Artikel: Januar 2008



InWaChRo-News: Donnerstag, 31.01.08

NSN: Betriebsübergang IBM II gescheitert
„… zu Beginn dieser Woche haben Nokia Siemens Networks GmbH & Co KG in Deutschland (NSN) und IBM Deutschland (IBM) gemeinsam beschlossen, die geplante Vereinbarung über einen Betriebsübergang nicht zum Abschluss zu bringen ... Aufgrund der niedrigen Akzeptanz der Mitarbeiter wäre dieser Prozess aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll zu realisieren gewesen.“ Mit diesen Worten teilte NSN den betroffenen Kollegen nun offiziell mit, dass der zweite Betriebsübergang zur IBM Network Services & Solutions GmbH gescheitert ist.

SCA-Chef Jürgen Walter konnte nicht verstehen, dass die MA eine solche gute berufliche Weiterentwicklung wie bei IBM ausgeschlagen haben. Aber offensichtlich gelang es NSN und IBM nicht, die Mitarbeiter von diesen „guten beruflichen“ Perspektiven zu überzeugen.

„Die für den geplanten Übergang vorgesehenen Mitarbeiter verbleiben bei NSN“, schrieb Jürgen Walter an die Mitarbeiter. Dies gilt jedoch nicht für Kollegen, die dem Betriebsübergang zwar widersprochen, aber einen beE-Vertrag oder Aufhebungsvertrag unterschrieben haben. Ihr Arbeitsverhältnis ist mit der Unterschrift unter diese Verträge beendet. Die Verträge bleiben gültig, da der Betriebsübergang und die Unterschrift unter solche Verträge zwei rechtlich voneinander unabhängige Dinge sind.

Die Arbeit soll nun doch nicht auf den Balkan verlagert werden, sondern wird von den verbleibenden Mitarbeitern weitergeführt. Damit wurde der Status Quo quasi wiederhergestellt. Trotzdem wird weiterhin darüber nachgedacht, die Tätigkeiten in Niedriglohnländer auszulagern.

Durch beE, Kündigungen und interne Jobwechsel sind große Lücken bei SCA entstanden. Da in der Entwicklung massiv Mitarbeiter fehlen, sollen Service-Mitarbeiter nun Entwickler "enablen", die aus verwandten Bereichen dafür ausgesucht werden. Die Lücken bei TAC3 sollen durch externe Consultants, u.a. von TietoEnator aufgefüllt werden. Haben wir da nicht gestern eine E-Mail erhalten, dass wir weniger Consultants beschäftigen sollen?

Die SCA Kollegen der ersten IBM-Welle, die widersprochen hatten, sollen in neue Jobs vermittelt werden. Es wäre doch sinnvoll, die Lücken mit diesen Mitarbeitern zu füllen. Sie dürften ein ähnliches Profil haben.
(cr/iw)


InWaChRo-News: Donnerstag, 31.01.08

Siemens: Löscher stützt Aktienkurs
"Als Ausdruck meiner persönlichen Überzeugung von der Stärke und der weiteren Entwicklung unseres Unternehmens habe ich heute mit meinem privaten Vermögen 50 000 Siemens-Aktien erworben", sagte Löscher am Montag.

„Herr Löscher kauft mal so nebenbei für 4.000.000 Siemens Aktien. Ich arbeite als Dipl.-Ing. mit Universitätsabschluss für diese Firma. Insgesamt 133 Jahre lang müsste ich arbeiten um so viel Geld zu verdienen. Sind die Arbeitnehmer zu bescheiden?“ fragte ein Siemens-Kollege.

Löscher zahlte laut Unternehmensangaben 81,56 Euro je Aktie. Seit Montag ist der Kurs auf 86,18 Euro gestiegen. Löscher hat also in den vergangenen drei Tagen 231.000 Euro mit diesen Aktien verdient.

Kollege, streng dich an, dafür musst du weitere vier Jahre arbeiten!
(cr/iw)


InWaChRo-News: Donnerstag, 31.01.08

Nokia: Schwindende Hoffnungen
Nokia erteilte den Bemühungen von Politik und Gewerkschaft, das endgültige Aus für das Bochumer Werk noch abzuwenden einen Dämpfer: "Es ist ausgesprochen unwahrscheinlich, dass irgendwelche neuen Fakten auftauchen, die ein Umdenken bei uns zur Folge haben könnten", sagte Unternehmenssprecherin Arja Suominen in Helsinki. Nokia wies Presseberichte, das Werk in Bochum sei mit einem Gewinn von 134 Mio. Euro im Jahr 2007 sehr profitabel gewesen, zurück. "Die 134 Mio. EUR werden dem Werk innerhalb der Nokia GmbH in Deutschland zwar zugewiesen. Sie repräsentieren aber ganz und gar nicht die wahre Ertragskraft der Fertigungsstätte", sagte Suominen.

Auch die Hoffnungen der Betriebsratsvorsitzenden Gisela Achenbach auf einen europäischen Aktionstag oder sogar europaweite Streiks haben sich zerschlagen. Die Betriebsratsvertreter der europäischen Nokia-Standorte vereinbarten am Mittwoch in Brüssel lediglich Verhandlungen mit dem Management.

Das Treffen der europäischen Arbeitnehmervertreter von Nokia in Brüssel endete mit einem Eklat. Achenbach warf den finnischen Gewerkschaftsvertretern mangelnde Solidarität vor. Diese hätten Verständnis für die Entscheidung von Nokia, das Bochumer Werk zu schließen, gezeigt. Nokia sei nun einmal ein globales Unternehmen. Als Reaktion auf diese Rechtfertigungsversuche der Konzernpolitik durch die finnische Delegation brach der Bochumer Nokia-Betriebsrat empört die Gespräche ab. "Da waren wir persönlich beleidigt und tief enttäuscht", so die Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach.

Trotzdem konnte ein neuer Gesprächstermin vereinbart werden, berichtete NRW-IG Metall-Sprecher Wolfgang Nettelstroth, "Gemeinsam mit unseren europäischen Kollegen richten wir weiter alle unsere Bemühungen darauf, dass der Bochumer Standort erhalten bleibt".
(iw)


InWaChRo-News: Donnerstag, 31.01.08

Ein Kommentar: Solidarität
Der erste Aufschrei ist groß. Medien berichten. Kameras richten sich auf die Betroffenen. Proteste vor den Werkstoren. Politiker zertrümmern demonstrativ ihre Nokia Handys und mischen sich unter die Demonstranten. Umfragen ziehen das Nokia Image ins Tief.

Die ersten Tage sind vorbei. Nokia ist noch im Gespräch, aber das Interesse schwächt sich sichtbar ab. Die Zeit des Wartens beginnt. Die erste große Solidarität schwächt sich ab. Europaweit kommt sie nicht zum Entstehen. Gespräche ja, Streiks nein. Ist doch jeder insgeheim froh, dass es nicht das eigene, sondern das deutsche Werk getroffen hat. Man will die Aufmerksamkeit des Konzerns nicht auf das eigene Land ziehen. Solidarität ist etwas Schwieriges. Wir fordern es, wenn es uns selbst trifft, wenn wir nichts mehr zu verlieren haben. Wir erwarten von den anderen das Gleiche zu tun. Doch schielt nicht auch unser Blick zu den Mächtigen in der Konzernzentrale, wenn es um die Frage geht, gefährdet die Solidarität meinen Arbeitsplatz? Wer darf über die Antwort richten? Wohl niemand. Es sind die eigenen Werte, es ist das eigene Stehvermögen, das eigenen Gefühl für Verantwortung für sich und die anderen, kurz das eigene Gewissen, dem man hier verpflichtet ist. Solidarität zu fordern ist leicht, sie zu geben weit schwerer. Bald werden die Nokia Mitarbeiter wieder auf sich gestellt sein - wie damals die BenQ Mitarbeiter. Wer fragt heute noch nach diesen? Dann beginnt die kleine Solidarität. Die Betroffenen selbst müssen sie üben, sich helfen, erklären, Wege suchen. Die Wege werden unterschiedlich sein.

Solidarität verlischt meist wie Strohfeuer. Warum ist das so? Weil Solidarität früher beginnt, auf ein solides Fundament zurückgreifen können muss. Solidarität beginnt heute beim Kollegen, bei kleinen tröstenden Gesten, bei der nächsten Ausgliederung, bei einem Nein zu einer ungebührlichen Forderung des Arbeitgebers, beginnt mit der Aufmerksamkeit im Betrieb. Dies übt den Mut, die Menschlichkeit, den Zusammenhalt. Das bewahrt vor Überraschungen. Dann hat man zusammen eine kleine Chance, das Strohfeuer der großen Solidarität am Brennen zu halten, dann könnte es sein, dass dieses Feuer der Solidarität überspringt und einen Konzern doch noch zum Umdenken zwingt.
(iw)


InWaChRo-News: Mittwoch, 30.01.08

Siemens: Wireless Modules wird verkauft
Der Geschäftsbereich Wireless Modules wurde am 01.08.2006 aus Siemens Com herausgelöst und anschließend in den Bereich A&D (Automation & Drives) eingegliedert. Nun steht ein Verkauf des Bereiches Wireless Modules nach uns vorliegenden Informationen unmittelbar bevor. Betroffen von diesem Verkauf sind etwas mehr als 400 Mitarbeiter in München und Berlin.
(cr)


InWaChRo-News: Mittwoch, 30.01.08

Nokia: Image bricht drastisch ein
Mittlerweile ist das Image des Handyherstellers Nokia auf einen Tiefpunkt gesunken.

Nach Umfragen des Kölner Marktforschungsinstituts Psychonomics sei der Einbruch der Marke „geradezu dramatisch“. Befragt wurden laut "Wirtschaftswoche" täglich tausend Bundesbürger. Die Befragung lief vom 15. Januar (Tag der Bekanntgabe der Werkschließung) bis zum 23. Januar. Es ergaben sich folgende Ergebnisse: (iw)


InWaChRo-News: Mittwoch, 30.01.08

Nokia: Zerschlagung des Nokia Werks in Bochum
Die Mitarbeiter des Bochumer Nokia Werkes haben die Hoffnungen noch nicht aufgegeben. Politiker führen Gespräche, doch Konkretes für die Rettung des Nokia Werkes ergab sich nicht. Laut «Rheinischer Post» könnte das Nokia-Werk mit einer Einmal-Investition von 14,3 Millionen Euro gerettet werden, die die Kapazität ohne zusätzliche Mitarbeiter verdoppele. Diese Investition wäre bei einem Gewinn von 134 Mio. Euro, den das Bochumer Werk erwirtschaftete, möglich gewesen. Dies geht aus einem internen Konzeptpapier hervor, so die Rheinische Post. Damit würde Nokia Bochum die Produktivität des neuen Nokia-Werkes in Rumänien erreichen.

Doch im Hintergrund laufen die Verhandlungen zur Zerschlagung des Nokia-Werkes in Bochum weiter.

Für die Sparte „Core Software“, die für die Software in Handys zuständig ist, zeigt einem Bericht „Der Welt“ zufolge der finnisch-indische Konzern Sasken starkes Interesse. Als Nokia-Zulieferer sei Sasken vor allem an den Technologieplattformen im Bochumer Werk interessiert, um weiter zielgenau für Nokia produzieren zu können. In der Software-Sparte sind etwa 150 Mitarbeiter beschäftigt. Sasken selbst beschäftigt weltweit 3500 Mitarbeiter.

Die Autosparte, die beispielsweise Freisprechanlagen für Nokia hergestellt hatte, möchte Nokia an den ehemaligen Manager Razvan Olosu und an den Finanzinvestor Equity Partners verkaufen. Die Verhandlungen laufen bereits. Zu diesem Bereich gehören in Bochum 200 Mitarbeiter.

Zwischen Nokia und Landespolitikern wird diskutiert, ob Mitarbeiter des Bochumer Werkes bei Zulieferfirmen der Autobranche unterkommen können.
(iw)


InWaChRo-News: Mittwoch, 30.01.08

Nokia: Probleme im Bochumer Werk schon länger im Aufsichtsrat diskutiert
Die Bildzeitung berichtete in ihrer Samstagsausgabe, dass im Aufsichtsrat die Probleme des Bochumer Werkes seit 2004 regelmäßig diskutiert wurden. Dabei sei es wiederholt um die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit und die vergleichsweise hohen Lohnkosten des Bochumer Werks gegangen. Verschiedene Lösungsmöglichkeiten seien diskutiert worden. Das Blatt beruft sich dabei auf unternehmensnahe Kreise.

Im Aufsichtsrat sitzt unter anderem die Betriebsratschefin Gisela Achenbach. Sie und andere Betriebsratsmitglieder hatten in den vergangenen Tagen immer wieder erklärt, die Schließung des Bochumer Nokia-Werks sei aus ihrer Sicht sehr überraschend erfolgt. Es ist durchaus möglich, dass die Schließung selbst überraschend erfolgte. Zu bedenken ist: Hätten die Mitarbeiter nicht früher über die Wettbewerbsprobleme des Werkes informiert werden müssen. Zumindest eine Familie, die in der ARD über ihre desolate finanzielle Lage im Fall der Werkschließung berichtete, hätte dann vom Kauf ihres Hauses abgesehen.

Dies ist der Grund, warum wir auch über Gerüchte berichten, auch wenn uns regelmäßig von einigen vorgeworfen wird, Panik zu verbreiten. Wenn man rechtzeitig weiß, dass ein Risiko besteht oder bestehen könnte, dann überlegt man es sich sehr gut, ob man Schulden aufnehmen soll. Weiter ist uns wichtig, dass ihr euch mental auf eventuellen Arbeitsplatzverlust vorbereiten könnt.
(iw)


InWaChRo-News: Dienstag, 29.01.08

NSN: All Hands Meeting oder Simons Parteitag
Wieder ein großer Tag für NSN in Deutschland! Simeon gibt sich die Ehre, in München sogar live. Andererseits war der letzte Auftritt eher abschreckend und die momentane Stimmung der Kollegen ist auch eher demoted. Aber ohne einen gewissen Masochismus kann man bei NSN nicht überleben. Also hin zum Meeting.

Die Kantine ist auch voll - der Masochismus offensichtlich weit verbreitet. Die Erwartungen sind niedrig und wie sich im Laufe der Zeit zeigt, werden sie auch locker nach unten überboten. Immerhin gibt's dieses Mal technisches Gerät zur Simultanübersetzung. Ob's funktioniert? Ich weiß es nicht. Simon und Christoph waren ja auf Englisch ganz gut zu verstehen, wenn auch Simon sich vielleicht etwas mehr Zeit in seinem Redefluss hätte lassen können. Ein Kollege meinte zwar, er höre nur Rauschen aus dem Apparat und keine Übersetzung, aber vermutlich war er ein "to be improved" Mitarbeiter, der den Apparat nicht bedienen konnte.

Es gibt die üblichen Sprüche, die man schon seit Jahren kennt, lediglich etwas anders verpackt in der NSN Begrifflichkeit: consolidate, leverage, transform etc.. Die bereits bekannten Zahlen aus der Simon-Mail bzw. aus dem Intranet werden vorgebetet und etwas hin- und her gewendet und aufgewärmt. Kosteneinsparung, Innovation usw. In dieser Hinsicht ist also tatsächlich zusammengekommen, was zusammengehört. Kein Unterschied ist erkennbar zwischen den alten Managerphrasen von Siemens und den "neuen" von NSN. Neu ist lediglich der "Schwarze Mann", der uns verfolgt, jetzt ist es Huawei. Der Beifall zu den Vorträgen war denn auch schnell endend wollend und hauptsächlich auf die vordersten Reihen beschränkt.

Auffallend ist lediglich, dass ausnahmsweise mal nicht der Spruch kam, dass man die Stellen da hin schieben müsste, wo auch der Umsatz gemacht wird. Da hätte man momentan auch gewisse Argumentationsschwierigkeiten, da der Löwenanteil in Europa gemacht wird und dort auch mindestens die gleichen Steigerungsraten wie anderswo erreicht wurden. Na und dann erst die offene Kommunikation. Einfach Spitze und natürlich vom Olymp der globalen Perspektive bei einem Global Player! Fragen konnten per SMS gestellt werden, immerhin konnte man. War aber vermutlich eh' für die Katz, wenn man sich die Mühe gemacht hat. Die Moderatorin der Veranstaltung reichte artig eingegangenen Fragen an Simon und Christopher weiter. Und die passten so genau zu den Themen der vorher gehörten Vorträge, dass einem irgendwie der Verdacht beschlich, wenn sich die Herren Manager die Fragen nicht schon vorher selbst gestellt hatten, so war die Auswahl doch sehr selektiv. Aber das war sicher Zufall.

Man könne und müsse Huawei schlagen, die anderen Konkurrenten sowieso. Auch gäbe es da noch eine andere chinesische Firma. "The enemy is not inside, but outside. Irgendwie klang das alles sehr kriegerisch. Wenn schon nicht kill the enemy, dann zumindest beat the enemy. Irgendwie wundert es mich da nicht, dass wir ein Problem mit jugendlicher Brutalität haben. Das sind bei Huawei doch die gleichen armen Arbeitnehmer wie wir, Alcatel oder anderswo, die von ihren Managern genauso über den Tisch gezogen werden wie wir. Warum soll ich die "beaten"? So gesehen ist der Feind doch eher inside, wenn auch nicht Ex-Siemens oder Ex-Nokia, sondern unten und oben.

Kurz aufgewacht: Wie ist der Stand der Personalanpassung in Deutschland? Ein kleines Scherzchen, ob das nun ein lokales Thema sei oder doch eher nicht? Die Kollegen, die um ihre Jobs zittern werden herzlich gelacht haben. Wie immer sind wir auch hier auf gutem Weg. 10-15 Prozent müssen noch "executed" werden. Keine weitere Aussage, das war's zum Thema. Also so 200 bis 300 Kollegen. Werden da die, die ohne Arbeit rumsitzen oder z. B. IBM 2 widersprochen haben schon als "executed" gezählt oder kommt das noch drauf? Die Zeit wird es zeigen und eigentlich spielt es auch keine Rolle, denn wenn diese Headcount Reduction durchgezogen ist, kommt dann eben die nächste.

Und jetzt besonders wichtig: Wie geht's in Nordamerika vorwärts? Ich fühle, wie mein Masochismus die Grenze erreicht hat. Bei diversen Kollegen übrigens auch. Der Saal leert sich zusehends. 16:30 - vielleicht kommt ja noch was? Ich glaub's nicht und eingedenk des Simonschen Spruchs vom letzten Mal, werde ich dann mal leaven. Immerhin gab's einen netten NSN Werbefilm. Für den der die Werbeästhektik mag, war es sicher das Höchste. Wenn es tatsächlich noch was Substantielles geben sollte, werd' ich es morgen schon von den Kollegen hören.
(Bericht eines Mitarbeiters vom heutigen All Hands Meeting)


InWaChRo-News: Dienstag, 29.01.08

TietoEnator: Angebot von Aufhebungsverträgen
Die TietoEnator Deutschland GmbH plant im Bereich Telecom & Media (SIS) in München ca. 36 von 250 Arbeitsplätzen abzubauen. Darüber hinaus sollen auch einige Stellen bei den in Deutschland ansässigen Group Functions entfallen. Alle anderen Bereiche und Funktionen sind nicht betroffen.

Bei den Münchner Mitarbeitern handelt es sich um die ehemaligen Kollegen der EWSD-Entwicklung und der Dokumentation, die am 1.7.2006 von Siemens zu TietoEnator per Betriebsübergang übergegangen sind. Diesen Mitarbeitern werden diese oder nächste Woche Aufhebungsverträge angeboten. Die Auswahlkriterien und die Zeitspanne, in der diese Anpassung abgeschlossen werden soll, sind noch nicht bekannt. Die Abfindungshöhe ist der geheimen Protokollnotiz zur Überleitungsvereinbarung zu entnehmen.

Wie immer sind diese Aufhebungsverträge Angebote, die ihr annehmen oder auch ablehnen könnt. Trotzdem solltet ihr diese Angebote prüfen. Einige von euch könnten mittlerweile kurz vor dem (Vor-)Ruhestand stehen und mit der Abfindung gut bis zur Rente über die Runden kommen.

Ihr könnt diesen Vorgang gelassen sehen, da der schriftlich zugesicherte Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen während der ersten drei Jahre, also bis 30.06.2009 eingehalten werden muss. TietoEnator hätte im Fall von betriebsbedingten Kündigungen bis 30.06.2009 keinerlei Chance in einem Kündigungsschutzprozess vor dem Arbeitsgericht. Wir haben damals darauf gedrängt, dass ihr diese Nichtkündigungsgarantie rechtsverbindlich schriftlich bekommt. Uns liegt diese Garantie, abgegeben vom damaligen Geschäftsführer Jürgen Hatzipantelis, ebenfalls vor. Es ist unnötig, jetzt einen Anwalt aufzusuchen, es besteht kein Grund zur Panik.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Dienstag, 29.01.08

TietoEnator: Abfindungshöhe
Die Abfindungshöhe ist der geheimen Protokollnotiz zur Überleitungsvereinbarung zu entnehmen. Danach erhalten Mitarbeiter, die vor dem 30.06.2009 bei TietoEnator durch Aufhebungsvertrag ausscheiden, eine Abfindung, vorausgesetzt sie treten nicht in den Ruhestand und vorausgesetzt, der (Gesamt-) Betriebsrat vereinbart mit TietoEnator nichts davon Abweichendes.

Die Höhe der Abfindung berechnet sich auf Basis des Bruttomonatseinkommens im Übertrittszeitpunkt nach der am jeweiligen Standort letztgültigen Siemens-Sozialplanregelung. Von der so bestimmten Siemens-Abfindung bekommt ihr 80 Prozent, wenn ihr bis 30.06.2008 ausscheidet, 60 Prozent, wenn ihr zwischen 01.07.2008 und 30.06.2009 ausscheidet. Abfindungen nach dem 30.06.2009 sind in der Überleitungsvereinbarung nicht mehr geregelt. Ein besseres Angebot bleibt TietoEnator natürlich überlassen. Eine geringere Abfindung ist nach dieser Regelung jedoch nicht möglich.

Die Abfindung wird nur ausbezahlt, wenn unmittelbar nach dem Ausscheiden bei TietoEnator keine Tätigkeit bei der Siemens AG oder einem mit dieser oder mit TietoEnator verbundenen Unternehmen aufgenommen wird. Wird innerhalb von drei Jahren eine solche Beschäftigung aufgenommen, dann besteht eine Rückzahlungsverpflichtung für den zu 3 Jahren fehlenden Zeitraum in Höhe von 1/36 der Abfindungssumme pro Monat. Zurückzuzahlen ist jedoch der entsprechende Bruttobetrag, bezahlte Steuern und Sozialabgaben werden nicht zurückerstattet. Dies sind die üblichen Konditionen bei Abfindungen in der Siemens AG.
(cr/iw)


InWaChRo-News: Montag, 28.01.08

NSN: Was wurde aus der Innovationsinitiative?
In Punkt 2.2 des IA/SP vom 12.7.2007 wurde vereinbart, dass die Nokia Siemens Networks GmbH & Co. KG zusammen mit dem GBR „eine Innovationsinitiative starten wird mit dem Ziel, über zusätzliche Innovationsimpulse Arbeitsplätze in Deutschland langfristig zu sichern.“

Nachdem die Beauftragung von Kemper & Schlomski zur Entwicklung von Perspektiven für die Standorte in Deutschland, gescheitert war, wurde ein anderes Unternehmen mit einem deutlich reduzierten Budget beauftragt. Bis heute ist kein Ergebnis dieser Innovationsinitiative bekannt gegeben worden. Man hätte erwartet, dass man in der Firma etwas von diesen innovativen Ideen erfährt, dass die Unternehmensleitung und der GBR die Mitarbeiter in die Diskussion einbinden. Das erfordert schon der Value „offene Kommunikation“.

Wir fragen uns, wie der Stand der Innovationsinitiative ist, ob sie eingeschlafen ist, oder ob bereits Ergebnisse vorhanden sind und wann diese umgesetzt werden.

Den IA/SP kann man nicht für beendet erklären, solange diese Innovationsinitiative nicht umgesetzt ist, denn er muss wie jeder Vertrag von beiden Vertragspartnern eingehalten werden. Wir erwarten daher, dass NSN nicht nur Stellen abbaut und ausgliedert, sondern alle Anstrengungen unternimmt um über die Innovationsinitiative unsere „Arbeitsplätze in Deutschland langfristig zu sichern“.
(cr)


InWaChRo-News: Sonntag, 27.01.08

NSN: „Beratervertrag“ für Betriebsrat Mch P?
Die Mitarbeiter von Mch P sollen alle nach Mch M versetzt werden. In Mch P wird daher derzeit über einen Interessenausgleich zur geplanten Betriebsschließung verhandelt.

Durch die Betriebsschließung verlieren die Mitglieder des Betriebsrates Mch P ihr Betriebsratsmandat. Die Betriebsräte sind dann wie jeder normale Mitarbeiter weiter zu beschäftigen. Ab Ausscheiden aus dem Betriebsrat haben sie noch ein Jahr Betriebsrats-Kündigungsschutz, also bis Anfang 2009.

Die Betriebsleitung hat dem Betriebsrat in Mch P angeboten, dass dieser nach der Betriebsschließung als beratendes Gremium für den Betriebsrat Mch M fungieren kann und die Betriebsratsmitglieder ihre Freistellungen behalten. Es ist anzunehmen, dass mit dieser beratenden Tätigkeit auch ein Kündigungsschutz über den 30.9.2009 hinaus verbunden werden soll.

Die Betriebsleitung hatte bereits vor einigen Wochen dem Betriebsrat in Mch M angeboten, dass dieser die Betriebsratsmitglieder aus Mch P nach der Betriebsschließung als freigestellte Berater haben könnte. Dieses merkwürdige Angebot hat der Betriebsrat Mch M in einer Sitzung zu Recht abgelehnt. Das Gremium möchte dem Betriebsverfassungsgesetz entsprechend im Bedarfsfall seine Berater selbst bestimmen. Ein erneutes Gesprächsangebot des Arbeitgebers zu diesem Thema hat der Betriebsrat Mch M vor einigen Tagen abgelehnt.

Warum ist die Betriebsleitung an einem Schattenbetriebsrat in Mch M interessiert?

Erinnern wir uns an die VW-Affäre. Hier lebte der GBR-Vorsitzende Volkert (IG Metall) sein Sexualleben auf Kosten der Firma aus. Peanuts für die Firma, in Geld gemessen. Die Frage: „Schadete das der Belegschaft“ hat jeder Insider sofort mit einem klaren Ja beantwortet. Warum? Weil jeder weiß, dass ein Arbeitgeber Zugeständnisse und Geschenke an einen Betriebsrat nicht umsonst macht. Er verlangt eine Gegenleistung dafür – jetzt oder später.

Jeder war und ist immer noch entsetzt über die AUB-Affäre. Siemens hat hier im Grunde eine Schatten-Betriebsratsorganisation aufgebaut und finanziert, um die Vertretung der Arbeitnehmer im Sinne des Unternehmens steuern zu können.

Hat NSN mit diesem geplanten Schattenbetriebsrat ähnliches vor, wie Siemens mit der AUB?

Volkert steht wegen der VW-Affäre vor Gericht. Schelsky, der rund zwanzig Jahre AUB-Bundesvorsitzender war, sitzt seit 14.2.2007 noch mindestens bis März 2008 in U-Haft.

Die Verlängerung des Kündigungsschutzes der Ex-Betriebsräte aus Mch P bis zur nächsten Betriebsratswahl im Frühjahr 2010 wäre eine Vorteilsannahme im Amt (§331 StGB), denn normale Mitarbeiter können ihren Kündigungsschutz nicht bis zu diesem Zeitpunkt verlängern. NSN baut offensichtlich auf die Dankbarkeit der Betriebsräte Mch P und erhofft sich wohl, über das beratende Gremium, Einfluss auf die Betriebsratsarbeit in Mch M nehmen zu können.

Die Annahme und Gewährung solcher Vorteile fügt dem Betriebsratsamt und der Belegschaft Schaden zu und macht NSN unglaubwürdig bzgl. der Einhaltung ihrer Compliance-Regelungen.

Wir raten allen Betriebsräten in Mch P dringend, diese Beratungstätigkeit abzulehnen, damit ihr Name nicht mit einer möglichen Vorteilsannahme im Amt in Verbindung gebracht werden kann und damit das Betriebsratsamt nicht beschädigt wird.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Freitag, 25.01.08

NSN: Geschäftszahlen
Das bereinigte operative Ergebnis von Nokia Siemens Networks stieg um den Faktor 2,7 von 87 Mio. Euro in Q3 auf 232 Mio. Euro in Q4. Die Marge ohne die Einmaleffekte verbesserte sich auf 3,9 Prozent und entsprach somit den Markterwartungen.

Der Umsatz im vierten Quartal lag bei 4,583 Mrd. Euro. Das entspricht einem Anstieg um 24 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Dies übertraf die Erwartungen des Marktes weit. Wenn man sich die Umsatzzahlen der drei letzten Quartale ansieht, erkennt man sofort, dass nicht China oder Asia-Pacific der größte Wachstumsmarkt für NSN war, sondern Europa. NSN verdoppelte fast seinen Umsatz in Europa seit Q2 auf insgesamt 2,045 Mrd. Euro, während in der Region Asia-Pacific der Umsatz in dieser Zeit kontinuierlich auf 838 Mio. Euro fiel. Somit konnte Europa seinen Platz 1 beim Umsatz verteidigen. Weit abgeschlagen auf Platz 4 blieb China mit einem Umsatz von 492 Mio. Euro.

Wenn NSN also die Produkte nahe beim Kunden entwickeln möchte, dann müsste das Management eine starke Präsenz der R&D in Europa erhalten.

Nokia Siemens Networks Net Sales by Geographic Area
EUR millionQ4 2007Q3 2007 Q2 2007QoQ Change
Q3 to Q4
(%)
QoQ Change
Q2 to Q3
(%)
Europe2 0451 5001 18636.325.9
Middle East & Africa54144836920.821.3
China49237229432.326.4
Asia-Pacific8388491 183-1.3-27.8
North America24315216459.9-7.0
Latin America42435324220.146.0
Total4 5833 6743 43824.76.9


Nokia Siemens Networks sieht nach den Worten von CEO Simon Beresford-Wylie in den USA weiter eine gute Wachstumschance. Im letzten Quartal war der Umsatz um 59,9 Prozent auf 243 Mio. Euro gestiegen. Allerdings räumte Beresford-Wylie ein, dass im nächsten Jahr mit einer Investitionszurückhaltung der Telekomanbieter zu rechnen sei. Beresford-Wylie stützt seine Hoffnung, auf dem US Markt verstärkt Fuß zu fassen auf die Mobilfunktechnologie der vierten Generation Long Term Evalution (LTE), die zurzeit von Verizon Wireless und Vodafone vorangetrieben wird. Nokia Siemens Networks zählt zu den Zulieferern eines Pilotversuches bei Verizon Wireless.

Beresford-Wylie räumte ein, dass die von NSN insgesamt angestrebte Marge von 10 Prozent erst Ende 2009 statt wie vorgesehen Anfang 2009 erreicht wird. Kurzfristig rechne Nokia Siemens Networks mit einem "sehr, sehr geringfügigen Wachstum" im Bereich der Infrastruktur für Festnetz und Mobilfunk aber mit einem "guten Wachstum" im Bereich der Dienstleistungen.

Angesichts dieser Einschätzung ist damit zu rechnen, dass auf die Mitarbeiter in der Festnetz- und Mobilfunksparte nach dem 30.09.2009 erneuter Stellenabbau, Auslagerungen oder Standortverdichtungen zukommen werden. Inwieweit sich die Prognose eines guten Wachstums im Dienstleistungsbereich positiv auf die Arbeitsplätze im Service-Bereich niederschlägt, lässt sich derzeit noch nicht einschätzen.
(cr/iw)


InWaChRo-News: Donnerstag, 24.01.08

Alcatel-Lucent: Erneuter Stellenabbau bei Alcatel-Lucent
Mitarbeiter von Nokia Siemens Networks sollten aufmerksam die Entwicklung bei Alcatel-Lucent verfolgen. Hier wie dort fusionierten zwei Unternehmen. Bei Alcatel-Lucent hat Alcatel das Sagen, bei Nokia Siemens Networks Nokia. Dass Nokia nicht zimperlich mit Mitarbeitern umgeht, wissen wir spätestens seit der angekündigten Schließung des Nokia Werkes in Bochum.

Was ist bei Alcatel-Lucent geschehen? Seitdem der große französische Alcatel-Konzern die kleinere amerikanische Lucent Technologies Ende 2006 übernommen hatte, versuchen beide Teile, so viele Funktionen und Projekte samt Personal zu retten, wie sie können. Doch der größere Partner Alcatel hat dabei mehr Erfolg. 2007 folgte dann, wie bei Nokia, Stellenabbau. In Nürnberg sollten im ehemaligen Lucent-Headquarter 300 Entwicklerarbeitsplätze entfallen. Etwa 130 bis 140 Mitarbeiter nahmen das Trennungsangebot an. Vor kurzem reagierte Alcatel-Lucent - wie NSN - mit Ausgliederungsplänen zu Wipro.

Jetzt wurde bekannt, dass in den deutschen Standorten weiterer Stellenabbau erfolgen soll. In Nürnberg sollen bis Ende des Jahres 271 Arbeitsplätze entfallen. Dies entspricht einem Abbau von fast 28 Prozent der Nürnberger Belegschaft. Damit ist das ehemalige Es hat der Belegschaft dort nicht geholfen, dass über 100 Entwickler das "Trennungsangebot" 2007 angenommen haben. Unterm Strich bleibt die vor einem Jahr genannte Zahl von ungefähr 300 Arbeitsplätzen, die Nürnberg abbauen muss, bestehen.

Weltweit sollen, wie Pat Russo, Vorstandsvorsitzende von Alcatel-Lucent, bereits im Oktober 2007 verkündete, 4000 Stellen abgebaut werden.

Nach diesem Abbau würden in Nürnberg nur noch 709 Beschäftigte verbleiben. Dies gefährde nach Ansicht von Kennern der Materie über kurz oder lang den gesamten Standort im Nordosten Nürnbergs. In der Lokalpresse wird dies bereits kritisch kommentiert.
Link zu Netzwerk IT: Alcatel-Lucent
(iw)


InWaChRo-News: Donnerstag, 24.01.08

Alcatel-Lucent: Ein Streik der besonderen Art
Die Mitarbeiter in Nürnberg reagierten empört auf die erneuten Abbaupläne von insgesamt 271 Stellen. "Eine schreiende Ungerechtigkeit", kommentierten Mitarbeiter die neuen Abbaupläne des Konzerns. Nach bekannt werden des erneuten Stellenabbaus trafen sich die Nürnberger Kollegen spontan zu einer Informationsveranstaltung. Ganze Abteilungen beschlossen nicht mehr zu arbeiten und um 12.00 Uhr gemeinsam nach Hause zu gehen. Etwa 80 Mitarbeiter trafen sich am Haupteingang und verließen gemeinsam das Firmengelände. Viele haben die Firma individuell verlassen. Die Mehrzahl der Büros war bereits am frühen Nachmittag verwaist.

Was lehrt uns das? Koordinierte Inanspruchnahme von Gleitzeit kann der Firma auf völlig legale Weise demonstrieren: Es reicht! Wir sind nicht mehr bereit, uns alles gefallen zu lassen. Die Alcatel-Lucent Kollegen haben nun bereits zum zweiten Mal ihre Angst überwunden und scheuten sich nicht mehr aufzufallen. Dies stärkt den Zusammenhalt der Belegschaft und demonstriert dem Betriebsrat die Forderung der Belegschaft, harte Verhandlungen zu führen.

Die Alcatel-Lucent Kollegen versuchen möglichst frühzeitig ihren Standpunkt klar zu machen und in die Öffentlichkeit zu bringen. Viele wissen inzwischen - abwarten, hoffen oder den Kopf in den Sand zu stecken, verhindert eine befürchtete Standortschließung, vorbereitet durch scheibchenweisen Stellenabbau und Outsourcing nicht. Sich Wehren, laut zu sagen, was in einem Großkonzern passiert, schafft Bewusstsein in der Öffentlichkeit. Nokia in Bochum ist nur die Spitze des Eisberges und zeigt besonders deutlich, wie Konzerne denken und handeln. Der jetzige Protest für die Belegschaft von Nokia in Bochum, der heutige Protest der Belegschaft von Alcatel-Lucent, der Protest der Belegschaft von Opel oder AEG 2005, der Protest der Siemens-Belegschaft 2003 und viele andere verpuffen nur dann nicht, wenn Mitarbeiter immer mehr den Mut finden, sich gegen diese Vorgehensweise der Konzerne laut und immer wieder zu wehren. Alle Arbeitnehmer müssen von der Politik und den Arbeitgebern ein soziales Miteinander aller einfordern. Und diese Forderung ist keine Bittstellerei, sondern festgeschrieben im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Nur so wird sich die Politik daran erinnern, dass in unserem Grundgesetz in Art. 20 steht: "Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat." Art. 14 II GG vertieft den Willen des Gesetzgebers zur sozialen Marktwirtschaft: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen." Darin begründet sich die soziale Marktwirtschaft, die nicht durch eine Grundgesetzänderung zu Gunsten der Konzerne abgeschafft werden kann. Art. 20 GG ist aufgrund von Art. 79 III GG nicht änderbar.

Die soziale Marktwirtschaft ist damit ein fundamentaler Bestandteil unserer Rechtsordnung. Und diese zu bewahren ist Aufgabe eines jeden. Darauf sollte sich die Politik besinnen. Wir sollten uns diese Grundsätze nicht durch die Profitsucht von Konzernen aushöhlen lassen.
(iw)


InWaChRo-News: Donnerstag, 24.01.08

NSN: "Sell and lease back" - Abbau auf österreichisch
Uns wurde berichtet, dass NSN Österreich etwa 20 KollegInnen an eine Leihfirma "verkaufen" und wieder zurück "leasen" will. Wer in diesen Deal nicht einwilligt, dem wolle NSN wieder einmal mit Kündigung drohen. Die Erfolgschancen einer Anfechtung wegen Sozialwidrigkeit wären aber hoch.
weiter ...

Wer etwas über das österreichische Arbeitsrecht wissen möchte, kann hier nachlesen.
(iw)


InWaChRo-News: Donnerstag, 24.01.08

BenQ: Stand der Verhandlungen bzgl. nachträglichem Widerspruch
Siemens hat die Mitarbeiter, die einen nachträglichen Widerspruch gegen den Betriebsübergang zu BenQ eingelegt hatten, vorsorglich betriebsbedingt gekündigt. Die Mitarbeiter haben Kündigungsschutzklage erhoben.

Vor einigen Tagen fand vor dem Arbeitsgericht Wesel ein Gütetermin für eine dieser Kündigungsschutzklagen statt. Das Arbeitsgericht Wesel möchte das Kündigungsschutzverfahren solange aussetzen, bis geklärt ist, ob der nachträgliche Widerspruch hält. Kläger und Beklagte wurden aufgefordert, innerhalb von 14 Tagen dazu Stellung zu nehmen.

In der Verhandlung informierte die Siemens-Anwältin, Frau Dr. S. darüber, dass insgesamt noch 18 Klagen in Kamp-Lintfort und 86 Klagen in München bei den Arbeitsgerichten anhängig sind. Bisher hat Siemens 30 Klagen in der ersten Instanz verloren und 16 Klagen gewonnen.

rp-online interviewte einen der Kläger.
(iw)


InWaChRo-News: Donnerstag, 24.01.08

NSN: Tarifgehalt und ATP
Die Formel für die Jahreszahlung im Tarifkreis wurde gestern auf der Betriebsversammlung in Mch H vorgestellt. Sie ist jedoch noch nicht vom GBR abgesegnet.

Der Unternehmensfaktor ist auch immer von Siemens willkürlich festgelegt worden. Er ist nur dieses Jahr wegen des Siemens-Jubiläums so hoch gewesen, dass ein Mitarbeiter in EG12 auf 1020 Euro kommt. Letztes Jahr fiel die Jahreszahlung mit 720 Euro deutlich niedriger aus. Der Betrag für die Jahreszahlung, die mit den Januarbezügen ausgezahlt wird, dürfte bei NSN mit ATP in etwa genauso hoch sein, wie vorher bei Siemens.

Das Grundgehalt und die Leistungszulage der Tarifmitarbeiter bestimmen sich nach ERA-Tarifvertrag, daran ändert sich auch nichts, ATP hin oder her, darauf hat das keinen Einfluss. Zur Sonderzulage kann man derzeit noch keine Aussage machen. Dabei handelt es sich um eine freiwillige Zahlung, die jederzeit widerrufen werden kann. Es ist davon auszugehen, dass sie evtl. in eine von ATP abhängige Zahlung umgewandelt wird.
(cr)


InWaChRo-News: Mittwoch, 23.01.08

Siemens: Enterprise schließt die Entwicklung in San Jose, USA
Auf einer Mitarbeiterveranstaltung am 17.01.08 wurde den R&D-Mitarbeitern von Siemens Enterprise mitgeteilt, dass die gesamte Entwicklung in San Jose, USA, geschlossen wird. Die Mitarbeiter haben bereits ihre Kündigung erhalten:

1/3 der MA wurde zum 31.01.08,
1/3 der MA zum 31.03.08 und
1/3 der MA zum 30.09.08 gekündigt.
(iw)


InWaChRo-News: Mittwoch, 23.01.08

NSN: ATP Prozess
Was ist das? Der sogenannte Achieving Together Process (ATP) dient der Vereinbarung von Mitarbeiterspezifischen und Teamzielen und der Kontrolle der Zielerfüllung. Die Ziele sind in Deutsch zu verfassen. Nur wenn die Führungskraft im Ausland sitzt und nicht deutsch kann, kann sie auch auf Englisch verfasst werden. Im Zweifelsfall muss der Hosting Manager übersetzen und die deutsche Fassung gilt.

Kann man einfach Ziele ablehnen, wenn es als gesamtes Abteilungsziel gilt, und jeder dieses Ziel letztendlich bekommt?

Man kann seine Unterschrift zwar verweigern, dann folgt gegebenenfalls ein weiteres Gespräch mit dem Chef (Solid Line Manger) oder dem Chef-Chef (Second Level Manager). Führt dieses ebenfalls nicht zur Einigung, weil die vom Chef vorgegebenen Ziele nicht erreichbar oder nicht SMART sind, dann kann der Betriebsrat mit der Betriebsleitung noch eine Einigung versuchen. Am Ende greift dann das Direktionsrecht des Arbeitgebers und die vom Chef vorgeschlagenen Ziele gelten als vereinbart. Dagegen kann man noch gerichtliche Schritte unternehmen, wenn man will.

Inwiefern hat dieser ATP Prozess Auswirkungen auf unser Gehalt?
Die VZE bei AT’s soll durch die von der Zielerreichung im ATP-Prozess abhängende Incentives abgelöst werden. Dazu ist aber eine Vertragsänderung notwendig. Diese wird den At’s angeboten werden. Lehnen sie die Unterzeichnung ab, bleibt es für sie bei der bisherigen VZE-Regelung, der Unternehmensfaktor wird dann willkürlich von der Geschäftsführung festgelegt.

Im Tarifkreis soll die Jahreszahlung, die bisher ein fester von der Tarifgruppe abhängender Euro-Betrag multipliziert mit dem Unternehmensfaktor war (2008 bei EG 12 beispielsweise: 60 Euro *17 = 1020 Euro). Diese Jahreszahlung soll nun ersetzt werden durch eine Zahlung, die besteht aus einem Prozentsatz des festen Gehaltes mal Zielerreichung mal Nokia-Unternehmenswert (der maximal bei 1.5 liegt). Beispiel EG12: 12.5% * 100% *1,5 * 5000 Euro = 937,50 Euro.
(cr)


InWaChRo-News: Mittwoch, 23.01.08

NSN: Sinn und Unsinn der Zielvereinbarung
Die meisten sogenannten Team-Ziele sind viel zu allgemein gehalten und vom Mitarbeiter kaum beeinflussbar. So wird z.B. vereinbart, dass die R&D OPEX-Kosten, also die Betriebskosten für die R&D, einen bestimmten Millionenbetrag nicht überschreiten darf. Wie ein Mitarbeiter dies erreichen soll, ist diesem zu Recht völlig unklar. Das Ziel ist auf Mitarbeiterebene absurd.

Außerdem wird vereinbart, dass der Gross Margin eine bestimmte Summe erreichen muss. Der Gross Margin ist (der normale Mitarbeiter weiß das noch nicht einmal) die Differenz zwischen dem Preis, den man für ein Produkt erzielen kann und den Herstellungskosten für dieses Produkt. Wie kann beispielsweise ein Entwickler den Verkaufspreis beeinflussen? Auch wie er die Herstellungskosten des Produktes beeinflussen kann, ist einem Softwareentwickler, wenn er keine weiteren detaillierten Informationen hat, völlig rätselhaft.

Eine beliebte Zielvereinbarung ist auch, dass der Mitarbeiter die IT-Kosten pro Mitarbeiter auf einen bestimmten Betrag reduzieren soll. Was ein Mitarbeiter, der ständig in Telefonkonferenzen mit dem Kunden ist, machen soll, um dieses Ziel zu erreichen, wird ihm nicht gesagt. Soll er sich in Zukunft vom Kunden anrufen lassen? Soll er das Gespräch nach einer halben Stunde abbrechen, weil sein Budget verbraucht ist?

Es erfolgt keine Analyse dieser globalen Ziele und kein sinnvolles Herunter brechen auf die konkrete Arbeit des Mitarbeiters. So sind die Ziele Makulatur, der Mitarbeiter hat in dieser Allgemeinheit der Aufgabenstellung keine Möglichkeit, die Zielerreichung zu beeinflussen. Wenn Mitarbeiter trotzdem versuchen, entsprechend ihrer Zielvereinbarungen zu sparen oder zu handeln, kann dieses aus Sicht des Mitarbeiters richtige Sparen zu einem Mehrfachaufwand an anderer Stelle führen. Ziele müssen koordiniert werden. Das Management kann daher froh sein, wenn die Mitarbeiter diese Ziele ignorieren. Die Mitarbeiter bleiben frustriert zurück oder nehmen das Management einfach nicht mehr ernst.

Möglicherweise hat das untere und mittlere Management Angst, wenn konkrete Ziele vereinbart werden, dass die Mitarbeiter sich dann nur noch auf die Erfüllung dieser Ziele konzentrieren und andere Aufgaben liegen bleiben. Es liegt hier ein völliges Versagen des Managements vor.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Dienstag, 22.01.08

Nokia: Pressekonferenz zur Jahresbilanz abgesagt
Nokia will bei der Veröffentlichung seiner Jahresbilanz nicht die in den vergangenen Jahren stets übliche Pressekonferenz abhalten. Aus der Konzernzentrale in Helsinki wurden gestern Berichte skandinavischer Medien zurückgewiesen, wonach dies eine Reaktion auf die massive Kritik an der bevorstehenden Schließung des Bochumer Nokia-Werkes sei. Es habe niemals Pläne für eine solche Pressekonferenz gegeben. Deshalb sei auch nichts abgesagt worden.

Der eifrige Leser der Nokia-Homepage, findet dort jedoch noch eine Pressmitteilung von Nokia:

“Nokia's fourth quarter and full-year 2007 result press conference January 22, 2008

Nokia will hold a press conference in conjunction with its fourth quarter and full-year 2007 result. The press conference will be held at Nokia House, Keilalahdentie 4, Espoo, and start shortly after 4 p.m. Finnish time.”


Tja, Vertuschen will gelernt sein. Oder: Lügen haben kurze Beine.
(cr)


InWaChRo-News: Montag, 21.01.08

NSN: Management dementiert Pläne bzgl. Standortreduzierung
Am 15.1.2008 berichteten wir, dass das NSN-Mangement Gerüchten zufolge bereits konkrete Pläne habe, R&D im Jahr 2009/2010 weltweit auf vier Standorte zu reduzieren.

Bezug nehmend auf diesen Artikel hat uns der NSN-Vorstand heute in einer E-Mail mitgeteilt, dass dieses Gerücht falsch sei. Es gebe keine Pläne, die R&D auf vier Standorte zu reduzieren: „… there is no target to get only four R&D sites …“

Ob der Standort Deutschland eine Zukunft hat, bleibt jedoch weiter offen.
(cr)


InWaChRo-News: Montag, 21.01.08

Siemens: Vier Milliarden Euro Strafe droht
In der Siemens-Korruptionsaffäre überprüft die US-Börsenaufsicht SEC derzeit Buchungen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro. Sollte sich dabei herausstellen, dass diese Summe für Schmiergeldzahlungen verwendet wurde, könnten das US-Justizministerium und die SEC eine Strafe in Höhe des dreifachen dieser Summe verhängen, wie die Wirtschaftswoche berichtete. Somit könnte Siemens eine Strafzahlung in Höhe von 4 Mrd. Euro drohen.

Sollte das US-Justizministerium zu dem Schluss kommen, dass die USA durch die Siemens-Korruption auch im Ausland benachteiligt wurde, könnte Siemens darüber hinaus von sämtlichen Aufträgen in den USA ausgeschlossen werden. Da Siemens etwa ein Viertel seiner Produkte in den USA absetzt würde dies einen hohen finanziellen Ausfall bedeuten.

Die SEC hat bei Verstößen gegen US-Recht außerdem die Möglichkeit, eine an der US-Börse gelistete Aktie aus dem Handel zu nehmen und die betroffenen Manager vor Gericht zu bringen.

Eine Entscheidung der SEC wird für das erste Quartal 2008 erwartet.
(cr)


InWaChRo-News: Montag, 21.01.08

Siemens: Entlastung der Vorstände vertagt
Vorstand und Präsidium des Aufsichtsrats hatten in der vergangenen Woche eine "vorsorgliche Vertagung der Entlastung der Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2007" mit Ausnahme des Vorstandsvorsitzenden Peter Löschers vorgeschlagen. Grund sei, dass die mit der Aufklärung der Korruptionsaffäre beauftragte US-Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton laufend neue Informationen erhalte und daher noch nicht abschließend geklärt sei, wer in den Korruptionsskandal involviert ist.

Auf einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrates wurde daher beschlossen, die Entlastung von derzeitigen und früheren Vorständen zu vertagen. Die Hauptversammlung soll am Donnerstag in München nur über die Entlastung Löschers abstimmen.

Vertagt wird die Entlastung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld und der Ende Dezember ausgeschiedenen Vorstände Rudi Lamprecht, Eduardo Montes, Jürgen Radomski, Uriel Sharef und Klaus Wucherer. Auch die amtierenden Vorstandsmitglieder Joe Kaeser, Erich Reinhardt, Hermann Requardt und Heinrich Hiesinger sowie der ehemalige Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich von Pierer werden vorläufig nicht entlastet.
(cr)


InWaChRo-News: Montag, 21.01.08

Siemens: Verdacht gegen Vorstandsmitglieder erhärtet sich weiter
Nachdem der Siemens Vorstandsvorsitzende Peter Löscher firmenintern zugesichert hat, dass Siemens auf Schadensersatzforderungen verzichtet, wenn jemand sein Wissen über Bestechungsvorgänge offenbart, erhält die US Anwaltskanzlei Deboise & Plimpton „laufend neue Informationen“. Dutzende von Siemens-Managern hätten sich mit neuen Informationen über das Korruptionsgeflecht gemeldet. Debevoise & Plimpton sprach von „sehr substanziellen Hinweisen“. Diese beträfen auch eine „Reihe von Personen, die innerhalb vergangener Jahre Mitglieder des Vorstands waren“. Namen nannte die Kanzlei in ihrem Schreiben an den Aufsichtsratschef Gerhard Cromme nicht. Die Luft um Heinrich von Pierer dürfte jedoch immer dünner werden. Auch der amtierende Finanzvorstand Joe Kaeser gerät ins Blickfeld der Betrachtungen.

Die Münchner Staatsanwaltschaft ist an den Informationen von Debevoise & Plimpton sehr interessiert. Siemens und die Staatsanwaltschaft München hatten sich für die Korruptionstatbestände bei Com bereits auf eine Strafzahlung in Höhe von 201 Millionen Euro geeinigt.

Das glänzende Geschäftsergebnis von Siemens dürfte angesichts des Bestechungsskandals bei der Hauptversammlung am 27.01.2008 in den Hintergrund geraten. Die Affäre könnte Siemens teuer zu stehen kommen.
(iw)


InWaChRo-News: Samstag, 19.01.08

NSN-oA (ohne Arbeit): Zielvereinbarungen / Bewerbungen müssen nicht offen gelegt werden
Mitarbeiter, die derzeit von NSN rechtswidrig nicht beschäftigt werden, unabhängig davon, ob sie einem Betriebsübergang widersprochen haben oder nicht, müssen ebenfalls den ATP-Prozess (Achieving Together Prozess = EFA-Nachfolge) durchlaufen. Bis zum 30.1.2008 müssen Ziele für das nächste halbe Jahr vereinbart werden.

NSN beabsichtigt die Verpflichtung zur vertragsgemäßen Beschäftigung zu unterlaufen, indem sie den Mitarbeitern, die nicht beschäftigt werden, das Ziel vorgibt, sich intern oder extern zu bewerben. Eine 100-prozentige Zielerreichung wäre dann beispielsweise, wenn man im nächsten halben Jahr zwei Vorstellungsgespräche bekommen hat. Eine 50-prozentige Zielerreichung liegt danach vor, wenn man wenigstens sechs Bewerbungen nachweisen kann.

Bewerbungen sind keine vertragsgemäße Beschäftigung. Sie müssen grundsätzlich nicht dem Arbeitgeber gegenüber offengelegt werden. Dies gilt für den Inhalt der Bewerbung sowie auch für die Anzahl der Bewerbungen, die man verschickt. Bewerben fällt unter die Privatsphäre. Der Schutz der Privatsphäre ist Teil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts (Art 2 I i.V.m. Art 1 I GG). Verletzt der Arbeitgeber das Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers, dann liegt darin gleichzeitig ein Verstoß gegen arbeitsvertragliche Nebenpflichten des Arbeitgebers.

Die Kollegen sollten es ablehnen, Bewerbungen in ihren Zielvereinbarungen festzuschreiben. Warum?

Die Tür zum Mobbing nicht selbst aufstoßen
Die Personalabteilung und die Vorgesetzten werden ansonsten einen immer stärker werdenden psychischen Druck in Bewerbungsreviews aufbauen. Der Mitarbeiter wird gezwungen, offen zu legen, warum eine Bewerbung nicht geklappt hat, warum er sich nicht intensiver bewirbt etc. In der Vergangenheit wurden beispielsweise bei Siemens solche Bewerbungsreviews angesetzt, um den Druck auf die Mitarbeiter zu erhöhen, die Firma zu verlassen. Dies endete häufig in Mobbing und die meisten Mitarbeiter verließen die Firma, da sie dem Druck dieser Gespräche nicht mehr standhalten konnten. Die Chefs haben in ihren Zielvereinbarungen stehen, dass sie genau diesen Mitarbeiter los werden müssen.

Bewerbungsoffenlegung vermindert Chancen 2009
Wenn Mitarbeiter sich auf die Bewerbungsoffenlegung einlassen und die vereinbarten Ziele nicht erreichen, führen selbst den Nachweis, dass sie weder intern noch extern vermittelbar sind. Wenn am 30.9.2009 der Kündigungsschutz endet, kann der Arbeitgeber die gescheiterten Bewerbungsversuche vorlegen und damit leicht nachweisen, dass intern für den Mitarbeiter keine Weiterbeschäftigungsmöglichkeit zu finden war und dass er als Arbeitgeber sich bemüht hat, den Mitarbeiter unterzubringen (Ultima Ratio-Prinzip). Die Wahrscheinlichkeit, dass sie diese Ziele nicht erreichen, ist hoch. So wurden in der Vergangenheit solche Mitarbeiter immer durch mehr oder weniger geheim gehaltene Vorstandsbeschlüsse von Versetzungen ausgeschlossen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wie sollte es eigentlich sein?
Der Arbeitgeber muss dem Mitarbeiter eine vertragsgemäße Beschäftigung zuweisen. Das ist sein Teil des Arbeitsvertrages, zu dessen Erfüllung er verpflichtet ist. Wenn er dieser Verpflichtung nicht nachkommt, solltet ihr eine Klage auf vertragsgemäße Beschäftigung am Arbeitsgericht einreichen. Diese Klage dient auch als Nachweis bei einer eventuellen Kündigungsschutzklage 2009, dass man an seiner Beschäftigung ernsthaft interessiert ist.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Samstag, 19.01.08

Nokia: Zeitarbeitsfirmen kündigen Leiharbeiter
Wegen der geplanten Schließung des Nokia-Werks in Bochum, haben jetzt schon zahlreiche Leiharbeitnehmer von ihren Firmen die Kündigung erhalten. Eine Randstad-Sprecherin hatte gegenüber Medien die Entlassungen zwar nicht offiziell bestätigt, sie aber auch nicht dementiert. Eine Sprecherin der Zeitarbeitsfirma Adecco, die mit rund 500 Angestellten bei Nokia vertreten war, sagte, Anfang kommender Woche würden die ersten vorsorglichen Kündigungen ausgesprochen.

Bisher waren mehr als 1.000 Angestellte von Zeitarbeits-Firmen ständig bei Nokia tätig. Die ersten Leiharbeiter wurden laut WDR 2 bereits am Donnerstag, dem 17.01.2008 mit Wirkung zum 24.1.2008 gekündigt. "Nokia will keine Leiharbeiter mehr in den Werken sehen", sagte eine Produktionshelferin im Gespräch mit WDR 2.

Die Hoffnung, dass man bei einer Zeitarbeitsfirma beim Wegfall des Arbeitgebers schnell in ein anderes Arbeitsverhältnis vermittelt wird, zerschlägt sich somit. Die Leiharbeitnehmer sind die ersten, die ihren Arbeitsplatz räumen müssen.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Samstag, 19.01.08

Nokia: Pläne für R&D weltweit
Die Strategie für Nokia Research Center wurde in den vergangenen beiden Jahren überarbeitet. Als Teil dieser Strategie beschloss das Management, die Aktivitäten in der Nähe ausgewählter Forschungsuniversitäten in aller Welt anzusiedeln, mit denen Nokia eng in Innovationsprojekten zusammenarbeitet. Dazu gehören der Universitäten Peking (China), Helsinki und Tampere (Finnland), Cambridge (Großbritannien) sowie Stanford und Cambridge (USA).

Nokia will die R&D in Zukunft nur noch auf größere Standorte mit langfristiger strategischer Bedeutung konzentrieren. Ein Kriterium für diese Standorte ist, dass sie über genügend Ressourcen für Neuentwicklungen oder Weiterentwicklungen bis hin zur Serienreife verfügen. Die Parallelen zur NSN-Strategie sind auch hier erkennbar.

Um den deutschen Markt bedienen zu können, verbleiben in Deutschland Vertrieb und Marketing. In Düsseldorf hat Nokia ein starkes Vertriebsteam. Ein Bereich Devices R&D, der vermutlich Kundenanpassungen für den deutschen Markt machen soll, wird hier bleiben. Ulm wird laut Mitteilung von Nokia an die Mitarbeiter weiter eine bedeutende Rolle im Nokia Devices R&D Team spielen. Weiter beabsichtigt Nokia zukünftige Geschäftsmöglichkeiten im Bereich Internet Services in Deutschland zu eruieren. Es ist davon auszugehen, dass es sich auch hier weitgehend um Vertriebstätigkeiten handeln wird.
(cr/iw)


InWaChRo-News: Samstag, 19.01.08

Nokia: Geplante Ausgliederungen von Service und R&D in Bochum
In Folge der geplanten Produktionsverlagerung von Bochum nach Ungarn, Rumänien und Finnland, wird Nokia auch Bereiche in Bochum, die nicht zur Produktion gehören, stilllegen.

Der Service-Bereich in Bochum wird gemäß der globalen Outsourcing-Strategie von Nokia ausgegliedert, wie dies bereits in anderen Ländern geschehen ist. Parallelen zur NSN-Strategie -Ausgliederung zu „trusted partners“ und zur Service-Gesellschaft Nokia Siemens Networks Services Deutschland GmbH & Co. KG (VTS) - sind deutlich erkennbar.

Über den Bereich “Line fit automotive business“ verhandelt Nokia bereits mit einem potenziellen Käufer. Den Bochumer Forschungs- und Entwicklungsbereich „Adaptation software“ will Nokia an Sasken Technologies verkaufen. Die Verkaufsverhandlungen sind noch nicht abgeschlossen.
(cr/iw)


InWaChRo-News: Samstag, 19.01.08

Nokia: Solidarität mit den Mitarbeitern in Bochum
„Am Beispiel Nokia in Bochum sieht man die Konzernstrategie, Fertigungs- und Entwicklungsarbeitsplätze in Niedriglohnländer zu verlagern. Es ist erfreulich, dass die Politik endlich mal Kenntnis davon nimmt. Diese Verlagerungen passieren in kleinerem Rahmen laufend und enden damit, dass Arbeitnehmer in Deutschland arbeitslos werden und gezwungen sind, niedriger qualifizierte Jobs anzunehmen, oder ins Ausland abzuwandern. Die Politik lässt sich ständig von diesen Konzernchefs beraten, die sich aber lediglich der Gewinnmaximierung verpflichtet fühlen und keine irgendwie geartete soziale gesellschaftliche Verantwortung übernehmen wollen. Ihr Ziel ist, die Gesetzgebung mittelfristig so zu verändern, dass die soziale Marktwirtschaft, die im Grundgesetz festgeschrieben ist, langsam aber sicher ausgehöhlt und in der Praxis durch eine reine Marktwirtschaft ersetzt wird. Der durchschnittliche Arbeitnehmer, kranke oder behinderte Menschen haben in dieser Gesellschaft dann keine Chance mehr. Deswegen brauchen wir einen europaweiten Mindestlohn und keine Subventionen für Konzerne mehr.“

Diesen Text haben wir an die SPD Nordrhein-Westfahlen (http://www.nrwspd.de/nonokia/) geschickt. Wer sich solidarisch mit den Bochumer Kollegen zeigen will, sollte sich hier ebenfalls eintragen und die Situation bei Nokia Siemens Networks schildern.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Samstag, 19.01.08

NSN-SCA: Zweiter IBM-Übergang gescheitert, Arbeit geht via PSE auf den Balkan
Nach den uns bisher vorliegenden Informationen, ist auch der zweite Betriebsübergang zur IBM Network Services & Solutions GmbH gescheitert. Die meisten Mitarbeiter haben sich diesem Betriebsübergang durch Widerspruch oder durch Wechsel in die beE/Aufhebungsvertrag widersetzt. Wie beim ersten Betriebsübergang widersprachen in München prozentual deutlich mehr Mitarbeiter als in Berlin.

„Unsere Arbeit soll nun, da von uns keiner mitgeht, nicht zu IBM, sondern via PSE auf den "Balkan" weitergereicht werden. Die haben bisher mit uns zusammen daran gearbeitet. Nächste Woche sollen da einige Wiener Kollegen kommen, die angelernt werden sollen.“ erzählte ein Kollege.

Rein rechtlich geht die plötzliche Verlagerung der Aufgaben zur PSE nicht. NSN hat mit IBM einen Vertrag geschlossen, der einen Betriebsübergang bewirkt. Die Arbeitsplätze und damit auch die Aufgaben der widersprechenden Mitarbeiter sind auf Grundlage dieses Vertrages gemäß §613a BGB zur IBM Network Services & Solutions GmbH übergegangen. NSN kann (theoretisch) darüber nicht mehr verfügen. Dies zeigt, dass hinter dem Deal zwischen NSN und IBM offensichtlich nicht die Absicht steht, ein neues Geschäft und eine Zusammenarbeit aufzubauen, sondern lediglich eine Entsorgung von Mitarbeitern gegen Aufträge (Geld) geplant ist. Dies stellt einen Missbrauch des §613a BGB dar.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Freitag, 18.01.08

IBM: Abfindungen in neu gegründetem Unternehmen?
Im Artikel 15-01-08-1-NSN vom 15.1.2008 haben wir darauf hingewiesen, dass nach §112a II 1 BetrVG in neu gegründeten Unternehmen 4 Jahre lang kein Sozialplan erzwungen werden kann. Mitarbeiter haben gefragt, ob dies auch für die IBM Network Services & Solutions GmbH gilt, in die die SCA-Mitarbeiter übergegangen sind, bzw. übergehen werden.

In der Überleitungsvereinbarung steht: „IBM wird sich nicht auf §112a Abs. 2 Satz 1 BetrVG berufen und diesen nicht anwenden.“ Damit hat NSN klargestellt, dass IBM nicht beabsichtigt, im Falle von betriebsbedingten Kündigungen nach dem 30.9.2009 einen Sozialplan zu verweigern. Die Höhe der Abfindung richtet sich dabei nach der letztgültigen NSN Sozialplanregelung:

„Es gilt folgende Regelung, sofern nichts Abweichendes zwischen IBM und dem Betriebsrat vereinbart wird:
Diese Vereinbarung wurde nicht von IBM unterschrieben. Ob IBM eine verbindliche Erklärung abgegeben hat, dass sie sich daran halten wird, ist uns nicht bekannt. Im Zweifelsfall kann man diesen Anspruch jedoch bei der Nokia Siemens Networks GmbH & Co. KG geltend machen.
(cr/iw)


InWaChRo-News: Freitag, 18.01.08

NSN: NSN kann keinen Sozialplan verweigern
Im Artikel 15-01-08-1-NSN vom 15.1.2008 haben wir darauf hingewiesen, dass nach §112a II 1 BetrVG in neu gegründeten Unternehmen 4 Jahre lang kein Sozialplan erzwungen werden kann. Mitarbeiter haben gefragt, ob dies auch für die Nokia Siemens Networks GmbH & Co. KG gilt. Diese Vierjahresfrist würde erst am 31.03.2011 enden.

Die Befreiung von der Sozialplanpflicht gilt nicht für Neugründungen im Zusammenhang mit der rechtliche Umstrukturierung von Unternehmen und Konzernen (§ 112a II 2). Bei der Ausgliederung von Com Carrier aus der Siemens AG zum 1.10.07 handelte es sich lediglich um eine solche rechtliche Umstrukturierung im Siemens Konzern. Die Siemens Networks GmbH & Co. KG konnte sich also nicht auf § 112a II 2 BetrVG berufen. Die Siemens Networks GmbH & Co. KG wurde unverändert in das Joint Venture NSN eingebracht. Es hat lediglich eine Änderung des Namens in „Nokia Siemens Networks GmbH & Co. KG“ stattgefunden. Die unternehmerische Zielsetzung „Telekommunikation“ wurde fortgeführt. Deshalb kann sich die Nokia Siemens Networks GmbH & Co. KG nicht auf den §112a II 1 BetrVG berufen.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Donnerstag, 17.01.08

Spielball oder Selbstbestimmt?
Egal, wo man arbeitet, man muss sich heute rechtzeitig mit Arbeitsplatzverlust auseinandersetzen. Nur wer das tut, kann für sich selbst verhindern, dass er in Panik verfällt und handlungsunfähig wird. Handlungsunfähige Mitarbeiter sind ein Spielball des Managements. Rechtzeitiges Auseinandersetzen mit einer unangenehmen Situation, statt zu verdrängen, bewirkt, dass man selbst bestimmen kann, wann und wie intensiv man sich damit beschäftigt. Zu spätes Auseinandersetzen dagegen bewirkt, dass man vom Arbeitgeber und seinen eigenen Ängsten getrieben wird.

Wenn die ersten Anzeichen für eine bevorstehende Katastrophe zu erkennen sind, muss man daher die Augen auf und nicht zu machen. Dann muss man sich zusammenschließen um möglicherweise noch das Schlimmste abwenden zu können. Kommt es dann zum Kampf um den Arbeitsplatz, ist man in dieser Auseinandersetzung nicht allein und hat gelernt, die arbeitsrechtlichen Waffen zu führen. Dann ist man in der Lage, einen sinnvollen Weg zu finden und diesen auch selbstbewusst zu gehen.

Egal, wie die Sache ausgeht, was man sich auf jeden Fall erhält, ist das Selbstbewusstsein und das Bewusstsein, dass man alles getan hat, was man tun konnte. Dann wird man auch in der Lage sein, den ersten Schritt in eine neue Zukunft zu machen.
(cr/iw)


InWaChRo-News: Donnerstag, 17.01.08

Nokia / BenQ: Vom Regen in die Traufe für Ex-BenQ Mitarbeiter
Heute Nokia, gestern BenQ, morgen …? Ende 2006 schloss BenQ Mobile. Etwa 3000 Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz. Während ein Drittel von ihnen immer noch auf der Suche nach einem neuen Job ist, kamen manche BenQ-Kollegen im 70 Kilometer entfernten Bochum bei Nokia unter. Die Freude von damals über den neuen Job dürfte den Mitarbeitern noch lebhaft im Gedächtnis sein. Jetzt stehen sie zum zweiten Mal vor dem Aus.

Mit BenQ und Nokia beschlossen international aufgestellte Konzerne, dass sich die Handy-Produktion in Deutschland nicht mehr lohne. Veli Sundbäck, Vorstandsmitglied beim finnischen Handykonzern Nokia, erklärte, dass die Arbeitskosten im Bochumer Werk zwar »klar unter fünf Prozent« aller Kosten lägen, aber viel höher seien als die in Rumänien.

Die BenQ-Mitarbeiter mussten jetzt zum zweiten Mal lernen, dass die Vorstellung von einem sicheren Arbeitsplatz heute Illusion ist.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Donnerstag, 17.01.08

Alcatel-Lucent: Unterrichtung des Wirtschaftsausschusses unter lebhaften Interesse der Belegschaft
Heute fand bei Alcatel-Lucent in Nürnberg die Unterrichtung des Wirtschaftsausschusses und des örtlichen Betriebsrats über die bevorstehende Ausgliederung zu Wipro statt. Nach Betriebsverfassungsgesetz hätte diese Unterrichtung schon vor Wochen erfolgen müssen.

Diese Unterrichtung wurde in der Belegschaft mit lebhaftem Interesse verfolgt. Etwa 100 Beschäftigte bildeten ein Spalier vor den Räumen des örtlichen Betriebsrats, ohne jedoch den Beginn der Sitzung zu behindern. Die etwa hundert Kollegen zeigten durch ihre physische Präsenz dem Arbeitgeber deutlich, dass sie weder bereit sind, die Verletzung ihrer Rechte hinzunehmen noch mit dem generellen Vorhaben einverstanden sind, komplette Entwicklungsabteilungen auszulagern.

Die Betriebsleitung hielt auch heute die Unterrichtung der Arbeitnehmervertreter für eine Formsache. Sie schickte Vertreter, die aus Sicht des Wirtschaftsausschusses nicht bevollmächtigt waren, zu verhandeln. Die Arbeitnehmervertreter forderten die Firmenvertreter auf, Arbeitsdirektor Jürgen Pösinger zu konsultieren und ihn aufzufordern, persönlich die beabsichtigte Auslagerung der Access-Beschäftigten zu Wipro zu erläutern. Weiter kritisierten sie, dass die Unterlagen über die Auslagerung dem Wirtschaftsausschuss erst zu Beginn der Sitzung zugestellt worden seien, und so keine ausreichende Vorbereitungszeit zur Verfügung gestanden hätte. Bereits nach flüchtigem Durchblättern war zu erkennen, dass die bereit gestellten Unterlagen nicht die Voraussetzungen für eine umfassende Unterrichtung enthielten.

Die Arbeitnehmervertreter unterbrachen daraufhin die Sitzung. Die Belegschaft verharrte währenddessen weiter im Spalier auf dem Gang. Schließlich kehrten die Firmenvertreter – wieder die Reihe der etwa hundert Mitarbeiter passierend - mit einer Vollmacht des Arbeitsdirektors zurück. Die Sitzung wurde fortgesetzt. Ergebnisse sind derzeit noch nicht bekannt.
(iw)


InWaChRo-News: Dienstag, 15.01.08

NSN: Standortreduzierung geplant?
Das NSN-Mangement soll Gerüchten zufolge bereits konkrete Pläne haben, R&D im Jahr 2009/2010 weltweit auf vier Standorte zu reduzieren. Nur einer dieser Standorte soll sich dann noch in einem Hochlohnland befinden. Man kann davon ausgehen, dass dies nicht Deutschland sein wird, sondern im Zweifelsfall eher Finnland. Darauf deutet auch die Zuordnung der Mitarbeiter zu finnischen Vorgesetzen mit dem komischen Konstrukt des Hosting-Managers hin. Bei den Lowcost-Standorten dürfte es sich um China, Indien und möglicherweise Polen handeln. Die Personalkosten in Polen sind kaum höher als die in China.

Als Folge einer solchen Standortverdichtung wären dann in Deutschland (Teil-)Betriebsschießungen zu erwarten. Wenn diese Gerüchte sich bewahrheiten sollten, erklärt dies auch, warum es dem NSN-Management völlig egal ist, ob die Mitarbeiter in Deutschland motiviert sind oder nicht.
(cr/iw)


InWaChRo-News: Dienstag, 15.01.08

NSN: Alternativen für R&D-Mitarbeiter?
In Reaktion auf Nachrichten wie Standortreduzierungen neigen Mitarbeiter dazu, ihrem Fluchtreflex nachzugeben. Sie fliehen dann, ohne genauer darüber nachzudenken, in die beE oder in das Unternehmen, in das ausgegliedert werden soll. Aber sind das wirklich tragfähige Alternativen oder handelt man unbewusst nur nach dem Motto "die Hoffnung stirbt zuletzt"?

Wechsel in einen anderen Konzern oder ein großes Unternehmen
Es nützt wenig, zu einer anderen großen Firma zu wechseln, da alle Konzerne R&D aus Deutschland heraus verlagern. So plant beispielsweise Alcatel-Lucent, die Entwicklung des Access-Produktes AnyMedia zu Wipro auszugliedern und gibt offen zu, immer mehr R&D Tätigkeiten auszulagern.

Fast jeder dritte Software-Ingenieur weltweit ist heute Inder. Das Durchschnittsalter dort liegt bei 27 Jahren. Indische Software-Ingenieure sind "nicht besser, aber generell jünger und flexibler, …", sagen die Geschäftsführer von SAP Labs India. Darüber hinaus sind sie bedeutend kostengünstiger, sie erhalten lediglich ein Viertel oder ein Fünftel deutscher Gehälter.

Bei Wechsel in eine andere Firma beginnt man darüber hinaus mit Betriebszugehörigkeit Null und ist daher der erste, der seinen Arbeitsplatz wieder verliert, es sei denn, es handelt sich um einen Betriebsübergang.

beE und Abfindung wird es immer wieder geben
Die Mitarbeiter sollten nicht blind in die beE rennen oder mit einer Abfindung gehen. Solche Konditionen wird es auch bei einer (Teil-) Betriebsschließung geben. Es handelt sich dabei nämlich um eine Betriebsänderung nach §111 BetrVG, bei der ein Sozialplan mit Abfindungen erzwingbar ist. Der Betriebsrat kann, falls es zu keiner Einigung mit dem Arbeitgeber kommt, eine Einigungsstelle anrufen, der ein neutraler Richter vorsitzt. Aus dieser Einigungsstelle muss nach §112a BetrVG ein Sozialplan herauskommen und dieser richtet sich immer nach den bisher üblichen Sozialplänen im Unternehmen. Da der Betriebsrat eine Betriebsschließung selbst nicht "überlebt", kann man sicher sein, dass auch mittelmäßige Betriebsräte dann zur Höchstform auflaufen und halbwegs gute Konditionen aushandeln.

Eine beE ist zwar nicht erzwingbar, aber diese hat es bisher immer gegeben und der Arbeitgeber macht das gerne, da er sich dadurch als "sozial" hinstellen kann und gleichzeitig die Subventionen vom Arbeitsamt (Transferkurzarbeitergeld) erhält.

Zu bedenken ist auch: Auf welche Arbeitsplätze sollen denn all die Entwickler in der beE vermittelt werden, wenn R&D von allen großen Unternehmen in Niedriglohnländer ausgelagert wird? Der Mittelstand kann so viele Mitarbeiter nicht aufnehmen.

Keine Abfindungen in neu gegründeten Unternehmen erzwingbar
Ein Wechsel in eine neu gegründete Firma, z.B. wie beim Betriebsübergang zur IBM Network Services & Solutions GmbH, hat neben dem oben Gesagten den gravierenden Nachteil: Im Fall einer Betriebsschließung / betriebsbedingten Kündigung muss man damit rechnen, dass man keine Abfindung bekommt. Innerhalb der ersten vier Jahre nach ihrer Gründung kann nämlich in einem Unternehmen gemäß §112a II BetrVG ein Sozialplan nicht erzwungen werden.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Dienstag, 15.01.08

SHC / Enterprise: Siemens räumt auf
Der Siemens-Konzern will unter den zusammenhanglos im Konzern stehenden Sparten aufräumen. Dabei wolle man die "sonstigen operativen Aktivitäten" entweder in die neu gebildeten Bereiche eingliedern, schließen oder verkaufen, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Präsentation von Finanzchef Joe Kaeser. Damit dürfte auch Enterprise wieder im Fokus der Siemens AG stehen.

Die Gigaset-Sparte Siemens Home and Office Communication Devices GmbH & Co. KG (SHC) dürfte dann geschlossen oder verkauft werden, da deren Produkte überhaupt nicht mehr in das Siemens-Portfolio passen. SHC war am 1.10.2005 gleichzeitig mit Siemens Mobile (BenQ) aus Com herausgelöst und ausgegliedert worden. SHC erwirtschaftete zuletzt bei einem Umsatz von 790 Mio. Euro einen Gewinn von 13 Mio. Euro.

Im Mai 2006 war Siemens noch stolz auf seine Entwickler bei SHC. Die auf der britischen Insel einflussreiche Zeitung ‚Which?' - das Pendent zur deutschen Zeitschrift 'Test' hat kürzlich ein Siemens Modell zu einem der besten Geräte für Vieltelefonierer gekürt.
(cr/iw)


InWaChRo-News: Dienstag, 15.01.08

Nokia: Handy-Produktion in Deutschland wird geschlossen, R&D in Bochum verkauft
Nokia will die Fertigung von Mobiltelefonen bis Mitte 2008 aus dem Bochumer Werk nach Rumänien, Ungarn und Finnland verlagern und den Fertigungsstandort Bochum schließen. Unternehmenssprecherin Arja Suominen sagte: "Bochum war einfach als Standort nicht global konkurrenzfähig zu machen. Deutschland ist ein sehr teures Land für unsere Produktion."

Auch die Bochumer Forschungs- und Entwicklungsabteilung soll verkauft werden. Für Spitzenprodukte mit Bedarf an hochqualifizierter Arbeitskraft ist die Verlagerung nach Finnland geplant.

Nach der Insolvenz von BenQ und dem Abzug von Motorola liegt mit Nokias Rückzug die Handyproduktion in Deutschland endgültig brach.

Damit stehen etwa 2000 der 2300 Beschäftigten vor der Arbeitslosigkeit. Die Zulieferunternehmen werden durch diese Verlagerung auch in Mitleidenschaft gezogen. Auch hier dürfte es zu erheblichem Personalabbau kommen. Die IG Metall kündigte an, dass sie mit Nokia über angemessene Sozialpläne für die Beschäftigten und die Gründung einer beE verhandeln werden.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Sonntag, 13.01.08

NSN: Abbauzahlen und aktuelle Betriebsgrößen

Standorte

Mitarbeiterzahl

Stand:
22.07.2006

Mitarbeiterzahl

Stand:
11.2007

Mitarbeiterzahl

Ab-/Aufbau

Mch H

1637

1505

-132

Mch M

3250

2722

-528

Mch P

1478

1207

-271

Berlin SD

1511

1507

-4

Bruchsal

1161

1098

-63

Greifswald

294

312

18

Region Nord

202

157

-45

Region Ost

337

293

-44

Region Süd

595

621

26

Region Südwest

264

243

-21

Region West

369

335

-34

Durach

495

530

35

Central Functions
(rechnerisch) 1

927

 

 

Gesamt

12520

10530

-1990 4

 

 

 

 

beE-Übertritt 2

1250

bis Okt. 2007 gegangen 2

626

Ausgliederung IBM I 3

137

Gesamtabbau

2013 4

1 Central Functions waren in den Betriebsratslandkarten vom Juli 2006 nicht enthalten und müssen daher extra aufgeführt werden. Etwa 700 der Mitarbeiter der Central Functions waren 2006 in München Hofmannstraße beschäftigt.
2Zahlen aus dem Bericht der NSN-Geschäftsführung
3aus Betriebsratshomepage Mch M
4 Die Differenz von 23 Mitarbeitern zwischen der errechneten und der von der NSN-Geschäftsführung angegebenen Gesamtabbauzahl ist auf die lediglich rechnerisch bekannte Anzahl der Central Functions vom Juli 2006 zurückzuführen.

(cr/iw)


InWaChRo-News: Sonntag, 13.01.08

Alcatel-Lucent: Ausgliederung zu Wipro geplant
Nachdem der geplante Betriebsübergang von NSN Radio Access zu Wipro gescheitert ist, möchte nun Wipro diesen Deal mit Alcatel-Lucent machen. So plant Alcatel-Lucent nun, die Entwicklung des Produktes AnyMedia, das nach unseren Informationen ein Access-Produkt ist, auszugliedern.

Wipro war bereits auf einer Mitarbeiterveranstaltung bei Alcatel-Lucent und sagte, dass sie dringend Mitarbeiter für anstehende Projekte, auch außerhalb Alcatel-Lucent, benötigen. Die indische Wipro beschäftigt mehr als 10.000 „Wanderarbeiter“ (itinerant employees) und 7.500 Consultants. Diese Firma verleiht Arbeitnehmer an andere Firmen, bzw. diese bearbeiten Aufträge von anderen Firmen. Es handelt sich also um nichts anderes als Zeitarbeit, die man genauso gut bei Manpower, Adecco, Randstad etc. machen kann.

Die Kollegen fragten auf der Mitarbeiterveranstaltung die Wipro-Manager nach den Gründen für den geplatzten Übergang bei NSN. Die Manager antworteten, es hätte bei NSN ein "package" gegeben und die Mitarbeiter hätten lieber das „package“ genommen als zu Wipro überzugehen.

Diese Darstellung ist nicht ganz korrekt, denn erst nachdem die überwiegende Mehrheit der NSN-Kollegen mehrfach versicherte nicht zu Wipro überzugehen, wurde zwischen Betriebsrat und NSN vereinbart, dass der geplante Ramp Down ihres Projektes innerhalb von NSN durchgeführt wird und parallel dazu Einsatzmöglichkeiten am Standort für die später frei werdenden Kollegen gefunden werden.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Sonntag, 13.01.08

Alcatel-Lucent: Gefühlschaos gegen Fakten
Auch die Alacatel-Lucent-Kollegen stellen sich die Frage: Ist es besser, bei Alcatel-Lucent zu bleiben oder zu Wipro überzugehen? Sie argumentieren wie ihre Kollegen bei NSN: Mit Alcatel-Lucent geht es immer nur bergab. Die Mitarbeiter fragen sich, ob sie als deutsches "Front-End" eines Off-Shoring Unternehmens nicht eine sicherere Zukunft haben als in einem Konzern, der offen zugibt, immer mehr R&D Tätigkeiten auszulagern.

Weiter herrscht die Angst vor, dass sich mit Wipro ein neuer „Fall BenQ“ anbahnt. Dann schwanken die Gefühle wieder und es wird gefragt: Oder besteht hier wirklich die Chance, aus der kränkelnden Telekommunikationsbranche in eine weniger anfälligen Bereich wie beispielsweise Automatisierungstechnik oder Ähnliches zu wechseln?

Bei diesen Überlegungen sollte man sich das Beispiel BenQ vor Augen halten. Siemens Mobile Devices war hoch defizitär, als der Bereich zu BenQ Mobile überging. Mobile Devices war jedoch im Weltmarkt eingeführt und hatte daher in einem wachsenden Markt eine Chance, saniert und wieder profitabel zu werden. Insbesondere, da Siemens für die Sanierung eine Mitgift in Millionenhöhe zahlte und die Nutzung des Markennamens „Siemens“ für 5 Jahre garantierte. Trotz dieser relativ guten Voraussetzungen scheiterte BenQ Mobile, weil der taiwanesische Eigentümer das Geld, die Patente, Lizenzen und sonstigen Werte aus BenQ Mobile abzog und damit die Insolvenz herbeiführte.

Alle Unternehmen, die derzeit für Outsourcing akquiriert werden, haben weder die notwendige Größe um am Weltmarkt zu bestehen, noch besitzen sie eine eingeführte Marke bzw. einen über lange Jahre aufgebauten Kundenstamm. Auch ein tragfähiges Geschäftsmodell (wenn sie überhaupt eines haben) ist nicht zu erkennen.

Damit haben diese Unternehmen alle wesentlich schlechtere Voraussetzungen als BenQ. Wenn also BenQ schon gescheitert ist, wie soll dann ein solches Unternehmen die Zukunft der Mitarbeiter sicherstellen? Insbesondere wenn man gerade im Entwicklungsbereich bedenkt, dass ein Software-Ingenieur in Bangalore etwa 12.000 Euro Bruttogehalt im Jahr erhält.

Am 31.12.2007 endete die bei BenQ nach der Insolvenz eingerichtete Beschäftigungsgesellschaft. 2500 von den 3000 betroffenen Mitarbeitern waren in die Beschäftigungsgesellschaft gewechselt. Davon übernahm Siemens 330 Mitarbeiter, also 13,2 Prozent. Etwa 1000 ehemalige BenQ-Mitarbeiter, also 40 Prozent, sind heute arbeitslos.
(cr/iw)


InWaChRo-News: Donnerstag, 10.01.08

BAG entscheidet: Sozialauswahl auch bei unbegründetem Widerspruch
In einem brandneuen Urteil hat das BAG entschieden, dass eine Sozialauswahl auch bei einem unbegründeten Widerspruch gegen einen Betriebsübergang durchgeführt werden muss. Grund ist die abschließende Aufzählung der Sozialauswahlkriterien im Kündigungsschutzgesetz. (BAG, Urteil vom 31.05.2007, 2 AZR 276/06)

Damit sind Mitarbeiter, die einem Betriebsübergang widersprechen im Fall von betriebsbedingten Kündigungen nicht mehr schlechter gestellt, als Mitarbeiter, die vom Betriebsübergang nicht betroffen waren. Wir freuen uns über dieses arbeitnehmerfreundliche Urteil.

Leitsätze des Urteils:

„1. Auch die Arbeitnehmer, die einem Übergang ihres Arbeitsverhältnisses auf einen Betriebserwerber nach § 613a Abs. 6 BGB widersprochen haben, können sich bei einer nachfolgenden, vom Betriebsveräußerer erklärten Kündigung auf eine mangelhafte Sozialauswahl nach § 1 Abs. 3 Satz 1 KSchG berufen.

2. Die Gründe für den Widerspruch des Arbeitnehmers gegen den Übergang seines Arbeitsverhältnisses auf einen Betriebserwerber sind seit 1. Januar 2004 bei der Abwägung der sozialen Auswahlkriterien nicht mehr zu berücksichtigen, da die Auswahlkriterien (Betriebszugehörigkeit, Alter, Unterhaltspflichten, Schwerbehinderung) vom Gesetzgeber nunmehr abschließend benannt worden sind.“

(cr/iw)


InWaChRo-News: Donnerstag, 10.01.08

Zukunftsperspektive für R&D in Deutschland?
Im NSN-Intranet liest man: „As already communicated …, the transfer of R&D capabilities to trusted business partners is part of Nokia Siemens Networks’ overall strategy.” Auch Alcatel-Lucent gibt offen zu, immer mehr R&D Tätigkeiten auszulagern.

Fast jeder dritte Software-Ingenieur weltweit ist heute Inder. Das Durchschnittsalter der Ingenieure liegt bei 27 Jahren. Der Vorsprung des Westens wird zunehmend kleiner. Indische Software-Ingenieure sind "nicht besser, aber generell jünger und flexibler, …", sagen die Geschäftsführer von SAP Labs India.

Darüber hinaus sind sie bedeutend kostengünstiger. SAP zahlt einem Software-Ingenieur in Bangalore etwa 12.000 Euro Bruttogehalt im Jahr. In Deutschland wird bei SAP das Vier- bis Fünffache verlangt. (Quelle: Informationen zur politischen Bildung, Nr. 296, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung, Seite 50)
(iw)


InWaChRo-News: Donnerstag, 10.01.08

beE: Kollegen mit/ohne beE-Vermerk im Arbeitszeugnis bitte melden
Nach erfolglosen Verhandlungen mit der Siemens-beE haben sich mehrere ehemalige Mitarbeiter entschieden, gegen den sogenannten beE-Vermerk im Arbeitszeugnis gerichtlich vorzugehen. Dieser Vermerk bescheinigt eine Beschäftigung in der Transfergesellschaft zur "Weiterqualifizierung und Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt".

Ehemalige beE-Mitarbeiter, die sich ebenfalls an dem Vermerk stören, können sich gerne über NCI InWaChRo News mit den Klägern zur Abstimmung der Vorgehensweise in Verbindung setzen. Dringend kurzfristig gesucht werden aber auch noch weitere ehemalige beE-Mitarbeiter, die diesen Vermerk nicht im Zeugnis haben. Diese ehemaligen Kollegen könnten durch zur Verfügung stellen ihres anonymisierten Zeugnisses die Argumentation der Kläger erheblich erleichtern und die Erfolgaussichten auch für weitere Verfahren weiter verbessern.

Der beE-Vermerk wurde bei Mitarbeitern, die bis zum Ende der vertraglichen Laufzeit in der beE waren, obligatorisch in das Zeugnis eingefügt. Bei Mitarbeitern, die vor Vertragsende ausgeschieden sind, wurde - soweit bekannt - regelmäßig kein solcher Vermerk eingetragen. In den meisten Fällen dürfte der Vermerk zu einer u.U. gravierenden Abwertung des Arbeitszeugnisses führen und damit die Jobsuche stark erschweren.

Wer den beE-Vermerk in seinem Zeugnis hat, sollte sorgfältig prüfen, ob sich daraus für sie/ihn eine Schlechterstellung gegenüber dem Zwischenzeugnis ergibt. Auch wer zwischenzeitlich eine neue Anstellung gefunden hat, sollte berücksichtigen, dass der Vermerk sich noch bei eventuellen zukünftigen Bewerbungen nachteilig auswirken könnte.

Leider war die beE-Leitung außergerichtlich bislang nicht bereit, auf diesen Vermerk gänzlich zu verzichten, und rückt damit wieder vom Vergleich vor dem Arbeitsgericht München ab, bei dem zugunsten des Arbeitnehmers eine vollständige Streichung durchgesetzt werden konnte. Die betroffenen MA haben sich nunmehr entschlossen, den Anspruch auf Streichung gerichtlich durchzusetzen.
(beE-ler)


InWaChRo-News: Mittwoch, 09.01.08

NSN: Krankmeldungen
Unter den Mitarbeitern taucht immer wieder die Frage auf, wohin sie ihre Krankmeldung schicken sollen.

Die Krankmeldung selbst (einfach nur die Info „ich bin krank“) geht immer an den direkten Vorgesetzten. Kennt man diesen nicht, dann schickt man diese Meldung an den Geschäftsführer, also an Lydia Sommer oder Olaf Horsthemke.

Sollte man länger als 3 Tage krank sein, schreibt man möglichst früh noch mal eine E-Mail an den direkten Vorgesetzten. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung des Arztes schickt man ebenfalls an den Vorgesetzten, es sei denn, dieser hat etwas anderes bestimmt. Man kann ihn natürlich fragen, wohin er die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gerne geschickt hätte, also z.B. an eine Sekretärin oder den Hosting Manager, oder wohin auch immer. Es empfiehlt sich, das mit dem Vorgesetzten (bzw. Geschäftsführer, wenn man keinen Chef hat) bereits zu klären bevor der Krankheitsfall eintritt.

Die Betriebsärzte haben eine Zunahme sowohl von Krebserkrankungen als auch von psychischen Erkrankungen festgestellt. Sie trafen keine Aussage über mögliche Zusammenhänge mit der Arbeitssituation. Angesichts der jahrelangen Überlastung und Unsicherheit am Arbeitsplatz wundert diese Entwicklung nicht, unsere Gesundheitsumfrage 2003 deutete eine solche Tendenz ja bereits an.
(iw/cr)


InWaChRo-News: Montag, 07.01.08

NSN-SCA: Widerspruchsfrist gegen Betriebsübergang läuft ab
Die Unterrichtungsschreiben zum Betriebsübergang zur IBM Network Services & Solutions GmbH wurden von NSN am 13.12.2007 an die betroffenen Mitarbeiter abgeschickt. Die Frist für den Widerspruch gegen den Betriebsübergang endet einen Monat nach dem Zugang dieser Schreiben beim Mitarbeiter, also am nächsten Wochenende. Wer dem Betriebsübergang widersprechen will, sollte diesen daher bis zum 11.01.2008 an die im Unterrichtungsschreiben angegebene Adresse der NSN-Personalabteilung senden.

Anmerkung: Die angegebene IBM-Personalabteilung, an die der Widerspruch alternative geschickt werden soll, gehört zur IBM Deutschland GmbH und ist daher die falsche Firma. Selbst wenn die Personalabteilung dorthin ausgelagert ist, muss es einen Ansprechpartner in der IBM Network Services & Solutions GmbH für solche Zwecke geben. Wir empfehlen daher, den Widerspruch an die NSN-Personalabteilung zu schicken.

Laut Unterrichtungsschreiben, soll das Geschäftsmodell erst aufgebaut werden, ein tragfähiges Geschäftsmodell für das neue Unternehmen existiert folglich heute noch nicht. Dies sollte noch ergänzend zu den im Artikel vom 5.10.2007 angegebenen Widerspruchsgründen aufgeführt werden.
(cr/iw)


InWaChRo-News: Montag, 07.01.08

NSN-VTS: Herzlich willkommen!
Die VTS-Mitarbeiter sind zum 1.1.2008 in die Nokia Siemens Networks Services Deutschland GmbH & Co. KG übergegangen und gehören nun zum Nokia Siemens Networks-Konzern. Wir begrüßen unsere neuen Kolleginnen und Kollegen und heißen sie herzlich willkommen.
(cr/iw)


InWaChRo-News: Montag, 07.01.08

Ein gutes neues Jahr!
Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern und ihren Familien alles Gute für das neue Jahr 2008 und hoffen, dass alle genug neue Energie über die Weihnachtsfeiertage geschöpft haben. Diese werden wir sicherlich auch 2008 benötigen, um die neuen (alten) Herausforderungen wie Stellenabbau, Betriebsübergänge, Mapping, Eingruppierungen, Gehaltsreduzierungen, etc., erfolgreich bewältigen zu können.
(iw/cr)




Autoren: Inken Wanzek, Christine Rosenboom
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