Auskunft zu geben.
Es liegt ein eindeutiger Verstoß des Arbeitgebers gegen seine vertraglichen Nebenpflichten
und gegen das Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers vor. Der Arbeitgeber ist verpflichtet,
die Persönlichkeit und die Privatsphäre seiner Arbeitnehmer zu schützen.
Dieses "an den Pranger stellen" sowie die weiteren Druck erzeugenden Maßnahmen sind
Mobbing durch Vorgesetzte (Bossing). Es setzt die Mitarbeiter unter einen permanenten
psychischen Druck. Ziel dieser Maßnahme ist die Ausgrenzung des Mitarbeiters aus der
Gruppe.
Zum einen zieht er sich selbst über kurz oder lang in sich zurück, um mit der Situation
überhaupt noch umgehen zu können, zum anderen wissen seine Kollegen in der Regel nicht,
mit der Situation umzugehen, haben Angst die nächsten auf der "schwarzen Liste der
Freiwilligkeit" zu sein. Die Folge: Sie ziehen sich ihrerseits zurück.
Lasst Mobbing nicht zu!
- Unterstützt die Kollegen, die von Ihren Vorgesetzten ausgesucht wurden.
- Redet mit Ihnen.
- Lasst Isolierung nicht zu.
- Meldet Euch bei NCI (info@nci-net.de) wenn Ihr selbst betroffen seid oder Kenntnis
davon habt, dass Kollegen mit wöchentlichen Gesprächen über den Bewerbungsfortgang
unter Druck gesetzt werden.
- Mobbing kann jeden treffen !
Wehrt Euch gegen Mobbing!
- Nehmt zu jedem Gespräch mit Euren Vorgesetzten einen Betriebsrat mit. Ihr habt das
Recht dazu.
- Steht zum angesetzten Termin der Betriebsrat Eures Vertrauens nicht zur Verfügung,
dann muss der Vorgesetzte das Gespräch verschieben.
Steht die Gruppe zusammen, greifen Mobbingmaßnahmen nicht!
Hinweise für Vorgesetzte
- Mobbing ist eine Straftat.
- Eine Strafanzeige richtet sich gegen den Täter. Dies ist in der Regel der direkte
Vorgesetzte - nicht die Firma oder die Personalabteilung.
- Glauben Sie im Ernst, dass Ihr Vorgesetzter zu Ihnen hält, wenn Anzeige wegen
Mobbing gegen Sie erstattet wird. Bei entsprechendem Anfangsverdacht ist die
Staatsanwaltschaft verpflichtet gegen Sie zu ermitteln (§§152 II StPO), und
falls sich dieser Verdacht bestätigt, Anklage zu erheben (§170 I StPO).
- Dies könnte sich auch auf Ihren Arbeitsplatz auswirken. Der Arbeitgeber kann Sie
fristlos kündigen. Es ist ihm unzumutbar, einen Arbeitnehmer zu beschäftigen,
der andere unter psychischen Druck setzt.
- Eine Strafanzeige kann jeder stellen, der den Verdacht hat, dass eine Straftat
vorliegt.
- Sie können und müssen sich weigern, Mobbing durchzuführen. Sie begehen die Straftat.
- Weisen Sie einen Mitarbeiter an, einen anderen unter Druck zu setzen und rechtswidrige
Mittel einzusetzen, um einen anderen Mitarbeiter zu einer "freiwilligen" Maßnahme
zu zwingen, dann stiften Sie zu einer Straftat an. Dies wird genauso bestraft wie
die Tat selbst (§26 StGB). Auch dies kann zu einer fristlosen Kündigung führen.
Wir fordern das Siemens Management auf, auf die Vorgesetzten einzuwirken,
diese ungesetzlichen Maßnahmen einzustellen.
(iw)
Mo, 29.05.06: Abfindung: Ermittlung des Lebensunterhalts
Zwei Kollegen haben sich Gedanken über andere Kollegen gemacht. Eine Kollegin hat uns ihre Gehaltsabrechnung geschickt, so dass Ihr sehen könnt,
was Netto von einer Bruttoabfindung übrig bleibt. Wenn Ihr das wissen wollt, klickt
hier
Ein Kollege hat in Excel ein Tool geschrieben, mit dem Ihr Eueren Lebensbedarf ermitteln
könnt. Er hat das Tool mal für sich geschrieben und stellt es nun zur Verfügung. Er
sagte explizit, wenn jemand etwas besseres hat, möge er sich melden. Ein reger Austausch
wäre nützlich. Wenn Ihr das Excel-Sheet downloaden wollt, klickt
hier.
Ihr findet beides natürlich auf unserer
Abfindungsseite.
Vielen Dank an die Kollegen für Ihre Arbeit.
(iw)
Mo, 29.05.06: Streit in China
Die Chinesen sind nicht bereit, den hohen Profiterwartungen von Siemens und Thyssen-Krupp
entgegenzukommen. "Wenn die deutsche Industrie meint, sie habe so viel Geld bezahlt,
müsste alles wieder bekommen und noch hohe Profite machen, dann wird die Strecke nicht
entstehen", sagte "Commander Wu" während des Schanghai-Besuchs des bayerischen
Wirtschaftsministers Erwin Huber. Die Chinesen drohten andere Anbieter vorzuziehen.
Artikel: Merkur Online
(iw)
Sa, 27.05.06: Schleichende Standortauflösung?
Immer wieder müssen wir in einem Interessenausgleich lesen: „um den notwendigen Personalabbau
zu erreichen und damit die Beschäftigung für die übrige Belegschaft zu sichern, werden die
nachfolgend beschriebenen Maßnahmen umgesetzt.“
Mit diesem Satz beginnt die Mär „wenn ihr geht, können wir bleiben“. Leider handelt es
sich hier um ein Märchen, das Münchhausen hätte erzählen können.
1998 beschäftigte Siemens noch 13600 Mitarbeiter in der Hofmannstraße. 2002 verließen über
Personalabbaumaßnahmen wie New Placement 1123 Mitarbeiter die Firma. Zwischen 2002 und
2004 wurden 6749 Mitarbeiter abgebaut und das, obwohl ca. 400 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz
verteidigen konnten. Bis 2006 verließen durch weitere Abbauwellen und andere Maßnahmen 945
Mitarbeiter die Hofmannstraße. Aktuell ist der Abbau von weiteren 1028 Mitarbeitern in der
Hofmannstraße geplant, davon sollen 263 zu TietoEnator wechseln.
Der traurige Rest von 3755 Mitarbeitern (also 27,6% der Mitarbeiterzahl von 1998) verbleibt
vorläufig mit einer ungewissen Zukunft im Betrieb Hofmannstraße.
Siemens hat im Zeitraum von 1998 bis 2006, also innerhalb von 9 Jahren 9845 Mitarbeiter
in der Hofmannstraße abgebaut (wobei im Jahr 2000 noch eingestellt wurde), das entspricht
einem durchschnittlichen jährlichen Abbau von 1094 Mitarbeitern, und das ist ein Abbau
von 72,4% der Mitarbeiter, die 1998 in der Hofmannstraße beschäftigt waren.
Geht der Abbau in diesem durchschnittlichen Tempo weiter, dann überlebt die Hofmannstraße
noch maximal 3,4 Jahre.
Grafische Darstellung
(cr)
So, 28.05.06: Siemens-Mitarbeiter schönen Image von Klaus Kleinfeld bei Wikipedia
Ja, es ist schwer der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, die einen zwingt die heile Siemens Welt
aufzugeben.
Siemens Mitarbeiter haben den Wikipedia-Eintrag über
den Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld geschönt. Kritische Äußerungen, etwa über
den Verkauf der Handysparte an BenQ zu negativem Preis, wurden gestrichen und durch
wohlwollendere Formulierungen ersetzt.
Ein Siemenssprecher verteidigte die Aktion "Im Wikipedia-Beitrag wurden persönliche Daten
von Dr. Kleinfeld falsch dargestellt. Wir haben das Recht in Anspruch genommen, das
richtig zu stellen."
Fakt ist jedoch, dass man nicht durch Streichung überzeugen kann, sondern nur durch unternehmerisches
Denken und Handeln, das nicht nur aus fantasielosem Stellenabbau und unrealistischen Margen besteht, die einmal im Boom
der New Economy entstanden sind und nie mehr den Realitäten angepasst wurden.
Jedenfalls ist es gut, dass auf unsere Hompage die Siemens PR-Abteilung keinen
Zugriff hat. Dann würde von unseren Artikeln wohl nichts mehr übrig bleiben. Zunächst würde
man wohl die Datenausspähung streichen,
danach Mobbing, für Siemens
verlorene Gerichtsprozesse usw.
Artikel bei Spiegel Online
Artikel: de.internet.com
(iw)
Sa, 27.05.06: TietoEnator: Ein paar Gedanken ...
"Ich war solange bei Siemens, habe mich so für die Firma eingesetzt und jetzt schieben
sie mich ab", war ein Gedanke, der vielen kam, als sie erfahren hatten, dass sie zu
TietoEnator übergehen sollen. In denjenigen, die bereits einmal 2003/2004 durch die
Kündigungsschutzprozesse gegangen sind, kam Enttäuschung hoch, die sich in den Worten
ausdrückte: "Jetzt habe ich solange gekämpft, und nun schaffen sie es doch, mich
loszuwerden." Begleitet wurden und werden all diese Emotionen von Zukunftsängsten. Welche
Entscheidung ist richtig? Wo überlebe ich länger? Wo gehe ich wenigstens nicht mit leeren
Händen? Die Gedanken gehen hin und her, drehen sich im Kreise. Kaum glaubt man eine
Entscheidung gefunden zu haben, erzählt jemand eine Neuigkeit und schon beginnen sich die
Gedanken wieder im Kreise zu drehen.
Gefühle beherrschen die Entscheidung, Gefühle sollten aber nicht der alleinige Ratgeber
sein. Deshalb bitten wir Euch die 3-jährige-Nichtkündigungsgarantie und die Standortzusage
sowie die Bereitschaft von TietoEnator-Chef Jürgen Hatzipantelis
diese den Mitarbeitern schriftlich und damit rechtsverbindlich zukommen zu lassen, in
Eure Entscheidung mit einzubeziehen und nüchtern zu betrachten:
"Auch in den gestrigen Informationsrunden habe ich abermals unsere Absicht erklärt, dass
wir definitiv in den nächsten drei Jahren auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten,
und die Mitarbeiter dies noch vor Ablauf der Widerspruchsfrist persönlich und schriftlich
mitgeteilt bekommen. Bedingt durch die Tatsache, dass wir Gebäude in der Nähe des heutigen
Sitzes anmieten, haben wir faktisch auch eine Standortzusage gegeben." (E-Mail von Jürgen
Hatzipantelis vom 25.05.06 an NCI als Antwort auf unsere Nachfrage zu Nicht-Kündigungs- und
Standortgarantie).
Was kann alles bei Siemens nach dem Widerspruch kommen? Fakt ist, Ihr habt, wenn Ihr dem Betriebsübergang widersprecht
keinen Arbeitsplatz mehr bei Siemens.
Die größte Hoffnung ist bei manchen, bei Siemens wieder reintegriert zu werden und bis zur
Rente einen sicheren Arbeitsplatz zu haben. Doch wie sieht die Situation bei Com aus?
Eine 3-jährige Nicht-Kündigungsgarantie erhalten die Com-Mitarbeiter zurzeit von Siemens
nicht - im Gegenteil, der Abbau von 1200 Arbeitsplätzen steht auf der Tagesordnung. Die
Situation bei Com sieht nicht rosig aus. Die Marge liegt bei 0,8 Prozent, erreicht werden
sollen 8 bis 11 Prozent bis 2007. Bei objektiver Betrachtung ein Ding der Unmöglichkeit.
Weitere Auslagerungspläne liegen mit Sicherheit schon in der Schublade der Siemens AG.
Betrachtet für Euch selbst die Zukunftsaussichten für Com. Versucht Eure persönlichen
Aussichten, bei Siemens nach einem Widerspruch reintegriert zu werden, unter diesen Aspekten
realistisch einzuschätzen.
Andere Mitarbeiter haben Angst vor Mobbing. Die Erinnerung an 2003/2004 wird wach. Damals
hat Siemens die Gekündigten und nicht gekündigten Auserwählten (Ältere, Jubilare,
Schwerbehinderte) ausgegrenzt, sie
ohne Arbeit gelassen oder mit minderwertiger Arbeit beschäftigt. Diese Situation hat viele
sehr belastet,
obwohl es den starken Zusammenhalt im NCI gab und noch gibt.
Kollegen berichten uns immer wieder über Mobbing im Zusammenhang mit Personalabbau. Es
beginnt mit der Aufforderung sich eine neue Stelle zu suchen, gekoppelt mit dem immer
wieder kehrenden Angebot eines Aufhebungsvertrags, zu dessen Unterschrift man in langen
und immer wieder kehrenden Personalgesprächen ‚überzeugt' werden soll. Der Com-Stellenabbau
2006 läuft an. Einzelne Mitarbeiter werden schon von Vorgesetzten unter Druck gesetzt.
Die wenigsten Kollegen hatten in der Vergangenheit die Kraft, gegen diese Diskriminierung
rechtlich vorzugehen. Ihr solltet bevor Ihr widersprecht für Euch einschätzen, wie viel
persönliche Kraft Ihr und Eure Familie habt, mit dieser Möglichkeit umgehen zu können.
Diese Möglichkeit zählt leider aufgrund der Erfahrung der Vergangenheit nicht zu den
unwahrscheinlichsten.
Eine andere Möglichkeit für Siemens auf den Widerspruch zu reagieren, ist zumindest die
AT-ler nach Greifswald zu versetzen. Greifswald ist weit. Wenn Ihr nicht mit der Familie
umziehen wollt, nehmt einen Routenplaner, ein Bahntool, und errechnet wie lange ihr mit
Auto oder Bahn unterwegs sein werdet, um am Wochenende nach Hause zu fahren. Rechnet die
Kosten aus für diese Fahrten und die Unterkunft in Greifswald. Stellt diese Kosten und
den Zeitaufwand einer eventuellen Verringerung der variablen Gehaltsanteile bei
TietoEnator gegenüber. Welches Netto-Gehalt ist unter diesen Umständen höher?
Denkt auch darüber nach, wie anstrengend diese Reisen nach Greifswald, insbesondere im
Winter, sind und was die Trennung von der Familie für Euch und diese bedeutet.
Trotzdem ist die Versetzung nach Greifswald noch besser, wenn man in Betracht zieht,
dass Siemens kündigen könnte. Über die Rechtslage dieser betriebsbedingten Kündigung, die
völlig anders ist als 2003, haben wir bereits berichtet. Hier unsere Bitte, baut Eure
Entscheidung nicht allein auf der Hoffnung auf: Ich kämpfe, es wird schon gut gehen.
Macht nicht die Augen zu, lasst Euch nicht nur emotional steuern, sondern betrachtet die
Situation und Eure Chancen im Kündigungsschutzprozess nüchtern. Wenn die Kündigung für
Siemens erfolgreich sein sollte, habt ihr eine Gehaltsreduzierung um 100 Prozent, im
worst case ohne Abfindung.
Es ist z. Zt. noch völlig unklar, ob Ihr als TietoEnator-Kandidaten nach einem Widerspruch
in den Interessenausgleich und Sozialplan für den Stellenabbau Com mit einbezogen werdet. Der Betriebsrat will das
zwar verhandeln, aber Siemens teilt bei jeder Gelegenheit mit, dass sie dies nicht wollen.
Und eines bitte nicht vergessen. Falls es dem Betriebsrat gelingen sollte, Euch in den
Interessenausgleich und Sozialplan mit einzubeziehen, bleibt Euch nur Aufhebungsvertrag,
beE oder Kündigung. Eine Re-Integration wird dort nicht vereinbart werden. Über die
Nachteile der beE gegenüber TietoEnator haben wir schon gesprochen.
Wir wissen, das viele Angst haben vor den Projekteinsätzen bei TietoEnator. Doch was
wird nach drei Jahren mit Com sein? Folgt Com dem Trend, Entwicklungsaktivitäten auszulagern?
Vor welcher Entscheidung steht man in drei Jahren bei Siemens. Das weiß niemand, wahrscheinlich
noch nicht einmal Siemens selbst.
Dem allen steht eine 3-jährige Nicht-Kündigungsgarantie von TietoEnator gegenüber,
einschließlich der Zusage in München bleiben zu können. Psychischer Druck ist nicht zu
erwarten, da TietoEnator seine Verbindlichkeiten den Kunden gegenüber erfüllen muss und
Eure Arbeitskraft braucht, um dies zu erreichen.
Natürlich sind es wirtschaftliche
Interessen, die TietoEnator zu dieser Nicht-Kündigungsgarantie bewegt haben, aber zeigt
sie nicht auch, dass Euer Wissen gebraucht wird? Warum sonst sollte ein Arbeitgeber
in diesen Zeiten eine solche Garantie abgeben?
Diese Gedanken, einfach so herunter geschrieben für Euch, sollen Euch ein paar Anregungen
geben, um den Kreislauf der Gedanken durchbrechen zu können. Die Entscheidung selbst will
und kann Euch niemand abnehmen. Unser Wunsch ist es nur, dass ihr alle Fakten gegeneinander
abwägt, die Risiken einschätzt, nicht tragbare Folgen wie z.B. Hartz IV, ausschließt,
Eure Gesundheit und psychische Kraft richtig einschätzt, an die Belastung in Ehe und
Familie denkt, bedenkt, dass auch Ehepartner und Kinder von einem Gerichtsprozess,
Trennung, Mobbing belastet werden.
Man kann kämpfen gegen Siemens, man soll es auch tun, wenn es darum geht seine Rechte zu
verteidigen. Man kann auch gewinnen, aber man kann auch verlieren. Eine Garantie gibt es
hier nicht. Egal wie Ihr Euch entscheidet. NCI unterstützt
Euch weiter, ob bei Siemens oder bei TietoEnator.
(iw)
Fr, 26.05.06: TietoEnator bestätigt 3-jährige Nicht-Kündigungsgarantie erneut und gibt
zusätzlich Standortgarantie
Am Mittwoch, dem 24.5.06 fand ein weiteres Gespräch zwischen Jürgen Hatzipantelis und den
zu TietoEnator übergehenden Mitarbeitern statt, um offene Fragen zu klären.
Dabei bekräftigte TietoEnator Chef Jürgen Hatzipantelis seine Zusage in den ersten drei
Jahren nach dem Betriebsübergang nicht betriebsbedingt zu kündigen. Zusätzlich gab er
eine Standortzusage, so dass die übergehenden Mitarbeiter sicher davon ausgehen können,
in München bleiben zu können.
Die doppelte Garantiezusage führte bei den Mitarbeitern zu Missverständnissen, welche
Garantie(n) TietoEnator nun tatsächlich abgegeben hat. Um weitere Verunsicherungen in
dieser wichtigen Frage zu vermeiden, hat NCI bei Jürgen Hatzipantelis angefragt. Die
Antwort, die wir von ihm erhielten, bestätigt voll und ganz die auf dem Treffen gemachte
Aussagen:
"Auch in den gestrigen Informationsrunden habe ich abermals unsere Absicht erklärt, dass
wir definitiv in den nächsten drei Jahren auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten,
und die Mitarbeiter dies noch vor Ablauf der Widerspruchsfrist persönlich und schriftlich
mitgeteilt bekommen. Bedingt durch die Tatsache, dass wir Gebäude in der Nähe des heutigen
Sitzes anmieten, haben wir faktisch auch eine Standortzusage gegeben." (E-Mail von Jürgen
Hatzipantelis vom 25.05.06 an NCI)
(iw)
Do, 25.05.06: TietoEnator: Widerspruchsfrist läuft erst nach vollständiger Unterrichtung
Am Mittwoch, dem 24.5.06 fand ein weiteres Gespräch zwischen Jürgen Hatzipantelis und den
zu TietoEnator übergehenden Mitarbeitern statt.
Jürgen Hatzipantelis will den Mitarbeitern die Protokollnotiz, die Siemens ja nicht
veröffentlichen will, sofort nach dem Übergang aushändigen. Diese Protokollnotiz enthält
insbesondere mit den Regelungen über die Abfindungen wichtige Informationen über die
wirtschaftlichen Folgen des Betriebsübergangs.
Die Widerspruchsfrist beginnt gemäß §613a VI BGB erst dann zu laufen, wenn die Mitarbeiter
über den Übergang entsprechend §613a V BGB vollständig informiert sind. Dazu gehören auch
nach Punkt 3 die wirtschaftlichen Folgen für den Mitarbeiter.
Dass der Mitarbeiter sich auf unserer Homepage die relevanten Informationen zusammensuchen
kann, gilt nicht als Information durch den Arbeitgeber. Der Arbeitgeber kann sich
insbesondere vor Gericht nicht darauf beziehen, dass NCI das veröffentlicht hat.
Ihr bekommt die Protokollnotiz voraussichtlich erst am 1.7.06. Damit läuft die Widerspruchsfrist eben erst
ab diesem Zeitpunkt.
In diesem Fall könntet ihr euch TietoEnator also erst einmal vier Wochen lang in Ruhe
anschauen. Eine sicherlich gute Lösung.
(cr/iw)
Mi, 24.05.06: Was wäre wenn, ich von meiner Abfindung/Vermögen leben müsste?
Toll sagen Sie vielleicht. Ich habe Geld! Haben Sie das wirklich?
Schauen Sie genau hin. Wer zu spät hinschaut, den könnte das Leben bestrafen.
"Abfindung - was nun? Kann man von den Zinsen leben?"
Zu diesem Thema hat NCI am 3. Mai 2006 eine Radiosendung gemacht. In der Sendung
bekommt man einen guten Überblick, wie viel Geld man wirklich bräuchte, um z.B. 1.500 EUR
im Monat zu haben. Das Beispiel handelt von einem 52-jährigen Mann, der 13 Jahre bis zur
Rente überbrücken muss. Schon dieser braucht bereits brutto fast 340.000 EUR, um
ausschließlich von den Zinsen leben zu können. Dann kann sich jeder ausmalen, ob seine
Idee, von seinem Geld leben zu können, einigermaßen realistisch ist. Es empfiehlt sich,
einen guten Finanz- oder Steuerberater aufzusuchen, um seine finanzielle Situation
überprüfen zu lassen.
Brutto ist nicht gleich Netto
Abfindungen sind zu versteuern. Wenn Sie die Nettosumme errechnen wollen, klicken Sie
hier.
Der tägliche Bedarf
- Wissen Sie wirklich wie viel Sie monatlich für den Lebensunterhalt ausgeben?
Oder reicht es einfach immer, weil Sie bisher gut verdient haben. Machen Sie sich
eine Aufstellung.
- Kramen Sie dazu die Kontoauszüge der letzten Monate hervor und rechnen Sie
zusammen, was monatlich alles so von Ihrem Konto abgebucht wurde. Das
nämlich habe Sie und Ihre Familie ausgegeben.
- Gehen Sie Lebensmittel und sonstigen Haushaltsbedarf einkaufen und heben
Sie sich ausnahmsweise einmal den Kassenbon auf. Überlegen Sie wie oft
Sie in der Woche diese Einkäufe machen und rechnen sie hoch, was sie
monatlich unter dem Stichwort "täglicher Bedarf" verbrauchen.
- Denken Sie an das Taschengeld der Kinder.
- Denken Sie an das Futter für Katz und Hund sowie den Tierarzt.
- usw.
Was ist so über das Jahr verteilt?
Wissen Sie, was so alles Vierteljährlich, Halbjährlich und Jährlich abgebucht wird?
- Darunter fallen z.B. Rundfunk- und Fernsehgebühren, Prämien für Versicherungen,
usw. Am besten Sie schauen dazu Ihre Kontoauszüge von einem Jahr an.
- Denken Sie an Geschenke für Geburtstage, Weihnachten usw. Sie wollen doch
nicht als knausrig gelten?
- Bücher, Schulfahrten und Hobby der Kinder.
- Urlaub, oder wollen Sie dann nicht mehr in den Urlaub fahren? Man kann
durchaus darauf verzichten, sich auf den Drahtesel schwingen und sich eine
schöne Zeit machen. Doch Karibik, Australien, USA usw. sollte man einkalkulieren
- Kosten für das Auto, einschließlich Reparaturen
- größere Neuanschaffungen
- usw.
Hobby
Haben Sie oder Ihre Familie ein Hobby? Seien Sie ehrlich zu sich. Wie teuer ist es wirklich?
Können Sie es sich dann noch leisten? Können und wollen Sie ggf. auf es verzichten oder
ist es Ihr Traum in der gewonnen Freizeit endlich dem Hobby nachgehen zu können.
Haben Sie genug Geld, um Ihre neue Freizeit und Freiheit gestalten zu können?
Krankenkasse
Wissen Sie wie viel Krankenkasse Sie zahlen?
- Wenn Sie gesetzlich versichert sind, erkundigen Sie sich über die Konditionen,
unter denen Sie das als unabhängiger Privatmann/frau bleiben können.
- Bedenken Sie, dass Sie nun den Arbeitnehmer- und den Arbeitgeberanteil
zahlen müssen. Die monatliche Summer für die Krankenkasse verdoppelt sich.
Rente
Haben Sie an Ihre Rente gedacht? Diese vermindert sich nämlich, wenn Sie nicht
weiter einzahlen. Außerdem gehen Sie mit einem deutlichen Rentenabschlag in Rente,
wenn sie vor 65 (oder wo immer Ihr Renteneinstiegsalter liegt) in Rente gehen.
Überprüfen Sie auch Ihre private Vorsorge.
Versicherungen
Kalkulieren Sie die Versicherungsprämien ein. Überprüfen Sie, ob Sie die Versicherungen
wirklich alle brauchen. Überprüfen Sie realistisch. Dann gibt es noch die Direktversicherung. Diese können Sie
weiterführen, auch wenn Sie bei Siemens aufhören. Aber die Summe müssen Sie aufbringen.
Sie ist höher, das sie nicht mehr unter die Sammelkonditionen fallen.
Sonstiges:
- Kalkulieren Sie die Teuerung ein.
- Haben Sie ein wenig Polster im Falle von unvorhergesehenen Ereignissen?
Sie haben die Aufstellung? Sie stellen fest, es ist deutlich mehr als Sie dachten.
Überlegen Sie worauf Sie/Ihre Familie verzichten können. Überlegen Sie sich das aber
ganz genau. Beziehen Sie die Familie in die Diskussion mit ein, wenn Sie den Familienfrieden
erhalten wollen.
Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass Sie doch noch nachprüfen sollten, ob Sie einen
Arbeitsplatz benötigen? Dann schauen Sie einfach wieder rein, wenn wir fragen: "Was wäre
wenn ..."
(iw)
Mi, 24.05.06: Siemens Finanzchef Kaeser hält an Margenziel für Com fest
In der Finanzwelt waren Gerüchte aufgekommen, dass Siemens das Margenziel für Com senken
würde. Dies dementierte Finanzchef Joe Kaeser auf der EPG-Konferenz für Analysten in
Florida und bekräftigte, dass die Margenziele unverändert stehen bleiben. Damit erwartet
der Siemens Vorstand nach wie vor, dass Com eine Marge zwischen acht bis elf Prozent
erreicht. Com liegt derzeit bei 0,8 Prozent. Die Analysten sehen weiter - wie zu erwarten
war - Handlungsbedarf und meinen Verkauf und Stellenabbau.
Was benötigt Com nun? Einen Stellenabbau von 1200 Mitarbeitern wie geplant? Oder einen
Zauberstab? Der geplante Stellenabbau - unabhängig davon, ob er erfolgreich für Siemens
durchgezogen werden kann oder nicht - kann angesichts der Kluft zwischen Realität und
Forderung, nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Folgt dieser erneute Stellenabbau
nur einer traurigen Tradition, die 2002 begonnen hat:
2002: Stellenabbau durch New Placement
2003: Stellenabbau durch durch beE und betriebsbedingte Kündigungen (nicht erfolgreich)
2004: Stellenabbau durch beE und Offshoring
2005: Stellenabbau durch beE und Ausgliederung
2006: Stellenabbau durch ? und Ausgliederung
Die obige Liste zeigt, dass Sanierung durch Stellenabbau kein tragfähiges Konzept ist.
Com ist nach Ansicht des Siemens Management immer noch nicht saniert. Ein Konzept, das
nachweislich fünf Jahre lang nicht zum gewünschten Ziel geführt hat, sollte man
hinterfragen?
Das Management muss, wenn es jemals diese Zielmarge erreichen will, sich wieder auf das
Geschäft statt auf das Ausgliedern und Abbauen besinnen. Ein immer kleiner werdende
Mannschaft, die wieder unter zunehmenden Druck steht, kann diese Zielmargen nicht
erreichen, schon gar nicht unter einem Management, das seit 2002 nicht in der Lage ist,
Siemens Com in sicheres Fahrwasser zu bringen.
Stattdessen wirft man Jahr für Jahr Leute über Bord, damit das Boot nicht auf Untiefen
aufläuft. Wäre es nicht sinnvoller endlich den Kurs zu ändern, dieses Fahrwasser zu
verlassen und zu einer innovativen Arbeitsweise zurückzufinden, die Com mit einer
motivierten Belegschaft voranbringen könnte. Vielleicht aber müsste man dazu Manager
durch Unternehmer austauschen, die Verantwortung für das Unternehmen (zu dem auch die Mitarbeiter zählen) und
nicht nur für Aktionäre empfinden?
Artikel bei FAZ.NET
(iw)
Di, 24.05.06: Was wäre wenn, ich arbeitslos wäre?
Um Euch TietoEnator-Kandidaten - aber auch für die anderen könnte es interessant sein -
ein wenig bei Eurer Entscheidung zu helfen, möchten wir Euch animieren, unser durchaus ernstgemeintes,
"was wäre wenn ..." Spiel mitzuspielen. Der Hauptgewinn könnte die Sicherung des
Lebensunterhalts sein.
Wir beginnen mit dem Worst Case. Warum? Wenn sich herausstellt, dass man mit dem Worst
Case nicht leben kann, dann sollte man alles tun, um ihn zu vermeiden. Der Worst Case ist,
arbeitslos zu werden.
Bitte beantwortet Euch selbst die Frage:
Was wäre wenn, ich arbeitslos wäre? (worst case)
- Nach Arbeitslosengeld I (ALG I) kommt AlG II (Hartz IV), da mein Vermögen auf keinen
Fall bis zur Rente reicht. Hartz IV will ich nicht.
- Nach ALG I, habe ich ganz sicher einen Job.
- Ich mache mich selbständig
- Das ist mir egal, weil mein Vermögen bis zur Rente reicht.
- Das ist mir egal, mit Hartz IV kann ich auch leben
zu 1:
Sie sollten den Weg gehen, der Ihnen am sichersten Ihren Arbeitsplatz sichert. Wie dieser
aussehen könnte, folgt demnächst.
zu 2: Sie sollten überprüfen, ob Ihre Einschätzung, bald einen neuen Job zu finden,
realistisch ist.
Wenn sie
- über 50 sind, sind die Chancen, einen neuen Job zu finden, extrem gering.
- über 40 stehen die Chancen ein klein wenig besser, aber unserer Erfahrung nach
keineswegs so gut, wie Sie zu glauben scheinen.
- über 30. Sie haben eine Chance. Es hängt von Ihrer Qualifikation und Ihrer Ausbildung
ab. Ein Studium wäre schon gut. Bedenken Sie aber, Ihre Spezialisierung bei
Siemens entpuppt sich eventuell als Hindernis auf dem freien Arbeitsmarkt
- unter 30. Sie haben sehr gute Chancen; Erwachsen sollten Sie schon sein.
Wir empfehlen den Beitrag "Bin ich beE tauglich"
zu lesen, denn Sie befnden sich dann auf Jobsuche.
zu 3:
Überprüfen Sie bitte genau Ihre Eignung zur Selbständigkeit. Eine kleine,
jedoch keineswegs erschöpfende, Anregung dazu finden sie hier
zu 4:
Pokern Sie um eine Abfindung oder um einen Arbeitsplatz, wenn Sie dazu Lust haben
oder hören Sie einfach auf. Sie sind in der glücklichen Lage, keine Fehlentscheidung
treffen zu können. Ihr Preis ist ggf., Einschränkung in der Lebensführung und Minderung
des Vermögens. Überprüfen Sie Ihre Lebensverhältnisse jedoch äußerst genau (nicht nur Pi
mal Daumen). Kalkulieren Sie die Teuerung ein. Haben Sie ein wenig Polster im Falle von
unvorhergesehenen Ereignissen? Können Sie wirklich auf Ihren gewohnten Luxus verzichten,
d.h. z.B. nicht mehr so oft ausgehen? Können sie sparsam leben, außer Sie schwimmen eh im
Geld? Verzicht auf Auto, Skiurlaub und sonstige Annehmlichkeiten?
zu 5:
Der Kontrast zu 4. Überprüfen Sie genau, ob Ihnen Hartz IV wirklich nichts ausmacht:
345 Euro, Zwangsverpflichtung zu 1 Euro Jobs, Auszug aus der zu großen Wohnung usw. Hartz
IV ist ernst gemeint. Den Leuten werden ganz realistisch 1 Euro Jobs angeboten. Bei
Nichtannahme droht Kürzung um 2/3. Die Politiker denken über weitere Kürzungen nach.
Was ist herausgekommen? Halten Sie es für sich fest. Schreiben Sie es am besten aus.
Vielleicht erübrigt sich jetzt bereits manche Frage. Wenn nicht, können Sie ja morgen
wieder auf unserer Homepage vorbeischauen. Das (ernst gemeinte) Spiel "Was wäre wenn .."
geht weiter.
(iw)
Mo, 22.05.06: Bietet Siemens beE auch für TietoEnator-Widersprüchler an?
Aus der Belegschaft wurde uns folgende Frage gestellt:
„Wird Siemens wenn ich als
TietoEnator-Kandidat widerspreche die beE auch für uns Widersprüchler anbieten?“
Auf der Betriebsversammlung am 18.5.06 sagte der Betriebsratsvorsitzende, dass Siemens
die Mitarbeiter, die dem Übergang zu TietoEnator widersprechen, von einem
Interessenausgleich und Sozialplan bzgl. des Com-Stellenabbaus 2006 ausschließen will.
Dem kann man entnehmen, dass Siemens nicht beabsichtigt, die beE auch für Widersprüchler
anzubieten. Gleiches gilt dann natürlich auch für die in diesem Interessenausgleich- und
Sozialplan auszuhandelnden Abfindungsregelungen. Allerdings sind die Verhandlungen zu
diesem Stellenabbau noch nicht begonnen worden.
Wenn jemand mit der beE anstelle des Übergangs liebäugelt, sollte er auch einmal die
3-jährige Nicht-Kündigungsgarantie, die TietoEnator
gegeben hat, näher betrachten. Diese
kann man nutzen wie eine beE, die drei Jahre läuft und das bei vollem Gehalt. Natürlich
muss man bei TietoEnator arbeiten, das hat jedoch den Vorteil, dass man im Job bleibt,
seine Kenntnisse nicht verliert und dass man sich aus einem ungekündigten Arbeitsverhältnis
heraus bewerben kann. Wie ihr aus den Berichten
zur beE erkennen könnt, sind die
Unterstützungen bei Bewerbungsaktivitäten durch Siemens relativ gering. Die meisten
Mitarbeiter sagten, das hätten sie auch alleine gekonnt.
Mit der Variante TietoEnator hat man folgende Vorteile
- Zum einen kann man prüfen, ob einem der Job bei TietoEnator nicht doch gefällt.
- Zum anderen hat man durch die Nicht-Kündigungs-Garantie mindestens drei Jahre Zeit,
sich einen neuen Job zu suchen, wenn man das möchte. Eine beE bei Siemens, auch wenn sie euch angeboten wird, wird mit Sicherheit
keine dreijährige Laufzeit haben.
- Drittens vermeidet man das nicht unbeträchtliche Risiko, von Siemens nach dem Widerspruch
betriebsbedingt gekündigt zu werden. In diesem Fall
läuft man Gefahr, sofort arbeitslos zu werden und
auch keine Abfindung zu erhalten. Arbeitgeber stimmen in der Regel einem Vergleich vor Gericht mit
Abfindung nämlich nur dann zu, wenn der Arbeitnehmer eine Chance hat, den Prozess
zu gewinnen.
- Viertens hat man, wenn man in diesen drei Jahren keinen neuen Job findet, immer
noch den Arbeitsplatz bei TietoEnator. Dies hat man bei einer Siemens-beE nicht.
- Wenn ihr einen Job gefunden habt, ist es Verhandlungssache, ob ihr einen Aufhebungsvertrag
mit der in der Protokollnotiz vereinbarten Abfindung bekommt. Bei Eigenkündigung
entfällt die Abfindung (das ist aber auch bei Siemens so).
Bitte stellt Eure Fragen unter info@nci-net.de. Wir
beantworten sie gerne.
(cr/iw)
Mo, 22.05.06: Kündigung durch Siemens nach Widerspruch gegen Betriebsübergang?
Wir haben uns schon ein wenig darüber gewundert, dass Siemens die Protokollnotiz zur
Überleitungsvereinbarung nach TietoEnator nicht veröffentlicht hat, denn diese enthält
nun wirklich keine Aussagen, die man vor den Mitarbeitern verbergen muss – im Gegenteil.
Auch TietoEnator-Chef Jürgen Hatzipantelis wunderte sich über deren Nicht-Veröffentlichung,
hatte er doch Siemens gegenüber mehrfach eine 3-jährige-Nicht-Kündigungsgarantie für die
übergehenden Mitarbeiter abgegeben. Diese Konditionen und die Nicht-Kündigungsgarantie
können die Entscheidung für den Übergang zu TietoEnator positiv beeinflussen.
Man sollte annehmen, dass Siemens ebenso wie TietoEnator ein Interesse daran hat, dass
möglichst wenig Mitarbeiter dem Betriebsübergang widersprechen, denn schließlich ist es
erklärtes Ziel 1200 Stellen bei Com abzubauen. Siemens scheint sich also relativ sicher
zu sein, die Widersprüchler auf andere Weise loswerden zu können. Deshalb haben wir die
Chancen, einen Kündigungsschutzprozess nach einem Widerspruch gegen den Übergang zu
gewinnen, genauer untersucht.
In Greifswald wurden bereits Stellen geschaffen, die auf die Widersprüchler passen würden.
Wir erinnern uns, Siemens hat 2004 vom LAG bestätigt bekommen, dass Versetzungen von ATs
nach Greifswald rechtens sind.
Die zu TietoEnator übergehenden Mitarbeiter sind überwiegend ATs. Es liegt nahe, dass
Siemens, den Widersprüchlern diese Stellen anbietet und im Falle einer Kündigungsschutzklage
vor Gericht nachweist, andere Stellen gäbe es in der Siemens AG für sie nicht. Die Folge:
auch der Jubilarschutz für diese Mitarbeiter wäre geknackt. Die Mitarbeiter könnten sich
zwar auf einen anderen vergleichbaren Arbeitsplatz berufen, müssten aber damit rechnen,
dass Siemens nachweist, dass sie auf den Arbeitsplatz in Greifswald besser passen als auf
den vom Mitarbeiter angegebenen.
Eine Sozialauswahl entfällt, da gerade mit den in der Protokollnotiz aufgeführten Konditionen,
der 3-jährigen Nicht-Kündigungs-Garantie und der wirtschaftlichen Lage von TietoEnator
kein sachlicher Grund für einen Widerspruch erkennbar ist.
Damit stehen die Chancen, eines Mitarbeiters nach dem Widerspruch gegen den Übergang den
Kündigungsschutzprozess zu gewinnen deutlich schlechter als 2003.
Bleibt die Frage, warum das Siemens-Management es sich selbst so schwer macht, sein Ziel
zu erreichen, Mitarbeiter abzubauen, wenn es durch einfache Information leichter erreichen könnte,
dass die Mitarbeiter durch den Übergang zu TietoEnator aus der Siemens AG ausscheiden.
Wollen sie etwa die verbleibenden Com-Mitarbeiter durch ausgesprochene Kündigungen
erschrecken?
(iw/cr)
Fr, 19.05.06: TietoEnator: Hatzipantelis gibt 3-jährige Nicht-Kündigungs-Garantie
TietoEnator-Chef Jürgen Hatzipantelis gab dem Betriebsrat gegenüber eine mündliche
Erklärung ab,
dass TietoEnator die übergehenden Mitarbeiter in den ersten drei Jahren nach dem Übergang
nicht betriebsbedingt kündigen werde. Da Jürgen Hatzipantelis die Veröffentlichung der
Protokollnotiz zur Überleitungsvereinbarung auf der NCI Homepage begrüßt hat und von sich aus auf den
Betriebsrat wegen dieser Nicht-Kündigungs-Garantie zugegangen ist, ist davon auszugehen,
dass er ernsthaft an den übergehenden Mitarbeitern interessiert ist. Er benötigt diese
Spezialisten dringend, um die Verträge mit den EWSD-Kunden erfüllen zu können. Er
beschränkt diese Garantie jedoch nicht auf die EWSD-Entwickler, sondern gibt sie für alle
übergehenden Mitarbeiter ab.
Da Jürgen Hatzipantelis sich bereit erklärt hatte, diese Garantie auch schriftlich
abzugeben, bat der Betriebsrat ihn per E-Mail, dies zu tun. Hatzipantelis Antwort lautete:
„Das ist korrekt. Ich habe den entsprechenden Passus in der Protokollnotiz so verstanden und dies auch mehrfach Siemens kommuniziert.
Leider ist durch die wenig sinnhafte Teilung der Überleitungsvereinbarung in eine Protokollnotiz und die Überleitungsvereinbarung selbst
mehr Verwirrung als Klärung bei den Mitarbeitern entstanden. Das ist sehr schade und für das Projekt wenig hilfreich.
Deshalb bin ich auf [den Betriebsrat] zugegangen und habe mit [ihm] vereinbart, dass wir diese, wie ich meine für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
wichtige Regelung klar und deutlich kommunizieren sollten. Ich habe [den Betriebsrat] auch gebeten, dies in den gestern und heute stattfindenden
Mitarbeiterversammlungen, gerne auch in meinem Namen, zu kommunizieren.
[Der Betriebsrat] hat darüber hinaus angeregt, dies auch schriftlich an die Mitarbeiter zu kommunizieren. Wir sind gerade dabei zu klären,
in welcher Form wir das machen werden.“
(cr)
Do, 18.05.06: beE: Bewerbungstipps gut - Stellenangebot mangelhaft
Angesichts des Com-Stellenabbaus dürften für viele Mitarbeiter Berichte aus existierenden
Beschäftigungsgesellschaften bei Siemens wieder interessant werden. Aus diesem Anlass hat
uns ein Berliner Kollege einen aktuellen Erfahrungsbericht geschickt. Diesen findet Ihr
natürlich auch auf unserer beE-Seite wieder. Darüberhinaus
wollen wir auf unsere Radiosendungen zu diesem Thema hinweisen.
Wir sind selbstverständlich an weiteren Berichten interessiert.
Hier nun der Bericht eines älteren Kollegen:
Um es vorweg zu nehmen, ich möchte die beE nicht „vertäufeln“. Sie ersetzt
selbstverständlich nicht den Arbeitsplatz, den wir behalten oder haben
möchten. Es ist aber eine gute Alternative, um nicht eine Nummer auf dem
Arbeitsamt ziehen zu müssen.
Mein Fazit nach 6 Monaten beE, bedingt hilfreich.
Bewerbungstipps
Wer wie ich
gleich nach der Schulzeit eine Lehre bei der Siemens AG beginnen durfte,
hat sich somit seit 29 Jahren nicht mit Bewerbungen und Bewerbungsgesprächen
auseinandersetzen müssen.
Wie muss heute ein Lebenslauf/Anschreiben aussehen, wie groß muss/darf das
Bewerbungsfoto sein. Für diese Schulung (2 Tage) und die Möglichkeit sich
von einem professionellen Fotografen ablichten zu lassen, bekommt die beE
von mir eine eins minus.
Bei 2 Jahren beE könnte man diese Themen auch etwas ausführlicher behandeln.
Stellenangebote
Veranstaltungen mit potenziellen Arbeitgebern, die letztendlich nur
Personalvermittlungsfirmen waren, bringen nichts, bzw. bekomme ich auch
ohne die Hilfe der beE zustande. Die Zusendung von Job-Newsletter für
interne Stellen bei Siemens sind in meinen Augen ein halbherziger Versuch,
Interesse an unsere Lage vorzutäuschen, da sie nicht selektiert und zum
Teil auch überholt sind. Wir, Servicetechniker Telekommunikation,
brauchen keine Stellenausschreibung für eine befristete Anstellung als
Elektromonteur Ausschreibung 28.7.2005 Beschäftigungsbeginn 1.10.2005,
Newsletter erhalten 27.4.2006 und eine befristete Anstellung als
Lagerhilfsarbeiter bis zum 28.9.2006 kann ich mir auch suchen, bevor Hartz
IV zuschlägt. Die Möglichkeit einer so genannten „SchnupperArbeit“ bei
einem, an mir interessiertem Arbeitgeber hört sich auch erst verlockend
an, bei nicht gefallen (von mir oder Arbeitgeber) bin ich ja immer noch
in der beE, dafür habe ich aber vielleicht mein Fachwissen eingesetzt, um
einer Firma Geld zu sparen, das sich auch Siemens mit mir als Mitarbeiter
hätte verdienen können.
Vor 29 Jahren war ich stolz darauf, wie mein Vater vor mir
zum großen Kreis der Siemens Familie zu gehören. Dass ich im November
2005 zur Adoption frei gegeben wurde, stimmt mich mehr als traurig.
(iw/tl)
Do, 18.05.06: Knorr-Bremse, Nutzfahrzeuge: Über gute und schlechte Mitarbeiter
Wie wir am 19.02. und 26.02.06
berichten sollten die Mitarbeiter bei Knorr-Bremse,
Nutzfahrzeuge GmbH, einen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben, der eine 42-stündige
Wochenarbeitszeit vorsieht und eine nicht näher bestimmte Klausel für eine flexible
Arbeitszeitregelung umfasst:
"... mit dieser Vertragsergänzung wird Ihre Arbeitszeit neu geregelt. Ab dem 1. April 2006
beträgt Ihre neu geregelte wöchentliche Arbeitszeit 42 Stunden und ist darüber hinaus mit
den betrieblichen Erfordernissen abzustimmen. Es erfolgt keine Anpassung des Entgelts an
die neue Arbeitszeit."
Nicht alle Mitarbeiter wollten dieser Änderung ihres Arbeitsvertrag zustimmen. 20 Prozent
verweigerten ihre Unterschrift. Diese Mitarbeiter arbeiten unter den alten Vertragsbedingungen
weiter. Angereichert ist deren Alltag nun mit Personalgesprächen. Ein Mitarbeiter berichtete
uns: "Diese Kollegen bekommen jetzt ‚Einzelmaßnahmen'. Das sind Gespräche mit Vorgesetzten
und Personalabteilung, um die Kollegen in die Knie zu zwingen. Letztendlich wird bei
diesen ‚Sitzungen' natürlich genötigt - das Übliche halt."
Allein schon die Tatsache, dass der Kollege sagte, "das Übliche halt" deutet auf den sich
in leider immer mehr Firmen ausbreitenden Missbrauch von Personalgesprächen mit dem Ziel
Freiwilligkeit zu erzwingen hin.
Die Mitarbeiter, die von ihrem Recht Gebrauch machten, die Unterschrift unter den
geänderten Arbeitsvertrag zu verweigern, sollen laut einem Geschäftsführer der
Knorr-Bremse, Nutzfahrzeuge, von Gehaltserhöhungen ausgeschlossen werden. Auf einer
Betriebsversammlung sagte er, dass diese Gehaltserhöhungen weit über der Tariferhöhung
liege und nur den Mitarbeitern zukomme, die die geänderten Arbeitsbedingungen akzeptiert
hatten. Weitere Details sind bisher den Mitarbeitern nicht bekannt.
Die Betriebsvereinbarung ist nun verabschiedet und enthält folgende Regelungen:
- Statt 12 Gleitzeittage für Tarifmitarbeiter gibt es nur noch 4 pro Jahr
- Für außertarifliche Mitarbeiter gibt es keine Gleitzeittage mehr.
- Statt 40 Minuten Mittagspause sind es jetzt 45 Minuten
Folgende Punkte sind nicht Teil der Vereinbarung geworden:
- Samstagsarbeit
- Kernarbeitszeiten
- Arbeitsbeginn statt 6 Uhr erst 7 Uhr
- 1 Stunde Mittagspause
An den abgewendeten Forderungen erkennt man deutlich, dass Knorr-Bremse daran interessiert
ist, die Mitarbeiter solange wie möglich im Betrieb zu halten. Die Idee des 19. Jahrhunderts,
nur zum Schlafen nach Hause' erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei Arbeitgebern. Damit
einher geht natürlich der Gedanke, dass knappe Freizeit noch weniger Zeit und Kraft lässt,
sich mit seinen eigenen Rechten, Politik oder gesellschaftlichen Belangen auseinanderzusetzen,
die Ausrichtung des Lebens nur noch auf die Firma gerichtet ist.
So definierte die Betriebsleitung nach Auskunft von Kollegen:
- Man solle doch die Arbeit bei der Knorr-Bremse in seinen Lebensmittelpunkt
stellen, dann sei man ein Mitarbeiter für die Zukunft des Unternehmens. Wer
seine Freizeit, wie z.B. Sport in seinen Lebensmittelpunkt stellt, solle sich
lieber eine andere Firma suchen.
- Ein schlechter Mitarbeiter ist einer, der 42 Stunden arbeitet, 30 Tage Urlaub
nimmt und seine anfallende Gleitzeit abbummelt.
Ein guter Mitarbeiter ist einer, der sich möglichst einen Teil seines Urlaubs
auszahlen lässt, sich Gleitzeitstunden unbezahlt abschneiden lässt, also über
den vertraglichen Rahmen hinaus unentgeltlich Arbeit leistet.
Von den schlechten Mitarbeiter werde man sich über kurz oder lang trennen.
- Wenn man in Urlaub geht oder einen Gleittag nimmt, ist das schädlich für die Firma.
(iw/ks)
Mi, 17.05.06: TietoEnator-Chef Hatzipantelis äußert sich zu Protokollnotiz und Kapitalherabsetzung
Der Vorsitzende der Geschäftsführung der TietoEnator Deutschland GmbH Jürgen Hatzipantelis
besuchte heute in der Hofmannstraße eine Mitarbeiterveranstaltung um einige offene Fragen
zum Betriebsübergang zu klären.
Auf die Frage, warum die
Protokollnotiz nicht zusammen mit der Überleitungsvereinbarung
veröffentlicht wurde, antwortete er, dass sich Siemens gegen die Offenlegung ausgesprochen
hatte, TietoEnator dagegen sei für die Veröffentlichung gewesen. Er begrüßte daher die
Veröffentlichung auf der NCI-Homepage und bestätigte die Notwendigkeit der Offenlegung
gemäß §77 II 3 BetrVG.
Er fragte die Anwesenden, ob sie NCI kennen würden und äußerte sich positiv über unsere
objektive und detaillierte Berichterstattung zu TietoEnator. Er nahm auch zu unserem
Artikel vom 11.4.06 über die Kapitalherabsetzung bei TietoEnator Stellung. Wie wir
berichteten hatte die Hauptversammlung von TietoEnator laut finnischem Handelsregister am
23.3.06 eine Kapitalherabsetzung um 2.903.860 € beschlossen. In unserem Artikel blieb die
Frage offen, ob TietoEnator die Kapitalherabsetzung zum buchtechnischen Ausgleich eines
Bilanzverlusts (nominelle Kapitalherabsetzung) vornimmt oder um überflüssiges Kapital an
die Anteilseigner zu verteilen (effektive Kapitalherabsetzung). Jürgen Hatzipantelis
erklärte den Mitarbeitern, dass diese Kapitalherabsetzung mittels Aktieneinzug durchgeführt
wurde, um den Aktienkurs von TietoEnator zu stützen. Nach dieser Auskunft ist nicht davon
auszugehen, dass TietoEnator sanierungsbedürftig ist. Der Aktienkurs von TietoEnator ist
seit Jahresbeginn von 30,73 EUR um 22,2% auf 23,90 EUR gefallen.
Jürgen Hatzipantelis bestätigte auch, dass Siemens für ca. 5 Jahre Dienstleistungen von
TietoEnator beziehen wird, deren Gesamtumfang ca. 100 Mio. EUR beträgt. Auch dies hat nur
TietoEnator veröffentlicht. Siemens war nicht bereit, diese Information bekannt zu geben.
(cr/iw)
Mi, 17.05.06: Kunde droht mit Auftrag - doch Siemens übersieht den britischen Markt
Die Siemens-Tochter Home and Office Communication Devices GmbH&CoKG (SHC) kann stolz auf
ihre Entwickler sein. Die auf der britischen Insel einflussreiche Zeitung ‚Which?' - das
Pendent zur deutschen Zeitschrift 'Test' hat kürzlich ein Siemens Modell zu einem der
besten Geräte für Vieltelefonierer gekürt. Das Interesse an Siemens Telefonen ist groß
auf der Insel.
Doch es gibt dort weder die Gigaset-Telefone noch die Modems von SHC zu kaufen, weder im
Laden noch im Versandhandel. Lediglich eine kleine Telefongesellschaft bietet auf ihrer
Internet-Seite zwei Spezialmodelle von Siemens an, aber ausschließlich für ihre eigenen
Kunden. Mögen die Briten Siemens doch nicht?
Nein, die Briten haben nichts gegen den deutschen Export - im Gegenteil. Lediglich ein
winziger Managerfehler verhindert, dass Siemens an dem Geschäft mit den Telefonen nicht
teilnimmt. Der Siemens Konzern hat schlicht und einfach vergessen, seine Geräte auf dem
britischen Markt anzubieten - und hat es noch nicht einmal bemerkt. "Sicher verkaufen wir
in England über Telefongesellschaften, die ihr eigenes Markenzeichen auf unsere Geräte
kleben," meinte die SHC-Pressesprecherin zur Süddeutschen Zeitung. Doch, so ergaben die
Recherchen des Londoner Pressesprechers des Konzerns, es stimmt, Siemens bietet - von
Nebenstellenanlagen abgesehen - in Großbritannien nur ein einziges Gerät an und das ist
nicht für breite Käuferschichten vorgesehen.
Dieses Ergebnis hat die Londoner Fiale mehr als überrascht. Schließlich zählte Siemens
zeitweise zum größten ausländischen Anbieter auf der Insel und kaum ein anderes ausländisches
Unternehmen hat dort eine so lange Tradition. An fehlenden Vertriebskanälen kann es also
nicht liegen. Die SZ zieht den Schluss: "Die Siemens Manager scheinen Europas zweitgrößten Markt offenbar einfach übersehen zu haben. Und über Jahre hinweg hat es im ganzen Konzern keiner gemerkt."
Was aber bemerken unsere Manager dann? Sie bemerken, dass sie zu viele Mitarbeiter haben
und dass diese zu teuer sind, dass der Bereich dringend aus der Siemens AG ausgegliedert
werden muss, weil er zu wenig profitabel ist. Im Wesentlichen macht das Management die
hohen deutschen Lohnkosten dafür verantwortlich. Gemessen an den britischen Gerätepreisen
und der dort herrschenden Nachfrage spielt der deutsche Stundenlohn aber eine untergeordnete
Rolle.
Vielleicht sollte sich Siemens doch wieder auf den Verkauf von Produkten besinnen und
nicht nur an den An- und Verkauf von Firmen denken. Vielleicht sollten unsere Manager den
Marktzwang mal anders betrachten, nämlich als den Zwang, Märkte zu sehen und die Kunden
auf diesen Märkten mit den durchaus guten Siemensprodukten zu bedienen. Dann könnte es
nämlich tatsächlich passieren, dass Bereiche wieder profitabel werden, worüber dann auch
alle überrascht wären.
Aber dies würde bedeuten, dass man vom Global Player, der mit menschlichen und technischen
Kapazitäten spielt, wieder zum soliden Unternehmer werden muss.
Quelle: SZ 08.05.06/1
(iw)
Mi, 17.05.06: Siemens stärkt Entwicklung optischer Netze in China
Siemens will im Bereich optischer Netze vor allem im asiatischen Raum wettbewerbsfähiger
werden. Christian Unterberger, Leiter der Festnetzsparte bei Com, sagte dies am Dienstag.
Schaue man auf die Profitabilität in dem Marktsegment, so sei eine Konsolidierung wohl
erforderlich, so der Manager. Unterberger befindet sich zur Zeit auf dem Broadband World
Forum Asia 2006.
Einen Tag später am 16. Mai 2006 hat Siemens den Vertrag zur Übernahme des Optik-Spezialisten
Photonic Bridges Co. Ltd. mit Hauptsitz in Shanghai, China unterschrieben. Mit seinen mehr
als 300 Mitarbeitern entwickelt Photonic Bridges optische Übertragungssysteme für Reichweiten
bis zu 200 Kilometer.
Uns würde interessieren, wie Ihr diese Entwicklung für den Standort München einschätzt.
Artikel: FAZ
Artikel: treiber.de
(iw)
Mi, 17.05.06: Keine Personaldrehscheibe für TietoEnator-Kandidaten
‚Die Botschaft hör ich wohl - allein mir fehlt der Glaube' denken wohl so manche
Mitarbeiter, die zu TietoEnator wechseln sollen. Deshalb haben sich einige von ihnen für
die "Personaldrehscheibe" eingetragen, in der Arbeitsplätze z.B. bei Siemens Med in
Erlangen angeboten werden. Diese Mitarbeiter bekamen folgenden Serienbrief zurück:
"Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass diejenigen Mitarbeiter, die das Angebot haben zu
TietoEnator zu wechseln, nicht in den Vermittlungspool aufgenommen werden können.
Diese Mitarbeiter haben mit dem Betriebsübergang zu Tieto Enator bereits eine gute
Perspektive."
Seit Jahren darauf bedacht, verwendet die Betriebsleitung verharmlosende Worte, wenn es
darum geht, die Folgen des Stellenabbaus für die Mitarbeiter zu skizzieren. So heißt es
Angebot, wenn es sich um einen Verkauf handelt, Kapazitätsanpassungen statt
Arbeitsplatzverlust. Verharmlosend heißt es auch Beschäftigungsgesellschaft, obwohl auch
Siemens weiß, dass Beschäftigung ein rares Gut in Deutschland geworden ist. Und nach
einem Jahr und ein paar Monaten ist es dann für manchen mit jeglicher Beschäftigung
vorbei. ‚Rutsche in die Arbeitslosigkeit' nannten wir das 2002. Heute haben wir uns an
diese Rutsche gewöhnt, an die Worte, die uns den Verleihermarkt als neue Perspektiven
verkaufen, die die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen als zukunftsorientierte
Strukturanpassungen bezeichnen, die uns ‚Arbeiten ohne Ende' als Möglichkeit zur
Selbstentfaltung anbieten.
Trotz jahrelanger Wiederholung stößt es dem Gefühl immer wieder auf, dass die neuen
Perspektiven zwar neu sein mögen, aber ihre Vorteile ziemlich einseitig verteilt sind und
selten auf der Seite des Arbeitnehmers liegen. So dachte ein Mitarbeiter, ein Angebot sei
etwas, dass man entweder annehmen kann, weil es zusagt, oder ablehnen kann ohne
nachteilige Folgen erwarten zu müssen. Den Betriebsübergang zu TietoEnator als Angebot zu
bezeichnen entspricht nur sehr bedingt der Bedeutung des Wortes. Immerhin muss man sich
bei Ablehnung dieses Angebots Gedanken über das Risiko einer betriebsbedingten Kündigung
ohne Sozialauswahl machen. Auch die Vorteile sind nicht frei von der Frage, wie lange hält
der Arbeitsvertrag mit TietoEnator. Die guten Perspektiven sind schwer zu finden. Es mag
am Blickwinkel dessen liegen, der die Folgen der Perspektiven tragen muss.
Man hätte den gravierenden Nachteil des ‚Angebots' ein wenig ausgleichen können, in dem
man die Personaldrehscheibe auch TietoEnator-Kandidaten zugänglich macht. Daher bleibt es
auch ein wenig zweifelhaft, ob es Siemens tatsächlich um die guten Perspektiven für die
Mitarbeiter geht, oder nur schlicht und einfach darum, Kapazitäten, anzupassen, um die
eigenen Perspektiven zu verbessern. Und so können wir die Worte drehen und wenden, um am
Ende wieder mit Goethe festzustellen ‚Name ist Schall und Rauch'. Was bleibt ist der
Mensch, der es doch immer wieder spürt, wenn Wort und Sinn voneinander abweichen, auch
wenn die Propaganda sich noch so sehr bemüht.
(iw)
Mo, 15.05.06: Machtkampf bei Siemens VAI geht weiter
Nicht nur in der Führungsetage des Siemens Konzerns herrscht
der Kampf um Macht und Einfluss
vor, sondern auch bei Siemens VAI geht der Kampf um die Führungspositionen weiter. Wie
OÖNachrichten
heute meldete, geht nach VAI-Chef Gerhard Falch geht auch Finanzvorstand
Erich Ennsbrunner.
In Linz heißt es, dass nach der Übernahme durch Siemens "Chaos" herrsche und Siemens "das
Unternehmen ruiniert". Gerhard Flach, der in den Aufsichtsrat wechselte, appellierte in
seiner Abschiedsrede an "seine" Führungskräfte, nach vorne zu schauen und weiterzuarbeiten.
"Es geht um eure Arbeitsplätze", wird der scheidende VAI-Mann zitiert. Es dürfte auch
um die Arbeitsplätze der Mitarbeiter gehen, die - wir berichteten - verunsichert sind.
(iw)
Mo, 15.05.06: PSE-Leitung "informiert" über COM-Auswirkungen auf PSE-MitarbeiterInnen
Auf einer Veranstaltung am letzten Freitag in Wien wollte die Leitung der PSE (Siemens AG
Österreich) im Geschäftsgebiet SMC über die Auswirkungen der COM-Krise auf die Beschäftigten
bei PSE SMC (ca. 400 Mitarbeiter in Österreich) informieren. Die mehrfach wiederholte
Message der Geschäftsleitung sei hier kurz berichtet: Wir sind optimistisch, für die Themen
der Zukunft gut aufgestellt und haben alles im Griff.
Wer konkretere Informationen über eine Personalplanung/Personalreduktion wie bei COM
erwartet hatte, wurde wie folgt be(un)ruhigt: Über die "Headcounts" der wegen COM
geänderten Planung müsse man in der Leitung erst noch reden. Dabei "wird (zwar) der eine
oder andere betroffen sein". Aber die interne Jobbörse der PSE sei so voll, dass die
offenen Positionen kaum besetzt werden könnten.
So konnte man sich nach dieser "Information" entweder beruhigt zurücklehnen oder weiter
spekulieren, ob und wieviele Köpfe in der PSE wohin rollen werden und wo wohl zwecks
Produktivitätssteigerung als nächstes Personal, Gehaltserhöhungen oder Raumflächen
eingespart werden oder die Arbeit künftig noch billiger hin verlagert wird.
Siehe auch: Bericht in der SZ
(fw)
Mo, 15.05.06: Stolpert Siemens über das chinesische Arbeitsrecht?
Es ist erst knapp zwei Jahre her als Siemens mit hunderten von
Arbeitsgerichtsprozessen in
München zu kämpfen hatte, die bekanntlich zu Gunsten der Arbeitnehmer ausgegangen sind. Die
Sturheit, diese aussichtslosen Prozesse durch zwei Instanzen durchzuziehen, hat dem Ruf von
Siemens geschadet.
Ist Siemens nun dabei seinen Ruf als Arbeitgeber in China zu ruinieren?
155 ehemalige Mitarbeiter von Siemens Peking haben Klage bei einer chinesischen Schiedskommission
für betriebliche Belange eingereicht. Die chinesischen Kollegen fordern vom Siemens Konzern
RMB 1,2 Millionen, das sind umgerechnet 122.093 EUR, Peanuts würde manch ein Manager sagen.
Hintergrund der Klage ist der Verkauf des chinesischen Betriebs an BenQ im Oktober 2005.
Aus diesem Verkauf leitet Siemens das Recht ab, den Mitarbeitern 33 Prozent weniger Bonus als
vertraglich vereinbart zu zahlen. Die Begründung des Konzerns: Die Mitarbeiter hätten
(durch den Verkauf) nur 67% ihrer Arbeitsziele erreicht. Daher könnten sie auch nur 67 Prozent
des vereinbarten Bonus verlangen.
Die Arbeitnehmer berufen sich auf das chinesische Arbeitsrecht. Danach muss eine
Gesellschaft klare Vorgaben machen, wenn der Lohn mit einem Bonus gekoppelt ist. Siemens
habe nie eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses für 2005 angekündigt.
Die Mitarbeiter sind über das Vorgehen von Siemens sehr verärgert. Sie führen diesen
Prozess weniger des Geldes wegen als vielmehr um der Gerechtigkeit willen. Die Mitarbeiter
sehen schlicht und einfach nicht ein, dass sie auf einen vertraglich zugesicherten Bonus
verzichten sollen, nur weil Siemens überraschend verkauft hat. Sie hätten die vertraglichen
Ziele erreicht, wenn das Arbeitsverhältnis mit Siemens weitergegangen wäre.
Also, auch die Kollegen in China müssen für ihre Rechte kämpfen.
ChinaTechNews
(iw)
Mo, 15.05.06: Betriebswahl bei SAP eingeleitet: Wahlschreiben hängt aus
Die Weichen sind gestellt. 10.770 MitarbeiterInnen werden am 21.6.2006 erstmalig einen
Betriebsrat bei der SAP AG wählen. Dieser Betriebsrat wird nicht nur für den Hauptbetrieb
Walldorf / St. Leon-Rot zuständig sein, sondern auch für zahlreiche Nebenstandorte der SAP
AG.
Das bisherige eher schwache SAP-Modell "BR-light" hat damit ausgedient.
Henning Kagermann, Vorstandsvorsitzender der SAP AG, hat auf der Hauptversammlung am
9.5.2006 laut Presseberichten zur BR-Wahl folgendes ausgeführt: "Fair und offen mit den
Mitarbeitern umzugehen und ihre Interessen zu wahren, habe für das Unternehmen hohe
Priorität". Gut so! Im Gegensatz dazu ist die erstmalige Gründung eines Betriebsrats bei
Europas größtem Softwarehersteller SAP AG bei den Kleinaktionären auf scharfe Kritik
gestoßen.
Artikel: IG Metall Heidelberg
Dokumentation bei NCI
(iw)
Mo, 15.05.06: Indien: Ausländische IT-Firmen heizen Wettbewerb ums Personal an
Unter den US-amerikanischen und europäischen IT-Firmen mit Sitz in Indien verschärft sich
der Kampf ums Personal. Die Fluktation nimmt zu.
Artikel: de.internet.com
(iw)
So, 14.05.06: Weitere Regelungen aus der Überleitungsvereinbarung
Wie aus der Protokollnotiz vom 04.05.06 zur Überleitungsvereinbarung für Com FN PV PD und
Com CD NI UD zu TietoEnator hervorgeht (Beitrag vom 10.05.06), gelten unten stehende
ergänzende Bestimmungen. Die Protokollnotiz ist Teil der Betriebsvereinbarung und rechtlich
verbindlich.
Sie wurde auf der Mitarbeiterveranstaltung zwar vorgestellt, aber bis heute nicht
schriftlich ausgehändigt und auch nicht im Intranet zugänglich gemacht. Die Protokollnotiz
ist bisher nur beim Betriebsrat einsehbar. Eine Nichtveröffentlichung dieses Teils der
Betriebsvereinbarung an den üblichen Stellen im Intranet auf den Seiten von CP, wäre jedoch
ein Verstoß gegen §77 II 3 BetrVG. Danach hat der Arbeitgeber Betriebsvereinbarungen an
geeigneter Stelle im Betrieb auszulegen. Sollte die Protokollnotiz nicht schriftlich
ausgehändigt werden, würden unserer Ansicht nach außerdem wesentliche Informationen über
die wirtschaftlichen Folgen des Übergangs nicht in Textform an die Mitarbeiter ausgehändigt.
Damit hätte der Arbeitgeber nicht ordentlich über den Betriebsübergang unterrichtet und die
Widerspruchsfrist gegen den Übergang würde nicht zu laufen beginnen. Wir gehen daher davon
aus, dass die Protokollnotiz baldmöglichst im Intranet zugänglich sein wird.
Eingliederung in den Betrieb TietoEnator
Die Mitarbeiter aus
- Siemens Düsseldorf werden der Betriebsratseinheit Köln von TietoEnator zugeordnet.
- Siemens Hamburg werden vom Betriebsrat Hamburg von TietoEnator betreut.
- Siemens Leipzig werden der Betriebsratseinheit TietoEnator Berlin zugeordnet.
- Siemens München werden für eine Übergangszeit von maximal sechs Monaten weiter vom
Betriebsrat Mch H betreut. Sie werden also nicht in den bestehenden TietoEnator
Betrieb in München Garmischerstraße 10 wie ursprünglich angekündigt integriert,
sondern sie bilden einen eigenen Betrieb.
Was bedeutet dieser Übergang in einen ‚eigenen Betrieb' für die Münchner Kollegen?
- Kann TietoEnator wegen Auftragsmangels, die
Mitarbeiter in diesem Betrieb nicht mehr ausreichend beschäftigen, dann könnten
betriebsbedingte Kündigungen oder eine Betriebsschließung anstehen.
Im Falle einer Betriebsschließung,
- wird insbesondere der tariflichen Kündigungsschutz (§2 Nr. 5 III
Bayerischer Manteltarifvertrag), der Kündigungsschutz für Jubilare und der
besonderen Kündigungsschutz (z.B. Elternzeit, Kündigungsschutz für Betriebsräte,
Schwerbehindertenschutz) aushebelt,
- erfolgt keine Sozialauswahl
- ist die unternehmerische Entscheidung, in diesem Fall die Betriebsschließung,
klar auf den einzelnen Arbeitsplatz herunter zu brechen.
- Damit bleibt im Falle einer Kündigungsschutzklage nur noch die Berufung
auf freie Stellen bei TietoEnator übrig. Fraglich ist jedoch, ob die
übergehenden Siemensmitarbeiter auf diese freien Stellen passen, denn ihre
Arbeit unterscheidet sich deutlich von der der jetzigen Mitarbeiter bei
TietoEnator.
Im Fall von betriebsbedingten Kündigungen
- bleibt der Kündigungsschutz erhalten,
- muss eine Sozialauswahl über die Mitarbeiter in diesem Betrieb erfolgen,
also unter den übergegangenen Kollegen,
- die unternehmerische Entscheidung könnte leicht durch den Wegfall der
Aufgaben im Bereich EWSD - als auslaufendem Projekt - und der Dokumentation
auf den einzelnen Arbeitsplatz herunter gebrochen werden.
- Die Berufung auf freie Arbeitsstellen bei TietoEnator bleibt wie bei der
Betriebsschließung erhalten.
- Der Betriebsrat München Hofmannstraße bleibt gemäß §21a III BetrVG für maximal
sechs Monate für den neu gegründeten TietoEnator Betrieb zuständig. Er wird dort
die Betriebsratswahl einleiten. Allerdings müssen sich im Betrieb Mitarbeiter
finden, die bereit sind für den Betriebsrat zu kandidieren.
Kündigungswahrscheinlichkeit
Betriebsrat und Betriebsleitung der Siemens AG gehen davon aus, dass bis zum 30.06.2009
keine betriebsbedingten Kündigungen durch TietoEnator erfolgen werden. Allerdings ist dies
keine rechtsverbindliche Zusage. Die Betriebsparteien können eine Kündigung nicht
ausschließen, da das Kündigungsrecht bei TietoEnator liegt. Daher haben sie für den Fall,
dass TietoEnator vor dem 30.06.2009 betriebsbedingte Kündigungen ausspricht, bereits jetzt
nachfolgende Abfindungsregelung vereinbart.
Abfindungsregelung
Mitarbeiter, die vor dem 30.06.2009 bei TietoEnator durch betriebsbedingte Kündigung oder
Aufhebungsvertrag ausscheiden, erhalten eine Abfindung, vorausgesetzt sie treten nicht in
den Ruhestand und vorausgesetzt, der (Gesamt-) Betriebsrat von Tieto-Entor vereinbart mit
TietoEnator nichts davon Abweichendes.
Achtung: Daher ist es wichtig, dass die übergehenden Mitarbeiter einen
starken Betriebsrat wählen, der die ausgehandelten Konditionen genau kennt und nicht
bereit ist, Schlechteres zu vereinbaren.
Die Höhe der Abfindung berechnet sich
- auf Basis des Bruttomonatseinkommens im Übertrittszeitpunkt
- nach der am jeweiligen Standort (also z.B. Mch H) derzeit bestehenden/letztgültigen
Siemens-Sozialplanregelung. Also fordert die betreffende Betriebsvereinbarung von
der Personalabteilung an bevor Ihr übergeht.
- Von der so bestimmten Siemens-Abfindung bekommt Ihr je nach der Dauer der
Beschäftigung bei TietoEnator
- bei einem Ausscheiden im ersten Jahr ab Übergang 100%
- bei einem Ausscheiden im zweiten Jahr ab Übergang 80%
- Bei einem Ausscheiden im dritten Jahr ab Übergang 60%
- ab 3 Jahren ist keine Abfindung mehr vorgesehen.
Beispiel:
Im Falle von betriebsbedingten Kündigungen (auch Betriebsschließung) muss der Arbeitgeber
bei der Kündigung die Kündigungsfrist beachten. Ist jemand länger als 20 Jahre im Betrieb
beschäftigt (die Siemens-Zeiten rechnen mit), dann hat er eine Kündigungsfrist von 7 Monaten.
Der Arbeitgeber muss also, um diese Frist zu wahren, 7 Monate vor dem tatsächlichen
Austrittszeitpunkt, kündigen.
Angenommen TietoEnator kündigt am 31.12.06, dann scheidet ein Mitarbeiter mit
siebenmonatiger Kündigungsfrist zum 31.07.07 aus. Er war also 1 Jahr und 1 Monat bei
TietoEnator und erhält nach obiger Vereinbarung 80% der Abfindungssumme. Hat der
Mitarbeiter nur 6 Monate Kündigungsfrist erhält er 100%, da er dann zum 30.06.07
ausscheidet.
Die Abfindung wird nur ausbezahlt, wenn unmittelbar nach dem Ausscheiden von TietoEnator
keine Tätigkeit bei der Siemens AG oder einem mit dieser oder mit TietoEnator verbundenen
Unternehmen aufgenommen wird. Wird innerhalb von drei Jahren eine solche Beschäftigung
aufgenommen, dann besteht eine Rückzahlungsverpflichtung für den zu 3 Jahren fehlenden
Zeitraum in Höhe von 1/36 der Abfindungssumme pro Monat. Zurückzuzahlen ist jedoch der
entsprechende Bruttobetrag, bezahlte Steuern und Sozialabgaben werden nicht zurückerstattet.
Dies sind die üblichen Konditionen bei Abfindungen in der Siemens AG.
Dienstsitz
Der Dienstsitz muss nicht identisch sein mit dem tatsächlichen Arbeitsplatz. Für die
jetzigen TietoEnator Mitarbeiter, die den Betrieben in München zugeordnet sind, ist der
Dienstsitz München, für die Hamburger Hamburg. Der Arbeitsplatz kann aber in Bremen,
Bulgarien oder sonst wo sein.
Die Vereinbarung sagt nur zu, dass der Dienstsitz aus heutiger Sicht in räumlicher Nähe
zum bisherigen Dienstsitz liegt. Sicher ist also nicht, dass man immer in seiner jetzigen
Stadt bleiben kann.
Firmenwohnungen
Für Mitarbeiter, die
- am 30.06.06 das 50. Lebensjahr vollendet haben,
- am 30.06.06 mindestens 25 Dienstjahre haben oder
- zum Zeitpunkt des Übergangs schwerbehindert sind
können unbefristet in ihrer Firmenwohnung bleiben.
Alle anderen können ihre Firmenwohnung noch 5 Jahre bewohnen.
Tarifvertrag
Für Mitarbeiter, die bisher dem Ergänzungstarifvertrag (ErgTV), unterlagen, gilt nach dem
Betriebsübergang der Flächentarifvertrag des jeweiligen Bundeslandes.
(iw/cr)
Sa, 13.05.06: Machtkampf zwischen Kleinfeld und Pierer
Zu Beginn seiner Karriere als Vorstandsvorsitzender wurde Klaus Kleinfeld vor allem durch
zwei Dinge bekannt: Durch seine Rollex, die es plötzlich auf dem Bild nicht mehr gab und
durch die Tatsache, dass er Lothar Pauly kopierte und auch ein Handy der Konkurrenz ins
Bierglas warf. Unwirsches Benehmen zeichnet den Vorstandsvorsitzenden immer noch aus. So
knallt er schon mal den Telefonhörer auf die Gabel, wenn er unpräzise und zudem noch
langwierig vorgetragene Auskünfte bekommt.
Kleinfeld will handeln, nicht verhandeln, kaufen und verkaufen, heuern und feuern, ganz
nach amerikanischen Vorbild, nüchtern, schnell, ohne langwierige Überlegungen und
Diskussionen. Er ist durch und durch ein Manager der amerikanischen Art. Er
erinnert an Louis XIV: "L'État c'est moi" (Der Staat bin ich). Übertragen auf Kleinfeld
heißt dies: Bei Siemens entscheide ich, sonst niemand.
Damit steht er im krassen Widerspruch zu dem, was bisher an der Siemens Spitze üblich war.
Bisher hatte ein Triumvirat das Sagen: Ein einflussreicher Aufsichtsratvorsitzender, ein
starker Finanzvorstand und der Vorstandsvorsitzende. Dieses handelte bisher die
Entscheidungen aus, die das Schicksal von Siemens bestimmten.
Inzwischen hat Kleinfeld sich bereits des starken und in der Finanzwelt anerkannten
Finanzvorstandes Heinz-Joachim Neubürger entledigt und ihn durch den ihm freundlicher
gesonnenen Joe Kaeser ersetzt. Mit markigen Worten, wohl um seinem Chef nicht nachstehen,
führte er sich in die Finanzwelt ein. Er werde weiter hart durchgreifen. An den Margenzielen
werde nicht gerüttelt. Nach dem Analysieren sei nun die Zeit des Exekutierens gekommen, so
Kaeser zur Süddeutschen Zeitung kurz vor seinem Amtsantritt. Bei der Wahl seiner Worte kann
einem einfachen Mitarbeiter das Grauen kommen. Sind wir versetzt ins finstere Mittelalter?
Kaeser hat sich noch nicht in der Finanzwelt profiliert. Grund dürfte seine fehlende
Erfahrung auf dem glatten Parkett sein.
Das Triumvirat, bestehend aus starken Persönlichkeiten, existiert mit dem Wechsel Neubürger
Kaeser nicht mehr. Kleinfeld muss sich die Macht nur noch mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden
und jetzigem Aufsichtsratvorsitzenden Heinrich von Pierer teilen. Kleinfeld war für Pierer
immer die zweite Wahl als Vorstandsvorsitzender. Kleinfeld wurde von Pierers Gegenspieler
und Vorgänger im Aufsichtsrat Karl-Hermann Baumann vorgeschlagen. Pierer hatte
Ganswindt favorisiert.
Im Kampf um die Macht stehen sich konträre Persönlichkeiten und Konzepte gegenüber:
Auf der einen Seite steht Klaus Kleinfeld als typischer Manager der amerikanischen Art,
der an schnellen und kurzfristigen Erfolgen interessiert ist. Auf der anderen Seite steht
Heinrich von Pierer als typischer Unternehmer mit seiner Politik der behutsamen
Veränderungen, die das langfristige Überleben von Siemens im Auge hat.
Pierer hat in diesem Machtkampf eine Runde gewonnen. Es gelang ihm bis jetzt mit
Unterstützung der Arbeitnehmerseite, den vollständigen Verkauf
von SBS und Com zu verhindern und das Sanierungstempo zu drosseln. Dies erklärt, warum
plötzlich der im Raum stehende Verkauf von Com nicht mehr tagesaktuell ist und harte
Sanierungseingriffe bis ins Jahr 2007 ausgedehnt wurden. Heinrich von Pierer dürfte doch
ein wenig mehr soziale Verantwortung empfinden als Kleinfeld. Dieser wird von Mitarbeitern
als eiskalt bezeichnet. Sein jungenhaftes Lächeln täuscht nicht darüber hinweg. Kleinfeld
verfügt - im Gegensatz zu Pierer - über kein Verantwortungsgefühl für den Standort Deutschland, hat
keine historische Bindung zur Telekommunikationssparte, mit der Siemens immerhin groß
geworden ist und die nach wie vor einer der Zukunftsmärkte sein wird, von denen sich ein
globales Unternehmen nicht verabschieden sollte. Ohne Telekommunikation läuft nichts
auf der Welt. Das sollte auch ein Klaus Kleinfeld begreifen.
Heinrich von Pierer verfügt über eine solide Mehrheit im Aufsichtsrat. Der Vorstand der
Medizintechnik Erich Reinhardt steht auf Pierers Seite sowie Personalvorstand Jürgen
Radomski und Gerhard Cromme, der Vorsitzende des Prüfungsausschusses.
Kleinfeld dagegen bestellt noch sein Lager. Nach der Ablösung von Neubürger ist Thomas
Ganswindt, der im Zentralvorstand den Bereich Com betreut, ins Schussfeld des Vorstandschefs
geraten. Kleinfeld macht keinen Hehl daraus, dass er Ganswindt am liebsten loswerden möchte.
Das verhinderte bislang v. Pierer. Die operativen Ergebnisse bei SBS und Com schwächen die
Position von Ganswindt. So setze Kleinfeld kurzer Hand Eduardo Montez als Com-Bereichsvorstand ein - ohne zuvor Rücksprache
mit Ganswindt zu nehmen.
Wer gewinnt den Machtkampf?
Bei diesem Machtkampf geht es um mehr als um zwei Personen. Er entscheidet, ob sich
amerikanisches schnelllebiges Management oder deutsches Unternehmertum, mit dem Siemens
immerhin über 150 Jahre existierte, durchsetzt.
Vom Gewinner hängt auch das Schicksal der Mitarbeiter in den Bereichen SBS und Com ab.
Gewinnt Kleinfeld, dann werden SBS und Com schnellstmöglich entsorgt. Gewinnt v. Pierer,
werden diese Bereiche seiner Strategie der behutsamen Veränderung unterworfen, haben eine
Chance zu überleben. ‚Behutsam' ist dabei aber unter den knallharten Umweltbedingungen in
der Konzernspitze zu betrachten. Es ist durchaus möglich, dass Mitarbeiter weder das eine
noch das andere als behutsam empfinden.
Quelle: Manager Magazin 5/2006.
(iw)
Fr, 12.05.06: Altersversorgung beim Übergang zu TietoEnator
Laut Gesetz würde TietoEnator die Siemens-Pensionszusage nur entsprechend der durch Siemens
bis zum Zeitpunkt des Übergangs eingezahlten Beiträge übernehmen. In der
Überleitungsvereinbarung ist darüber hinaus geregelt, dass bei TietoEnator die Zusage
auf das Alter 60 erhalten bleibt, d.h. dass Mitarbeiter, die zu TietoEnator
übergehen und jetzt unter 60 sind, Firmenrentenansprüche bis zum 60 Lebensjahr
erwerben (so sie solange bei TietoEnator sind) und zwar nach den Konditionen, die heute bei Siemens gelten.
Um dies zu gewährleisen, meldet sich TietoEnator bei der Pensionsfondsicherungsgesellschaft (PSG) an und führt
entsprechende Beiträge ab. Allerdings ist bei TietoEnator nicht gewährleistet, dass
die bei Siemens automatisch alle drei Jahre durchgeführte Anpassung ebenfalls stattfindet.
Bis auf diese Erhöhung haben bezüglich Pension die zu TietoEnator übergehenden Mitarbeiter
den gleichen Anspruch wie Siemens-Mitarbeiter. Hierin liegt die wesentliche Verbesserung
dieser Überleitungsvereinbarung gegenüber der vorhergehenden für BenQ.
(pl)
Do, 11.05.06: Zukunft von EWSD bei TietoEnator?
Im FN All Hands -Meeting vom 10.05.2006 sagte der FN-Bereichsleiter im Bezug auf die
Strategie, die man bzgl. EWSD verfolgen werde, dass man die Kunden überzeugen wolle auf
das Produkt NG Metro umzusteigen oder dass sie höhere Preise akzeptieren müssten.
Dies bedeutet konkret, dass die Betreuung der EWSD Anlagen bei TietoEnator über kurz oder
lang auslaufen wird. Die frei werdenden Mitarbeiter könnten dann nach Meinung des
FN-Bereichsleiters Aufträge von VDO bearbeiten. Die Frage für die Mitarbeiter, die zu
TietoEnator übergehen ist daher: Besitzen sie nach jahrelanger Arbeit an den EWSD-Anlagen
das erforderliche Know How dazu? Was passiert mit den Mitarbeitern, die über dieses
Know How nicht verfügen? Werden sie durch TietoEnator qualifiziert, um sie auf die
VDO-Aufgaben vorzubereiten oder erfolgt dann eine betriebsbedingte Kündigung, da keine
Beschäftigungsmöglichkeit bei TietoEnator mehr besteht?
(iw)
Do, 11.05.06: Siemens VAI: Linz gegen Erlangen und eine verunsicherte Belegschaft
Nein, es handelt sich nicht um ein Vorspiel für die Fußball WM, sondern um ein heftiges
Führungsgerangel im fusionierten Unternehmen Siemens und VAI mit der Folge, dass die
Belegschaft mehr und mehr demotiviert wird. "Es ist wichtig, die Motivation aufrecht zu erhalten,
wobei das immer schwieriger wird", sagt der Betriebsratsvorsitzende Ernst Arter.
"Siemens VAI - als zwei der erfolgreichsten Technologiepartner der Eisen-, Stahl- und
Aluminiumindustrie, haben VAI und Siemens Metals ihre Stärken gebündelt und sich zusammen
getan, um die mechanische und elektrische Welt noch effektiver zusammenzuführen." heißt
es auf der Homepage von Siemens VAI.
Von Stärken bündeln zur Zufriedenheit des Kunden kann bei Siemens VAI keine Rede sein. Ein
Kampf um Einfluss und Posten zwischen Siemens Erlangen (dort ist die industrielle Führung
für die Siemens VAI), Siemens Österreich (sie ist der offizielle Eigentümer) und dem
Konzernsitz Siemens München ist entbrannt. Die Linzer fürchten, dass sie von Erlangen
ausgebootet werden.
Die Auseinandersetzung gipfelt im Rücktritt von VAI-Chef Gerhard Falch. Der langjährige
Firmenchef Falch wird als "Mister VAI" bezeichnet, der sich voll und ganz mit seinem
Unternehmen identifizierte. Falch sagt zu seinem Rücktritt lediglich: "Der Eigentümerwechsel
war eine Zäsur."
Offenbar sieht "Mister VAI" keine Chance mehr, einen Rest von Eigenständigkeit der Linzer
Stahlwerksbauer innerhalb des Siemens-Konzerns und dessen Bereichsleitung im deutschen
Erlangen zu erhalten. Falchs Nachfolger in der VAI wird Richard Pfeffer aus Erlangen.
Weiteres österreichisches Führungspersonal wird bereits gegen deutsches ausgetauscht.
Im Unternehmen wird erwartet, dass noch weitere Top-Manager gehen könnten, genannt wird
Walzwerks-Vorstand Karl Schwaha (57). Sein Gegenspieler aus Erlangen, Sanjeev Sinha, gilt
als sein Nachfolger.
Einher mit dem Gezerre in der Führungsebene geht wie bei Siemens üblich eine Umorganisation.
Nach Bekanntwerden des Rücktritts von VAI-Chef Falch hat der Betriebsratsvorsitzende Ernst
Artner seinen Urlaub abgebrochen. Kurz vor der Veröffentlichung der neuen
Organisationsstruktur - diese ist für Montag geplant - will er retten, was noch zu retten
ist. "Uns wurde große Eigenständigkeit versprochen. Jetzt geht es darum, dass es keinen
Ettikettenschwindel gibt", sagt Artner.
Viele befürchten, dass die Zusage, Siemens VAI in Linz werde das Metallurgie-Zentrum des
Konzerns, nur zur Beruhigung der Kritiker des VA Tech-Verkaufs dient. "Die Musik spiele in
Erlangen", heißt es. Siemens-Chefin Brigitte Ederer räumt ein, dass die Sparte industriell
von Erlangen aus geführt werde und nicht von Wien oder Linz. Der Standort Linz spiele aber
eine wichtige Rolle als Kompetenzzentrum.
Die VAI-Belegschaft ist stark verunsichert. Der Rücktritt von Falch hat diese Verunsicherung
verstärkt. Im Betrieb wird gesagt: "Es ist wie bei einem Tischtuch, an dem von drei Seiten
gezerrt wird. Dass das am Ende kaputt ist, sehen die Handelnden nicht".
Artikel:OÖNachrichten
(iw/fw)
Do, 11.05.06: Stimmung BenQ Ulm
War gestern bei BenQ Ulm, ehemals Siemens Ulm. Das sieht gespenstisch aus - vorne in
der Lise-Meitner-Str. alles zu und dunkel. Ich wollte schon wieder
heimfahren, hab dann aber gemerkt, daß "hinten drüben", also Richtung
Hinterhof, auch nach der Entsorgung der Handy- Sparte doch noch ein
Bisschen Siemens übrig ist...
(mk)
Mi, 10.05.06: Überleitungsvereinbarung zu TietoEnator
Die Überleitungsvereinbarung enthält im Wesentlichen die
gesetzlichen Bestimmungen.
Für entfallende spezielle Siemens-Regelungen gibt es einmalig eine Pauschale Ausgleichszahlung
von 800.- EUR.
Zusammenfassend kann man sagen: Viel Papier um nichts.
Im einzelnen heißt dies:
Für Tarifmitarbeiter:
- Die Höhe es Einkommens, einschließlich widerruflicher Sonderzulage, bleibt entsprechend §613a BGB erhalten
- Jahreszahlung im Tarifkreis:
Für die Jahreszahlung gelten bis zu einer eventuellen Neuregelung die derzeitigen
Richtlinien der Siemens AG weiter. Die Entscheidung über den Unternehmensfaktor
trifft die Geschäftsführung von TietoEnator. Für das Geschäftsjahr 2005/06 wird der
Unternehmensfaktor der Siemens AG nicht unterschritten. Die Jahreszahlung für das
Geschäftsjahr 2005/2006 wird zeitgleich mit der Siemens AG durch TietoEnator ausgezahlt.
- Bestimmungen des Tarifvertrags bleiben entsprechend §613a BGB erhalten
Für ÜT-Mitarbeiter:
- Jahreszieleinkommen bleiben in der Summe unverändert. Die Jahreszahlung
wird bis zu einer eventuellen Neuregelung in gleicher Modalität mit einem von der
Geschäftsführung von TietoEnator festgelegten Faktor fortgeführt, der im
Geschäftsjahr 2005/2006 mindestens dem der Siemens AG entspricht. Die Orientierungswerte für die weitere Einkommenspflege (EFA) werden von der Geschäftsführung
von TietoEnator vorgegeben.
Für alle:
- Zeitguthaben
können nicht mitgenommen werden. Sie werden entsprechend der örtlichen
Regelungen ausgeglichen. Bummelt ab, das ist am sichersten
- Urlaubsansprüche
bleiben bestehen. Bereits genehmigte persönliche Urlaubsplanungen
bleiben erhalten.
- Betriebsvereinbarungen und Gesamtbetriebsvereinbarungen
bleiben entsprechend §613a BGB erhalten
- Betriebszugehörigkeitszeiten und besonderer Kündigungsschutz
d.h. tariflicher Kündigungsschutz (nur Tarifmitarbeiter),
Jubilarschutz, Schwerbehindertenschutz, werden gemäß §613a BGB mitgenommen oder sind
ohnehin gesetzliche Regelungen
- Firmenjubiläum
Die z. Zt. geltenden Regelungen, insbesondere zur Höhe des Jubiläumsgeldgeschenkes,
gelten bis zu einer eventuellen Neuregelung weiter.
- Altersversorgung
Die von der Siemens AG zugesagte Alters- und Hinterbliebenenversorgung einschließlich DC
(Deferred Compensation) und ZW (Zusatzversorgung zur Wahl) geht gemäß §613a BGB auf
TietoEnator über
- SBK
Mitglieder der SBK können in der SBK bleiben, da diese ohnehin eine offene Kasse ist
- Siemens-Belegschaftsaktien
können nicht mehr bezogen werden.
- Firmendarlehen
Bestehende Firmendarlehen der Siemens AG werden mit dem Zeitpunkt des
Betriebsübergangs (Ablauf 30.06.2006) von TietoEnator übernommen und zu den gleichen
Bedingungen weitergeführt.
- Versicherungen
Direktversicherung unter Umwandlung von Arbeitseinkommen und sonstige Versicherungen
können bis zu einer ev. Neuregelung weitergeführt werden.
- Firmenwohnung
Mitarbeiter, die zu TietoEnator übergehen haben keinen Anspruch auf Firmenwohnungen.
Jedoch gilt eine Übergangsbestimmung: Firmenwohnungen darf man noch für die Dauer
von 5 Jahren befristet bewohnen, Kollegen über 50 / Jubilare / Schwerbehinderte sogar
unbefristet. Heißer Tipp an alle, die eine Firmanwohnung haben (nicht nur TE): Wenn
man arbeitslos ist, bekommt man keine Wohnung mehr. Verabschiedet Euch von einer Firmenwohnung solange Ihr noch
in Lohn und Brot seid!
- Soziale Einrichtungen
Die Nutzung von sozialen Einrichtungen bei Siemens, wie Kreislaufkuren, ist mehr möglich
- Jeder Mitarbeiter enthält einmalig einen Ausgleich in der beeindruckenden Höhe von Euro 800,- brutto
mit den Bezügen des Folgemonats nach dem Übertritt.
- Altersteilzeitverträge
gelten gemäß §613a BGB bei TietoEnator weiter. TietoEnator
wird eine Insolvenzsicherung gem. § 8a ATZG vornehmen. Der Abschluss neuer ATZ-Verträge
ist bis zu einer ev. Neuregelung möglich.
- Pensionskasse
Mitarbeiter, die bei der Siemens AG Beiträge in die Victoria Pensionskasse eingezahlt haben
(Riester- / Eichel – Rente), behalten gemäß Gesetz die dadurch gegenüber der Victoria Pensionskasse
erworbenen Ansprüche.
- Bewerbungen
Mitarbeiter, die ohne Vorliegen personen- oder verhaltensbedingter Gründe innerhalb von 3
Jahren bei TietoEnator ausscheiden und sich im unmittelbaren Anschluss daran bei der
Siemens AG bewerben, werden internen Bewerbern der Siemens AG gleichgestellt.
Dies gilt nicht für Mitarbeiter, die sich von TietoEnator aus bewerben!
(iw)
Mi, 10.05.06: Abbau bei Com FN S, FN A, Vertrieb
FN S (Solutions) wird das Volumen und die Zielmarge auch im FY 07 nicht erreichen.
In diesem Bereich wird daher die Entwicklungsmannschaft zusammengeführt, um Synergien zu
nutzen, d.h. hier wird nach Aussage des FN-Bereichsleiters eine „headcount reduction“
(Personalabbau) durchgeführt.
Im Access-Bereich ist bei Passive Optical Networks (PON) der Markt in den USA bereits für
die nächsten fünf Jahre zwischen den Konkurrenten aufgeteilt. Die Aufträge wurden hauptsächlich
an andere Firmen vergeben. Daher ist FN A (Access) ebenfalls von Personalabbau betroffen.
Im Vertriebsbereich sollen die "Go To Market"-Kosten
reduziert werden. Dies führt dazu, dass innerhalb der Vertriebe Stellen abgebaut werden.
München ist hier allerdings weniger betroffen. Es trifft vornehmlich die Local Companies.
FN T (Transport) ist diesmal über die Vertriebskanäle hinaus nicht vom Abbau betroffen.
(iw)
Di, 09.05.06: Stimmung bei Siemens Elin und I&S auf dem Nullpunkt
Durch die Mitteilungen der Firmenleitung in den vergangenen Tagen über das sogenannte
„Optimierungsprogramm“ sind die KollegInnen der österreichischen Siemens-Bereiche
„Elin“ - Teil des zugekauften VA Tech Konzerns - sowie „I&S“ - Teil der Siemens AG
Österreich - aufgewühlt: „Die Betroffenen werden innerhalb der nächsten Tage von ihren
Vorgesetzten persönlich informiert.“ heißt es darin. Betroffen sind 250 KollegInnen bei
Siemens Elin und 20 bei Siemens I&S, die einem angeblichen „Restrukturierungsbedarf“ zum
Opfer fallen sollen (siehe NCI Aktuelles vom 03.05 und 05.05.06). Hatte die Firmenleitung in
den vergangenen Monaten in einer gigantischen inner- und außerbetrieblichen Medienkampagne
Glauben machen wollen, dass keine(r) Angst um seinen Arbeitsplatz durch den Kauf der
österreichischen VA Tech durch Siemens (zusammen ca. 30.000 Beschäftigte) zu haben brauche,
so werden sie jetzt eines anderen belehrt: Statt „Together“ wie die Alt- und Neu-SiemensianerInnen
in Österreich auf ihren neuen Firmenausweisen und großen Zeitungsanzeigen lesen konnten,
geht’s jetzt getrennt weiter; eine größere Anzahl ehemaliger VA Tech KollegInnen und eine
kleinere Anzahl Siemens AG Österreich KollegInnen sollen ab in die Arbeitslosigkeit entlassen
werden, da angeblich „nur so die Zukunft aller Unternehmensteile sichergestellt werden kann.“
Sehen so die im Geschäftsbericht 2005 „unseren Mitarbeitern und ihren Familien (versprochenen)
besseren Zukunftsperspektiven“ für hunderte Siemens-KollegInnen aus
(http://www.siemens.at/gb2005/de/eckdaten/eckdaten.htm)?
Offenbar soll das Ergebnis von über 254,6 Mio € Ergebnis im letzten Geschäftsjahr weiter „optimiert“ werden
(http://www.siemens.at/gb2005/de/eckdaten/lagebericht.htm).
(fw)
Mo, 08.05.06: Kein weiterer Stellenabbau bei Com RD
Nach Informationen aus der Belegschaft teilten der Regionalleiter Niederrhein der RD
Siemens Telekommunikationsservices (STS) und der Leiter des Vertriebs von RD Com mit, dass
bei Com RD zur Zeit keine Stellen mehr abgebaut werden sollen. Dieser Bereich sei vom aktuellen
Com Abbau nicht betroffen, hieß es. Der Wechsel der Mitarbeiter
in die Beschäftigungsgesellschaft (beE) scheint damit abgeschlossen. Auch wenn diese Entscheidung
nur temporär sein dürfte, wollen wir diese Nachricht nicht verschweigen.
(iw)
So, 07.05.06: Überblick über den Stand des Personalabbaus bei Com
(cr/iw)
So, 07.05.06: Deutsche werden zu Gastarbeitern
Ausländische Unternehmen stellen zunehmend deutsche Fachkräfte ein, stellte die Bonner
Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) fest.
Die ZAV hat die Vermittlung von deutschen Arbeitnehmern ins Ausland Anfang vorigen Jahres
von der Bundesagentur für Arbeit übernommen. Sie vermittelt Fach- und Führungskräfte
vorwiegend ins europäische Ausland. Die Vermittlung soll sich in Zukunft verstärkt auch auf
das außereuropäische Ausland erstrecken, insbesondere auf Kanada, Neuseeland, Australien
und China. Ein spezielles Austauschprogramm zwischen Deutschland und Kanada erleichtert
für Bewerber unter 35 Jahren die Vermittlung. Die ZAV beschäftigt ca. 130 Mitarbeiter in
fünfzehn Außenstellen. Diese kümmern sich um die Anfragen und informieren über die Arbeits-
und Lebensbedingungen im jeweiligen Land. Unterstützt werden von den örtlichen
Arbeitsagenturen, die Erstinformationen zum Binnenmarkt liefern, sowie von Beratern in den
Grenzregionen.
12.702 Arbeitnehmer hat die ZAV im vorigen Jahr auf ausländische Arbeitsplätze vermittelt.
Etwa drei Viertel von ihnen waren zuvor arbeitslos. Ins Europäische Ausland wurden 10.811
Arbeitnehmer vermittelt. Das größte Hindernis ist die Sprache. Deshalb entscheiden sich die
meisten Arbeitnehmer für das deutschsprachige Ausland. In die Schweiz wurden 2.731 Personen
vermittelt, nach Österreich 2.493, danach folgen die Niederlande, Norwegen, Großbritannien
und Irland.
Die ausländischen Arbeitgeber schätzen - im Gegensatz zu vielen deutschen Firmen - die
Erfahrung älterer Arbeitnehmer. 28 Prozent der Vermittelten waren zwischen 40 und 50 Jahre
alt; neun Prozent sogar älter als 50 Jahre. "Daran zeigt sich bereits, dass Deutschland bei
den Beschäftigungschancen für Ältere anderen europäischen Ländern hinterherhinkt", sagt
ZAV-Direktorin Monika Varnhagen.
Kontakt: Für die erste Kontaktaufnahme hat die ZAV eine Hotline eingerichtet.
Tel: 0180-5222023 (zwölf Cent/Minute).
ZAV
ZAV Adresse
(iw)
Fr, 05.05.06: Siemens VDO wieder Teil der Siemens AG
Die Siemens VDO Automotive AG und die Siemens AG haben laut Handelsregistereintrag beim
Amtsgericht München am 1.3.2006 einen Verschmelzungsvertrag abgeschlossen. Die
Hauptversammlung der VDO hat dieser Verschmelzung bereits zugestimmt. Damit ist VDO wieder
Teil der Siemens AG.
Der Wechsel zu VDO ist nun eine ganz normale Versetzung innerhalb der Siemens AG. Man nimmt
also alle "Errungenschaften" wie Betriebszugehörigkeit, Jubilarschutz usw. im Falle eines
Wechsels mit. Auch im Falle von Kündigungsschutzprozessen kann man sich nun auch auf offene
Stellen von VDO berufen.
(cr)
Fr, 05.05.06: Siemens kündigt in Kärnten
42 Mitarbeiter der Gebäudetechnik-Sparte in Klagenfurt wurden zur Kündigung angemeldet.
Mit der Rumpfmannschaft sei der selbe Umsatz zu schaffen.
Artikel:Kleine Zeitung Steiermark
(iw)
Mi, 03.05.06: Einrichtung einer Personaldrehscheibe zum Stellenabbau bei Com
Um versetzungswilligen Kollegen Versetzungen zu erleichtern soll bei Com eine
Personaldrehscheibe eingerichtet werden. Diese Personaldrehscheibe soll offensichtlich
allen Kollegen offen stehen, als nicht nur - wie bisher - denen, die von ihren
Vorgesetzten dazu ausgewählt wurden. Ausgenommen sind jedoch die Mitarbeiter, die zu
TietoEnator verkauft worden sind.
Versetzungswillig müssten jedoch bereit sein, München zu verlassen. Gute Karten könnten
Mitarbeiter haben, die bereit sind für Siemens in Erlangen (A&D, und vor allem MED) zu
arbeiten.
Niemand soll zur Zeit gezielt für die Personaldrehscheibe angesprochen werden. Allerdings
ist uns heute von Mitarbeitern gemeldet wurden, dass sie bereits von ihren Vorgesetzten
aufgefordert wurden, sich einen neuen Arbeitsplatz zu suchen. Es ist also zu erwarten,
dass wieder erhöhter Druck auf einzelne Mitarbeiter ausgeübt wird. Wir bitten die
betroffenen Kolleginnen und Kollegen, uns dies rechtzeitig mitzuteilen. Wer zu lange
versucht sich alleine ständigen Personalgespräche zu erwehren, verliert unnötig viel
Kraft und kann eventuell irgend wann nicht mehr durchhalten.
Ziel ist, so viel Com-Stellen wie möglich im Vorfeld abzubauen. Allerdings ist zu erwarten,
dass die 1240 gestrichenen Stellen, nicht auf dies Weise abgebaut werden können.
Personalmangel in Com-Bereichen, aus denen zu viele Mitarbeiter abwandern, soll durch
anschließende Querversetzungen ausgeglichen werden. Wie weit diese Mitarbeiter dann in
einem ev. neuen Arbeitsfeld ohne Einarbeitungszeit einsetzbar sind, bleibt zu fragen.
Im zweiten Schritt wird wohl eine beE und das Angebot von Aufhebungsverträgen folgen.
Dies jedoch ist Teil der Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Betriebsleitung. Über
Alternativkonzepte zum Stellenabbau bzw. Com-Verkauf wird offensichtlich nicht verhandelt.
Betriebsbedingte Kündigungen wollen jedoch beide Seiten vermeiden. Die Erfahrungen von
2003/2004 am Münchner Arbeitsgericht sind noch zu allgegenwärtig.
Der Verkauf von Com oder Teilen von Com steht natürlich weiter im Raum.
(iw)
Mi, 03.05.06: Auch bei Siemens Wien gibt es Stellenabbau
Siemens Österreich wird in den nächsten Monaten bis zu 255 Mitarbeiter im neu gebildeten
Cluster Siemens Elin abbauen. Dies gab Siemens Österreich am Mittwoch bekannt.
Artikel: Wiener Zeitung
(gm)
Mi, 03.05.06: Alte Konzepte, alte Appelle, wage Aussagen, aber ein Hinweis auf beE
Gestern Nachmittag fand in der Kantine der Martin-Straße das Com MN Forum statt. Es war
extrem gut besucht. Beide Stockwerke der Kantine waren voll. Etliche MN-Kolleginnen und
-Kollegen mussten stehen. Jeder erwartete wohl Aussagen zu dem Personalabbau. Diese kamen
nur sehr wage. Die Presse berichtete bereits mehr.
Die Betriebsleitung sprach ganz klar vom Aufsetzen einer Beschäftigungsgesellschaft (beE).
Man hatte den Eindruck, dass die Pläne schon fertig seien, nur wolle man es den
Mitarbeitern noch nicht sagen. Dies unterstreicht auch die Aussage der Betriebsleitung am
Standort Hofmannstraße, in der es hieß, dass man schon zum 30.09.06 erste Erfolge erwarte.
Die Betriebsleitung in der Martinstraße wirkte angespannt. Die Furcht, die vorgegebne
8 Prozent Marge nicht bis April 2007 erreichen zu können, stand deutlich im Raum und
schlug sich in einem Appell an die Mitarbeiter nieder, ihre Anstrengungen zu erhöhen. Die
Frage ist allerdings, ob dies psychisch zu leisten ist mit drohenden Stellenabbau und
einer ungewissen Zukunft für Com im Rücken. Neue Konzepte wurden nicht vorgestellt.
"Die nächsten drei Jahre müsste man Com stabil lassen und keine neuen Umorganisationen
durchführen. Dann können sich auch Prozesse mal wieder einschwingen. Dass Prozesse
deshalb schlecht laufen, weil sie nach jeder Umorganisation neu definiert und an die
neuen Gegebenheiten angepasst werden müssen, darauf ist wohl noch niemand gekommen -
jedenfalls nicht im Management" kritisierte ein Mitarbeiter nach der Veranstaltung.
(il)
Mi, 03.05.06: Wege entstehen dadurch, dass man sie geht*
Liebe NCI-ler,
Stellenabbau, Betriebsschließung. Es ist zum Alltag geworden. Der Presse ist es kaum eine
Meldung wert. Es passiert überall. Es ist nichts Besonderes mehr.
Und doch - wenn man mit dem einzelnen Menschen spricht, merkt man, dass es etwas Besonderes
ist. Hinter der Fassade der Sachlichkeit, der nüchternen Information, treten plötzlich
Gefühle hervor, Betroffenheit, Wut, Ohnmacht, Sprachlosigkeit, Angst vor Arbeitslosigkeit,
Sorge darüber, die richtige Entscheidung zu treffen und bei manchem Kollegen Verzweiflung,
Kraftlosigkeit, weil der Stress seit 2002 bei Com nicht mehr aufhört. "Das Schlimmste
Gefühl ist die Hilflosigkeit", schrieb ein Kollege. Hilflosigkeit lähmt.
Doch hilflos müssen wir nicht sein. Damals als 2002/2003 die Kündigungen in München
anstanden, haben wir uns gesagt: Wir lassen nicht über uns bestimmen. Wir lassen uns nicht
wie die Schafe in einen von der Firma errichteten Pferch drängen. Wir fragen nach unseren
Rechten und Möglichkeiten zu handeln. Wir entscheiden selbst, suchen trotz aller
Schwierigkeiten und Befürchtungen, die im Raum stehen, unseren Weg und gehen diesen dann
Schritt für Schritt - die meisten haben sich entschieden, diesen Weg gemeinsam zu gehen.
Der erste Schritt, der Hilflosigkeit zu begegnen, ist dieser Wandel im Denken. An die
Stelle der Hilflosigkeit tritt dann Mut, Mut zum Handeln, Mut zur eigenen Verantwortung,
Mut zur Entscheidung, Mut zu dieser Entscheidung zu stehen, auch wenn der Weg manchmal
steinig oder kaum sichtbar ist.
Uns allen war klar und ist es bis heute: Unabhängig davon, ob wir letztlich unseren
Arbeitsplatz erhalten können oder nicht (kämpfen sollten wir dafür), erhalten wir durch
die Bereitschaft, aktiv zu handeln, auf jeden Fall unser Selbstbewusstsein, unsere
Fähigkeit das Leben in die eigene Hand zu nehmen. Dieses Bewusstsein alles zu tun, was man
tun kann, nicht aufzugeben, sondern gemeinsam, für jeden die richtige Lösung zu finden,
ist ein unbezahlbares Kapital für die Zukunft, ein Kapital, das einem niemand nehmen kann,
egal wie diese Zukunft aussehen wird.
Was kann nun jeder Einzelne tun?
- Jeder weiß etwas, was wir nicht wissen
Teilt uns mit, was in Euren Abteilungen passiert, was Eure Vorgesetzten sagen,
welche Gerüchte plötzlich auftauchen, wie die Stimmung ist. Berichte aus Euren
Abteilungen sind hilfreich. Verfasst sie einzeln oder zusammen. Das, was für Euch
unwichtig erscheint, ist für uns vielleicht ein wichtiges Puzzleteil.
- Achtet aufeinander - dort wo Menschlichkeit in Sachlichkeit erstickt werden soll,
ist es an den Menschen, dies nicht zuzulassen.
Teilt uns mit, wenn Ihr oder Kollegen von Euch unter Druck gesetzt werden. Lasst
niemanden mit diesem Druck allein. Wir verfügen inzwischen über viel Erfahrung,
wie man sich gegen den Druck wehren kann.
- Solidarisierung - kein leeres Wort
Informiert Euch. Diskutiert miteinander. Reflektiert. Sprecht die Handlungsoptionen
durch. Bildet Interessengruppen. Wenn Ihr Fragen habt, schreibt uns.
Was Ihr nicht tun solltet:
- Hoffen, dass jemand anders das tut, was Ihr tun könnt. Dann wird es nicht getan.
- Glauben, dass wir die Information schon haben. Uns macht es nichts aus, Informationen
mehrfach zu bekommen.
- Uns nicht belästigen zu wollen. Wir machen diese Arbeit gerne für Euch. Uns macht
es nichts aus mit Information und Fragen, die unsere Homepage nicht beantwortet,
"belästigt" zu werden.
- Passiv abzuwarten, bis ein Wunder geschieht, das Euch rettet. Die Wahrscheinlichkeit,
dass es ohne Euer Zutun geschieht ist relativ gering.
- Blind vertrauen, egal wem. Reflektiert das, was Ihr erfahrt. Unterschreibt nichts,
ohne es vorher genau durchdacht und mit Menschen Eures Vertrauens diskutiert zu
haben.
- Die Verantwortung für Euch selbst, anderen zu überlassen.
Ihr, liebe NCI-ler, wisst, dass wir Euch nach bestem Wissen und Gewissen informieren,
Eure Fragen beantworten, Euch betriebsratsmäßig betreuen. An den E-Mails und den ständig
wachsenden Zugriffszahlen auf unsere Homepage, sehen wir, dass Ihr uns Vertrauen entgegen
bringt. Wir brauchen Euer Wissen, Eure Aufmerksamkeit. Wir brauchen dies, um Euch weiter
gut informieren zu können.
Wir wollen Euch motivieren, das aufgedrückte "Projekt Stellenabbau", aktiv anzugehen, um
bewusste und damit für Euch persönlich richtige Entscheidungen treffen zu können.
Der Zeitraum ist lang. Es wird Hochs und Tiefs geben. Aber Solidarität ist, dass der, der
gerade mit der Situation ganz gut zurecht kommt, dem der im Tief ist, die Hand reicht, ihm
zuhört, ihn hochzieht. Und der, der im Tief ist, sollte den Mut haben, die Hand zu
ergreifen, damit er mit der Situation zurecht kommen kann, um dann wieder anderen die Hand
reichen zu können.
Das, liebe Kolleginnen und Kollegen ist NCI. Jeder kann diese Solidarität in seiner
unmittelbaren Umgebung leben. Jeder kann seinen Kollegen ansprechen. Und wenn dies
tatsächlich jeder, der diesen Artikel erhält, tut, dann haben wir ganz plötzlich und von
ganz allein eine flächendeckende Solidarisierung und eine Stärke, die allen hilft.
Probiert es. Es ist einfach.
Viele Grüße von Eurem NCI-Team
* Franz Kafka
Di, 02.05.06: Massiver Stellenabbau bei Com München
Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet sollen am Standort-Hofmannstraße 765 Arbeitsplätze,
in Perlach 240 und in der Martinstraße 200 Arbeitsplätze gestrichen werden. Siemens
dementierte diese Zahlen nicht. Damit fallen in München 1205 Arbeitsplätze bei Com weg.
Der Gesamtbetriebsrat verhandelt einen Interessenausgleich und Sozialplan. Es ist davon
auszugehen, dass er die üblichen Konditionen wie Aufhebungsverträge und Beschäftigungsgesellschaft
enthalten wird. Wie bereits berichtet, rechnen wir nicht mit betriebsbedingten Kündigungen.
Diese Vermutung äußerte nun auch die IG Metall gegenüber der Süddeutschen Zeitung.
Artikel: Süddeutsche Zeitung
(iw)
Di, 02.05.06: Motorola kauft R&D-Zentrum von BenQ in Aalborg
Mit diesem Verkauf an Motorola konzentriert BenQ Mobile die Entwicklung in München und
Kamp-Lintfort. BenQ hatte am 1.10.2005 diesen Entwicklungsstandort mit 250 Mitarbeitern
von Siemens im Rahmen des Verkaufs von Com MD übernommen.
Artikel: Finanztreff.de
(iw)
Di, 02.05.06: Siemens Belegschaftsaktionäre fordern Erhalt der Com Sparte
Belegschaftsaktionäre haben den Erhalt der kriselnden Kommunikationssparte Com im Konzern
gefordert. "Ein Scheitern der Sanierungspolitik wäre der Super-Gau für Siemens schlechthin,
eine mittlere Katastrophe für den Standort Deutschland und für den Vorstandsvorsitzenden
ein Offenbarungseid", erklärte der Verein der Belegschaftsaktionäre in der Siemens AG am
Montag.
(iw)
Mo, 01.05.06: Geht Enterprise an die Cycos AG?
Im Rahmen der Com-Problematik steht auch Enterprise zur Sanierung an.
Wie finanzen.net
berichtet, möchte die Siemens AG die Cycos AG die als Anbieter von Unified Messaging-/
Unified Communications-Lösungen für professionelle Endkunden tätig ist, stärker in die
Geschäftsprozesse von Enterprise Networks einbinden. Die geplante Maßnahme ermöglicht es,
durch eine einheitliche unternehmerische Führung zusätzliche Entwicklungs-, Technologie-
und Vertriebssynergien zu erschließen.
Dazu will Siemens mit der Cycos AG einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag
abschließen (§291 ff. AktG). Ein solcher Vertrag verpflichtet die Cycos AG, ihren
gesamten Gewinn an Siemens abzuführen. Außerdem ist Siemens berechtigt, der Cycos AG
Weisungen (§308 AktG) zu erteilen, die auch den Interessen der Cycos AG entgegen stehen
können, jedoch für den Siemens-Konzern vorteilhaft sind. Im Gegenzug muss Siemens
eventuelle Verluste der Cycos AG ausgleichen. Cycos würde nach Abschluss des Vertrages in die Siemens AG finanziell,
wirtschaftlich und organisatorisch so eingegliedert, dass ihr Geschäftsbetrieb den
Charakter einer Betriebsabteilung der Siemens AG hat. Ihre rechtliche Selbständigkeit
bliebe jedoch erhalten.
Der Vorstandsvorsitzende von Cycos ist Jürgen Diller der zuvor als Betriebsleiter bei ICN
in Berlin tätig war. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende ist Thomas Zimmermann
(Bereichsvorstand von Com Enterprise Systems), der Bernd Kuhlin (Ex-Bereichsvorstand von
Enterprise) am 1.9.05 im Aufsichtsrat ablöste.
Nach einer Ad Hoc-Meldung, zu der die Cycos AG gemäß §15 WpHG verpflichtet ist, war der
EBit im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres negativ (-0,66 Mio. EUR; 1.
Halbjahr 2004/05: -0,78 Mio. EUR).
Siemens kann also nicht an der Gewinnabführung interessiert sein, da Cycos nur einen
Verlust ausweist, den Siemens laut Gesetz ausgleichen müsste. Damit kann Siemens nur
an der Weisungsbefugnis interessiert sein. Warum?
Siemens könnte der Cycos AG aufgrund des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag
Weisung erteilen, den Enterprise-Bereich von Com zu übernehmen. Wenn Enterprise zur Cycos
AG übergeht, dann wäre dieses Com-Problem gelöst.
(cr/iw)
Mo, 01.05.06: SBS wird nicht in andere Konzernteile eingegliedert
Wie nw-news berichtet dementierte Siemens die Meldung des Focus Siemens wolle die SBS-Sparte
auflösen und in andere Konzernteile integrieren, weil kein Käufer für SBS in Sicht sei.
Dieses Dementi dürfte sich jedoch im wesentlichen auf die Eingliederung der verlustreichen
SBS-Sparte in andere Konzernteile beziehen, weniger auf die Abwendung der Gefahr den
Verlust von 194 Millionen Euro durch Restrukturierungsmaßnahmen und Betriebsschließungen
auszugleichen.
(iw)
Autoren: Inken Wanzek, Christine Rosenboom
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