Meinungsfreiheit


Aktualsierung
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18.01.04    Ersterstellung
Vorfälle, die zu denken geben
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Seit April 2003 werden privat versandte und empfangene Emails im Mitarbeiternetz NCI nicht mehr mit Namen unterzeichnet, Verteiler nicht offen versandt.

Grund: Siemens hat bereits mehrere dieser privat versandten Emails in den Händen und verwendet sie, um den Widerstand in Mch H zu zerschlagen. Siemens ist nicht bereit, vor Gericht darzulegen, wie sie an diese Emails gekommen ist. Die aktiven NCI-Mitglieder fürchten weitere Repressalien. Nicht zu unrecht, wie folgende Aufstellung zeigt.


Die Absicht dahinter:
Die von der Betriebsleitung ausgemachten "Rädelsführer" sollen mundtot gemacht werden. Die Kritik an dem gesetzeswidrigen und teilweise unmenschlichen Personalabbau soll verstummen. Betriebsrat und Belegschaft sollen eingeschüchtert werden. Die Firma Siemens setzt dabei ihre ganze wirtschaftliche Überlegenheit ein: für sie geht es um ein paar tausend Euro, für die Gemaßregelten um ihre Existenz.

Die Folgen
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Was können wir dagegen tun?
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NCI Artikel zu diesem Thema
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Mi, 10.12.03: Pressemitteilung des isw e.V.:
Millionenklage des Siemens Konzerns gegen IG Metall und isw wegen Schöne Neue Siemens Welt

Um was geht es hier schon wieder? Natürlich - wie sollte es anders sein, um uns, die vom Stellenabbau Betroffenen. Wir müssen Siemens schon ganz schön im Magen liegen, wenn die Firma eine Millionenklage erhebt. Stellenabbau ist teuer, aber das er als so teuer angesehen wird, beeindruckt und bestätigt mal wieder die These: Die Mitarbeiter sind unser wertvollstes Gut. Für die, die die "Schöne Neue Siemens Welt" nicht kennen: Dies ist eine Brochüre mit einem Gekündigten auf dem Cover und drüber steht eben, etwas schräg, um die Schieflage bei Siemens anzudeuten: "Schöne Neue Siemens Welt". Deutlich springt dem aufmerksamen Leser das IG Metall Embelm in die Augen. Nun, wie sich jeder denken kann, klar verwechselbar mit der Mitarbeiterzeitschrift "Siemens Welt", von deren Titelseite einem meistens hübsche Damen anlachen - und die natürlich ohne IG Metall Emblem.
Pressemitteilung
http://www.de.internet.com/index.html?id=2025288§ion=Marketing-News
(jp)

Do, 27.11.03: Siemens verbietet Betriebsrat Massenmails zu verschicken
Die Leitung des Standortes München Hofmannstraße hat seit einiger Zeit dem Betriebsrat Mch H verboten sog. Massenmails zu verschicken, wie NCI aus der Belegschaft bekannt gegeben wurde. Eine Massenmail liegt laut Defintion der Geschäftsleitung vor, wenn der Verteiler mehr als 10 Empfänger umfasst. Die Geschäftsleitung verlangt, dass Massenmails von ihr genehmigt werden müssen. Damit ist es dem Betriebsrat nicht mehr möglich die MitarbeiterInnen des Standorts München Hofmannstraße per Email mit Information zu versorgen.
Da der Betriebsrat 39 Mitglieder umfasst, ist es dem BR folglich auch nicht mehr möglich das eigene Gremium mittels einer Email zu informieren. Dies betrifft Einladungen zu Sitzungen sowie Informationen, die für die BR Arbeit erforderlich sind. In diesem Zusammenhang kann man von einer Behinderung der Betriebsratsarbeit sprechen, die nach §119 Abs. 1 BetrVG "mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe" bestraft werden kann. Angesichts der Geschehnisse in Mch H erkennt man, warum der Gesetzgeber vorgesehen hat die Behinderung und Störung der Betriebsratsarbeits mit Freiheitsstrafe ahnden zu können.
NCI fordert die Geschäftsleitung auf, diese Repressalie zurückzunehmen. Wir befinden uns nicht im Wilden Westen (zu der Zeit, wo dieser noch ein rechtlosen Gebiet war), sondern in der Bundesrepublik Deutschland.
Wir bitten daher die Kolleginnen und Kollgen des Standortes vermehrt auf die BR und NCI Homepage zu schauen.
Falls es - man weiß ja nie - Schwierigkeiten mit der BR Homepage geben sollte, wird NCI die Berichterstattung übernehmen unter der Berücksichtigung, dass Firmengeheimnisse nicht nach außen getragen werden. Ggf. wird ein Passwort eingeführt, welches nur Siemens Mitarbeiter bekommen.
(jp)

Fr, 31.10.03: Siemens kündigt IG Metall Mitglied und Mitarbeiterin des NCI Koordinationsteam fristlos
Am Montag dieser Woche wurde unsere Kollegin und unsere im NCI engagierte Mitarbeiterin Inken Wanzek firstlos gekündigt. Gestern wurde die ordentliche Kündigung nachgeschoben. Die fristlose Kündigung stützt sich auf eine private NCI Email vom 13.10.03, in der der Selbstmord einer ehemaligen Kollegin bekannt gegeben wird, die im Rahmen des Stellenabbaus bei ICN einen Aufhebungsvertrag unterschrieben hat. Danach folgt ein Aufruf, mit seinen Problemen nicht allein zu bleiben, sich nicht zu isolieren, NCI bei Bedarf in Anspruch zu nehmen.
Email
Die Siemens AG sieht in dieser Email eine Diffamierung des Arbeitgebers. Abgesehen davon, dass die Email nicht von Inken unterzeichnet wurde, sind die erhobenen Vorwürfe - auch nach Auskunft des Rechtsanwalts - in keinster Weise aus der EMail herzuleiten.

Seit dem Beginn des Stellenabbaus bei Siemens München Hofmannstraße im Mai 02 mit New Placement sieht Inken sich immer wieder Angriffen von der Geschäftsleitung ausgesetzt. Inken ist aufgrund ihrer engagierten gewerkschaftlichen Tätigkeit im NCI und darüberhinaus in der VK-Leitung des Standortes München MGA, stellvertretend für NCI und die IG Metall gezielt angegriffen worden, wohl in der Hoffnung, NCI dadurch zum Schweigen zu bringen. Diesem undemokratischen Angriff auf die Meinungsfreiheit und auf die freie gewerkschaftliche Betätigung treten wir vom NCI zusammen mit der IG Metall auf das Schärfste entgegen. "Wir alle sind ja realistische Denker", so ein NCI-ler, "und haben natürlich sofort messerscharf erkannt, dass da jemand NCI gewaltig ernst nimmt."

"Siemens hat nicht die Macht über unser Leben; die haben wir immer nur selbst!", so der Kommentar der engagierten Gewerkschafterin zur fristlosen Kündigung, "NCI ist nicht erschüttert worden. Vorfälle wie diese lassen uns nur noch weiter zusammenhalten.Wir haben inzwischen gelernt, dass es nichts nutzt, sich über die Ungerechtigkeit zu ärgern - wir müssen dagegen kämpfen. Meine Kündigungsschutzklage ist auf dem Weg zum Arbeitgericht."

NCI erklärt sich solidarisch mit Inken Wanzek: Solidaritätserklärung
Weitere Artikel:
IG Metall Siemens Dialog
de.internet.com
Network IT

(jp)




Autoren: Inken Wanzek, (rk)
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