Artikel: September 2006
Sa, 23.09.06: NetLeiwand übersiedelt zu NetzwerkIT
Ab heute sind die Berichte über alles, was "Net Leiwand" im Bereich von
Siemens Österreich ist, hier zu finden:
http://www.netzwerkit.de/projekte/netleiwand/chronik/
Bitte ändert Eure Favoriten und bleibt uns weiterhin treu!
Wir danken vor allem Inken Wanzek aber auch allen anderen NCI-KollegInnen
für die geleistete "Geburtshilfe" von
NetLeiwand!
Di, 19.09.06: NCI Aktuell wieder da
Es hat sich im NCI ein neues Team gebildet, das ab sofort für die Betriebe Mch H, P und MA
über aktuelle Themen berichten wird. Die neue Seite findet ihr hier.
Wir wünschen dem neuen Team viel Erfolg.
Fr, 08.09.2006: „Neue Fairness braucht das Land“ - die PSE-KollegInnen auch!
Während eine große Volkspartei in Österreich mit obigem Slogan derzeit um Stimmen
wirbt, scheinen die Stimmen der PSE-KollegInnen in der Siemens AG Österreich (SAGÖ)
mehr oder weniger ignoriert zu werden:
Zwar lassen Betriebsrat und Belegschaft die SAGÖ-Leitung pausenlos wissen, dass sie
von einer Ausgliederung eines Teiles ihrer KollegInnen überhaupt nichts halten
(NetLeiwand 06.09.06 und Siemens-Dialog),
doch die Geschäftsführung verweigert darüber ebenso beharrlich das geforderte
unverzügliche Wirtschaftsgespräch.
Gleichzeitig spielt sie anscheinend der inner- und außerbetrieblichen Öffentlichkeit
nahezu wöchentlich andere Termine über ihre Ausgliederung zu:
- 01.10.2006 (PSE-Leitung am 17.08.06 zum Betriebsrat)
- 01.07.2007 (PSE-Leitung am 25.08.06 an alle 7000 PSE-KollegInnen)
Nach neuesten Erkenntnissen der ORF „futureZone“
vom 05.9.2006 scheint Siemens Österreich Generaldirektorin Brigitte Ederer nun zu
meinen, „dass die für die Abteilung COM Enterprise zuständigen rund 520 Entwickler
per Ende des Jahres bzw. April 2007 ausgegliedert werden.“
Bitte, liebe Frau Ederer und liebe Herren von der Geschäftsleitung!
Lassen sie auch die Stimmen der PSE-KollegInnen in dieser Sache zu Wort kommen und
erinnern sie sich an ihr eigenes kluges Vorwort im Geschäftsbericht 2005:
„Wir glauben fest daran, dass in der neuen Welt von Siemens den Phantasiereichen,
den Fairen, den Klugen und Mutigen, den Überlegten und Sorgsamen, den Erfahrenen und
Neugierigen die Chancen von morgen gehören.“
Und setzen Sie uns bitte auch „so rechtzeitig vor der Betriebsänderung in Kenntnis …, dass
eine Beratung über deren Gestaltung noch durchgeführt werden kann“!
Danke im Voraus für die Fairness!
NetLeiwand und hier geht’s zum
Diskussionsforum
P.S.: Heute Info-Veranstaltungen des Betriebsrates im jeweiligen Speisesaal: SIE, 9-10 Uhr; AUK, 10:30-11:30 Uhr.
Do, 07.09.06: Seltsame Geschehnisse im Carrier Mch H
Wir wundern uns,
- Dass der Betriebsratsvorsitzende Mch H im Rahmen der Betriebsaufspaltung
von Enterprise zu Carrier versetzt wurde.
Fachliche Gründe für diese Versetzung kann es für einen freigestellten
Betriebsrat nicht geben. Ein Arbeitgeber, der den Betriebsratsvorsitzenden
nicht gerade liebt, würde das auch nicht tun. Heribert Fieber hätte man
sicherlich nicht von Enterprise zum Carrier versetzt.
Diese Versetzung zeigt auch deutlich, wie viel Vertrauen der
Betriebsratsvorsitzende und Siemens in die Zukunft von Enterprise haben.
- Dass der Arbeitgeber freiwillig 5,4 Mio EUR mehr in diesen Betriebsrat investiert,
als er muss, da
- 31 Betriebsräte im Amt bleiben, obwohl dieser Betrieb nach §9 BetrVG
aufgrund seiner Betriebsgröße nur noch 17 Betriebsräte haben dürfte
- 8 Betriebsräte freigestellt bleiben, statt nur 4 Betriebsräte wie es
in §38 I BetrVG festgelegt ist.
14 Betriebsräte mehr bedeutet für den Arbeitgeber, dass diese Betriebsräte
jeweils etwa die Hälfte ihrer Arbeitszeit nicht für fachliche Arbeiten zur
Verfügung stehen. 4 Freistellungen mehr bedeutet, dass diese sogar den ganzen
Tag ausfallen. Dem Arbeitgeber gehen folglich 9 MJ an fachlicher Arbeit pro
Jahr mit den damit verbundenen Kosten verloren. Über die Amtsperiode fallen
dadurch Kosten in Höhe von 4 * 9 MJ * 150.000 € / Jahr = 5,4 Mio € an. Die
Durchführung einer Betriebsratswahl kostet dagegen im Durchschnitt 837 € pro
Betriebsratsmitglied, im Carrier-Betrieb also 17 * 837 € = 14.229 €. Wie
kompensiert der Arbeitgeber diese immensen Kosten für seinen
überdimensionierten Betriebsrat?
- Dass gerade die Carrier Betriebe in Mch H und Mch MA nachträglich von der
Betriebsratswahl ausgenommen wurden.
Es muss wohl Zufall sein, dass dies ausgerechnet die Betriebe sind, in denen
NCI mit einer eigenen Betriebsrats-Liste vertreten ist.
(cr/iw)
Mi, 06.09.06: Breite Ablehnung von Ausgliederungen bei den PSE-KollegInnen in Österreich
Auf den bisherigen Informationsveranstaltungen des PSE-Betriebsrats in Wien (RAMP,
GUD, ERD), Salzburg und Linz, signalisierte die überwältigende Mehrheit der
KollegInnen ihre Ablehnung einer Ausgliederung der COM Enterprise Entwicklung.
Durch die dort gezeigte Geschlossenheit und Entschlossenheit der KollegInnen wurde
die Position des PSE-Betriebsrats in den Verhandlungen mit der Geschäftsleitung
gestärkt.
Am kommenden Freitag (8.9.06) werden auch die KollegInnen der Wiener Standorte SIE
(09:00-10:00 Uhr, Speisesaal) und AUK (10:30-11:30 Uhr, Speisesaal) aufgerufen, sich
zu informieren und möglichst zahlreich ihr Votum zu den Zerlegungsplänen der
PSE-Leitung abzugeben.
Bei der Vorbesprechung für die ab 27.9.2006 geplanten Wirtschaftsgespräche mit dem
Betriebsrat hat die PSE-Leitung inzwischen angekündigt, Gründe und Konzept für ihre
Ausgliederungabsichten zu erläutern.
Im anonymen Diskussionsforum von NetLeiwand
gibt es die Möglichkeit, dazu seine Meinung abzugeben.
NetLeiwand
Mo, 04.09.06: Gesundes Gleichgewicht
Despair-Gründer Kerstens Schlussfolgerung: "Mitarbeiter sollten aufhören zu
verlangen, dass der Arbeitgeber ihrem Leben einen tieferen Sinn verleiht."
Diese Worte Kerstens verdienen der Überlegung. Es stimmt: zu Arbeiten heißt in
erster Linie einen Vertrag zu erfüllen. Arbeit gegen Geld. Das heißt der
Arbeitnehmer muss begreifen: einen Arbeitsplatz zu haben ist ein reines Geschäft,
in dem Werte wie "gerne arbeiten" oder gar Sinnerfüllung wenig Raum einnehmen.
Dies fordert vom Arbeitnehmer umzudenken, das heißt, er muss beginnen, sich für
seine Arbeitnehmerinteressen zu interessieren und sich selbst für sie zu engagieren.
Es genügt nicht, sich vertreten zu lassen, Informationen zu konsumieren. Er muss ein
Unternehmer in eigener Sache werden. Dazu gehört, blaue Briefe als Vertragsangebote
zu erkennen, dazu gehört, nach reiflicher Überlegung "nein" zu Angeboten zu sagen,
wenn sie das eigene Unternehmen "Arbeitsplatz" ruinieren. Dazu gehört auch zu
erkennen, dass es auf die Dauer ruinös für das Unternehmen Arbeitsplatz ist, wenn
man ständig über die vereinbarte Arbeitszeit kostenlos für einen Unternehmer
arbeitet. Kein klassischer Unternehmer würde Produkte herstellen, um sie dann zu
verschenken.
Kurz Arbeitnehmer müssen in der Tat aufhören zu glauben, dass das Ziel einer Firma
ist, ihnen einen Arbeitsplatz zu bieten, der ihrem Leben einen Sinn gibt. Das Ziel
einer Firma ist, die Arbeitskraft möglichst intensiv und kostengünstig zu nutzen.
Arbeitgeber nutzen das Bedürfnis nach sinnerfüllter Arbeit, und fordern, dass der
Arbeitnehmer sich völlig mit der Firma identifiziert und all sein Tun den
Bedürfnissen des Arbeitgebers unterordnet. Dazu bedient er sich Propagandamethoden
wie "All-Together"-Veranstaltungen, Hochglanzbroschüren und Worten wie "wir müssen
gemeinsam", "wir sind die besten" und zögert nicht im nächsten Moment "blaue Briefe"
zu verteilen und mit Kündigung zu drohen.
Entwickeln dagegen Arbeitnehmer Selbstbewusstsein für ihr Unternehmen "Arbeitsplatz",
dann funktioniert diese Propaganda nicht mehr und "Arbeitsplatz" wird zu dem, was es
ist, ein Geschäft: Leistung gegen Bezahlung und vernünftige Arbeitsbedingungen.
Mehr Selbstbewusstsein, Engagement, Kenntnis und kontinuierliche Wahrnehmung der
eigenen Rechte würde das Arbeitsleben lebendiger und sinnvoller gestalten. Nur so
lässt sich langfristig ein gesundes Gleichgewicht erreichen. Doch dazu muss jeder
etwas aktiv tun. Wer nicht selbst handelt, für den wird gehandelt. Das ist auch im
Arbeitsleben so.
(iw)
Mo, 04.09.06: Frustfaktor Job
Die Frustration bei deutschen Beschäftigten wächst: Die meisten fühlen sich
emotional kaum an ihre Firma gebunden, gut ein Fünftel sabotiert sogar aktiv
Interessen des Arbeitgebers - das belegt eine aktuelle Gallup-Studie. Schuld an der
Motivationsmalaise haben oft die Chefs.
Spiegel
(iw)
Fr, 01.09.06: Zielstattstraße - Symbol für Ausgrenzung gesprengt
Zielstattstraße ist das Synomym für Ausgrenzung von Mitarbeitern durch die Siemens AG
geworden. 2003 waren dort alle "blaue-Briefe-Empfänger" kaserniert, die sich gegen ihren
Arbeitsplatzverlust und gegen Arbeitsentzug und Diskriminierung erfolgreich wehrten. Ca. 400 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter waren davon betroffen. Ca. 200 Mitarbeiter hatte Siemens gekündigt, die
anderen sollten durch diverse Schikanen zum Aufgeben bewegt werden. Dank des hartnäckigen
Kampfes dieser Kolleginnen und Kollegen ist der "sozialverträgliche Stellenabbau" für
Siemens deutlich schwieriger geworden. Siemens hat aufgrund dieses Misserfolgs bis heute
davon abgesehen, erneut Kündigungen auszusprechen.
Leider wird mit dem Abbriss der Gebäude in der Zielstattstraße nicht gleichzeitig
die psychische Druckausübung auf Mitarbeiter, die Siemens entsorgen will, beerdigt.
Hier bedarf es weiter eines mutigen "Nein-Sagens", einer Solidarisierung im Betrieb,
eines Betriebsrats, der sich nicht zum Handlanger des Arbeitgeber machen lässt.
Eine NCI-Homepage alleine reicht dafür nicht aus.
(iw)
Fr, 01.09.06: PSE-Betriebsrat macht mobil gegen PSE-Filetierung und drohenden -Personalabbau
Nachdem die PSE-Leitung am 17.08.06 den Betriebsrat über die beabsichtigte
Ausgliederung eines Teils der PSE-KollegInnen (mit COM E Aufträgen) zum 1.10.06
informiert hat, herrscht allgemeine Verwirrung:
Die PSE-Leitung betreibt offensichtlich Gesprächsverweigerung, indem sie das vom BR
unverzüglich geforderte Wirtschaftsgespräch erst für den 27.09.06 – also kurz vor der
geplanten Ausgliederung – anberaumt; am 25.08.06 teilt sie dann den lieben
MitarbeiterInnen auf schlechtem englisch mit, dass die geplante Ausgliederung erst
zum 1.7.2007 stattfinden soll; drei Tage später am 28.08.06 lesen wir in der
österreichischen Tageszeitung „Der Standard“: „Als so gut wie ausgeschlossen gilt
mittlerweile, dass PSE mit ihren 3000 Beschäftigten geteilt wird …“. Es kennt sich
keiner mehr wirklich aus.
Zudem sorgte die PSE-Leitung zusätzlich für Unruhe auch bei dem weit größeren Teil
der PSE-KollegInnen, die zwar nicht ausgegliedert aber künftig für NSN arbeiten
sollen: In ihrer englischen Rundmail vom 25.08.06 spricht sie von einer jährlichen
Reduktion der NSN-Beauftragung zwischen 7 und 13% bis Geschäftsjahr 2009. Was mit den
freiwerdenden KollegInnen passieren soll, überlässt sie der Phantasie und
Gerüchteküche der KollegInnen. „Der Standard“ berichtete ebenfalls am 30.08.06
darüber.
Mit einem Satz: Das Vertrauen in eine solche Geschäftsführung sinkt derzeit im freien
Fall.
In dieser Situation fordert der PSE-Betriebsrat, dass sich die PSE-Leitung
unmissverständlich für den Erhalt der PSE-Einheit (d.h. gegen ihre Filetierung)
einsetzen und unverzüglich für Ersatzaufträge/Perspektiven in den durch
NSN-Reduktionen betroffenen Bereichen sorgen soll.
Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, mobilisiert er ab heute die KollegInnen
auf Betriebsversammlungen an allen PSE-Standorten in Österreich.
NetLeiwand
Fr, 01.09.06: Ausgliederungsmodalitäten von COM E, S, IT WORX und RINGO in Österreich beschlossen
Wie wir erfuhren wurde nach etlichen Geheimverhandlungen am 30.08.06 vom
Zentralbetriebsrat (ZBR) die Ausgliederung der Bereiche COM E, S, IT WORX und RINGO
aus der Siemens AG Österreich in die „Siemens Enterprise Communications GmbH“ (SEC)
zum 1.10.06 beschlossen.
Wie berichtet geschah dies unter weitgehendem Ausschluss
der Belegschaft von einer Information - geschweige denn Mobilisierung - der
Belegschaft.
Heute werden die betroffenen MitarbeiterInnen in einer Betriebsversammlung mehr oder
weniger mit vollendeten Tatsachen konfrontiert:
Das Ergebnis der Verhandlungen besteht aus einem Betriebsvereinbarungsentwurf, der
den Betriebsübergang in die neue Firma regelt und einem Sozialplanentwurf, der das
einvernehmliche Ausscheiden aus der Siemens AG Österreich regelt.
Den KollegInnen wird darin offenbar ein Wahlrecht zwischen Betriebsübergang und
einer einvernehmlichen Lösung (= Arbeitsplatzverlust durch Aufhebungsvertrag u.ä.) des
Dienstverhältnisses mit der Siemens AG Österreich
bis spätestens 30.09.06 angeboten, wenn sie nicht übergehen wollen. Voraussetzung
für den Betriebsübergang ist allerdings eine vorherige Gehaltskürzung um bis zu 20%
durch Reduzierung der Überzahlung des kollektivvertraglichen Mindestgehalts.
Nachteil: Dadurch werden für die KollegInnen nicht nur Lebenseinkommen, künftige
Abfertigungen (=Abfindungen) und damit Kündigungskosten verringert sondern auch z.T.
extreme Ungerechtigkeiten wegen unterschiedlich hoher Überzahlungen geschaffen. So
könnte etwa einer Kollegin mit 20% Überzahlung des Mindesgehalts maximal 20% des Gehalts
gekürzt werden während ein Kollege ohne Überzahlung keinerlei Gehaltseinbußen zu
befürchten hätte.
Beschäftigungsgarantien (etwa für die nächsten 3 Jahre) oder Rückkehrrechte zur
Siemens AG Österreich fehlen.
Im Sozialplan finden sich neben einer zusätzlichen freiwilligen Abfertigungsregelung
nach Lebens- und Dienstalter noch einmalige Zuschüsse für Familien,
AlleinverdienerInnen und Behinderte sowie ein Qualifizierungsfondsangebot auf Kosten
der Abfertigung.
NetLeiwand
Autoren: Inken Wanzek, Christine Rosenboom
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